Freitag, 2. Oktober 2009

Nachzügler

Der Dialyse-Spezialist Fresenius dümpelt seit einigen Monaten vor sich hin; die Aktie hat die Rally irgendwie verpasst. Dabei sehen die Aussichten für den Gesundheitskonzern durchweg positiv aus, denn die Gesundheitbranche ist eine der wenigen, die auch in den kommenden Jahren wachsen wird. Die Analysten gehen für 2009 von einem Gewinnsprung von gut 30 Prozent aus. Für das nächste Jahr errechnen sie ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von elf – die Aktie scheint somit relativ günstig bewertet. Die Mehrzahl der Analysten empfiehlt die Aktie deswegen zum Kauf und sehen das 12-Monats-Kursziel bei 48 Euro – zurzeit notiert der Titel bei 40 Euro.

– Die Aktie von Sky Deutschland, ehemals Premiere, wuchs zwar seit ihrem Tief im April bei 1,33 Euro auf das zweieinhalbfache, im Vergleich zum Vorjahr liegt das Papier aber immer noch über 60 Prozent im Minus. Der Bezahlsender hat nur einen neuen Namen und mit dem Australier Mark Williams einen neuen Chef, die Probleme sind jedoch die alten geblieben. Das Medienunternehmen fährt Verluste ein, allein im zweiten Quartal fiel bei einem Umsatz von 230 Millionen Euro ein Minus von 63 Millionen Euro an. Konzernchef Williams hofft, 2011 wieder in die Gewinnzone zurückzukehren. Die Zahl der Abonnenten schrumpfte indes weiter. Auch die im Juli gestartete Marketingkampagne nagt an der Rendite. Vor diesem Hintergrund erstaunt der Vertrauensvorschuss der Anleger, die den Kurs noch einmal deutlich nach oben klettern ließen. Mittlerweile scheint es, dass der Optimismus aufgebraucht ist, denn der Kurs weist wieder gen Süden.

– Auch beim Nachzügler HeidelbergCement erstaunt der gestiegene Kurs. Die Aktie verdoppelte sich seit März und notiert zurzeit bei etwa 43 Euro. Anleger spekulieren darauf, dass HeidelbergCement mittelfristig in den Dax aufsteigen könnte, da der Streubesitz, sprich der Anteil von Aktien, die nicht in festen Händen sind, sich durch eine Kapitalerhöhung deutlich erhöht. Wenn auch noch der bisherige Großaktionär Ludwig Merckle, der Sohn des durch Selbstmord aus dem Leben geschiedenen Adolf Merckle, weitere seiner Anteile abgibt, erhöht sich der Streubesitz sogar auf 80 Prozent. Der Zementhersteller braucht das Geld jedoch, um seine überbordenden Schulden abzubauen. Trotzdem bleibt dem Konzern finanziell kaum Luft zum Atmen. Die Analysten sind denn auch mehrheitlich eher pessimistisch in Bezug auf HeidelbergCement eingestellt und prognostizieren einen Kurs von 41 Euro auf 12-Monats-Sicht, was eher für fallende Notierungen spricht.

– Europas größter Kupferproduzent Aurubis, die frühere Norddeutsche Affinerie, profitiert von der langsam wieder anziehenden Nachfrage aus China, wo staatliche Konjunkturprogramme den Bedarf nach dem Buntmetall steigen lassen. Die Talsohle dürfte das Unternehmen durchschritten haben. Konzernchef Bernd Drouven zeigt sich optimistisch, fürs Gesamtjahr unterm Strich schwarze Zahlen präsentieren zu können. Insofern plädiert die Mehrzahl der Analysten dafür, die Aktie zu kaufen. Darüber hinaus könnte dem Kurs helfen, dass der Stahlhersteller Salzgitter beabsichtigt, seinen Anteil an Aurubis von derzeit 23 auf 29,9 Prozent aufzustocken. Deswegen zieht schon mal der Salzgitter-Vorstandsvorsitzende in den Aurubis-Aufsichtsrat ein.

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