Donnerstag, 31. Dezember 2009

Heller versus Leuschel

Gottfried Heller: Gold ist mir zu spekulativ. Langfristig lässt sich mit Edelmetall nichts verdienen. Schauen Sie sich nur die Entwicklung seit 1980 an. Seinerzeit lag der Goldpreis schon mal bei 800 Dollar. Danach konnten Sie mit Münzen und Barren mehr als 20 Jahre lang keinen Staat machen. Selbst die jüngste Rallye mit eingerechnet hätten Sie kümmerliche 1,5 Prozent per anno verdient. Mit deutschen Standardaktien haben Sie hingegen mehr als acht Prozent erzielt. Also lasse ich die jetzige Gold-Hysterie getrost vorübergehen.

Roland Leuschel: Wer Ende der Neunziger Gold kaufte, hat jährlich fast zehn Prozent Plus gemacht, mit Aktien praktisch gar nichts. Und Ihre Rechnung funktioniert nur, wenn Sie die aktuellen, vollkommen irrealen Index-Stände nehmen. Dividendenpapiere sind derzeit heillos überbewertet. Dax-Aktien notieren zum 50fachen ihres Jahresgewinns, amerikanische Aktien sogar zum 140fachen – und dass in einem äußerst unsicheren Konjunkturumfeld. Von hier an kann es praktisch nur abwärts gehen. In den kommenden zwei Jahren werden wir den Dax noch auf einem Drittel seines jetzigen Niveaus sehen. Dann können neu rechnen.

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