Ob dies dann noch durch die tatsächliche Lage der Wirtschaft und der Unternehmen unterfüttert ist, wird dabei nebensächlich - obwohl es gerade in dieser Hinsicht derzeit so manchen Zweifel gibt. "Allein die bisherige Marktentwicklung legt eine Erholung der Wirtschaft in V-Form nahe", sagt Chan. "Das muss sich aber erst noch zeigen." Und die bisherigen Anzeichen seien allenfalls durchwachsen. Der private Konsum der Chinesen, auf den die ganze Welt derzeit hofft, hat zwar deutlich zugelegt. "Das liegt aber vor allem an den Autoverkäufen, die um 20 Prozent gestiegen sind", sagt Chan. Dies wiederum ist auf Subventionen der Regierung zurückzuführen - das kommt gerade uns Deutschen bekannt vor. Auch die Unternehmensgewinne müssten erst noch die hohen Erwartungen erfüllen, die an den Märkten bereits gehandelt werden.
Catherine Yeung hält dem jedoch entgegen, dass die Konsumenten im Reich der Mitte durchaus das Potenzial hätten, entscheidend zum Wirtschaftsaufschwung beizutragen. "Die Chinesen weisen eine Sparrate von rund 50 Prozent auf", sagt sie. Dies liege vor allem daran, dass sie hohe Rücklagen für den Fall einer Krankheit oder fürs Alter bilden müssen. Denn ein umfassendes Sozialsystem gibt es in China noch nicht. Doch derzeit plant Peking die Einführung einer Altersvorsorge auch für die Chinesen auf dem Land sowie ein allen zugängliches Gesundheitswesen. "Mit diesen umfassenden Sozialreformen dürfte es auch die Tendenz zu höherem Konsum geben", sagt Yeung.
Einig sind sich die Experten jedoch darin, dass die Liquidität weiterhin entscheidend dafür ist, ob es mit Chinas Aktien bergauf geht, weniger die Fundamentaldaten. Daher rät auch Chan derzeit nicht zum Ausstieg, selbst wenn er schon Anzeichen einer Blasenbildung erkennt. "Solange die Liquidität da ist, dürfte es weiter aufwärts gehen." Einen entscheidenden Zeitpunkt für eine Wende sieht er erst, wenn die US-Notenbank ihre Geldpolitik ändert. Dann sollten Anleger die Notbremse ziehen.
Mittwoch, 9. Dezember 2009
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