Mittwoch, 18. November 2009

Rezessionsangst

US-Präsident Barack Obama will sich den Konjunkturoptimisten nicht anschließen. Im Gegenteil: Angesichts der übermäßigen Verschuldung seines Landes hält er einen Rückschlag für die Wirtschaft für möglich. Sein Finanzminister Geithner mahnt denn auch schon, die Weltwirtschaft dürfe sich nicht zu sehr von der US-Entwicklung abhängig machen.

HB PEKING. US-Präsident Barack Obama hat vor einem Rückfall in die Rezession bei einer exzessiven Verschuldung des Staates gewarnt. Sollten die USA auch im Aufschwung immer weiter Schulden auftürmen, werde dies womöglich eine Vertrauenskrise bei den Verbrauchern auslösen, warnte der US-Präsident in einem am Mittwoch von Fox News veröffentlichten Interview. "Dies könnte dann tatsächlich zu einer Rückkehr der Rezession führen", mahnte Obama. Die Regierung sei sich dieser Folgen bewusst, wenn sie über Steuererleichterungen für Firmen nachdenke. Erwogen werden derzeit Anreize für Unternehmen, rasch Personal einzustellen. Entschieden sei allerdings noch nichts: "Wir schauen uns das an", fügte Obama hinzu.

Die US-Wirtschaft war im Sommerquartal aufs Jahr hochgerechnet um 3,5 Prozent gewachsen und dürfte damit die Rezession hinter sich gelassen haben. Zugleich kämpft das Land aber mit steigender Arbeitslosigkeit. Die Quote stieg jüngst auf über zehn Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 1983. Der US-Präsident hat für Anfang Dezember einen Jobgipfel einberufen. Dabei sollen Konzernchefs, Gewerkschaftsbosse, Mittelständler und Wirtschaftsforscher über Auswege aus der Arbeitsmarktmisere beraten. Nach Angaben aus Regierungskreisen soll es aber nicht um ein weiteres Konjunkturpaket gehen.

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