Sonntag, 13. Dezember 2009

Spanien ?

Wir brauchen in Spanien eine interne Abwertung, wie in Lettland.

Wie geht die?

Das ist ein schwieriger Prozess, über den man hätte nachdenken sollen, bevor man die Eurozone geschaffen hat. Er ist aber nicht ohne Beispiel, denn die europäische Union unterstützt einen, der gerade unter der Führung des IWF in Lettland umgesetzt wird. Wir brauchen in Spanien eine Abwertung um 20 Prozent über drei Jahre. Um das zu erreichen müssen Preise und Löhne für Jahre um 6,5 Prozent fallen. Man könnte zum Beispiel die Saläre im öffentlichen Dienst und die Pensionen senken. Da jedoch kein Politiker dazu bereit ist, rutschen wir immer tiefer in die Tinte, wie das Beispiel Griechenland zeigt.

Erwarten Sie so etwas in Spanien auch?

Ja, wenn auch nicht unmittelbar. Die Verschuldung Spaniens wird Ende des Jahres 2011 gemäß seriöser Schätzungen bei etwas 75 Prozent des Bruttoinlandsproduktes liegen. Das mag im internationalen Vergleich nicht dramatisch klingen. Allerdings muss man bedenken, dass spanische Banken nicht rekapitalisiert wurden. Sie halten sich bisher deswegen so gut, weil sie viele Immobilien in ihren Büchern haben, die sie im Austausch gegen Kredite von Bauunternehmen erhalten haben. Der spanische Immobilienmarkt ist jedoch völlig illiquide. So kann niemand sagen, was sie wert sind und wie hoch notwendige Abschreibungen wären. Zweitens profitieren die Banken vom Kauf der Anleihen des Landes. Sollte ihre Kreditwürdigkeit nach und nach heruntergestuft werden, würden sie von der Europäischen Zentralbank schließlich nicht mehr als Sicherheit akzeptiert werden. Spätestens dann wäre eine große Rekapitalisierung nötig - und die Last würde zu den Staatsschulden hinzukommen. Die Lage in Irland ist so schwierig, weil sie das im Unterschied zu Spanien getan haben.

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