Donnerstag, 3. Dezember 2009

Klimawandel

Schon heute wird viel gegen den Klimawandel getan. Allein die Europäische Union will zwischen 2007 und 2013 mehr als 100 Milliarden Euro für eine „grüne Ökonomie“ ausgeben. Doch selbst solche Beträge reichen nach Ansicht vieler Experten nicht annähernd aus, um das Problem in den Griff zu kriegen. Deshalb stellt sich die Frage, ob wir überhaupt in unserem gewohnten Wohlstand weiterleben können, wenn wir derart viel Geld aufbringen müssen, um den Klimawandel auch nur einzudämmen.

Einschlägige Untersuchungen kommen zu recht unterschiedlichen Ergebnissen. Nach Angaben des berühmten, vor drei Jahren veröffentlichten „Stern-Reports“ müsste etwa ein Prozent der jährlichen weltweiten Einkommen ausgegeben werden, um die Menge der Treibhausgase in der Luft zu stabilisieren.

Zu einer anderen, nicht direkt vergleichbaren Zahl kommt eine gerade erschienene Studie des Versicherungskonzerns Allianz und der Naturschutzorganisation WWF. Danach verzögern die Aufwendungen für den Klimaschutz die Mehrung des globalen Wohlstands um ein Jahr. Die Wirtschaftsleistung, die sonst bereits im Jahr 2050 möglich wäre, würde ein Jahr später, also 2051, erreicht. Allerdings sind in dieser Rechnung die drohenden, aber so vermiedenen Kosten durch Klimaschäden nicht berücksichtigt.

Hoffnung macht auch eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey. Sie besagt: Es ist noch zu überschaubaren Kosten möglich, bis zum Jahr 2030 weltweit jene rund 27 Milliarden Tonnen Kohlendioxid einzusparen, die nach den meisten wissenschaftlichen Erkenntnissen nötig sind, um die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen.

Maßnahmen wie Gebäudesanierung rechneten sich sogar wirtschaftlich, weil die Haushalte durch geringere Energiekosten unter dem Strich Geld sparen. Den McKinsey-Experte zufolge müsste die Europäische Union für alle Maßnahmen zusammen zwischen 800 Milliarden und 1,1 Billionen Euro aufbringen, um das selbst gesteckte Ziel einer 20-prozentigen Minderung des Ausstoßes von Treibhausgasen bis 2020 zu erreichen.
Themen

Kritiker monieren, das Ziel der Europäer sei zu ehrgeizig. Die Klimaforscherin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin hält das für falsch. Kemfert glaubt, „dass die Kosten des Nichthandelns deutlich größer sind als die Kosten des Handelns“. Und vor allem: Je später mit einer aktiven Klimaschutzpolitik begonnen werde, um so teurer werde sie

Keine Kommentare: