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04.10.2009, 14:57 | | 16 KommentareArtikel merkenMein FOCUS
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Mehr Gold, weniger Anleihen
Anlageexperte Jens Ehrhardt warnt vor einem falschen Mix im Depot: Gold sei meist zu wenig vertreten, Anleihen seien oft übergewichtet.
Von FOCUS-MONEY-Redakteur Johannes Heinritzi
DJE Vermögensverwalter Jens Ehrhardt Für Goldbullen saß der Schock tief. Der Internationale Währungsfonds (IWF) will für rund neun Milliarden Euro Gold auf den Markt werfen. Der Schreck hielt jedoch nur kurz an. Denn die 403,3 Tonnen Gold könnte China mit links aufnehmen. Die Regierung in Peking soll auch bereits signalisiert haben, dass sie zumindest an Teilen des IWF-Golds Interesse habe. Die Barren dürften also erst gar nicht auf den Markt kommen, sondern nur von Tresor zu Tresor wandern. Damit könnte auch der Goldpreis von 1000 US-Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) Bestand haben. ZUM THEMA
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Die Wahrheit über GoldSteigt der Goldpreis weiter? Vieles spricht dafür, meint Jens Ehrhardt, die Nummer eins unter den unabhängigen Vermögensverwaltern, im Interview mit FOCUS Online.
FOCUS Online: Treiben Inflationsängste den Goldpreis an?
Jens Ehrhardt: Ich halte übertriebene Inflationsängste für falsch. In den nächsten ein bis zwei Jahren dürfte eher Deflation ein Thema sein. In vielen Branchen gibt es erhebliches Überangebot. Es dürfte Jahre dauern, bis die überschüssigen Kapazitäten vernichtet werden. Inflationsängste treiben zurzeit den Goldpreis wahrscheinlich nur in geringem Ausmaß. Der Hauptgrund für den Preisanstieg dürfte ähnlich wie an den Aktienmärkten in liquiditätsbedingter steigender Nachfrage bei gleichzeitig geringem Angebot – weder Aktien noch Gold werden in größerem Ausmaß verkauft – liegen. FOCUS Online: Lohnt es sich also für Anleger noch, in Gold zu investieren?
Ehrhardt: Gold ist in den Portefeuilles der Anleger immer noch weit unterdurchschnittlich vertreten. Seit 1980 haben sich die weltweiten Bestände an Anleihen und Aktien in etwa versechzehnfacht. Industrie- und Staatsanleihen dürften in diesem Jahr in einem Umfang von mindestens 5000 Milliarden Dollar emittiert werden. Die Welt-Gold-Jahresproduktion liegt dagegen nur bei circa 75 Milliarden Dollar. Entsprechend niedrig sind Goldbestände in den Depots vertreten, während Anleihen (auch im Verhältnis zu Aktien) anteilsmäßig inzwischen eine für den Anleger auf die Dauer nicht tolerierbare, zu hohe Position erreicht haben. Der Goldpreis-Höchststand von 1980 entspricht einem inflationsbereinigten Dollar-Wert von rund 2400 Dollar. Anleger kaufen also nicht zu Höchstkursen. Gold-Engagements sollten allerdings immer langfristig angelegt sein. Ich sehe hier eine gewisse Versicherung für schwierige Wirtschaftszeiten. Da die Wirtschaftsprobleme weltweit in der jüngsten Krise in keiner Weise bereinigt wurden, denke ich, dass Gold auf die Dauer eine wachsende Bedeutung für die Anleger bekommen wird.
Entsprechend dürften die Preise für die meisten Vermögensgüter – bei geringen Umsätzen – steigen. Langfristig muss man sich allerdings um die erheblichen Geldmengenausdehnungen Sorgen machen.
Donnerstag, 22. Oktober 2009
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