Freitag, 4. Dezember 2009

Expres Zertifikat - A Good Memory is valued

Als Gesellschaftsspiel gehört Memory seit Jahrzehnten zu den Klassikern, die bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen beliebt sind. Und auch an der Börse hat die Memory-Idee inzwischen viele Anhänger gefunden.
Wobei aber nicht das Kartenspiel, sondern die Bedeutung "Gedächtnis" als Aufhänger dient. Zu finden ist die Gedächtnis-Funktion bei einer speziellen Version der Expresszertifikate.

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Längere Laufzeiten bei Express-Zertifikaten Bei dem jüngst neu emittierten Memory Express VI der Société Générale kommt es zum vorzeitigen Ende wie üblich, wenn der als Basiswert dienende Euro Stoxx 50 an einem der jährlichen Stichtage auf oder über dem Startwert von 2872,63 Punkten notiert. Die jährliche Prämienzahlung von in diesem Fall 6,5 Prozent bekommen Anleger aber auch dann, wenn diese Rückzahlungsbedingung nicht erfüllt ist. Dafür genügt es nämlich, dass der Aktienindex an dem jeweiligen Termin nicht mehr als 40 Prozent im Minus liegt. Selbst bei deutlich fallenden Aktienkursen ist also eine reelle Chance auf Prämien gegeben. Denn solange der Index an den jährlichen Stichtagen oberhalb von 1723,58 Punkten notiert, wird die entsprechende Prämie von 6,5 Prozent ausbezahlt und kann dann auch nicht wieder verloren gehen.

Und selbst wenn das Indexminus gegenüber dem Startkurs an einem der Stichtage doch einmal mehr als 40 Prozent betragen sollte, ist der Kupon nicht automatisch verloren. Denn in diesem Fall kommt besagter Memory-Effekt zum Tragen. Das bedeutet, dass die Prämie für die abgelaufene Periode zwar nicht ausgezahlt wird, aber trotzdem "im Gedächtnis" bleibt. Und zwar solange, bis an einem der nächsten Stichtage die Voraussetzung wieder erfüllt wird und der Index das Minus auf weniger als 40 Prozent reduziert (bis der Euro Stoxx wieder über 1723 Punkte steigt). Sobald dies der Fall ist, werden ausgefallene Prämien nachgeholt.

Auch wenn der Index also direkt im ersten Jahr einbricht und sich im Kurs halbiert, wird die Prämienchance bei dem spätestens im Herbst 2015 fällig werdenden Memory Express noch bis zu sechs Jahre lang aufrecht erhalten. Gleichzeitig sinkt zum letzten Beobachtungstermin auch die für die Rückzahlung des Nennwertes entscheidende Schwelle von 100 auf nur noch 60 Prozent des Indexstands bei Emission. Im konkreten Fall bedeutet das ein Niveau von knapp 1724 Punkten, welches der Euro Stoxx 50 bei Fälligkeit nicht unterschreiten darf. Diese Marke liegt leicht unter dem März-Tief 2009. Notiert der Index am Ende darunter, wird der Anleger an den Verlusten voll beteiligt. Und auch die "gemerkten" Prämien verfallen dann wertlos.

Das Risiko, dass ein solches Szenario eintrifft, ist aber zumindest bei Betrachtung der Indexhistorie überschaubar. In den letzten 23 Jahren hätte es bei der beschriebenen Produktausstattung für den Anleger in keiner einzigen Sechs-Jahres-Periode einen Verlust gegeben. Allerdings wäre das Investment schon mehrfach zu einer nervenaufreibenden Zitterpartie geworden. Denn in zehn Prozent aller Fälle hätte erst der Puffer von 40 Prozent nach sechs Jahren dafür gesorgt, dass Nennwert und die Rest-Prämien ausgezahlt worden wären. Eine wirkliche Erfolgsgarantie gibt es also auch beim Memory Express nicht (WKN: SG1BQJ).

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