Freitag, 30. Dezember 2011
NZZ
http://www.nzz.ch/finanzen/nachrichten/schweizer_anleihen_schlagen_schweizer_aktien_1.13967476.html
DAX Prognose
Die Analysten trauen den Aktienmärkten im kommenden Jahr so einiges zu: kräftige Kursschwankungen und Einbußen, allerdings auch einen deutlichen Anstieg der Indizes zum Jahresende. Dies ergibt unsere diesjährige Umfrage unter 21 Banken und Fondsgesellschaften. Demnach rechnen die Marktstrategen für den Dax auf Jahressicht im Durchschnitt mit einem Anstieg um 14 Prozent oder 800 Punkte auf dann fast 6600 Punkte. In diesem Jahr steht für den deutschen Auswahlindex ein Minus von 16 Prozent zu Buche.
Trotz der meist positiven Prognosen ist die Unsicherheit unter den Fachleuten sehr groß. Die Marktprognosen sind ihnen offenbar selten so schwer gefallen. Das zeigen nicht nur die Erwartung starker Kursschwankungen im Jahresverlauf, sondern auch die ungewöhnlich großen Spannen, die zwischen den Prognosen der Banken liegen. In diesem Jahr haben zudem mehr Institute als sonst auf die Vorhersage zum Halbjahr verzichtet. Besonders die ersten Monate des nächsten Jahres dürften für den Markt sehr schwierig werden, heißt es vielerorts. Die Schuldenkrise in Europa und die fortwährende Suche nach einer Lösung bleiben die beherrschenden Themen.
Indextief wie 2009
Die pessimistischste Prognose für den Dax stammt in diesem Jahr von der Société Générale. Die Analysten der französischen Bank glauben, dass der Index in sechs Monaten durchaus bei 4800 Punkten liegen könnte und damit so tief wie zuletzt im Sommer 2009. Das wären überdies 1000 Punkte weniger als jetzt. Die HSH Nordbank hingegen sieht den Dax dann schon wieder bei 7000 Punkten. Aus beiden Prognosen errechnet sich eine Spanne von 2200 Punkten. Die Analysten der französischen Bank bleiben auch zum Jahresende besonders pessimistisch mit einem Dax-Niveau von dann 5500 Punkten (aus jetziger Sicht immer noch ein Minus von 5 Prozent), während die Analysten der japanischen Bank Nomura den Dax Ende 2012 bis auf 7600 Punkte steigen sehen. Dies wiederum entspräche dem höchsten Indexstand dieses Jahres und einem Plus von rund einem Drittel.
Trotz der meist positiven Prognosen ist die Unsicherheit unter den Fachleuten sehr groß. Die Marktprognosen sind ihnen offenbar selten so schwer gefallen. Das zeigen nicht nur die Erwartung starker Kursschwankungen im Jahresverlauf, sondern auch die ungewöhnlich großen Spannen, die zwischen den Prognosen der Banken liegen. In diesem Jahr haben zudem mehr Institute als sonst auf die Vorhersage zum Halbjahr verzichtet. Besonders die ersten Monate des nächsten Jahres dürften für den Markt sehr schwierig werden, heißt es vielerorts. Die Schuldenkrise in Europa und die fortwährende Suche nach einer Lösung bleiben die beherrschenden Themen.
Indextief wie 2009
Die pessimistischste Prognose für den Dax stammt in diesem Jahr von der Société Générale. Die Analysten der französischen Bank glauben, dass der Index in sechs Monaten durchaus bei 4800 Punkten liegen könnte und damit so tief wie zuletzt im Sommer 2009. Das wären überdies 1000 Punkte weniger als jetzt. Die HSH Nordbank hingegen sieht den Dax dann schon wieder bei 7000 Punkten. Aus beiden Prognosen errechnet sich eine Spanne von 2200 Punkten. Die Analysten der französischen Bank bleiben auch zum Jahresende besonders pessimistisch mit einem Dax-Niveau von dann 5500 Punkten (aus jetziger Sicht immer noch ein Minus von 5 Prozent), während die Analysten der japanischen Bank Nomura den Dax Ende 2012 bis auf 7600 Punkte steigen sehen. Dies wiederum entspräche dem höchsten Indexstand dieses Jahres und einem Plus von rund einem Drittel.
