Mittwoch, 30. Dezember 2009

Neuro-Bayes

Beim Neuro-Bayes-Fonds werden außerdem nach Darstellung Feindts die komplexen Zusammenhänge erkannt und für die Aktienkurs-Prognose benutzt. "Dabei wird die Neuronenschicht so lange optimiert, bis ein Maximum an Prognosegüte erreicht ist", heißt es in einer Präsentation. Neben der wahrscheinlichen Tagesrendite liefert die Prognose auch die Information über die Bandbreite der möglichen Tagesbewegung. Denn der Neuro-Bayes-Fonds will nur kurzfristige Kursentwicklungen vorhersagen, um für jeweils einen Börsentag Aktien zu finden, die über- oder unterbewertet sind.

In 52 Prozent aller Fälle liege das neuronale Netz pro Einzelentscheidung im Durchschnitt richtig, heißt es weiter in einer Präsentation. Einen besseren Wert erreichten auch professionelle Händler in der Regel nicht. Am ehesten lasse sich die Strategie des Neuro-Bayes-Fonds mit aktienmarktneutralen Strategien aus der Welt der Hedge-Fonds vergleichen. Bei diesem Ansatz versucht der Fondsmanager, Ineffizienzen am Aktienmarkt aufzuspüren und diese auszunutzen. Eine kurzfristige Ausrichtung - "Statistical Equity Arbitrage" genannt - basiert auf der Auswertung historischer Kursentwicklungen, Aktienempfehlungen und einer eingehenden Fundamentalanalyse der Aktie.

Doch auch Kollege Computer erwies sich in der Finanzkrise nicht als unfehlbar. Auch der Neuro-Bayes-Fonds verbuchte erhebliche Rückgänge, obwohl er eigentlich mit seiner marktneutralen Strategie bei solchen Kurseinbrüchen sich robuster zeigen sollte. "Wir sind nicht ungeschoren durch die Krise gekommen, aber wir haben aus den Fehlern, die wir in der Konstruktion des Fonds zuvor gemacht hatten, gelernt", sagt Feindt. "Dadurch konnten wir die Volatilität des Fonds spürbar senken." Der Fonds sei 2008 zu hohe Risiken eingegangen, auch wenn er unter dem Strich mit einem Minus von 3,6 Prozent besser abgeschnitten habe als viele Hedge-Fonds.

Fonds ist nicht ungeschoren durch die Krise gekommen

"Jetzt haben wir die Risikokontrolle an den entscheidenden Punkten verbessert", sagt Feindt. "Das System lernt jetzt viel schneller." Der Erfolg zeigt sich darin, dass der Fonds zwar nicht eine übermäßig hohe Rendite im Vergleich zu anderen Fonds aufweist, sondern dass er die Schwankungsanfälligkeit deutlich gesenkt hat. Und das ist für viele Anleger mehr wert als eine hohe Rendite.

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