Zumal es zur Zinswende nach seinen Erfahrungen in der Regel erst 6 bis 12 Monate später kommt, nachdem die Notenbanken ihre offizielle Rhetorik zur Geldpolitik geändert haben. Auch habe der amerikanische Notenbankpräsident Ben Bernanke jüngst klar gesagt, dass er dann zufrieden sei, wenn der heimische Arbeitsmarkt jeden Monat wieder mindestens 100000 neue Arbeitsplätze schaffe. Doch davon sei man in Amerika derzeit noch ein Stück weit entfernt.
Derzeit seien die Notenbanken noch damit beschäftigt, das System zu reflationieren. Noch komme es aber nicht zu steigenden Preisen, weil davor die Produktionskapazitäten noch zu unausgelastet seien. „Das aktuell vorherrschende Konstrukt mit Leitzinsen von praktisch 0 Prozent produziert zwar zwangsläufig Blasen, doch noch kann ich diese nicht identifizieren.“
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Zum Thema
* Historie: Nach Rezessionsjahren tendierte der Dax uneinheitlich
* „Das Anlageumfeld ist nach wie vor günstig für uns“
* Hausse der Schwellenländer-Anleihen nähert sich dem Ende
* Niedrige Zinsen locken Exoten an den Anleihenmarkt
* Sind Ramschanleihen zu heiß gelaufen?
Durch die allgemein wieder gestiegene Risikobereitschaft unter den Marktteilnehmern haben sich in den vergangenen Monten bekanntlich auch die Renditeaufschläge am Anleihemarkt wieder zurückgebildet. Die Spreads bewegen sich laut Michele inzwischen wieder auf den normalen Niveaus für Rezessionszeiten. Und anders als viele andere Experten geht er davon aus, dass der Trend hin zu abnehmenden Renditeaufschläge noch eine Weile anhalten wird.
Zyklen mit fallenden Spreads dauern typischerweise fünf Jahre
Seine Prognosen, die er jüngst in London vor einem Pulk europäischer Journalisten vortrug, basiert dabei auch auf historischen Erfahrungen. Denn in den seit 1986 aufgetretenen drei vergleichbaren Fällen dauerte die Phase mit zusammenlaufenden Spreads im Schnitt rund fünf Jahre. Wiederholt sich die Geschichte, dann würde der jetzige Zyklus erst im Dezember 2013 enden.
Wegen dieser Grundannahmen hält Michele ausgewählte Unternehmensanleihen („Corporate Bonds dürften besser abschneiden als andere Anleiheklassen“, so seine Prognose) nach wie vor für ebenso interessant wie Schwellenländeranleihen in lokaler Währung, besonders in brasilianischen Real, indonesischen Rupiah, koreanischen Won oder mexikanischen Peso.
Weniger hält er dagegen von Dollar- und Pfund-Anleihen sowie von Staatsanleihen, was sich nicht zuletzt mit den wachsenden Staatsschulden erklärt. „Präsident Obama will seinen Landsleuten eine mehr oder weniger kostenlose Gesundheitsvorsorge anbieten. Das wird zwischen 1,5 und 2,0 Billionen Dollar kosten. Und als Folge davon wird Amerika weitere Anleihen emittieren“, prognostiziert Michele.
Samstag, 28. November 2009
Donnerstag, 19. November 2009
Various FAZ News
Kreise - Nokia nimmt erneut Nortel-Teile ins Visier
Der Telefonnetz-Ausrüster Nokia Siemens Networks hat offenbar erneut ein Auge auf Teile des insolventen Nortel-Konzerns geworfen. Das deutsch-finnische Gemeinschaftsunternehmen habe gemeinsam mit dem Finanzinvestor One Equity Partners ein Gebot für die Sparten Optische Netzwerke und Ethernet abgegeben, sagte eine mit dem Verkauf vertraute Person am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Als Favorit galt bislang Ciena, das 390 Millionen Dollar in bar und weitere zehn Millionen Dollar in Aktien für die Teile geboten hatte. Nortel war es aber gestattet, weitere Offerten einzuholen. Die Wirtschaftskrise hatte Nortel, dem einstigen Telekommunikationsgiganten aus Kanada, im Januar in den Konkurs getrieben. Seitdem versucht Nortel unter anderem durch Spartenverkäufe wieder auf die Beine zu kommen. Nokia Siemens hatte im Sommer bei der Mobilfunksparte das Nachsehen. Sie ging an die schwedische Ericsson. (Reuters)
Riverbed will sich gegen Übernahme von Cisco oder IBM wehren
Bei der Neuordnung der Technologiebranche stellt der Netzwerkausrüster Riverbed die Stacheln gegen eine Übernahme auf. Das Unternehmen sei stark genug, um alleine zu brillieren, betonte Riverbed-Chef Jerry Kennelly am Mittwoch in einem Reuters-Interview. „Alle haben uns im Visier. Wir haben es aber nicht eilig, aufgesogen zu werden.“ Als Interessent gilt unter anderem Branchenprimus Cisco, der sich zuletzt mehrere Anbieter spezieller Technologien unter den Nagel gerissen hat - darunter Tandberg, einen norwegischen Experten im wachstumsträchtigen Geschäft mit Videokonferenzen. Riverbed optimiert Netzwerke in Unternehmen und ermöglicht damit die zunehmende Abwicklung von Geschäftsvorgängen via Computer. Außer Cisco gelten auch IBM, Juniper Networks und Hewlett-Packard als interessiert an Riverbed. HP ist derzeit allerdings mit der Übernahme des Cisco-Konkurrenten 3Com beschäftigt. Die Technologiegiganten verbreitern ihr Angebot zunehmend auf Computer, Netzwerke und Datenspeicher und sind sich dabei zuletzt wiederholt ins Gehege gekommen. (Reuters)
Blatt - Pfizer will ab 2011 Generika in Japan anbieten
Der weltgrößte Pharma-Konzern Pfizer will einer Zeitung zufolge ab 2011 Generika in Japan anbieten. Wie „Nikkei“ am Donnerstag berichtete, soll das amerikanische Unternehmen mehr als 100 derartige Medikamente auf den Markt bringen. Der japanische Markt für Generika dürfte in diesem Jahr eine Größe von 400 Milliarden Yen (etwa drei Milliarden Euro) erreichen. Im Vergleich zu Europa und den Vereinigten Staaten ist der Anteil an Nachahmer-Präparaten in Japan gering. (Reuters)
Wirtschaft
Japans Wirtschaftsaktivität sinkt im September zum Vormonat
Die gesamtwirtschaftliche Aktivität in Japan ist im September gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Wie das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) am Donnerstag mitteilte, verringerte sich die aggregierte Produktion im Dienstleistungssektor und verarbeitenden Gewerbe (inklusive Bau und Primärindustrien) im Vergleich zum Vormonat um 0,6 Prozent. Im August war der Index um 0,9 Prozent gestiegen. Der Index für den tertiären Sektor fiel im September auf Monatssicht um 0,5 Prozent, nach einem Plus von 0,3 Prozent im Vormonat. Für den Zeitraum von Juli bis September meldete das Ministerium einen Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Aktivität um 1,1 Prozent zum Vorquartal. Der Dienstleistungsindex umfasst die Wirtschaftsaktivität in den Bereichen Versorger, Transport und Telekommunikation, Groß- und Einzelhandel, Finanzdienstleistungen, Immobilien und allgemeine Dienstleistungen. Der Gesamtindex schließt neben dem Index für den tertiären Sektor noch die Bereiche Bau, Landwirtschaft und Fischerei, Industrie sowie den öffentlichen Sektor ein. Beide Indizes werden als brauchbare Vorläufer für die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts betrachtet und genießen daher unter Ökonomen erhöhte Aufmerksamkeit. (Dow Jones Newswires)
Singapurs Wirtschaft wächst deutlich
Die Wirtschaft Singapurs hat im dritten Quartal ein kräftiges Wachstum verzeichnet, allerdings nicht ganz so stark wie zunächst berichtet. Wie das Regierungsbüro am Donnerstag in einer zweiten Schätzung mitteilte, legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf saisonbereinigter und annualisierter Basis um 14,2 Prozent zu. Das Plus entsprach den Erwartungen der von Dow Jones Newswires befragten Ökonomen.
Der Telefonnetz-Ausrüster Nokia Siemens Networks hat offenbar erneut ein Auge auf Teile des insolventen Nortel-Konzerns geworfen. Das deutsch-finnische Gemeinschaftsunternehmen habe gemeinsam mit dem Finanzinvestor One Equity Partners ein Gebot für die Sparten Optische Netzwerke und Ethernet abgegeben, sagte eine mit dem Verkauf vertraute Person am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Als Favorit galt bislang Ciena, das 390 Millionen Dollar in bar und weitere zehn Millionen Dollar in Aktien für die Teile geboten hatte. Nortel war es aber gestattet, weitere Offerten einzuholen. Die Wirtschaftskrise hatte Nortel, dem einstigen Telekommunikationsgiganten aus Kanada, im Januar in den Konkurs getrieben. Seitdem versucht Nortel unter anderem durch Spartenverkäufe wieder auf die Beine zu kommen. Nokia Siemens hatte im Sommer bei der Mobilfunksparte das Nachsehen. Sie ging an die schwedische Ericsson. (Reuters)
Riverbed will sich gegen Übernahme von Cisco oder IBM wehren
Bei der Neuordnung der Technologiebranche stellt der Netzwerkausrüster Riverbed die Stacheln gegen eine Übernahme auf. Das Unternehmen sei stark genug, um alleine zu brillieren, betonte Riverbed-Chef Jerry Kennelly am Mittwoch in einem Reuters-Interview. „Alle haben uns im Visier. Wir haben es aber nicht eilig, aufgesogen zu werden.“ Als Interessent gilt unter anderem Branchenprimus Cisco, der sich zuletzt mehrere Anbieter spezieller Technologien unter den Nagel gerissen hat - darunter Tandberg, einen norwegischen Experten im wachstumsträchtigen Geschäft mit Videokonferenzen. Riverbed optimiert Netzwerke in Unternehmen und ermöglicht damit die zunehmende Abwicklung von Geschäftsvorgängen via Computer. Außer Cisco gelten auch IBM, Juniper Networks und Hewlett-Packard als interessiert an Riverbed. HP ist derzeit allerdings mit der Übernahme des Cisco-Konkurrenten 3Com beschäftigt. Die Technologiegiganten verbreitern ihr Angebot zunehmend auf Computer, Netzwerke und Datenspeicher und sind sich dabei zuletzt wiederholt ins Gehege gekommen. (Reuters)
Blatt - Pfizer will ab 2011 Generika in Japan anbieten
Der weltgrößte Pharma-Konzern Pfizer will einer Zeitung zufolge ab 2011 Generika in Japan anbieten. Wie „Nikkei“ am Donnerstag berichtete, soll das amerikanische Unternehmen mehr als 100 derartige Medikamente auf den Markt bringen. Der japanische Markt für Generika dürfte in diesem Jahr eine Größe von 400 Milliarden Yen (etwa drei Milliarden Euro) erreichen. Im Vergleich zu Europa und den Vereinigten Staaten ist der Anteil an Nachahmer-Präparaten in Japan gering. (Reuters)
Wirtschaft
Japans Wirtschaftsaktivität sinkt im September zum Vormonat
Die gesamtwirtschaftliche Aktivität in Japan ist im September gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Wie das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) am Donnerstag mitteilte, verringerte sich die aggregierte Produktion im Dienstleistungssektor und verarbeitenden Gewerbe (inklusive Bau und Primärindustrien) im Vergleich zum Vormonat um 0,6 Prozent. Im August war der Index um 0,9 Prozent gestiegen. Der Index für den tertiären Sektor fiel im September auf Monatssicht um 0,5 Prozent, nach einem Plus von 0,3 Prozent im Vormonat. Für den Zeitraum von Juli bis September meldete das Ministerium einen Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Aktivität um 1,1 Prozent zum Vorquartal. Der Dienstleistungsindex umfasst die Wirtschaftsaktivität in den Bereichen Versorger, Transport und Telekommunikation, Groß- und Einzelhandel, Finanzdienstleistungen, Immobilien und allgemeine Dienstleistungen. Der Gesamtindex schließt neben dem Index für den tertiären Sektor noch die Bereiche Bau, Landwirtschaft und Fischerei, Industrie sowie den öffentlichen Sektor ein. Beide Indizes werden als brauchbare Vorläufer für die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts betrachtet und genießen daher unter Ökonomen erhöhte Aufmerksamkeit. (Dow Jones Newswires)
Singapurs Wirtschaft wächst deutlich
Die Wirtschaft Singapurs hat im dritten Quartal ein kräftiges Wachstum verzeichnet, allerdings nicht ganz so stark wie zunächst berichtet. Wie das Regierungsbüro am Donnerstag in einer zweiten Schätzung mitteilte, legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf saisonbereinigter und annualisierter Basis um 14,2 Prozent zu. Das Plus entsprach den Erwartungen der von Dow Jones Newswires befragten Ökonomen.
Mittwoch, 18. November 2009
Nullzinspolitik bleibt für S
Der schwache Dollar ruft die US-Notenbank Fed auf den Plan. Die Zentralbank beobachte die Abwertung des Greenbacks genau, sagte Fed-Chef Ben Bernanke in ungewöhnlichen Äußerungen zum Dollar-Kurs. Er betonte, die Fed werde ihre Politik weiterhin darauf ausrichten, Gefahren für ihr doppeltes Mandat – die Förderung von Beschäftigung und die Preisstabilität – abzuwehren.