Donnerstag, 29. Dezember 2011
Gold verkaufen ?
Trotz des Preisverfalls am Goldmarkt: Manche Banken wie die Schweizer UBS rechnen damit, dass sich die Preise wieder erholen sollten. Die UBS senkte zwar am Mittwoch ihre Preisprognosen für verschiedene Metalle, doch erwartet die Bank für Gold im nächsten Jahr einen Durchschnittspreis von 2050 Dollar je Feinunze. Zuvor war die UBS noch von einem Durchschnittspreis im Jahr 2012 von 2075 Dollar ausgegangen. Auch bei der Commerzbank herrscht die Auffassung, dass „die mittel- bis langfristig orientierten Anleger Gold nach wie vor treu bleiben“. So hätten Rohstoff-Fonds wie die Gold-ETF (Exchange Traded Funds, ETF) weiterhin keine Abflüsse verzeichnet. Das niedrige Preisniveaus locke „schon bald zu Schnäppchenkäufen“.
Mittwoch, 5. Oktober 2011
Aus FORMAT
Stuart Reeve, Fondsmanager des auf Aktien mit hohen Ausschüttungen spezialisierten BlackRock Equity Income Fund: „McDonald’s ist ein gutes Beispiel dafür, dass Aktionäre nicht nur auf die absolute Höhe der Dividendenrendite schielen dürfen. Das Wachstum der Ausschüttungen ist mindestens genau so wichtig.“ In diesem Punkt ist die Aktie von McDonald’s (ISIN US5801351017) top, lagen doch die durchschnittlichen Dividendensteigerungen in den vergangenen fünf Jahren bei 24 Prozent.
Bei Dividendenwachstum und anlegerfreundlicher Ausschüttungspolitik kann auch der Schweizer Nahrungsmittelmulti Nestlé (CH0038863350) punkten. Seit 1977 wurde die Dividende jährlich im Schnitt um 14 Prozent erhöht, die aktuelle Dividendenrendite liegt bei 3,8 Prozent.
Mit jährlichen Ausschüttungs-Wachstumsraten von 22 Prozent spielt der spanische Telekomkonzern Telefónica (ES0178430E18) in derselben Liga wie McDonald’s. Bei der aktuellen Dividendenrendite in Höhe von 10,5 Prozent hat Telefónica aber die Nase vorn. Norbert Janisch, Fondsmanager des Raiffeisen-TopDividende-Aktien: „Anleger müssen aber berücksichtigen, dass Telefónica unter der wirtschaftlichen Misere in Spanien leidet. Auch in Südamerika, einem wichtigen Markt der Spanier, schläft die Konkurrenz nicht.“ Fondsmanager Janisch bevorzugt den weltweit tätigen Tabakkonzern British American Tobacco (GB0002875804), bei dem die jährlichen Ausschüttungen seit 2006 im Schnitt um 19 Prozent angehoben wurden. Janisch: „Die Aktie hat selbst die schlimme Börsenphase im Sommer gut überstanden und ist ein Paradebeispiel für ein stabiles, defensives Papier. Die Dividendenrendite beträgt 4,9 Prozent.“
Exakt dieselbe Quote erhalten Anleger bei der Aktie des Pharmakonzerns Sanofi Aventis (FR0000120578), die BlackRock-Fondsmanager Reeve in seinem Dividendenaktiendepot derzeit am höchsten gewichtet hat. Reeve: „Anleger haben auf Jahressicht mit der Aktie nur 1 Prozent Kursverlust erlitten, während die Dividende in den vergangenen Jahren im Schnitt um 11 Prozent angehoben wurde.“ Das trifft auch auf den Schweizer Gesundheitskonzern Roche (CH0012032048, aktuelle Dividendenrendite 4,8 Prozent) zu. Fondsmanager Janisch: „Roche reicht im Schnitt die Hälfte des Gewinns an Aktionäre weiter und hat die Ausschüttungen in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich erhöht.“
