Wer hat Angst vor der Notenbank? Gold-Anleger sicher nicht mehr. Bisher galt es als eine der größten Gefahren für den Edelmetall-Preis, dass die Währungshüter Millionen von Unzen auf den Markt werfen könnten. Federal Reserve, Bundesbank und andere Notenbanken gehören zu den größten Haltern der Krisenwährung und waren in der Vergangenheit häufig daran interessiert, die Notierungen zu drücken.
Doch nun wechseln die Institutionen mehr und mehr auf die Käuferseite und verteuern Gold damit. Diese Woche ist der Unzenpreis auf ein neues Rekordhoch von knapp 1100 Dollar gestiegen. Zuvor hatte die Reserve Bank of India angekündigt, für knapp sieben Mrd. Dollar rund 200 Tonnen (6,4 Mio. Unzen) des gelben Metalls direkt vom Internationalen Währungsfonds (IWF) zu erwerben.
„Die überraschende Nachricht über die Gold-Transaktion der indischen Zentralbank hat gezeigt, dass das Damokles-Schwert groß angelegter Verkäufe stumpf ist“, sagt Erwin Grandinger, Politischer Analyst bei der EPM Group in Berlin. Hätte der IWF das gelbe Metall wie ursprünglich erwartet über den Markt verkauft, hätte das zusätzliche Angebot die Notierungen unter Druck bringen können.
Doch die Entscheidung der Inder hat noch eine zweite Dimension: „Gerade in Asien glauben viele nicht mehr an den Dollar-Standard“, sagt Grandinger. Bisher seien die Währungsreserven überwiegend in US-Papieren gehalten worden, nun würden gezielt alternative Formen der Wertaufbewahrung gesucht. „Das Gold profitiert insofern Nutznießer vom Vertrauensverlust in den Greenback.“
Freitag, 6. November 2009
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