Fed-Vertreter verweisen üblicherweise auf das zuständige Finanzministerium, wenn es um den Kurs des Dollars geht. Nach Bernankes Äußerungen legte der Dollar gegenüber dem Euro zu und dämmte seine Verluste gegenüber dem Yen ein. Die Notenbank müsste jedoch ihre Zinsen anheben, um den Dollar nachhaltig zu stärken. Dies könnte jedoch der konjunkturellen Erholung schaden.
Bernanke betonte, es gebe jedoch noch andere Faktoren, die dabei helfen würden, die Inflation in den USA in Schranken zu halten. Eine sehr schwache Wirtschaft und stabile Erwartungen für die längerfristige Inflation dürften nach seiner Einschätzung den Druck auf die Preise unter Kontrolle halten. Die Fed werde die Inflationserwartungen eng überwachen, die ein wichtiges Frühwarnzeichen für eine aktuelle Inflation sein können.
Fed-Vertreter verweisen üblicherweise auf das zuständige Finanzministerium, wenn es um den Kurs des Dollars geht. Nach Bernankes Äußerungen legte der Dollar gegenüber dem Euro zu und dämmte seine Verluste gegenüber dem Yen ein. Die Notenbank müsste jedoch ihre Zinsen anheben, um den Dollar nachhaltig zu stärken. Dies könnte jedoch der konjunkturellen Erholung schaden.
Bernanke betonte, es gebe jedoch noch andere Faktoren, die dabei helfen würden, die Inflation in den USA in Schranken zu halten. Eine sehr schwache Wirtschaft und stabile Erwartungen für die längerfristige Inflation dürften nach seiner Einschätzung den Druck auf die Preise unter Kontrolle halten. Die Fed werde die Inflationserwartungen eng überwachen, die ein wichtiges Frühwarnzeichen für eine aktuelle Inflation sein können.
China wird aufwerten - wie reagiere ich ?
Dazu kauft China im großen Stil Dollar auf – was sich auf Dauer aber nicht durchhalten lässt. Risikobereite Anleger spekulieren darauf, dass die Yuan-Aufwertung früher oder später kommen muss und engagieren sich in Festlands-Aktien (zum Beispiel mit dem ETF Lyxor China Enterprise, WKN: A0F5BW oder China A-Shares Tracker, WKN: AA0DSV). Einige Devisenanalysten raten zum Kauf des australischen Dollar als Surrogat. Die Idee dahinter: Als Hauptrohstofflieferant Chinas profitiert Australien wie keine andere Nation vom Aufstieg der Volksrepublik (zum Beispiel Australien-Dollar Zins-Zertifikat, WKN: 918740) dde
Rezessionsangst
US-Präsident Barack Obama will sich den Konjunkturoptimisten nicht anschließen. Im Gegenteil: Angesichts der übermäßigen Verschuldung seines Landes hält er einen Rückschlag für die Wirtschaft für möglich. Sein Finanzminister Geithner mahnt denn auch schon, die Weltwirtschaft dürfe sich nicht zu sehr von der US-Entwicklung abhängig machen.
HB PEKING. US-Präsident Barack Obama hat vor einem Rückfall in die Rezession bei einer exzessiven Verschuldung des Staates gewarnt. Sollten die USA auch im Aufschwung immer weiter Schulden auftürmen, werde dies womöglich eine Vertrauenskrise bei den Verbrauchern auslösen, warnte der US-Präsident in einem am Mittwoch von Fox News veröffentlichten Interview. "Dies könnte dann tatsächlich zu einer Rückkehr der Rezession führen", mahnte Obama. Die Regierung sei sich dieser Folgen bewusst, wenn sie über Steuererleichterungen für Firmen nachdenke. Erwogen werden derzeit Anreize für Unternehmen, rasch Personal einzustellen. Entschieden sei allerdings noch nichts: "Wir schauen uns das an", fügte Obama hinzu.
Die US-Wirtschaft war im Sommerquartal aufs Jahr hochgerechnet um 3,5 Prozent gewachsen und dürfte damit die Rezession hinter sich gelassen haben. Zugleich kämpft das Land aber mit steigender Arbeitslosigkeit. Die Quote stieg jüngst auf über zehn Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 1983. Der US-Präsident hat für Anfang Dezember einen Jobgipfel einberufen. Dabei sollen Konzernchefs, Gewerkschaftsbosse, Mittelständler und Wirtschaftsforscher über Auswege aus der Arbeitsmarktmisere beraten. Nach Angaben aus Regierungskreisen soll es aber nicht um ein weiteres Konjunkturpaket gehen.
HB PEKING. US-Präsident Barack Obama hat vor einem Rückfall in die Rezession bei einer exzessiven Verschuldung des Staates gewarnt. Sollten die USA auch im Aufschwung immer weiter Schulden auftürmen, werde dies womöglich eine Vertrauenskrise bei den Verbrauchern auslösen, warnte der US-Präsident in einem am Mittwoch von Fox News veröffentlichten Interview. "Dies könnte dann tatsächlich zu einer Rückkehr der Rezession führen", mahnte Obama. Die Regierung sei sich dieser Folgen bewusst, wenn sie über Steuererleichterungen für Firmen nachdenke. Erwogen werden derzeit Anreize für Unternehmen, rasch Personal einzustellen. Entschieden sei allerdings noch nichts: "Wir schauen uns das an", fügte Obama hinzu.
Die US-Wirtschaft war im Sommerquartal aufs Jahr hochgerechnet um 3,5 Prozent gewachsen und dürfte damit die Rezession hinter sich gelassen haben. Zugleich kämpft das Land aber mit steigender Arbeitslosigkeit. Die Quote stieg jüngst auf über zehn Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 1983. Der US-Präsident hat für Anfang Dezember einen Jobgipfel einberufen. Dabei sollen Konzernchefs, Gewerkschaftsbosse, Mittelständler und Wirtschaftsforscher über Auswege aus der Arbeitsmarktmisere beraten. Nach Angaben aus Regierungskreisen soll es aber nicht um ein weiteres Konjunkturpaket gehen.
Sonntag, 15. November 2009
Lithium
Eine Studie des Fondsanbieters Absolut Asset Manager taxiert den jährlichen Lithium-Bedarf im Jahr 2020 auf 85.000 Tonnen. Dabei liegt die jährliche Förderung derzeit nur bei rund 20?000 Tonnen, die indes zum größten Teil in Akkus für Notebooks und Mobiltelefonen zum Einsatz kommen. Das bedeutet: Fragt erst die Automobilindustrie nach, reicht das Angebot noch nicht einmal ansatzweise aus, um den zusätzlichen Bedarf zu decken. Besonders ergiebig lässt sich das von vielen Experten bereits als das „weiße Gold der Zukunft“ gekürte Metall in Salzseen gewinnen. Südamerika verfügt über rund zwei Drittel der weltweiten Lithiumreserven, über deren Größe sich die Experten streiten.
Nach Angaben von Meridian International Research schlummern südlich des Rio Grande rund 15 Mio. Tonnen Lithium. Die United States Geological Survey hingegen beziffert die globalen Ressourcen insgesamt auf nur elf Mio. Tonnen. Bolivien verfügt mit dem 3600 Meter hoch in den Anden gelegenen Salzsee „Salar de Uyuni“ über das größte und bisher fast unberührte Lithiumvorkommen der Welt. Weil das Land unter der Führung des links gerichteten Staatschefs Morales bisher noch kein Lithium auf dem Weltmarkt verkauft, gilt Chile mit einer Jahresproduktion von 8000 Tonnen und einer Gesamtreserve von rund drei Mio. Tonnen als besonders viel versprechend.
Wie der Börsengang des amerikanischen Lithium-Ionen-Akkuherstellers A123 Systems zeigt, ist diese Materie an den Finanzmärkten derzeit en vogue. Ende Oktober sprang die Aktie gleich in der ersten Börsensitzung um 50 Prozent in die Höhe. Weil bisher weder Fondsgesellschaften noch Zertifikatehäuser das drängende Thema in passende Anlageprodukte gegossen haben, gilt in Fachkreisen Sociedad Quimica y Minera de Chile (Wertpapierkennnummer: 895.007) als erste Wahl.
Mit einem Marktanteil von 30 Prozent ist die Gesellschaft, die Lithium seit 1996 als Beiprodukt zu Kalisalz und anderen Düngemitteln aus dem Atacama-Salzsee gewinnt, ist der weltweit größte börsennotierte Lithiumproduzent. Kontrolliert wird Sociedad Quimica y Minera de Chile von der chilenischen Investmentholding Pampa Calichero, die zum größten Teil dem Multimilliardär Julio Ponce Lerou gehört. Weil dieser wiederum 30 Prozent am weltgrößten Kaliproduzenten Potash Corp. of Sasketchwan hält, kochen an der Börse immer wieder Übernahmegerüchte hoch.
Eher für spekulative Anleger eignet sich Canada Lithium (WKN A0RE9L). Die Firma besitzt eine Mine, die bereits von 1955 bis 1965 in Betrieb und damals 272.000 Tonnen abwarf. Ende April konnte die Gesellschaft ein Abkommen mit dem großen japanischen Handelshaus Mitsui abschließen, das bis Ende 2010 die Lithiumprodukte von Canada Lithium in Japan, Korea und China exklusiv vermarktet und gleichzeitig die Option hat, dieses Abkommen für sechs weitere Jahre zu verlängern.
Doch Vorsicht: Die Handelsumsätze bei dieser Aktie sind sehr gering, Anleger sollten ihre Aufträge daher unbedingt limitieren. Gleiches gilt auch für Orocobre (WKN A0M61S), die sich auf die Exploration in Argentinien konzentriert. Experten bescheinigen den Australiern das Potenzial, langfristig 15.000 Tonnen Lithiumkarbonat und 36.000 Tonnen Kalisalz zu produzieren.
Nach Angaben von Meridian International Research schlummern südlich des Rio Grande rund 15 Mio. Tonnen Lithium. Die United States Geological Survey hingegen beziffert die globalen Ressourcen insgesamt auf nur elf Mio. Tonnen. Bolivien verfügt mit dem 3600 Meter hoch in den Anden gelegenen Salzsee „Salar de Uyuni“ über das größte und bisher fast unberührte Lithiumvorkommen der Welt. Weil das Land unter der Führung des links gerichteten Staatschefs Morales bisher noch kein Lithium auf dem Weltmarkt verkauft, gilt Chile mit einer Jahresproduktion von 8000 Tonnen und einer Gesamtreserve von rund drei Mio. Tonnen als besonders viel versprechend.
Wie der Börsengang des amerikanischen Lithium-Ionen-Akkuherstellers A123 Systems zeigt, ist diese Materie an den Finanzmärkten derzeit en vogue. Ende Oktober sprang die Aktie gleich in der ersten Börsensitzung um 50 Prozent in die Höhe. Weil bisher weder Fondsgesellschaften noch Zertifikatehäuser das drängende Thema in passende Anlageprodukte gegossen haben, gilt in Fachkreisen Sociedad Quimica y Minera de Chile (Wertpapierkennnummer: 895.007) als erste Wahl.
Mit einem Marktanteil von 30 Prozent ist die Gesellschaft, die Lithium seit 1996 als Beiprodukt zu Kalisalz und anderen Düngemitteln aus dem Atacama-Salzsee gewinnt, ist der weltweit größte börsennotierte Lithiumproduzent. Kontrolliert wird Sociedad Quimica y Minera de Chile von der chilenischen Investmentholding Pampa Calichero, die zum größten Teil dem Multimilliardär Julio Ponce Lerou gehört. Weil dieser wiederum 30 Prozent am weltgrößten Kaliproduzenten Potash Corp. of Sasketchwan hält, kochen an der Börse immer wieder Übernahmegerüchte hoch.
Eher für spekulative Anleger eignet sich Canada Lithium (WKN A0RE9L). Die Firma besitzt eine Mine, die bereits von 1955 bis 1965 in Betrieb und damals 272.000 Tonnen abwarf. Ende April konnte die Gesellschaft ein Abkommen mit dem großen japanischen Handelshaus Mitsui abschließen, das bis Ende 2010 die Lithiumprodukte von Canada Lithium in Japan, Korea und China exklusiv vermarktet und gleichzeitig die Option hat, dieses Abkommen für sechs weitere Jahre zu verlängern.
Doch Vorsicht: Die Handelsumsätze bei dieser Aktie sind sehr gering, Anleger sollten ihre Aufträge daher unbedingt limitieren. Gleiches gilt auch für Orocobre (WKN A0M61S), die sich auf die Exploration in Argentinien konzentriert. Experten bescheinigen den Australiern das Potenzial, langfristig 15.000 Tonnen Lithiumkarbonat und 36.000 Tonnen Kalisalz zu produzieren.
Technologie Aktien
Dialog Semiconductor: 648 Prozent Plus. Aixtron: 418 Prozent Plus. Drillisch: 167 Prozent Plus. Auch wenn diese Firmen alle schon zu Zeiten des Neuen Marktes existierten: Die Kurszuwächse entstammen keineswegs einem Rückblick auf die vergangenen Zeiten des früheren Wachstumssegments der Deutschen Börse. Die Zahlen geben die Entwicklungen der Aktien seit zwölf Monaten wieder. Genau zehn Jahre, nachdem die Euphorie um den Technologie- und Internetsektor den Rest der Börse in unfassbare Höhen getrieben hatte, sind die IT-Werte wieder obenauf. Heute wie damals aber stellt sich die Frage: Ist das der Grundstein für einen nachfolgenden schmerzhaften Absturz?
