Daraus folgt, dass einige zehnjährige, auf Euro lautende Staatsanleihen auch jetzt noch attraktive Renditen bieten: Italien 4,11 Prozent, Griechenland 4,66 Prozent und Irland 4,74 Prozent. Für viele sogenannte institutionelle Anleger, also vor allem Versicherungen, Banken und Pensionskassen, die sich am Geldmarkt oder über billige Kundeneinlagen refinanzieren können, sind Anlagen in solchen Papieren sehr lohnend, solange sie davon ausgehen können, dass die EZB nicht die Zügel anzieht.
Mit Bundesanleihen schafft man übrigens die Vier-Prozent-Hürde nur mit den allerlängsten Laufzeiten, also den Fälligkeiten ab 2027, und auch das nur gerade so. Zehnjährige Pfandbriefe bringen "nur" 3,75 Prozent - ich setze das Wort "nur" in Anführungszeichen, weil das angesichts einer Inflationsrate von null so schlecht nicht ist.
Warum nicht, gut gestreut, auch ein paar deutsche Unternehmensanleihen ins Portefeuille nehmen? Hier sind einige, mit der Endfälligkeit und der aktuellen Rendite in Klammern: Bertelsmann ('16; 4,97 Prozent), Fraport ('19; 5,13 Prozent) oder etwa Lufthansa ('16; 5,31 Prozent). Es gibt auch eine ganze Reihe von bekannten Unternehmen, deren Aktienkurse so niedrig sind, dass die Dividendenrendite über vier Prozent liegt.
In Deutschland gehören dazu beispielsweise die Allianz, BASF, die Deutsche Post, die Telekom oder RWE. Auch im EuroStoxx 50 ist die Auswahl nicht gerade klein - insbesondere die Versorger und Telekom-Unternehmen zahlen oft Dividenden von mehr als vier Prozent, bezogen auf den Aktienkurs. Wichtig ist natürlich, dass die Unternehmen eine starke Marktstellung haben und zudem dafür bekannt sind, dass sie auch in schwierigen Zeiten ihre Dividenden weiterzahlen.
Zum Schluss noch ein Wort zum Goldpreis: Trotz der niedrigen Inflationsraten und trotz des nicht unerheblichen Risikos, dass wir es noch für eine Weile weltweit mit Deflation zu tun haben könnten, der Höhenflug des Goldes ist offenbar kaum zu stoppen. In Dollar gerechnet ist sein Preis seit dem letzten Tiefpunkt im März 2001 relativ stetig mit einer jährlichen Rate von 17,7 Prozent gestiegen. Mit kaum einem anderen Investment ließ sich dermaßen viel Geld verdienen.
Montag, 2. November 2009
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen