Freitag, 6. November 2009

Für Kleinanleger - bei DAX Käufeb warten bis 5300

abei ist es wichtig, die Anatomie einer Korrektur genau zu kennen. Aus einer Auswertung von WELT ONLINE geht hervor, dass der durchschnittliche Rücksetzer 23 Handelstage dauert und dass der Tiefpunkt im Mittel 10,2 Prozent unter dem vorherigen Indexhoch liegt. Die schwächste Korrektur fand 2005 statt: Sie war schon nach 17 Handelstagen und 6,5 Prozent Kursverlust überstanden. Die schärfste Korrektur umfasste 25 Handelstage und bescherte Dax-Anlegern in dieser Zeit ein Minus von knapp 14 Prozent. Ein weiteres Merkmal der Korrektur ist das Hochschnellen des VDax. In ruhigen Zeiten lag dieses Angst-Barometer zwischen 15 und 20, eine Korrektur geht meist mit einem Wert von über 20 bis 35 einher. Jenseits eines VDax-Stands von 35 kann von Panik gesprochen werden.

Gemessen am Jahreshoch vom 14. Oktober 2009 - damals erreichte der Dax auf Schlusskursbasis 5854 Zähler -, würde die jetzige Korrektur, hält sie sich an das Drehbuch für gelegentliche Rücksetzer, bei 5257 Stellen enden. Ähnelt sie jedoch dem heftigen Zwischeneinbruch von Mai/Juni 2006 käme es Dax erst bei 5046 Punkten zum Stehen. Dann müssten Anleger sich auf ein weiteres Minus von gut 300 Zählern einstellen.

Fest steht, dass eine normale Korrektur innerhalb eines Aufwärtstrends nicht mehr als zehn bis 15 Prozent ausmacht. Für viele, die den Aufschwung am Aktienmarkt bislang verpasst haben und schon länger auf günstigere Kurse warten, könnte dies nun die Chance sein. Je nach Risikofreude sollten sie bereits erste Positionen aufbauen - auch wenn die Gefahr besteht, dass zunächst einmal größere Kursverluste anfallen.

Wer seine Wetten jedoch zu knapp platziert, läuft Gefahr, nicht rechtzeitig genug eingestiegen zu sein. Die meisten Analysten gehen davon aus, dass der Bullenmarkt noch nicht beendet ist und die Kurse nach einer Verschnaufpause weiter steigen können. Viele Experten halten am Jahresende 6200 Punkte beim Dax für möglich.

Für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung spricht das Anlageumfeld: Es fehlen die Investmentalternativen, und viel Geld ist auf der Suche nach Rendite. Am Geldmarkt bewegen sich die Zinsen zwischen 0,3 und 0,4 Prozent im Jahr. Die Tagesgeldangebote der Kreditinstitute liegen im Schnitt bei 1,4 Prozent. Selbst Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit werfen gerade einmal 3,2 Prozent ab.

Auf absehbare Zeit scheint kein markanter Anstieg der Zinsen zu erwarten, ist es doch politisch gewollt, dass die Sätze niedrig bleiben. Auch Industrieanleihen werfen längst nicht mehr so viel ab wie noch vor einem Jahr. Manche Investorengruppen wie Pensionskassen oder Lebensversicherungen sind gezwungen, bestimmte Renditeverpflichtungen zu erfüllen. Ohne Dividendenpapiere scheint das auf Dauer schwer erreichbar.


"Buy on dips - kaufe in Schwächephasen", lautet auch der Ratschlag von Adrian Cattley, Marktstratege bei Citigroup. Rückschläge wie der derzeitige seien in Aufschwungphasen etwas vollkommen Normales. "Aktien sind (immer noch) billig, billig, billig", schreibt Cattley, das gelte besonders für Standardwerte, zu denen er unter anderem den Versorger E.on zählt.

Wer das Einzeltitelrisiko scheut, hält sich besser an Indexprodukte, die die Wertentwicklung des Dax eins zu eins wiedergeben. Einen Gang höher schalten Optimisten mit dem Lyxor LevDax ETF, in dessen Kurs sich Gewinne (aber auch Verluste) verstärkt abbilden.

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