Monster-Rallye macht Angst vor tiefem Absturz Nicht nur kleine Firmen im TecDax, den die Deutsche Börse als eine Art Neuer-Markt-Nachfolger installiert hat, sind stark geworden. Auch in den USA gehören die Hightechwerte wie einst zu den Lieblingen der Anleger. So tummeln sich unter den besten Aktien des US-Kursbarometers Dow Jones seit Beginn des Jahres mit IBM, Microsoft, Cisco, Hewlett Packard und Intel gleich fünf Tech-Titanen unter den Top zehn.
"Hightechunternehmen gelten als relativ stark konjunkturabhängig", sagt Markus Zschaber, Fondsmanager der M.Z.V. Vermögensverwaltung. "Bei den ersten Anzeichen einer Stabilisierung haben die Technologiewerte deshalb vielfach die erhoffte wirtschaftliche Erholung mit stark steigenden Kursen vorweggenommen."
Diese Korrelation zeigt aber auch klar die Gefahren für Anleger auf, die jetzt noch in das Segment einsteigen: Denn das Schicksal der Tech-Rallye ist eng mit der Frage verwoben, ob die Wirtschaft in den entwickelten Industrienationen tatsächlich über den Berg ist, oder ob die Konjunktur doch erst noch den zweiten Abwärtshaken des "W" durchlaufen muss. "Leider spricht derzeit vieles für letzteres Szenario", sagt Keith Wade, Chefvolkswirt der Fondsgesellschaft Schroders. Und dann dürfte es auch die Aktien aus der IT-Branche noch einmal empfindlich erwischen.
zurück weiter 1 von 20 Technologiefonds und -BewertungenTechnologiewerte sind bei Anlegern wieder beliebt. WELT ONLINE stellt die besten Tech-Fonds und die am besten bewerteten Technologieaktien vor...
Fundamental zumindest präsentieren sich die Großen des Sektors gut aufgestellt. "Die Unternehmen haben im Abschwung konsequent ihre Kosten reduziert, oftmals deutlich stärker als vom Markt erwartet", sagt Knut Woller, Branchenanalyst bei Unicredit. Kein Wunder: Gerade dieser Sektor war schließlich vom plötzlichen Ende des TMT-Booms (Technologie, Medien, Telekom) besonders kalt erwischt worden und beweist nun, aus dieser Krise gelernt zu haben. Das strikte Kostenmanagement wurde vor allem in der laufenden Quartalssaison belohnt, als es gut 80 Prozent der bisher berichtenden Konzerne gelang, die Erwartungen des Marktes zu schlagen.
Freilich naht der Zeitpunkt, da die Unternehmen auch "liefern" müssen. Bisher haben sie es überwiegend durch Ausgabendisziplin geschafft, ihre Margen zu stabilisieren. "Doch sparen bringt langfristig nichts, wenn der Absatz stagniert oder gar sinkt", gibt Jens Herdack, Marktstratege der Weberbank zu bedenken. Und mit dieser Tatsache haben weiterhin viele der Konzerne zu kämpfen. Anleger sind zwar bereit, das zu akzeptieren. Aber dann muss die Perspektive stimmen.
Jahresvergleich von S&P Info Tech mit S&P 500-Index
Das bekamen Ende Oktober die Aktionäre der Softwareschmiede SAP zu spüren. Die Walldorfer hatten nicht nur für das abgelaufene Quartal einen Umsatzeinbruch von neun Prozent vermeldet – auch für den folgenden, gewöhnlich besten Dreimonatszeitraum mussten sie die Prognose zurücknehmen. Die Aktie stürzte um sieben Prozent ab.
Schon vorher hatten die SAP-Anteilseigner wenig Grund zur Freude gehabt. Die Aktie hatte den Aufschwung des Gesamtmarkts nur unterproportional mitgemacht. Der Funke, der das Papier anspringen lässt, könnte sich aber aus der besonderen Konstellation auf dem Technologiesektor ergeben. "SAP spielt im Zuge der fälligen Konsolidierung der IT-Branche eine besondere Rolle", sagt Analyst Woller. "Aufgrund seiner Ausrichtung wäre der Konzern für Unternehmen wie Oracle, IBM, Microsoft oder Hewlett-Packard eine strategisch sinnvolle Ergänzung."
Und die Konsolidierung innerhalb des Sektors ist bereits im Gang. SAP-Konkurrent Oracle kämpft zurzeit mit der Europäischen Kommission um grünes Licht für die Übernahme des Computerherstellers Sun Microsystems, die deutsche Software AG hat IDS Scheer übernommen, und Gerüchte ranken sich zum Beispiel um ein mögliches Zusammengehen des Netzwerkherstellers Cisco Systems mit dem Speicherspezialisten EMC.
Bei der aktuellen Tech-Rallye bleiben konservative Anleger vielleicht besser erst mal außen vor.
Monster-Rallye macht Angst vor tiefem Absturz Nicht nur kleine Firmen im TecDax, den die Deutsche Börse als eine Art Neuer-Markt-Nachfolger installiert hat, sind stark geworden. Auch in den USA gehören die Hightechwerte wie einst zu den Lieblingen der Anleger. So tummeln sich unter den besten Aktien des US-Kursbarometers Dow Jones seit Beginn des Jahres mit IBM, Microsoft, Cisco, Hewlett Packard und Intel gleich fünf Tech-Titanen unter den Top zehn.
"Hightechunternehmen gelten als relativ stark konjunkturabhängig", sagt Markus Zschaber, Fondsmanager der M.Z.V. Vermögensverwaltung. "Bei den ersten Anzeichen einer Stabilisierung haben die Technologiewerte deshalb vielfach die erhoffte wirtschaftliche Erholung mit stark steigenden Kursen vorweggenommen."
Diese Korrelation zeigt aber auch klar die Gefahren für Anleger auf, die jetzt noch in das Segment einsteigen: Denn das Schicksal der Tech-Rallye ist eng mit der Frage verwoben, ob die Wirtschaft in den entwickelten Industrienationen tatsächlich über den Berg ist, oder ob die Konjunktur doch erst noch den zweiten Abwärtshaken des "W" durchlaufen muss. "Leider spricht derzeit vieles für letzteres Szenario", sagt Keith Wade, Chefvolkswirt der Fondsgesellschaft Schroders. Und dann dürfte es auch die Aktien aus der IT-Branche noch einmal empfindlich erwischen.
zurück weiter 1 von 20 Technologiefonds und -BewertungenTechnologiewerte sind bei Anlegern wieder beliebt. WELT ONLINE stellt die besten Tech-Fonds und die am besten bewerteten Technologieaktien vor...
Fundamental zumindest präsentieren sich die Großen des Sektors gut aufgestellt. "Die Unternehmen haben im Abschwung konsequent ihre Kosten reduziert, oftmals deutlich stärker als vom Markt erwartet", sagt Knut Woller, Branchenanalyst bei Unicredit. Kein Wunder: Gerade dieser Sektor war schließlich vom plötzlichen Ende des TMT-Booms (Technologie, Medien, Telekom) besonders kalt erwischt worden und beweist nun, aus dieser Krise gelernt zu haben. Das strikte Kostenmanagement wurde vor allem in der laufenden Quartalssaison belohnt, als es gut 80 Prozent der bisher berichtenden Konzerne gelang, die Erwartungen des Marktes zu schlagen.
Freilich naht der Zeitpunkt, da die Unternehmen auch "liefern" müssen. Bisher haben sie es überwiegend durch Ausgabendisziplin geschafft, ihre Margen zu stabilisieren. "Doch sparen bringt langfristig nichts, wenn der Absatz stagniert oder gar sinkt", gibt Jens Herdack, Marktstratege der Weberbank zu bedenken. Und mit dieser Tatsache haben weiterhin viele der Konzerne zu kämpfen. Anleger sind zwar bereit, das zu akzeptieren. Aber dann muss die Perspektive stimmen.
Jahresvergleich von S&P Info Tech mit S&P 500-Index
Das bekamen Ende Oktober die Aktionäre der Softwareschmiede SAP zu spüren. Die Walldorfer hatten nicht nur für das abgelaufene Quartal einen Umsatzeinbruch von neun Prozent vermeldet – auch für den folgenden, gewöhnlich besten Dreimonatszeitraum mussten sie die Prognose zurücknehmen. Die Aktie stürzte um sieben Prozent ab.
Schon vorher hatten die SAP-Anteilseigner wenig Grund zur Freude gehabt. Die Aktie hatte den Aufschwung des Gesamtmarkts nur unterproportional mitgemacht. Der Funke, der das Papier anspringen lässt, könnte sich aber aus der besonderen Konstellation auf dem Technologiesektor ergeben. "SAP spielt im Zuge der fälligen Konsolidierung der IT-Branche eine besondere Rolle", sagt Analyst Woller. "Aufgrund seiner Ausrichtung wäre der Konzern für Unternehmen wie Oracle, IBM, Microsoft oder Hewlett-Packard eine strategisch sinnvolle Ergänzung."
Und die Konsolidierung innerhalb des Sektors ist bereits im Gang. SAP-Konkurrent Oracle kämpft zurzeit mit der Europäischen Kommission um grünes Licht für die Übernahme des Computerherstellers Sun Microsystems, die deutsche Software AG hat IDS Scheer übernommen, und Gerüchte ranken sich zum Beispiel um ein mögliches Zusammengehen des Netzwerkherstellers Cisco Systems mit dem Speicherspezialisten EMC.
Bei der aktuellen Tech-Rallye bleiben konservative Anleger vielleicht besser erst mal außen vor.
DAX Outlook
Endlich. Der Aufschwung ist da. Daran lassen die jüngsten Konjunkturdaten, wie die Zahlen zum deutschen Bruttoinlandsprodukt, keinen Zweifel mehr. Für Anleger stellt sich nun die Frage: Wie stark ist der Wirtschaftsboom? Wie weit wird er den Aktienmarkt noch tragen? Und wie sehr sind meine Anleihen und andere Anlageklassen davon betroffen? In den nächsten Tagen und Wochen stehen zahlreiche weitere Konjunktur-Indikatoren an, die die Wegmarken setzen werden.
So steht der Dax Das Gros der Investment-Experten geht davon aus, dass das jetzige Kursniveau des Dax bei 5700 Zählern zumindest nicht überhöht ist. „In der Summe dürften die Daten zeigen, dass das, was der Aktienmarkt zuletzt vorweggenommen hatte, gerechtfertigt ist“, sagt Anlagestratege Tobias Basse von der NordLB. Die Zahlen würden zwar wahrscheinlich kein Kursfeuerwerk an den Märkten auslösen, aber doch einen Hinweis darauf liefern, dass der Aufschwung robust und stabil ausfällt. Sein Berufskollege Markus Reinwand von der Helaba ist weniger zurückhaltend: Er rechnet auch kurzfristig mit einem weiteren Kursauftrieb: „Freundliche Daten aus dem fundamentalen Umfeld dürften die Aktienkurse diese Woche steigen lassen.“
In den vergangenen fünf Handelstagen hatte der Dax 3,6 Prozent zugelegt. Seit Jahresanfang beträgt das Plus rund 18 Prozent. Allerdings notierte der Index noch immer knapp 400 Punkte unter seinem Stand vor der Lehman-Pleite im September 2008. Da deren Folgen an den Finanzmärkten zusehends verblassen, sehen manche Auguren für die kommenden Wochen und Monaten sogar zweistelliges Potenzial.
Einer der optimistischsten unter ihnen ist Andreas Hürkamp von der Commerzbank. „Es gibt die Chance auf eine Jahresendrallye mit einem weiteren Dax-Plus von zehn bis 15 Prozent“. Erst 2010 könnten steigende Inflationserwartungen und nervös werdende Zentralbanken die Rallye bei Dividendenpapieren ausbremsen.
Nicht nur der Aktienmarkt tritt sieben Wochen vor dem Jahreswechsel in eine entscheidende Phase. Auch an den Renten-, Rohstoff- und Devisenmärkten deutet vieles auf „heiße Wochen“ hin. Gold konnte sich zuletzt die Marke von 1100 Dollar je Unze überwinden. Während dieser Inflations-Seismograph damit deutlich ausgeschlagen hat, bleiben festverzinsliche Papiere fest – obwohl eine Geldentwertung bei ihnen die größten Kollateralschäden anrichten würde. Beides passt nicht zusammen, weshalb die Akteure jeden neuen Wirtschaftsindikator ungeduldig erwarten.
Themen
Dax Börse Vorschau Aktien Rohstoffe Geldanlage Prognose So sicher das Ende der Rezession ist, so unsicher ist, ob die Ära danach von einer moderaten Inflation wie in den Neunzigerjahren oder einer ungezügelten Geldentwertung wie in den Siebzigerjahren einhergeht. Am Montag richtet sich der Blicke auf die US-Einzelhandelsumsätze und die Lagerbestände, am Dienstag auf die Industrieproduktion und die Erzeugerpreise. Mittwoch stehen die Verbraucherpreise, am Donnerstag der Philly-Fed-Index sowie die Erstanträge an.
