Freitag, 6. November 2009

Leuschel

Nach dem Platzen der Aktienblase führte eine krass falsche, in höchstem Maße riskante Geld- und Fiskalpolitik unter der Führung der USA zum Aufblasen der Immobilienblase. Die Verantwortlichen haben die gut sichtbaren Probleme geleugnet und die Augen verschlossen vor den gewaltigen Risiken. Mit Zitaten ihrer eigenen Arbeit aus den vergangenen Jahren können die Autoren belegen, dass es selbstverständlich möglich war, die Gefahren klar und deutlich zu erkennen: Absurde Preissteigerungen bei Immobilien und geradezu unglaubliche Exzesse bei der Kreditvergabe (Verbriefung von Forderungen, Kreditversicherer, Derivate).

Die gerade begonnene Rezession wird vom Konsumenten ausgehen und länger dauern als die beiden letzten. Der Konsument wird den Gürtel enger schnallen müssen. Es begann mit Bankenpleiten (Lehmann Brothers), und es drohen Hedgefondspleiten, Unternehmenspleiten und natürlich werden Millionen Menschen ihre Häuser in Zwangsversteigerungen verlieren. Es besteht die große Gefahr, eine weltweite Rezession zu erleben, die dann natürlich als Krise des Finanzsystems bezeichnet werden muss.

Die Verantwortlichen (Geld)-Politiker tun alles, um diese Abwärtsspirale zu stoppen, das heißt die Gelddruckmaschine heiß laufen lassen und die Staatsverschuldung durch die Decke jagen. Die Probleme werden damit aber nicht gelöst, aus schlechten Krediten macht man auf diese Weise nämlich keine guten. Der Bereinigungsprozess kann nicht mehr aufgehalten werden. Aber eine große Inflationswelle wird ausgelöst, so dass der langfristige Abwärtstrend der Zinsen, der 1980 begonnen hat, zu Ende gehen wird, wodurch weitere riesige Verluste bei festverzinslichen Wertpapieren entstehen. Banken und Versicherungen werden dadurch weitere große Probleme bekommen. Außerdem werden Privatanleger große Verluste erleiden, auch mit Lebensversicherungen. Rentner und andere Bezieher fester Gehälter werden zu den großen Verlierern zählen.

Die Autoren beschreiben, wie in der allgegenwärtigen Propaganda systematisch davon abgelenkt wird, dass es die staatlichen Eingriffe in die Marktwirtschaft waren, die uns die jetzt beginnende Misere beschert haben. Und sie beschreiben, wie die interventionistischen Antworten des Staates und seiner Notenbank auf die Krise aussehen - und wo sie uns vermutlich hinführen werden.

Es soll ein ganz klares Plädoyer zur Marktwirtschaft werden. Es besteht die Gefahr, dass gerade in Deutschland die beginnenden schlechten Zeiten erneut zu einem sozialistischen Staat führen werden. Die Autoren schreiben außerdem über Gold, das nicht nur ein Schutz vor Inflation und anderen wirtschaftlichen Fehlentwicklungen ist, sondern - auch historisch gesehen - Schutz vor dem übermächtigen Staat und somit ein Garant der Freiheit ist.

Das Buch endet mit einem positiven Schluss: Jede Krise - auch die jetzige - bietet für denjenigen, der vorbereitet ist, neue Chancen.


Über die Autoren

Roland Leuschel studierte das Fach Wirtschaftsingenieurwesen an der Universität Karlsruhe und anschließend Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin. Er war ehemaliger Stratege und Direktor der Banque Bruxelles Lambert, Autor mehrerer Bücher (zuletzt "Das Greenspan Dossier", Co-Autor: Claus Vogt) und er erkannte rechtzeitig im Jahr 1982 die Aktienhausse in den USA und in Europa. Im Sommer 1987 sah er den Oktober-Crash exakt voraus und gilt seither als "Crash-Prophet", der zu den großen Börsenberühmtheiten in Europa zählt (Börse Online). In dem bereits erwähnten Buch beschuldigt er den ex US-Notenbankchef Alan Greenspan, die Spekulationsblase gefördert zu haben, indem er eine Politik des "leichten" Geldes umsetzte

Claus Vogt (Jahrgang 1963) absolvierte ein BWL-Studium an der Universität Frankfurt am Main. Sein beruflicher Werdegang führte ihn zu zwei internationalen Großbanken, bevor er im Jahr 2000 als Leiter Research zu der zur quirin bank AG gehörenden Berliner Effektenbank ging. Seine Analysen und Kommentare erscheinen seither im Kundenmagazin der auf Vermögensberatung und Vermögensverwaltung spezialisierten Privatbank sowie in dem gemeinsam mit dem Amerikaner Martin Weiss herausgegebenen Börsenbrief "Sicheres Geld". Er ist ein unbeugsamer Verfechter der Freiheit des Individuums und des aus dieser Idee zwingend folgenden kapitalistischen Wirtschaftssystems.

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