Eine Studie des Fondsanbieters Absolut Asset Manager taxiert den jährlichen Lithium-Bedarf im Jahr 2020 auf 85.000 Tonnen. Dabei liegt die jährliche Förderung derzeit nur bei rund 20?000 Tonnen, die indes zum größten Teil in Akkus für Notebooks und Mobiltelefonen zum Einsatz kommen. Das bedeutet: Fragt erst die Automobilindustrie nach, reicht das Angebot noch nicht einmal ansatzweise aus, um den zusätzlichen Bedarf zu decken. Besonders ergiebig lässt sich das von vielen Experten bereits als das „weiße Gold der Zukunft“ gekürte Metall in Salzseen gewinnen. Südamerika verfügt über rund zwei Drittel der weltweiten Lithiumreserven, über deren Größe sich die Experten streiten.
Nach Angaben von Meridian International Research schlummern südlich des Rio Grande rund 15 Mio. Tonnen Lithium. Die United States Geological Survey hingegen beziffert die globalen Ressourcen insgesamt auf nur elf Mio. Tonnen. Bolivien verfügt mit dem 3600 Meter hoch in den Anden gelegenen Salzsee „Salar de Uyuni“ über das größte und bisher fast unberührte Lithiumvorkommen der Welt. Weil das Land unter der Führung des links gerichteten Staatschefs Morales bisher noch kein Lithium auf dem Weltmarkt verkauft, gilt Chile mit einer Jahresproduktion von 8000 Tonnen und einer Gesamtreserve von rund drei Mio. Tonnen als besonders viel versprechend.
Wie der Börsengang des amerikanischen Lithium-Ionen-Akkuherstellers A123 Systems zeigt, ist diese Materie an den Finanzmärkten derzeit en vogue. Ende Oktober sprang die Aktie gleich in der ersten Börsensitzung um 50 Prozent in die Höhe. Weil bisher weder Fondsgesellschaften noch Zertifikatehäuser das drängende Thema in passende Anlageprodukte gegossen haben, gilt in Fachkreisen Sociedad Quimica y Minera de Chile (Wertpapierkennnummer: 895.007) als erste Wahl.
Mit einem Marktanteil von 30 Prozent ist die Gesellschaft, die Lithium seit 1996 als Beiprodukt zu Kalisalz und anderen Düngemitteln aus dem Atacama-Salzsee gewinnt, ist der weltweit größte börsennotierte Lithiumproduzent. Kontrolliert wird Sociedad Quimica y Minera de Chile von der chilenischen Investmentholding Pampa Calichero, die zum größten Teil dem Multimilliardär Julio Ponce Lerou gehört. Weil dieser wiederum 30 Prozent am weltgrößten Kaliproduzenten Potash Corp. of Sasketchwan hält, kochen an der Börse immer wieder Übernahmegerüchte hoch.
Eher für spekulative Anleger eignet sich Canada Lithium (WKN A0RE9L). Die Firma besitzt eine Mine, die bereits von 1955 bis 1965 in Betrieb und damals 272.000 Tonnen abwarf. Ende April konnte die Gesellschaft ein Abkommen mit dem großen japanischen Handelshaus Mitsui abschließen, das bis Ende 2010 die Lithiumprodukte von Canada Lithium in Japan, Korea und China exklusiv vermarktet und gleichzeitig die Option hat, dieses Abkommen für sechs weitere Jahre zu verlängern.
Doch Vorsicht: Die Handelsumsätze bei dieser Aktie sind sehr gering, Anleger sollten ihre Aufträge daher unbedingt limitieren. Gleiches gilt auch für Orocobre (WKN A0M61S), die sich auf die Exploration in Argentinien konzentriert. Experten bescheinigen den Australiern das Potenzial, langfristig 15.000 Tonnen Lithiumkarbonat und 36.000 Tonnen Kalisalz zu produzieren.
Sonntag, 15. November 2009
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