Oft lohnt sich auch ein Blick auf Papiere, die von Anlegern über Gebühr abgestraft wurden. Monika Jung, Leiterin des Private Banking der Valartis Bank: „Allianz und Münchener Rück sind solide Aktien, die überverkauft sind. Bei beiden Versicherungen liegt die Dividendenrendite über 6 Prozent.“ Zu den Favoriten der Expertin zählt darüber hinaus der weltweit tätige Öl- und Gaskonzern Total (FR0000120271). Jung: „Die Aktie ist günstig bewertet und profitiert vom hohen Ölpreis, die Dividendenrendite ist mit 7,9 Prozent attraktiv.“
Zahlmeister der Wiener Börse
Investoren, die bei österreichischen Aktien auf Dividendenjagd gehen, werden beim Papier der Telekom Austria (AT0000720008) fündig. Manfred Huber, Vorstand der Euram Bank: „Aktuell liegt die Dividendenrendite bei 10,8 Prozent. Ich rechne zwar damit, dass die Ausschüttungen sinken werden. Dass sie gänzlich ausfallen könnten, ist aber so gut wie ausgeschlossen.“ Auch die Österreichische Post (AT0000APOST4) zählt mit einer Dividendenrendite von 7,9 Prozent zu den Austro-Favoriten des Euram-Bankers. Beim Mineralölkonzern OMV (AT0000 743059) können mutige Anleger derzeit eine doppelte Chance nutzen. Einerseits ist der Einstieg zum Schnäppchenpreis möglich, liegt doch das Kurs-Buchwert-Verhältnis bei einem Wert von 0,8, andererseits beträgt die Dividendenrendite 4,4 Prozent.
In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Fonds gestiegen, die sich auf dividendenstarke Aktien spezialisieren. Viele sind in den vergangenen Jahren mehr als respektabel durch die Börsenturbulenzen gekommen. Dabei gab der DWS Top Dividende (DE0009848119) mit einem seit September 2006 erzielten Gesamtertrag von 59 Prozent die Schlagzahl vor. Auch der von der deutschen Vermögensverwaltung Jens Ehrhardt gelenkte Dividendenaktienfonds DJE Dividende & Substanz (LU0159550150) schnitt deutlich besser ab als der Durchschnitt vergleichbarer Depots.
Mit geschickter Taktik kam Fondsmanager Reeve mit dem erst im November des Vorjahres gestarteten weltweiten Dividendenaktienfonds BlackRock Global Equity Income (LU0545039389) gut über die ersten Runden. Dank Aktien von Sanofi, GlaxoSmithKline, Novartis und McDonald’s erzielte der Fonds trotz heftiger Börsenturbulenzen seit Start 4 Prozent Ertrag.
Bei Dividendenwachstum und anlegerfreundlicher Ausschüttungspolitik kann auch der Schweizer Nahrungsmittelmulti Nestlé (CH0038863350) punkten. Seit 1977 wurde die Dividende jährlich im Schnitt um 14 Prozent erhöht, die aktuelle Dividendenrendite liegt bei 3,8 Prozent.