So steht der Dax Das Gros der Investment-Experten geht davon aus, dass das jetzige Kursniveau des Dax bei 5700 Zählern zumindest nicht überhöht ist. „In der Summe dürften die Daten zeigen, dass das, was der Aktienmarkt zuletzt vorweggenommen hatte, gerechtfertigt ist“, sagt Anlagestratege Tobias Basse von der NordLB. Die Zahlen würden zwar wahrscheinlich kein Kursfeuerwerk an den Märkten auslösen, aber doch einen Hinweis darauf liefern, dass der Aufschwung robust und stabil ausfällt. Sein Berufskollege Markus Reinwand von der Helaba ist weniger zurückhaltend: Er rechnet auch kurzfristig mit einem weiteren Kursauftrieb: „Freundliche Daten aus dem fundamentalen Umfeld dürften die Aktienkurse diese Woche steigen lassen.“
In den vergangenen fünf Handelstagen hatte der Dax 3,6 Prozent zugelegt. Seit Jahresanfang beträgt das Plus rund 18 Prozent. Allerdings notierte der Index noch immer knapp 400 Punkte unter seinem Stand vor der Lehman-Pleite im September 2008. Da deren Folgen an den Finanzmärkten zusehends verblassen, sehen manche Auguren für die kommenden Wochen und Monaten sogar zweistelliges Potenzial.
Einer der optimistischsten unter ihnen ist Andreas Hürkamp von der Commerzbank. „Es gibt die Chance auf eine Jahresendrallye mit einem weiteren Dax-Plus von zehn bis 15 Prozent“. Erst 2010 könnten steigende Inflationserwartungen und nervös werdende Zentralbanken die Rallye bei Dividendenpapieren ausbremsen.
Nicht nur der Aktienmarkt tritt sieben Wochen vor dem Jahreswechsel in eine entscheidende Phase. Auch an den Renten-, Rohstoff- und Devisenmärkten deutet vieles auf „heiße Wochen“ hin. Gold konnte sich zuletzt die Marke von 1100 Dollar je Unze überwinden. Während dieser Inflations-Seismograph damit deutlich ausgeschlagen hat, bleiben festverzinsliche Papiere fest – obwohl eine Geldentwertung bei ihnen die größten Kollateralschäden anrichten würde. Beides passt nicht zusammen, weshalb die Akteure jeden neuen Wirtschaftsindikator ungeduldig erwarten.
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Dax Börse Vorschau Aktien Rohstoffe Geldanlage Prognose So sicher das Ende der Rezession ist, so unsicher ist, ob die Ära danach von einer moderaten Inflation wie in den Neunzigerjahren oder einer ungezügelten Geldentwertung wie in den Siebzigerjahren einhergeht. Am Montag richtet sich der Blicke auf die US-Einzelhandelsumsätze und die Lagerbestände, am Dienstag auf die Industrieproduktion und die Erzeugerpreise. Mittwoch stehen die Verbraucherpreise, am Donnerstag der Philly-Fed-Index sowie die Erstanträge an.
Dienstag, 10. November 2009
Ölpreisprognose
Unter Annahme diese Standardszenarios würde der IEA-Ölimportpreis bis im Jahr 2015 real ein Niveau von 87 Dollar erreichen, bis im Jahr 2020 ein Niveau von 100 Dollar und bis im Jahr 2030 einen Preis von 131 Dollar je Barrel. Nominal würden die entsprechenden Preise - bei volatiler Entwicklung natürlich - im Trend bei 102, 131 und 190 Dollar je Barrel liegen. Gas und Kohle würden aufgrund von Substitutionseffekten ebenfalls teurer werden. Sollten sich die Staaten weltweit jedoch zum so genannten 450-Szenario verpflichten, würde der Preisauftrieb ab dem Jahr 2005 aufgrund nachlassender Nachfragedynamik gedämpft werden.
Der Ölmarkt lässt sich jedoch von solchen Modellrechnungen nur wenig beeindrucken. Der Ölpreis liegt am Dienstag mit einem Plus on 0,8 Prozent bei 80 Dollar je Fass der Sorte WTI. Optimisten wetten spekulativ gegen den fallenden Dollar und darauf, dass der Ölpreis kurzfristig weiter nach oben laufen wird. Solche Wetten haben in den vergangenen Monaten eine Eigendynamik entwickelt, obwohl die Öl- und Gas lager gut gefüllt sind und obwohl die Opec mehr als genug Kapazitäten hat, ihre Förderung auch kurzfristig deutlich zu steigern.
Der Ölmarkt lässt sich jedoch von solchen Modellrechnungen nur wenig beeindrucken. Der Ölpreis liegt am Dienstag mit einem Plus on 0,8 Prozent bei 80 Dollar je Fass der Sorte WTI. Optimisten wetten spekulativ gegen den fallenden Dollar und darauf, dass der Ölpreis kurzfristig weiter nach oben laufen wird. Solche Wetten haben in den vergangenen Monaten eine Eigendynamik entwickelt, obwohl die Öl- und Gas lager gut gefüllt sind und obwohl die Opec mehr als genug Kapazitäten hat, ihre Förderung auch kurzfristig deutlich zu steigern.
Fehler vermeiden
1. Nicht alles auf einmal investieren
Ein klein wenig Optimismus kann mitunter gefährlich sein. Kleinanleger sind dafür bekannt, sich erst dann von ihren Aktien zu trennen, wenn die Märkte bereits kräftig eingebrochen sind, und erst dann einzusteigen, wenn die Kurse bereits weit gelaufen sind. „Bei niedrigen Kursen zu verkaufen und bei hohen zu kaufen ist der größte Renditekiller“, sagt Susan Elser von Elser Financial Planning in Indianapolis.
Viele Anleger, die sich im zurückliegenden Jahr von Aktien und anderen riskanten Anlageklassen fernhielten, ärgern sich nun, die diesjährige Rally verpasst zu haben. Doch ist nun der richtige Zeitpunkt zum Wiedereinstieg gekommen?
Man sollte nicht in den Markt zurückkehren, nur weil man fürchtet, die Rally verpasst zu haben. „Der größte Fehler besteht darin, alles auf einmal wettmachen zu wollen“, sagt Micah Porter, Vorstandsvorsitzender der Minerva Planning Group aus Atlanta.
Auf dem derzeitigen Kursniveau ist eine Korrektur von 10, 15 oder 20 Prozent praktisch jederzeit möglich. Anstatt alles auf einmal zu investieren, rät Porter zum schrittweisen Kauf von Aktien im Laufe des kommenden Jahres oder - wenn viel Geld für Anlagezwecke zur Verfügung steht - über einen noch längeren Zeithorizont hinweg. Auf diese Weise werden Positionen langfristig aufgebaut, während zugleich die Wahrscheinlichkeit minimiert wird, Aktien genau auf dem Höhepunkt des Marktes überteuert zu kaufen.
2. Vorsicht vor Trends oder übertriebenem Enthusiasmus
Bei der Kapitalanlage ist es meist keine gute Idee, auf einen fahrenden Zug aufzuspringen.
Hier und da wird Gold nach dessen kometenhaftem Anstieg auf über 1.100 Dollar je Feinunze am 6. November als Wertanlage gelobt. Der Goldpreis könnte sich aktuell jedoch auf seinem Höhepunkt oder in dessen Nähe befinden. „In meinen Augen ist momentan wahrscheinlich der ungünstigste Zeitpunkt, um in Gold zu investieren“, sagt Benningfield. Er warnt außerdem vor Devisenspekulationen, einem weiteren aktuell angesagten Trend. „Die Risiken sind enorm“, sagt er.
Gold kann sich - neben anderen Rohstoffen - als lohnenswerte Beimischung erweisen. Berater wie Steve Medland von TABR Capital Management aus Orange (Kalifornien) raten allerdings, nicht mehr als fünf Prozent des Portfolios in Gold anzulegen.
In den Vereinigten Staaten werden derzeit mit großem Werbeaufwand Aktienindex-Anleihen angepriesen. „Es ist das Trendprodukt schlechthin“, sagt Elser. Doch Elser, Medland und andere warnen vor der Komplexität und den hohen Gebühren dieser Wertpapiere.
3. Bauen Sie Anlageentscheidungen nicht auf Schlagzeilen oder Politik auf
„Es ist ein grober Fehler, seine Anlageentscheidung auf der Sympathie oder Antipathie gegenüber politischen Führungspersonen aufzubauen“, sagt Elaine Scoggins, leitende Kundenberaterin bei der Anlageberatungsgesellschaft Merriman aus Seattle.
Seit der Wahl von Barack Obama zum Präsidenten haben sich die Gemüter auf der rechten Seite des politischen Spektrums erhitzt (ähnlich wie jene der liberal Gesinnten während der vorangegangenen Bush-Regierung). Dies könnte zu schlechten Investmententscheidungen führen.
Scoggins zufolge würden sich Anleger aufgrund ihrer politischen Überzeugung bei Kaufentscheidungen von Katastrophenszenarien leiten lassen - von hoher Inflation über einen Crash des amerikanischen Dollars bis hin zu massiven Steuererhöhungen. „Im Medien- und Politikbetrieb ist Panikmache weit verbreitet.“
Auf diese unwahrscheinlichen Ereignisse zu setzen, kann sich bei der Zusammenstellung eines Portfolios als schwerwiegender Fehler erweisen. „Die Angst ist gewaltig“, sagt Paul Sutherland, Chief Investment Officer bei der FIM Group aus Traverse City (Michigan). Die Angst ist aber nicht in jedem Fall gerechtfertigt. So sei ein schwächerer Dollar für das verarbeitende Gewerbe der Vereinigten Staaten oder für amerikanische Unternehmen mit ausländischen Geschäftsaktivitäten sogar von Vorteil, merkt Sutherland an.
Politik und aktuelle Ereignisse lösten in aller Regel Emotionen aus, die bei der langfristig ausgerichteten Kapitalanlage kein guter Ratgeber seien, sagt Medland. „Schlagzeilen sagen nicht die künftige Entwicklung der Märkte voraus“, so Medland.
Eine politische Tatsache sollten Anlegern jedoch im Hinterkopf behalten: Die Wahrscheinlichkeit höherer Steuern für wohlhabendere Amerikaner. Zeitpunkt und Ausmaß der Steuererhöhungen lassen sich zwar schwer vorhersagen, in einigen Fällen könnte sich für den Steuerzahler jedoch eine gute Finanzberatung lohnen. So könnten amerikanische Anleger beispielsweise jetzt ihre Kursgewinne realisieren, solange die Kapitalertragsteuer noch verhältnismäßig niedrig ist.
4. Auf Qualität setzen
Seit März haben sich die Aktien von Unternehmen mit der geringsten Qualität am besten entwickelt. Nachdem sie während des Höhepunkts der Finanzkrise kräftig abgestraft wurden, haben sie in Erwartung einer konjunkturellen Erholung wieder stark aufgeholt. So verzeichneten beispielsweise Banken, Industriekonzerne oder sehr kleine Kapitalgesellschaften - also risikoreiche Unternehmen, die von der Finanz- und Wirtschaftskrise schwer getroffen wurden - eine Verdoppelung oder Verdreifachung ihrer Aktienkurse.
Unternehmen mit stabilen und nachhaltigen Geschäftsaktivitäten wurden von den Börsianern dagegen nicht selten stiefmütterlich behandelt.
Erwarten Sie keine Fortsetzung dieses Trends. Vielleicht ist er sogar bereits zu Ende. Setzen Sie stattdessen auf jene Unternehmen, die ihre Umsätze in den zurückliegenden 12 Monaten am stärksten steigern konnten. Nach Angaben des Datenanbieters Capital IQ liegen die Aktien der 100 Unternehmen mit den größten Umsatzzuwächsen im S&P-500 seit dem Märztief mit durchschnittlich 50,3 Prozent im Plus, während die Kurse der 100 Unternehmen mit der geringsten Umsatzsteigerung im Schnitt um 96,7 Prozent zulegten.
Im vergangenen Monat setzte jedoch eine Angleichung der Kursentwicklung beider Gruppen ein, und in der zurückliegenden Woche hat sich dieser Trend sogar umgekehrt. In der ersten Novemberwoche lag die Gruppe mit den größten Umsatzsteigerungen im Durchschnitt mit 0,6 Prozent im Plus, während die Gruppe mit der schwächsten Umsatzentwicklung mit durchschnittlich 0,2 Prozent im Minus notierte.
Nach Einschätzung von John Merrill, Chief Investment Officer von Tanglewood Wealth Management, könnte diese Verlagerung auf den Eintritt einer „neuen Art von Investor“ zurückgehen. Diese Investoren hätten sich in den vergangenen Monaten vorsichtig zurückgehalten, wären nun jedoch vom Wiedereinstieg überzeugt. Sie sind nach wie vor risikobewusst „und entscheiden sich für den sichersten Schritt zurück in den Markt“, so Merrill.
Unternehmen mit starken Fundamentaldaten könnten sich auf lange Sicht außerdem als widerstandsfähiger erweisen und seien nach der jüngsten Korrektur zu günstigeren Kursen zu haben, so Sutherland. „Es gibt viele Qualitätsunternehmen zu großartigen Preisen.“
Ähnliches könnte auch für den Rentenmarkt gelten. Porter warnt vor dem Kauf von Hochzinsanleihen, nachdem diese riskanten Papiere einen „unglaublichen Anstieg“ hinter sich haben.
5. Beherzigen Sie die Lektionen der Krise
Der jähe Einbruch der Aktienkurse 2008 und Anfang 2009 hat jedem Anleger eindrücklich vor Augen geführt, was alles schief gehen kann. Nach Meinung von Finanzexperten sollten diese Lektionen selbst in einer Aktienmarktrally nicht vergessen werden.
„Anleger sollten sich stets dieser Worst-Case-Szenarien bewusst sein“, rät Medland. Der schwerste Fehler in einer Krise bestehe in seinen Augen darin, nicht im Voraus geplant zu haben. Die Krise lehrte den Anleger auch einiges über sich selbst, über seine Fähigkeit, langfristig zu investieren, ohne bei niedrigen Kursen zu verkaufen und bei hohen zu kaufen.
