Zumal es zur Zinswende nach seinen Erfahrungen in der Regel erst 6 bis 12 Monate später kommt, nachdem die Notenbanken ihre offizielle Rhetorik zur Geldpolitik geändert haben. Auch habe der amerikanische Notenbankpräsident Ben Bernanke jüngst klar gesagt, dass er dann zufrieden sei, wenn der heimische Arbeitsmarkt jeden Monat wieder mindestens 100000 neue Arbeitsplätze schaffe. Doch davon sei man in Amerika derzeit noch ein Stück weit entfernt.
Derzeit seien die Notenbanken noch damit beschäftigt, das System zu reflationieren. Noch komme es aber nicht zu steigenden Preisen, weil davor die Produktionskapazitäten noch zu unausgelastet seien. „Das aktuell vorherrschende Konstrukt mit Leitzinsen von praktisch 0 Prozent produziert zwar zwangsläufig Blasen, doch noch kann ich diese nicht identifizieren.“
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Durch die allgemein wieder gestiegene Risikobereitschaft unter den Marktteilnehmern haben sich in den vergangenen Monten bekanntlich auch die Renditeaufschläge am Anleihemarkt wieder zurückgebildet. Die Spreads bewegen sich laut Michele inzwischen wieder auf den normalen Niveaus für Rezessionszeiten. Und anders als viele andere Experten geht er davon aus, dass der Trend hin zu abnehmenden Renditeaufschläge noch eine Weile anhalten wird.
Zyklen mit fallenden Spreads dauern typischerweise fünf Jahre
Seine Prognosen, die er jüngst in London vor einem Pulk europäischer Journalisten vortrug, basiert dabei auch auf historischen Erfahrungen. Denn in den seit 1986 aufgetretenen drei vergleichbaren Fällen dauerte die Phase mit zusammenlaufenden Spreads im Schnitt rund fünf Jahre. Wiederholt sich die Geschichte, dann würde der jetzige Zyklus erst im Dezember 2013 enden.
Wegen dieser Grundannahmen hält Michele ausgewählte Unternehmensanleihen („Corporate Bonds dürften besser abschneiden als andere Anleiheklassen“, so seine Prognose) nach wie vor für ebenso interessant wie Schwellenländeranleihen in lokaler Währung, besonders in brasilianischen Real, indonesischen Rupiah, koreanischen Won oder mexikanischen Peso.
Weniger hält er dagegen von Dollar- und Pfund-Anleihen sowie von Staatsanleihen, was sich nicht zuletzt mit den wachsenden Staatsschulden erklärt. „Präsident Obama will seinen Landsleuten eine mehr oder weniger kostenlose Gesundheitsvorsorge anbieten. Das wird zwischen 1,5 und 2,0 Billionen Dollar kosten. Und als Folge davon wird Amerika weitere Anleihen emittieren“, prognostiziert Michele.
Samstag, 28. November 2009
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