Samstag, 5. Dezember 2009

Ruanda

Die Handelsplätze haben sich zu regelrechten Katalysatoren für das Wirtschaftswachstum im ostafrikanischen Raum entwickelt. Auf den Geldplattformen treffen innovative Ideen auf kapitalkräftige Investoren und verbinden sich nicht selten zu erfolgreichen Unternehmen. Sollte der umtriebige Mathu nun auch in Ruanda einen Markt etablieren, könnte das Land 15 Jahre nach dem zerstörerischen Genozid auch auf den Radarschirm der Investoren gelangen.

Noch vor wenigen Jahren hätte niemand diesen afrikanischen Traum für möglich gehalten. Ruanda galt nach dem Völkermord als hoffnungsloser Fall. Im Frühjahr 1994 wurden in nur vier Monaten knapp eine Million Ruander vom Stamme der Tutsi auf Anweisung der Regierung durch die rivalisierenden Hutu massakriert und ermordet. Zwölf Prozent der Bevölkerung waren ausgelöscht, an eine stabile Wirtschaft oder gar eine Börse war nicht zu denken. Finanzexperte Mathu wuchs damals in ärmlichen Verhältnissen in einem Dorf Kenais auf - barfuß, weil sich seine Eltern keine Schuhe für den Sprössling leisten konnten.

Inzwischen wächst Ruanda mit zweistelligen Raten, die Weltbank hat das Land zum Top-Reformer 2009 gekürt und Mathu bewegt sich in polierten schwarzen Business-Schuhen durch das neue Wirtschaftswunder.

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