Wenn man im März in Panik geriet und den gesamten Aktienbestand verkaufte, dann hat man die Chance auf hohe Gewinne verpasst. Wenn man in Krisenzeiten zu derartigen Anlagefehlern neige, sollte man eventuell eine konservativere Strategie verfolgen, meint Elser.
„Menschen, die ständig in den Markt hinein und hinaus springen, sollten dem Geschehen vielleicht besser fernbleiben“, sagt Elser. „Entweder man erträgt die Volatilität oder nicht.“ Für zahlreiche Anleger „besteht eine der gelernten Lektionen wahrscheinlich darin, zu viele Risiken eingegangen zu sein“, sagt Benningfield.
Angesichts der schwierigen Lage auf dem Arbeitsmarkt sind Anleger händeringend auf die Erträge ihrer Kapitalanlagen angewiesen. Die durch die Krise in ihre Portfolios gerissenen Wunden sind noch immer nicht völlig verheilt. Wichtig ist jedoch, Folgendes zu beherzigen: Wenn man 2008 und Anfang 2009 viel Geld mit riskanten Anlagen verloren hat, dann sollte man nicht noch größere Risiken eingehen, um die erlittenen Verluste wieder wettmachen zu wollen.
Ein klein wenig Optimismus kann mitunter gefährlich sein. Kleinanleger sind dafür bekannt, sich erst dann von ihren Aktien zu trennen, wenn die Märkte bereits kräftig eingebrochen sind, und erst dann einzusteigen, wenn die Kurse bereits weit gelaufen sind. „Bei niedrigen Kursen zu verkaufen und bei hohen zu kaufen ist der größte Renditekiller“, sagt Susan Elser von Elser Financial Planning in Indianapolis.
Viele Anleger, die sich im zurückliegenden Jahr von Aktien und anderen riskanten Anlageklassen fernhielten, ärgern sich nun, die diesjährige Rally verpasst zu haben. Doch ist nun der richtige Zeitpunkt zum Wiedereinstieg gekommen?
Man sollte nicht in den Markt zurückkehren, nur weil man fürchtet, die Rally verpasst zu haben. „Der größte Fehler besteht darin, alles auf einmal wettmachen zu wollen“, sagt Micah Porter, Vorstandsvorsitzender der Minerva Planning Group aus Atlanta.
Auf dem derzeitigen Kursniveau ist eine Korrektur von 10, 15 oder 20 Prozent praktisch jederzeit möglich. Anstatt alles auf einmal zu investieren, rät Porter zum schrittweisen Kauf von Aktien im Laufe des kommenden Jahres oder - wenn viel Geld für Anlagezwecke zur Verfügung steht - über einen noch längeren Zeithorizont hinweg. Auf diese Weise werden Positionen langfristig aufgebaut, während zugleich die Wahrscheinlichkeit minimiert wird, Aktien genau auf dem Höhepunkt des Marktes überteuert zu kaufen.
2. Vorsicht vor Trends oder übertriebenem Enthusiasmus
Bei der Kapitalanlage ist es meist keine gute Idee, auf einen fahrenden Zug aufzuspringen.
Hier und da wird Gold nach dessen kometenhaftem Anstieg auf über 1.100 Dollar je Feinunze am 6. November als Wertanlage gelobt. Der Goldpreis könnte sich aktuell jedoch auf seinem Höhepunkt oder in dessen Nähe befinden. „In meinen Augen ist momentan wahrscheinlich der ungünstigste Zeitpunkt, um in Gold zu investieren“, sagt Benningfield. Er warnt außerdem vor Devisenspekulationen, einem weiteren aktuell angesagten Trend. „Die Risiken sind enorm“, sagt er.
Gold kann sich - neben anderen Rohstoffen - als lohnenswerte Beimischung erweisen. Berater wie Steve Medland von TABR Capital Management aus Orange (Kalifornien) raten allerdings, nicht mehr als fünf Prozent des Portfolios in Gold anzulegen.
In den Vereinigten Staaten werden derzeit mit großem Werbeaufwand Aktienindex-Anleihen angepriesen. „Es ist das Trendprodukt schlechthin“, sagt Elser. Doch Elser, Medland und andere warnen vor der Komplexität und den hohen Gebühren dieser Wertpapiere.
3. Bauen Sie Anlageentscheidungen nicht auf Schlagzeilen oder Politik auf
„Es ist ein grober Fehler, seine Anlageentscheidung auf der Sympathie oder Antipathie gegenüber politischen Führungspersonen aufzubauen“, sagt Elaine Scoggins, leitende Kundenberaterin bei der Anlageberatungsgesellschaft Merriman aus Seattle.
Seit der Wahl von Barack Obama zum Präsidenten haben sich die Gemüter auf der rechten Seite des politischen Spektrums erhitzt (ähnlich wie jene der liberal Gesinnten während der vorangegangenen Bush-Regierung). Dies könnte zu schlechten Investmententscheidungen führen.
Scoggins zufolge würden sich Anleger aufgrund ihrer politischen Überzeugung bei Kaufentscheidungen von Katastrophenszenarien leiten lassen - von hoher Inflation über einen Crash des amerikanischen Dollars bis hin zu massiven Steuererhöhungen. „Im Medien- und Politikbetrieb ist Panikmache weit verbreitet.“
Auf diese unwahrscheinlichen Ereignisse zu setzen, kann sich bei der Zusammenstellung eines Portfolios als schwerwiegender Fehler erweisen. „Die Angst ist gewaltig“, sagt Paul Sutherland, Chief Investment Officer bei der FIM Group aus Traverse City (Michigan). Die Angst ist aber nicht in jedem Fall gerechtfertigt. So sei ein schwächerer Dollar für das verarbeitende Gewerbe der Vereinigten Staaten oder für amerikanische Unternehmen mit ausländischen Geschäftsaktivitäten sogar von Vorteil, merkt Sutherland an.
Politik und aktuelle Ereignisse lösten in aller Regel Emotionen aus, die bei der langfristig ausgerichteten Kapitalanlage kein guter Ratgeber seien, sagt Medland. „Schlagzeilen sagen nicht die künftige Entwicklung der Märkte voraus“, so Medland.
Eine politische Tatsache sollten Anlegern jedoch im Hinterkopf behalten: Die Wahrscheinlichkeit höherer Steuern für wohlhabendere Amerikaner. Zeitpunkt und Ausmaß der Steuererhöhungen lassen sich zwar schwer vorhersagen, in einigen Fällen könnte sich für den Steuerzahler jedoch eine gute Finanzberatung lohnen. So könnten amerikanische Anleger beispielsweise jetzt ihre Kursgewinne realisieren, solange die Kapitalertragsteuer noch verhältnismäßig niedrig ist.
4. Auf Qualität setzen
Seit März haben sich die Aktien von Unternehmen mit der geringsten Qualität am besten entwickelt. Nachdem sie während des Höhepunkts der Finanzkrise kräftig abgestraft wurden, haben sie in Erwartung einer konjunkturellen Erholung wieder stark aufgeholt. So verzeichneten beispielsweise Banken, Industriekonzerne oder sehr kleine Kapitalgesellschaften - also risikoreiche Unternehmen, die von der Finanz- und Wirtschaftskrise schwer getroffen wurden - eine Verdoppelung oder Verdreifachung ihrer Aktienkurse.
Unternehmen mit stabilen und nachhaltigen Geschäftsaktivitäten wurden von den Börsianern dagegen nicht selten stiefmütterlich behandelt.
Erwarten Sie keine Fortsetzung dieses Trends. Vielleicht ist er sogar bereits zu Ende. Setzen Sie stattdessen auf jene Unternehmen, die ihre Umsätze in den zurückliegenden 12 Monaten am stärksten steigern konnten. Nach Angaben des Datenanbieters Capital IQ liegen die Aktien der 100 Unternehmen mit den größten Umsatzzuwächsen im S&P-500 seit dem Märztief mit durchschnittlich 50,3 Prozent im Plus, während die Kurse der 100 Unternehmen mit der geringsten Umsatzsteigerung im Schnitt um 96,7 Prozent zulegten.
Im vergangenen Monat setzte jedoch eine Angleichung der Kursentwicklung beider Gruppen ein, und in der zurückliegenden Woche hat sich dieser Trend sogar umgekehrt. In der ersten Novemberwoche lag die Gruppe mit den größten Umsatzsteigerungen im Durchschnitt mit 0,6 Prozent im Plus, während die Gruppe mit der schwächsten Umsatzentwicklung mit durchschnittlich 0,2 Prozent im Minus notierte.
Nach Einschätzung von John Merrill, Chief Investment Officer von Tanglewood Wealth Management, könnte diese Verlagerung auf den Eintritt einer „neuen Art von Investor“ zurückgehen. Diese Investoren hätten sich in den vergangenen Monaten vorsichtig zurückgehalten, wären nun jedoch vom Wiedereinstieg überzeugt. Sie sind nach wie vor risikobewusst „und entscheiden sich für den sichersten Schritt zurück in den Markt“, so Merrill.
Unternehmen mit starken Fundamentaldaten könnten sich auf lange Sicht außerdem als widerstandsfähiger erweisen und seien nach der jüngsten Korrektur zu günstigeren Kursen zu haben, so Sutherland. „Es gibt viele Qualitätsunternehmen zu großartigen Preisen.“
Ähnliches könnte auch für den Rentenmarkt gelten. Porter warnt vor dem Kauf von Hochzinsanleihen, nachdem diese riskanten Papiere einen „unglaublichen Anstieg“ hinter sich haben.
5. Beherzigen Sie die Lektionen der Krise
Der jähe Einbruch der Aktienkurse 2008 und Anfang 2009 hat jedem Anleger eindrücklich vor Augen geführt, was alles schief gehen kann. Nach Meinung von Finanzexperten sollten diese Lektionen selbst in einer Aktienmarktrally nicht vergessen werden.
„Anleger sollten sich stets dieser Worst-Case-Szenarien bewusst sein“, rät Medland. Der schwerste Fehler in einer Krise bestehe in seinen Augen darin, nicht im Voraus geplant zu haben. Die Krise lehrte den Anleger auch einiges über sich selbst, über seine Fähigkeit, langfristig zu investieren, ohne bei niedrigen Kursen zu verkaufen und bei hohen zu kaufen.
Wenn man im März in Panik geriet und den gesamten Aktienbestand verkaufte, dann hat man die Chance auf hohe Gewinne verpasst. Wenn man in Krisenzeiten zu derartigen Anlagefehlern neige, sollte man eventuell eine konservativere Strategie verfolgen, meint Elser.
„Menschen, die ständig in den Markt hinein und hinaus springen, sollten dem Geschehen vielleicht besser fernbleiben“, sagt Elser. „Entweder man erträgt die Volatilität oder nicht.“ Für zahlreiche Anleger „besteht eine der gelernten Lektionen wahrscheinlich darin, zu viele Risiken eingegangen zu sein“, sagt Benningfield.
Angesichts der schwierigen Lage auf dem Arbeitsmarkt sind Anleger händeringend auf die Erträge ihrer Kapitalanlagen angewiesen. Die durch die Krise in ihre Portfolios gerissenen Wunden sind noch immer nicht völlig verheilt. Wichtig ist jedoch, Folgendes zu beherzigen: Wenn man 2008 und Anfang 2009 viel Geld mit riskanten Anlagen verloren hat, dann sollte man nicht noch größere Risiken eingehen, um die erlittenen Verluste wieder wettmachen zu wollen.
Jahresendralley
An vielen Börsen ist die Stimmung derzeit gar nicht schlecht. Zwar gibt es immer wieder auch Handelstage, mitunter auch mehrere hintereinander, an denen sich Zweifel am globalen Aufschwung ausbreiten und die Notierungen nachgeben. Unter dem Strich aber rechnen die Anleger mit einer Fortsetzung der konjunkturellen Erholung in den kommenden Monaten, die sich dann auch in steigenden Unternehmensgewinnen niederschlagen werde. Andernfalls stünde der Dow Jones Industrials, das führende Wall-Street-Barometer, nicht auf mehr als 10.000 Punkten und der S&P-500, der breiter ist und ein umfassenderes Bild vom Markt zeichnet, nicht auf knapp 1070 Punkten. Der Deutsche Aktienindex Dax freilich hat sich von seinen jüngsten Höchstmarken jenseits von 5800 Punkten ein Stück entfernt und wurde zuletzt mit 5488 Punkten berechnet. Marktauguren wie die Aktienstrategen der Commerzbank sagen allerdings steigende Kurse auch an der deutschen Börse voraus und sprechen von einer bevorstehenden „Jahresendrally“.
Auf den Anleihemärkten schlägt sich der Konjunkturoptimismus in einer Versteilung der Zinsstrukturkurve nieder. Die Renditen am kurzen Ende des Marktes bleiben fest auf niedrigem Niveau verankert, nicht zuletzt wegen des Versprechens der Notenbanken eines niedrigen Leitzinses. Am langen Ende des Marktes aber klettern die Renditen vorsichtig in die Höhe, so dass sich der Zinsabstand zwischen kürzeren und längeren Laufzeiten vergrößert. Das hat freilich auch damit zu tun, dass das Angebot an Staatsanleihen deutlich steigt und auf deren Preise drückt. Das amerikanische Finanzministerium wird in dieser Woche Anleihen mit drei Jahren Laufzeit im Volumen von 40 Milliarden Dollar anbieten, eine neue zehnjährige kommt im Volumen von 25 Milliarden Dollar. Darüber hinaus bemüht sich die Regierung in Washington um eine Verlängerung der Fristigkeit und legt eine inflationsgeschützte Anleihe mit 30 Jahren Laufzeit im Volumen von 16 Milliarden Dollar auf. Dafür soll die Anleihe mit 20 Jahren Laufzeit nicht mehr angeboten werden.
Spekulative Käufe lassen Ölpreis in die Höhe schießen
Die russische Regierung lotet derweil bei Marktakteuren aus, ob sich eine Staatsanleihe des einstmals kommunistischen Landes erfolgreich am Markt platzieren und an Investoren verkaufen ließe. In London hat sich Finanzminister Alexej Kudrin mit Bankern getroffen, um sich über ein mögliches Interesse an einer für Anfang kommenden Jahres geplanten Anleihe im Volumen von knapp 18 Milliarden Dollar zu informieren. Es wäre das erste Mal seit der Zahlungsbilanzkrise im Jahr 1998, dass Russland den internationalen Kapitalmarkt in Anspruch nähme. Im Vergleich zu den hohen Gold- und Devisenreserven, die nicht zuletzt den Erlösen aus dem Ölverkauf zu verdanken sind, nimmt sich das geplante Anleihevolumen recht bescheiden aus. Russland besitzt derzeit Reserven von 433 Milliarden Dollar.
Der jüngste Anstieg des Ölpreises kommt Moskau und den anderen Exportnationen durchaus gelegen. Marktbeobachter äußern gleichwohl Zweifel, dass sich die verhältnismäßig schnelle Erhöhung von rund 65 auf 80 Dollar je Fass allein mit einer steigenden physischen Nachfrage im Zuge der Konjunkturaufhellung erklären lasse. Hieran hätten auch spekulative Käufe einen erheblichen Anteil, sagen Analysten.
Einige Prognosen, die für den Ölpreis derzeit herumgereicht werden, sehen ihn zum Jahresende auf 85 bis 90 Dollar klettern. Es gilt vor diesem Hintergrund als möglich, dass das Ölförderkartell Opec auf seiner nächsten Sitzung im Dezember eine Erhöhung der Förderquoten beschließen könnte. Von einer Anhebung um 500.000 bis eine Million Fass am Tag ist hier und da die Rede. Denn auch die Förderländer haben ein Interesse daran, dass der Preis nicht allzu schnell in die Höhe schießt und womöglich den Aufschwung der Weltwirtschaft gefährdet.
Auf den Anleihemärkten schlägt sich der Konjunkturoptimismus in einer Versteilung der Zinsstrukturkurve nieder. Die Renditen am kurzen Ende des Marktes bleiben fest auf niedrigem Niveau verankert, nicht zuletzt wegen des Versprechens der Notenbanken eines niedrigen Leitzinses. Am langen Ende des Marktes aber klettern die Renditen vorsichtig in die Höhe, so dass sich der Zinsabstand zwischen kürzeren und längeren Laufzeiten vergrößert. Das hat freilich auch damit zu tun, dass das Angebot an Staatsanleihen deutlich steigt und auf deren Preise drückt. Das amerikanische Finanzministerium wird in dieser Woche Anleihen mit drei Jahren Laufzeit im Volumen von 40 Milliarden Dollar anbieten, eine neue zehnjährige kommt im Volumen von 25 Milliarden Dollar. Darüber hinaus bemüht sich die Regierung in Washington um eine Verlängerung der Fristigkeit und legt eine inflationsgeschützte Anleihe mit 30 Jahren Laufzeit im Volumen von 16 Milliarden Dollar auf. Dafür soll die Anleihe mit 20 Jahren Laufzeit nicht mehr angeboten werden.
Spekulative Käufe lassen Ölpreis in die Höhe schießen
Die russische Regierung lotet derweil bei Marktakteuren aus, ob sich eine Staatsanleihe des einstmals kommunistischen Landes erfolgreich am Markt platzieren und an Investoren verkaufen ließe. In London hat sich Finanzminister Alexej Kudrin mit Bankern getroffen, um sich über ein mögliches Interesse an einer für Anfang kommenden Jahres geplanten Anleihe im Volumen von knapp 18 Milliarden Dollar zu informieren. Es wäre das erste Mal seit der Zahlungsbilanzkrise im Jahr 1998, dass Russland den internationalen Kapitalmarkt in Anspruch nähme. Im Vergleich zu den hohen Gold- und Devisenreserven, die nicht zuletzt den Erlösen aus dem Ölverkauf zu verdanken sind, nimmt sich das geplante Anleihevolumen recht bescheiden aus. Russland besitzt derzeit Reserven von 433 Milliarden Dollar.
Der jüngste Anstieg des Ölpreises kommt Moskau und den anderen Exportnationen durchaus gelegen. Marktbeobachter äußern gleichwohl Zweifel, dass sich die verhältnismäßig schnelle Erhöhung von rund 65 auf 80 Dollar je Fass allein mit einer steigenden physischen Nachfrage im Zuge der Konjunkturaufhellung erklären lasse. Hieran hätten auch spekulative Käufe einen erheblichen Anteil, sagen Analysten.
Einige Prognosen, die für den Ölpreis derzeit herumgereicht werden, sehen ihn zum Jahresende auf 85 bis 90 Dollar klettern. Es gilt vor diesem Hintergrund als möglich, dass das Ölförderkartell Opec auf seiner nächsten Sitzung im Dezember eine Erhöhung der Förderquoten beschließen könnte. Von einer Anhebung um 500.000 bis eine Million Fass am Tag ist hier und da die Rede. Denn auch die Förderländer haben ein Interesse daran, dass der Preis nicht allzu schnell in die Höhe schießt und womöglich den Aufschwung der Weltwirtschaft gefährdet.
Freitag, 6. November 2009
DAX wird sich halbieren
Roland Leuschel: Keineswegs. Damals war ich schlicht zu optimistisch. Wir befinden uns mitten in einem langen Bärenmarkt, der mit dem der Dreißigerjahre zu vergleichen ist. Der Dax wird sich vom jetzigen Niveau wohl noch mal halbieren.
WELT ONLINE: Also ungebremst in den Abgrund?
Leuschel: Ich rechne damit, dass der Index bei 3500 bis 3600 Punkten einen Zwischenstopp einlegt. Dort verläuft eine starke technische Unterstützung. Das ist dann eine letzte gute Ausstiegsgelegenheit.
WELT ONLINE: Welche Art von Krise erleben wir?
Leuschel: Die westlichen Volkswirtschaften kranken an einem Übermaß an Verschuldung. Staaten, Firmen, Private – alle haben ihren Wohlstand im großen Maße auf Kredit gebaut. Mit dem Platzen der US-Hypothekenblase ist dieses System aufgeflogen. Jetzt erleben wir den langwierigen und qualvollen Prozess, dass die Schulden-Ökonomie abgewickelt wird. Das ist keine Rezession, sondern eine Depression.
WELT ONLINE: Die amerikanische Federal Reserve (Fed) und andere Notenbanken versuchen, der Wirtschaftskrise mit billigem Geld beizukommen. Die Regierungen haben milliardenschwere Konjunkturprogramme aufgelegt. Hilft uns das aus der Krise?
Leuschel: Im Gegenteil. Das verschlimmert die Krise, weil es das Vertrauen der Menschen in die Währungen untergräbt. Vor allem dass die Fed und neuerdings auch die Bank of England die hochschnellende Staatsverschuldung mit der Notenpresse finanzieren, ist ein verheerendes Signal. Alle reden jetzt von der Gründung einer Bad Bank. Dabei haben wir schon eine "bad bank“, nämlich die Fed.
WELT ONLINE: Also ungebremst in den Abgrund?
Leuschel: Ich rechne damit, dass der Index bei 3500 bis 3600 Punkten einen Zwischenstopp einlegt. Dort verläuft eine starke technische Unterstützung. Das ist dann eine letzte gute Ausstiegsgelegenheit.
WELT ONLINE: Welche Art von Krise erleben wir?
Leuschel: Die westlichen Volkswirtschaften kranken an einem Übermaß an Verschuldung. Staaten, Firmen, Private – alle haben ihren Wohlstand im großen Maße auf Kredit gebaut. Mit dem Platzen der US-Hypothekenblase ist dieses System aufgeflogen. Jetzt erleben wir den langwierigen und qualvollen Prozess, dass die Schulden-Ökonomie abgewickelt wird. Das ist keine Rezession, sondern eine Depression.
WELT ONLINE: Die amerikanische Federal Reserve (Fed) und andere Notenbanken versuchen, der Wirtschaftskrise mit billigem Geld beizukommen. Die Regierungen haben milliardenschwere Konjunkturprogramme aufgelegt. Hilft uns das aus der Krise?
Leuschel: Im Gegenteil. Das verschlimmert die Krise, weil es das Vertrauen der Menschen in die Währungen untergräbt. Vor allem dass die Fed und neuerdings auch die Bank of England die hochschnellende Staatsverschuldung mit der Notenpresse finanzieren, ist ein verheerendes Signal. Alle reden jetzt von der Gründung einer Bad Bank. Dabei haben wir schon eine "bad bank“, nämlich die Fed.
Gold 1150 in YAVG 2010
Aktuelles: Die Goldnotierung ist weiter im Höhenflug. Hier zeichnet sich eine Spekulationsblase ab. Denn eine der Hauptursachen ist der Rekordoptimismus der nicht-kommerziellen Händler.
Deren Netto-Long-Positionen erreichten zuletzt mit über 240 Tausend Kontrakten so hohe Niveaus wie noch nie. Schaut man sich die Terminkurve für Gold an, deutet sich an, dass die Märkte derzeit vor allem ab Ende 2010 mit einer weiteren nennenswerten Verteuerung von Gold rechnen.
2. Sonstige Faktoren: Dass der Goldmarkt stark im Interesse von Finanzinvestoren steht, ist schon lange bekannt. Mit den neuen detaillierten Daten der US-Aufsichtsbehörde für den Warenterminhandel (CFTC) zur Handelstätigkeit an den Rohstoffbörsen ist jetzt aber ein nächster Schritt zu mehr Transparenz vollzogen. Während bislang nur kommerzielle von nicht-kommerziellen Händler unterschieden wurden, kann man jetzt rückwirkend für die Zeit ab 2006 die Positionierung von Swap- Händlern (u.a. Banken) von der Gruppe des so genannten Managed Money (u.a. Hedge Fonds) unterscheiden. Es zeigt sich am Beispiel des Goldmarktes am eindrucksvollsten – gilt aber auch für die meisten anderen Rohstoffmärkte –, dass sich Swap-Händler oft antizyklisch positionieren, während die Positionierung von Managed Money und die Futurespreisentwicklung oft in dieselbe Richtung weisen und damit die Preisentwicklung beeinflussen.
3. Unsere Meinung: Wir rechnen damit, dass der Goldpreis erstmal weiter steigen wird. Sowohl die reichliche Liquidität an den Geldmärkten als auch die Inflation sind Themen, die noch eine Weile vorherrschen werden und einen Nährboden für hohe Goldpreise darstellen. Zudem ist die Angst um das Währungssystem eine weitere „Story“ für die Goldmärkte. Deshalb passen wir unsere Goldpreisprognose nennenswert nach oben an und rechnen auf Sicht von 12 Monaten mit durchschnittlichen Goldpreisen im vierstelligen Bereich. Für den Jahresdurchschnitt 2009 sehen wir den Goldpreis nunmehr bei 970 US-Dollar pro Feinunze, für das kommende Jahr bei 1150 US-Dollar.
Deren Netto-Long-Positionen erreichten zuletzt mit über 240 Tausend Kontrakten so hohe Niveaus wie noch nie. Schaut man sich die Terminkurve für Gold an, deutet sich an, dass die Märkte derzeit vor allem ab Ende 2010 mit einer weiteren nennenswerten Verteuerung von Gold rechnen.
2. Sonstige Faktoren: Dass der Goldmarkt stark im Interesse von Finanzinvestoren steht, ist schon lange bekannt. Mit den neuen detaillierten Daten der US-Aufsichtsbehörde für den Warenterminhandel (CFTC) zur Handelstätigkeit an den Rohstoffbörsen ist jetzt aber ein nächster Schritt zu mehr Transparenz vollzogen. Während bislang nur kommerzielle von nicht-kommerziellen Händler unterschieden wurden, kann man jetzt rückwirkend für die Zeit ab 2006 die Positionierung von Swap- Händlern (u.a. Banken) von der Gruppe des so genannten Managed Money (u.a. Hedge Fonds) unterscheiden. Es zeigt sich am Beispiel des Goldmarktes am eindrucksvollsten – gilt aber auch für die meisten anderen Rohstoffmärkte –, dass sich Swap-Händler oft antizyklisch positionieren, während die Positionierung von Managed Money und die Futurespreisentwicklung oft in dieselbe Richtung weisen und damit die Preisentwicklung beeinflussen.
3. Unsere Meinung: Wir rechnen damit, dass der Goldpreis erstmal weiter steigen wird. Sowohl die reichliche Liquidität an den Geldmärkten als auch die Inflation sind Themen, die noch eine Weile vorherrschen werden und einen Nährboden für hohe Goldpreise darstellen. Zudem ist die Angst um das Währungssystem eine weitere „Story“ für die Goldmärkte. Deshalb passen wir unsere Goldpreisprognose nennenswert nach oben an und rechnen auf Sicht von 12 Monaten mit durchschnittlichen Goldpreisen im vierstelligen Bereich. Für den Jahresdurchschnitt 2009 sehen wir den Goldpreis nunmehr bei 970 US-Dollar pro Feinunze, für das kommende Jahr bei 1150 US-Dollar.
Oikokredit
In rund 70 Ländern profitieren mehr als 17 Millionen Kreditnehmer von den fairen „Oikocredit“-Mikrokrediten; mehr als 30.000 Anleger nehmen die Gelegenheit einer stabilen, sozialverantwortlichen Anlage wahr. Der Förderverein „Oikocredit Austria“ verwaltet die Gelder der österreichischen Anleger treuhändig. Die Geldanlage wird mit maximal zwei Prozent Dividende verzinst.
Dadurch sei es möglich, den „Ärmsten der Armen“ Mikrokredite zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig notwendige Rücklagen aufzubauen, falls ein Kreditnehmer einmal nicht zurückzahlen kann - was jedoch nur äußerst selten vorkommt, wie Günter Lenhart, Vorstand von „Oikocredit Austria“, berichtete: „Wir hatten in den letzten Jahren immer nur Ausfälle von weniger als ein Prozent. Die Kreditnehmer zahlen zuverlässig zurück, weil sie sich die Chance der Armut zu entkommen, nicht entgehen lassen wollen“.
Dadurch sei es möglich, den „Ärmsten der Armen“ Mikrokredite zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig notwendige Rücklagen aufzubauen, falls ein Kreditnehmer einmal nicht zurückzahlen kann - was jedoch nur äußerst selten vorkommt, wie Günter Lenhart, Vorstand von „Oikocredit Austria“, berichtete: „Wir hatten in den letzten Jahren immer nur Ausfälle von weniger als ein Prozent. Die Kreditnehmer zahlen zuverlässig zurück, weil sie sich die Chance der Armut zu entkommen, nicht entgehen lassen wollen“.
Nvidia
Santa Clara, California (BoerseGo.de) - Nvidia zählt heute zu den größten Gewinnern der Nasdaq. Der Grafikchip-Spezialist schlug gestern Abend im Rahmen der Q3-Zahlen die Erwartungen der Wall Street gleich dreifach: Bei Gewinn, Umsatz & Ausblick. Damit schließt sich der Technologiekonzern der Legion von Unternehmen, die das von der Wall Street begehrte "Beat-and-Raise" schaffen.
Nvidia klettert 6,8%.
Nvidia klettert 6,8%.
Leuschel
Nach dem Platzen der Aktienblase führte eine krass falsche, in höchstem Maße riskante Geld- und Fiskalpolitik unter der Führung der USA zum Aufblasen der Immobilienblase. Die Verantwortlichen haben die gut sichtbaren Probleme geleugnet und die Augen verschlossen vor den gewaltigen Risiken. Mit Zitaten ihrer eigenen Arbeit aus den vergangenen Jahren können die Autoren belegen, dass es selbstverständlich möglich war, die Gefahren klar und deutlich zu erkennen: Absurde Preissteigerungen bei Immobilien und geradezu unglaubliche Exzesse bei der Kreditvergabe (Verbriefung von Forderungen, Kreditversicherer, Derivate).
Die gerade begonnene Rezession wird vom Konsumenten ausgehen und länger dauern als die beiden letzten. Der Konsument wird den Gürtel enger schnallen müssen. Es begann mit Bankenpleiten (Lehmann Brothers), und es drohen Hedgefondspleiten, Unternehmenspleiten und natürlich werden Millionen Menschen ihre Häuser in Zwangsversteigerungen verlieren. Es besteht die große Gefahr, eine weltweite Rezession zu erleben, die dann natürlich als Krise des Finanzsystems bezeichnet werden muss.
Die Verantwortlichen (Geld)-Politiker tun alles, um diese Abwärtsspirale zu stoppen, das heißt die Gelddruckmaschine heiß laufen lassen und die Staatsverschuldung durch die Decke jagen. Die Probleme werden damit aber nicht gelöst, aus schlechten Krediten macht man auf diese Weise nämlich keine guten. Der Bereinigungsprozess kann nicht mehr aufgehalten werden. Aber eine große Inflationswelle wird ausgelöst, so dass der langfristige Abwärtstrend der Zinsen, der 1980 begonnen hat, zu Ende gehen wird, wodurch weitere riesige Verluste bei festverzinslichen Wertpapieren entstehen. Banken und Versicherungen werden dadurch weitere große Probleme bekommen. Außerdem werden Privatanleger große Verluste erleiden, auch mit Lebensversicherungen. Rentner und andere Bezieher fester Gehälter werden zu den großen Verlierern zählen.
Die Autoren beschreiben, wie in der allgegenwärtigen Propaganda systematisch davon abgelenkt wird, dass es die staatlichen Eingriffe in die Marktwirtschaft waren, die uns die jetzt beginnende Misere beschert haben. Und sie beschreiben, wie die interventionistischen Antworten des Staates und seiner Notenbank auf die Krise aussehen - und wo sie uns vermutlich hinführen werden.
Es soll ein ganz klares Plädoyer zur Marktwirtschaft werden. Es besteht die Gefahr, dass gerade in Deutschland die beginnenden schlechten Zeiten erneut zu einem sozialistischen Staat führen werden. Die Autoren schreiben außerdem über Gold, das nicht nur ein Schutz vor Inflation und anderen wirtschaftlichen Fehlentwicklungen ist, sondern - auch historisch gesehen - Schutz vor dem übermächtigen Staat und somit ein Garant der Freiheit ist.
Das Buch endet mit einem positiven Schluss: Jede Krise - auch die jetzige - bietet für denjenigen, der vorbereitet ist, neue Chancen.
Über die Autoren
Roland Leuschel studierte das Fach Wirtschaftsingenieurwesen an der Universität Karlsruhe und anschließend Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin. Er war ehemaliger Stratege und Direktor der Banque Bruxelles Lambert, Autor mehrerer Bücher (zuletzt "Das Greenspan Dossier", Co-Autor: Claus Vogt) und er erkannte rechtzeitig im Jahr 1982 die Aktienhausse in den USA und in Europa. Im Sommer 1987 sah er den Oktober-Crash exakt voraus und gilt seither als "Crash-Prophet", der zu den großen Börsenberühmtheiten in Europa zählt (Börse Online). In dem bereits erwähnten Buch beschuldigt er den ex US-Notenbankchef Alan Greenspan, die Spekulationsblase gefördert zu haben, indem er eine Politik des "leichten" Geldes umsetzte
Claus Vogt (Jahrgang 1963) absolvierte ein BWL-Studium an der Universität Frankfurt am Main. Sein beruflicher Werdegang führte ihn zu zwei internationalen Großbanken, bevor er im Jahr 2000 als Leiter Research zu der zur quirin bank AG gehörenden Berliner Effektenbank ging. Seine Analysen und Kommentare erscheinen seither im Kundenmagazin der auf Vermögensberatung und Vermögensverwaltung spezialisierten Privatbank sowie in dem gemeinsam mit dem Amerikaner Martin Weiss herausgegebenen Börsenbrief "Sicheres Geld". Er ist ein unbeugsamer Verfechter der Freiheit des Individuums und des aus dieser Idee zwingend folgenden kapitalistischen Wirtschaftssystems.
Die gerade begonnene Rezession wird vom Konsumenten ausgehen und länger dauern als die beiden letzten. Der Konsument wird den Gürtel enger schnallen müssen. Es begann mit Bankenpleiten (Lehmann Brothers), und es drohen Hedgefondspleiten, Unternehmenspleiten und natürlich werden Millionen Menschen ihre Häuser in Zwangsversteigerungen verlieren. Es besteht die große Gefahr, eine weltweite Rezession zu erleben, die dann natürlich als Krise des Finanzsystems bezeichnet werden muss.
Die Verantwortlichen (Geld)-Politiker tun alles, um diese Abwärtsspirale zu stoppen, das heißt die Gelddruckmaschine heiß laufen lassen und die Staatsverschuldung durch die Decke jagen. Die Probleme werden damit aber nicht gelöst, aus schlechten Krediten macht man auf diese Weise nämlich keine guten. Der Bereinigungsprozess kann nicht mehr aufgehalten werden. Aber eine große Inflationswelle wird ausgelöst, so dass der langfristige Abwärtstrend der Zinsen, der 1980 begonnen hat, zu Ende gehen wird, wodurch weitere riesige Verluste bei festverzinslichen Wertpapieren entstehen. Banken und Versicherungen werden dadurch weitere große Probleme bekommen. Außerdem werden Privatanleger große Verluste erleiden, auch mit Lebensversicherungen. Rentner und andere Bezieher fester Gehälter werden zu den großen Verlierern zählen.
Die Autoren beschreiben, wie in der allgegenwärtigen Propaganda systematisch davon abgelenkt wird, dass es die staatlichen Eingriffe in die Marktwirtschaft waren, die uns die jetzt beginnende Misere beschert haben. Und sie beschreiben, wie die interventionistischen Antworten des Staates und seiner Notenbank auf die Krise aussehen - und wo sie uns vermutlich hinführen werden.
Es soll ein ganz klares Plädoyer zur Marktwirtschaft werden. Es besteht die Gefahr, dass gerade in Deutschland die beginnenden schlechten Zeiten erneut zu einem sozialistischen Staat führen werden. Die Autoren schreiben außerdem über Gold, das nicht nur ein Schutz vor Inflation und anderen wirtschaftlichen Fehlentwicklungen ist, sondern - auch historisch gesehen - Schutz vor dem übermächtigen Staat und somit ein Garant der Freiheit ist.
Das Buch endet mit einem positiven Schluss: Jede Krise - auch die jetzige - bietet für denjenigen, der vorbereitet ist, neue Chancen.
Über die Autoren
Roland Leuschel studierte das Fach Wirtschaftsingenieurwesen an der Universität Karlsruhe und anschließend Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin. Er war ehemaliger Stratege und Direktor der Banque Bruxelles Lambert, Autor mehrerer Bücher (zuletzt "Das Greenspan Dossier", Co-Autor: Claus Vogt) und er erkannte rechtzeitig im Jahr 1982 die Aktienhausse in den USA und in Europa. Im Sommer 1987 sah er den Oktober-Crash exakt voraus und gilt seither als "Crash-Prophet", der zu den großen Börsenberühmtheiten in Europa zählt (Börse Online). In dem bereits erwähnten Buch beschuldigt er den ex US-Notenbankchef Alan Greenspan, die Spekulationsblase gefördert zu haben, indem er eine Politik des "leichten" Geldes umsetzte
Claus Vogt (Jahrgang 1963) absolvierte ein BWL-Studium an der Universität Frankfurt am Main. Sein beruflicher Werdegang führte ihn zu zwei internationalen Großbanken, bevor er im Jahr 2000 als Leiter Research zu der zur quirin bank AG gehörenden Berliner Effektenbank ging. Seine Analysen und Kommentare erscheinen seither im Kundenmagazin der auf Vermögensberatung und Vermögensverwaltung spezialisierten Privatbank sowie in dem gemeinsam mit dem Amerikaner Martin Weiss herausgegebenen Börsenbrief "Sicheres Geld". Er ist ein unbeugsamer Verfechter der Freiheit des Individuums und des aus dieser Idee zwingend folgenden kapitalistischen Wirtschaftssystems.
Für Kleinanleger - bei DAX Käufeb warten bis 5300
abei ist es wichtig, die Anatomie einer Korrektur genau zu kennen. Aus einer Auswertung von WELT ONLINE geht hervor, dass der durchschnittliche Rücksetzer 23 Handelstage dauert und dass der Tiefpunkt im Mittel 10,2 Prozent unter dem vorherigen Indexhoch liegt. Die schwächste Korrektur fand 2005 statt: Sie war schon nach 17 Handelstagen und 6,5 Prozent Kursverlust überstanden. Die schärfste Korrektur umfasste 25 Handelstage und bescherte Dax-Anlegern in dieser Zeit ein Minus von knapp 14 Prozent. Ein weiteres Merkmal der Korrektur ist das Hochschnellen des VDax. In ruhigen Zeiten lag dieses Angst-Barometer zwischen 15 und 20, eine Korrektur geht meist mit einem Wert von über 20 bis 35 einher. Jenseits eines VDax-Stands von 35 kann von Panik gesprochen werden.
Gemessen am Jahreshoch vom 14. Oktober 2009 - damals erreichte der Dax auf Schlusskursbasis 5854 Zähler -, würde die jetzige Korrektur, hält sie sich an das Drehbuch für gelegentliche Rücksetzer, bei 5257 Stellen enden. Ähnelt sie jedoch dem heftigen Zwischeneinbruch von Mai/Juni 2006 käme es Dax erst bei 5046 Punkten zum Stehen. Dann müssten Anleger sich auf ein weiteres Minus von gut 300 Zählern einstellen.
Fest steht, dass eine normale Korrektur innerhalb eines Aufwärtstrends nicht mehr als zehn bis 15 Prozent ausmacht. Für viele, die den Aufschwung am Aktienmarkt bislang verpasst haben und schon länger auf günstigere Kurse warten, könnte dies nun die Chance sein. Je nach Risikofreude sollten sie bereits erste Positionen aufbauen - auch wenn die Gefahr besteht, dass zunächst einmal größere Kursverluste anfallen.
Wer seine Wetten jedoch zu knapp platziert, läuft Gefahr, nicht rechtzeitig genug eingestiegen zu sein. Die meisten Analysten gehen davon aus, dass der Bullenmarkt noch nicht beendet ist und die Kurse nach einer Verschnaufpause weiter steigen können. Viele Experten halten am Jahresende 6200 Punkte beim Dax für möglich.
Für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung spricht das Anlageumfeld: Es fehlen die Investmentalternativen, und viel Geld ist auf der Suche nach Rendite. Am Geldmarkt bewegen sich die Zinsen zwischen 0,3 und 0,4 Prozent im Jahr. Die Tagesgeldangebote der Kreditinstitute liegen im Schnitt bei 1,4 Prozent. Selbst Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit werfen gerade einmal 3,2 Prozent ab.
Auf absehbare Zeit scheint kein markanter Anstieg der Zinsen zu erwarten, ist es doch politisch gewollt, dass die Sätze niedrig bleiben. Auch Industrieanleihen werfen längst nicht mehr so viel ab wie noch vor einem Jahr. Manche Investorengruppen wie Pensionskassen oder Lebensversicherungen sind gezwungen, bestimmte Renditeverpflichtungen zu erfüllen. Ohne Dividendenpapiere scheint das auf Dauer schwer erreichbar.
"Buy on dips - kaufe in Schwächephasen", lautet auch der Ratschlag von Adrian Cattley, Marktstratege bei Citigroup. Rückschläge wie der derzeitige seien in Aufschwungphasen etwas vollkommen Normales. "Aktien sind (immer noch) billig, billig, billig", schreibt Cattley, das gelte besonders für Standardwerte, zu denen er unter anderem den Versorger E.on zählt.
Wer das Einzeltitelrisiko scheut, hält sich besser an Indexprodukte, die die Wertentwicklung des Dax eins zu eins wiedergeben. Einen Gang höher schalten Optimisten mit dem Lyxor LevDax ETF, in dessen Kurs sich Gewinne (aber auch Verluste) verstärkt abbilden.
Gemessen am Jahreshoch vom 14. Oktober 2009 - damals erreichte der Dax auf Schlusskursbasis 5854 Zähler -, würde die jetzige Korrektur, hält sie sich an das Drehbuch für gelegentliche Rücksetzer, bei 5257 Stellen enden. Ähnelt sie jedoch dem heftigen Zwischeneinbruch von Mai/Juni 2006 käme es Dax erst bei 5046 Punkten zum Stehen. Dann müssten Anleger sich auf ein weiteres Minus von gut 300 Zählern einstellen.
Fest steht, dass eine normale Korrektur innerhalb eines Aufwärtstrends nicht mehr als zehn bis 15 Prozent ausmacht. Für viele, die den Aufschwung am Aktienmarkt bislang verpasst haben und schon länger auf günstigere Kurse warten, könnte dies nun die Chance sein. Je nach Risikofreude sollten sie bereits erste Positionen aufbauen - auch wenn die Gefahr besteht, dass zunächst einmal größere Kursverluste anfallen.
Wer seine Wetten jedoch zu knapp platziert, läuft Gefahr, nicht rechtzeitig genug eingestiegen zu sein. Die meisten Analysten gehen davon aus, dass der Bullenmarkt noch nicht beendet ist und die Kurse nach einer Verschnaufpause weiter steigen können. Viele Experten halten am Jahresende 6200 Punkte beim Dax für möglich.
Für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung spricht das Anlageumfeld: Es fehlen die Investmentalternativen, und viel Geld ist auf der Suche nach Rendite. Am Geldmarkt bewegen sich die Zinsen zwischen 0,3 und 0,4 Prozent im Jahr. Die Tagesgeldangebote der Kreditinstitute liegen im Schnitt bei 1,4 Prozent. Selbst Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit werfen gerade einmal 3,2 Prozent ab.
Auf absehbare Zeit scheint kein markanter Anstieg der Zinsen zu erwarten, ist es doch politisch gewollt, dass die Sätze niedrig bleiben. Auch Industrieanleihen werfen längst nicht mehr so viel ab wie noch vor einem Jahr. Manche Investorengruppen wie Pensionskassen oder Lebensversicherungen sind gezwungen, bestimmte Renditeverpflichtungen zu erfüllen. Ohne Dividendenpapiere scheint das auf Dauer schwer erreichbar.
"Buy on dips - kaufe in Schwächephasen", lautet auch der Ratschlag von Adrian Cattley, Marktstratege bei Citigroup. Rückschläge wie der derzeitige seien in Aufschwungphasen etwas vollkommen Normales. "Aktien sind (immer noch) billig, billig, billig", schreibt Cattley, das gelte besonders für Standardwerte, zu denen er unter anderem den Versorger E.on zählt.
Wer das Einzeltitelrisiko scheut, hält sich besser an Indexprodukte, die die Wertentwicklung des Dax eins zu eins wiedergeben. Einen Gang höher schalten Optimisten mit dem Lyxor LevDax ETF, in dessen Kurs sich Gewinne (aber auch Verluste) verstärkt abbilden.
Goldpreis 1300 dlr
Wer hat Angst vor der Notenbank? Gold-Anleger sicher nicht mehr. Bisher galt es als eine der größten Gefahren für den Edelmetall-Preis, dass die Währungshüter Millionen von Unzen auf den Markt werfen könnten. Federal Reserve, Bundesbank und andere Notenbanken gehören zu den größten Haltern der Krisenwährung und waren in der Vergangenheit häufig daran interessiert, die Notierungen zu drücken.
Doch nun wechseln die Institutionen mehr und mehr auf die Käuferseite und verteuern Gold damit. Diese Woche ist der Unzenpreis auf ein neues Rekordhoch von knapp 1100 Dollar gestiegen. Zuvor hatte die Reserve Bank of India angekündigt, für knapp sieben Mrd. Dollar rund 200 Tonnen (6,4 Mio. Unzen) des gelben Metalls direkt vom Internationalen Währungsfonds (IWF) zu erwerben.
„Die überraschende Nachricht über die Gold-Transaktion der indischen Zentralbank hat gezeigt, dass das Damokles-Schwert groß angelegter Verkäufe stumpf ist“, sagt Erwin Grandinger, Politischer Analyst bei der EPM Group in Berlin. Hätte der IWF das gelbe Metall wie ursprünglich erwartet über den Markt verkauft, hätte das zusätzliche Angebot die Notierungen unter Druck bringen können.
Doch die Entscheidung der Inder hat noch eine zweite Dimension: „Gerade in Asien glauben viele nicht mehr an den Dollar-Standard“, sagt Grandinger. Bisher seien die Währungsreserven überwiegend in US-Papieren gehalten worden, nun würden gezielt alternative Formen der Wertaufbewahrung gesucht. „Das Gold profitiert insofern Nutznießer vom Vertrauensverlust in den Greenback.“
Doch nun wechseln die Institutionen mehr und mehr auf die Käuferseite und verteuern Gold damit. Diese Woche ist der Unzenpreis auf ein neues Rekordhoch von knapp 1100 Dollar gestiegen. Zuvor hatte die Reserve Bank of India angekündigt, für knapp sieben Mrd. Dollar rund 200 Tonnen (6,4 Mio. Unzen) des gelben Metalls direkt vom Internationalen Währungsfonds (IWF) zu erwerben.
„Die überraschende Nachricht über die Gold-Transaktion der indischen Zentralbank hat gezeigt, dass das Damokles-Schwert groß angelegter Verkäufe stumpf ist“, sagt Erwin Grandinger, Politischer Analyst bei der EPM Group in Berlin. Hätte der IWF das gelbe Metall wie ursprünglich erwartet über den Markt verkauft, hätte das zusätzliche Angebot die Notierungen unter Druck bringen können.
Doch die Entscheidung der Inder hat noch eine zweite Dimension: „Gerade in Asien glauben viele nicht mehr an den Dollar-Standard“, sagt Grandinger. Bisher seien die Währungsreserven überwiegend in US-Papieren gehalten worden, nun würden gezielt alternative Formen der Wertaufbewahrung gesucht. „Das Gold profitiert insofern Nutznießer vom Vertrauensverlust in den Greenback.“
Montag, 2. November 2009
Was bringt über 4 % ?
Daraus folgt, dass einige zehnjährige, auf Euro lautende Staatsanleihen auch jetzt noch attraktive Renditen bieten: Italien 4,11 Prozent, Griechenland 4,66 Prozent und Irland 4,74 Prozent. Für viele sogenannte institutionelle Anleger, also vor allem Versicherungen, Banken und Pensionskassen, die sich am Geldmarkt oder über billige Kundeneinlagen refinanzieren können, sind Anlagen in solchen Papieren sehr lohnend, solange sie davon ausgehen können, dass die EZB nicht die Zügel anzieht.
Mit Bundesanleihen schafft man übrigens die Vier-Prozent-Hürde nur mit den allerlängsten Laufzeiten, also den Fälligkeiten ab 2027, und auch das nur gerade so. Zehnjährige Pfandbriefe bringen "nur" 3,75 Prozent - ich setze das Wort "nur" in Anführungszeichen, weil das angesichts einer Inflationsrate von null so schlecht nicht ist.
Warum nicht, gut gestreut, auch ein paar deutsche Unternehmensanleihen ins Portefeuille nehmen? Hier sind einige, mit der Endfälligkeit und der aktuellen Rendite in Klammern: Bertelsmann ('16; 4,97 Prozent), Fraport ('19; 5,13 Prozent) oder etwa Lufthansa ('16; 5,31 Prozent). Es gibt auch eine ganze Reihe von bekannten Unternehmen, deren Aktienkurse so niedrig sind, dass die Dividendenrendite über vier Prozent liegt.
In Deutschland gehören dazu beispielsweise die Allianz, BASF, die Deutsche Post, die Telekom oder RWE. Auch im EuroStoxx 50 ist die Auswahl nicht gerade klein - insbesondere die Versorger und Telekom-Unternehmen zahlen oft Dividenden von mehr als vier Prozent, bezogen auf den Aktienkurs. Wichtig ist natürlich, dass die Unternehmen eine starke Marktstellung haben und zudem dafür bekannt sind, dass sie auch in schwierigen Zeiten ihre Dividenden weiterzahlen.
Zum Schluss noch ein Wort zum Goldpreis: Trotz der niedrigen Inflationsraten und trotz des nicht unerheblichen Risikos, dass wir es noch für eine Weile weltweit mit Deflation zu tun haben könnten, der Höhenflug des Goldes ist offenbar kaum zu stoppen. In Dollar gerechnet ist sein Preis seit dem letzten Tiefpunkt im März 2001 relativ stetig mit einer jährlichen Rate von 17,7 Prozent gestiegen. Mit kaum einem anderen Investment ließ sich dermaßen viel Geld verdienen.
Mit Bundesanleihen schafft man übrigens die Vier-Prozent-Hürde nur mit den allerlängsten Laufzeiten, also den Fälligkeiten ab 2027, und auch das nur gerade so. Zehnjährige Pfandbriefe bringen "nur" 3,75 Prozent - ich setze das Wort "nur" in Anführungszeichen, weil das angesichts einer Inflationsrate von null so schlecht nicht ist.
Warum nicht, gut gestreut, auch ein paar deutsche Unternehmensanleihen ins Portefeuille nehmen? Hier sind einige, mit der Endfälligkeit und der aktuellen Rendite in Klammern: Bertelsmann ('16; 4,97 Prozent), Fraport ('19; 5,13 Prozent) oder etwa Lufthansa ('16; 5,31 Prozent). Es gibt auch eine ganze Reihe von bekannten Unternehmen, deren Aktienkurse so niedrig sind, dass die Dividendenrendite über vier Prozent liegt.
In Deutschland gehören dazu beispielsweise die Allianz, BASF, die Deutsche Post, die Telekom oder RWE. Auch im EuroStoxx 50 ist die Auswahl nicht gerade klein - insbesondere die Versorger und Telekom-Unternehmen zahlen oft Dividenden von mehr als vier Prozent, bezogen auf den Aktienkurs. Wichtig ist natürlich, dass die Unternehmen eine starke Marktstellung haben und zudem dafür bekannt sind, dass sie auch in schwierigen Zeiten ihre Dividenden weiterzahlen.
Zum Schluss noch ein Wort zum Goldpreis: Trotz der niedrigen Inflationsraten und trotz des nicht unerheblichen Risikos, dass wir es noch für eine Weile weltweit mit Deflation zu tun haben könnten, der Höhenflug des Goldes ist offenbar kaum zu stoppen. In Dollar gerechnet ist sein Preis seit dem letzten Tiefpunkt im März 2001 relativ stetig mit einer jährlichen Rate von 17,7 Prozent gestiegen. Mit kaum einem anderen Investment ließ sich dermaßen viel Geld verdienen.
DJ improving
A stock rally gained momentum Monday following a much stronger-than-expected manufacturing report and strength on the housing front.
Stocks moved higher right out of the gate after Ford reported its first quarterly profit in more than a year.
The Dow Jones industrial average (INDU) rose 96 points, or 1%, after being up as much as 145 points earlier. The S&P 500 (SPX) jumped 9 points, or 0.9%, and the Nasdaq composite (COMP) rose 13 points, or 0.6%.
A key index of U.S. manufacturing activity reached its highest level in three and a-half years in October, according to a purchasing managers' group report released early Monday. That news, coupled with a solid reading on pending home sales, helped propel stocks sharply higher.
Stocks moved higher right out of the gate after Ford reported its first quarterly profit in more than a year.
The Dow Jones industrial average (INDU) rose 96 points, or 1%, after being up as much as 145 points earlier. The S&P 500 (SPX) jumped 9 points, or 0.9%, and the Nasdaq composite (COMP) rose 13 points, or 0.6%.
A key index of U.S. manufacturing activity reached its highest level in three and a-half years in October, according to a purchasing managers' group report released early Monday. That news, coupled with a solid reading on pending home sales, helped propel stocks sharply higher.
Sonntag, 1. November 2009
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