Mit jährlichen Ausschüttungs-Wachstumsraten von 22 Prozent spielt der spanische Telekomkonzern Telefónica (ES0178430E18) in derselben Liga wie McDonald’s. Bei der aktuellen Dividendenrendite in Höhe von 10,5 Prozent hat Telefónica aber die Nase vorn. Norbert Janisch, Fondsmanager des Raiffeisen-TopDividende-Aktien: „Anleger müssen aber berücksichtigen, dass Telefónica unter der wirtschaftlichen Misere in Spanien leidet. Auch in Südamerika, einem wichtigen Markt der Spanier, schläft die Konkurrenz nicht.“ Fondsmanager Janisch bevorzugt den weltweit tätigen Tabakkonzern British American Tobacco (GB0002875804), bei dem die jährlichen Ausschüttungen seit 2006 im Schnitt um 19 Prozent angehoben wurden. Janisch: „Die Aktie hat selbst die schlimme Börsenphase im Sommer gut überstanden und ist ein Paradebeispiel für ein stabiles, defensives Papier. Die Dividendenrendite beträgt 4,9 Prozent.“
Exakt dieselbe Quote erhalten Anleger bei der Aktie des Pharmakonzerns Sanofi Aventis (FR0000120578), die BlackRock-Fondsmanager Reeve in seinem Dividendenaktiendepot derzeit am höchsten gewichtet hat. Reeve: „Anleger haben auf Jahressicht mit der Aktie nur 1 Prozent Kursverlust erlitten, während die Dividende in den vergangenen Jahren im Schnitt um 11 Prozent angehoben wurde.“ Das trifft auch auf den Schweizer Gesundheitskonzern Roche (CH0012032048, aktuelle Dividendenrendite 4,8 Prozent) zu. Fondsmanager Janisch: „Roche reicht im Schnitt die Hälfte des Gewinns an Aktionäre weiter und hat die Ausschüttungen in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich erhöht.“
Oft lohnt sich auch ein Blick auf Papiere, die von Anlegern über Gebühr abgestraft wurden. Monika Jung, Leiterin des Private Banking der Valartis Bank: „Allianz und Münchener Rück sind solide Aktien, die überverkauft sind. Bei beiden Versicherungen liegt die Dividendenrendite über 6 Prozent.“ Zu den Favoriten der Expertin zählt darüber hinaus der weltweit tätige Öl- und Gaskonzern Total (FR0000120271). Jung: „Die Aktie ist günstig bewertet und profitiert vom hohen Ölpreis, die Dividendenrendite ist mit 7,9 Prozent attraktiv.“
Zahlmeister der Wiener Börse
Investoren, die bei österreichischen Aktien auf Dividendenjagd gehen, werden beim Papier der Telekom Austria (AT0000720008) fündig. Manfred Huber, Vorstand der Euram Bank: „Aktuell liegt die Dividendenrendite bei 10,8 Prozent. Ich rechne zwar damit, dass die Ausschüttungen sinken werden. Dass sie gänzlich ausfallen könnten, ist aber so gut wie ausgeschlossen.“ Auch die Österreichische Post (AT0000APOST4) zählt mit einer Dividendenrendite von 7,9 Prozent zu den Austro-Favoriten des Euram-Bankers. Beim Mineralölkonzern OMV (AT0000 743059) können mutige Anleger derzeit eine doppelte Chance nutzen. Einerseits ist der Einstieg zum Schnäppchenpreis möglich, liegt doch das Kurs-Buchwert-Verhältnis bei einem Wert von 0,8, andererseits beträgt die Dividendenrendite 4,4 Prozent.
In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Fonds gestiegen, die sich auf dividendenstarke Aktien spezialisieren. Viele sind in den vergangenen Jahren mehr als respektabel durch die Börsenturbulenzen gekommen. Dabei gab der DWS Top Dividende (DE0009848119) mit einem seit September 2006 erzielten Gesamtertrag von 59 Prozent die Schlagzahl vor. Auch der von der deutschen Vermögensverwaltung Jens Ehrhardt gelenkte Dividendenaktienfonds DJE Dividende & Substanz (LU0159550150) schnitt deutlich besser ab als der Durchschnitt vergleichbarer Depots.
Mit geschickter Taktik kam Fondsmanager Reeve mit dem erst im November des Vorjahres gestarteten weltweiten Dividendenaktienfonds BlackRock Global Equity Income (LU0545039389) gut über die ersten Runden. Dank Aktien von Sanofi, GlaxoSmithKline, Novartis und McDonald’s erzielte der Fonds trotz heftiger Börsenturbulenzen seit Start 4 Prozent Ertrag.
Dienstag, 20. September 2011
Max Otte empfiehlt
Das gilt auch für Aktien, auch wenn diese in den letzten Wochen massiv abgestraft wurden. Aber die Finanzmärkte sind nun mal kurzfristig höchst irrational. In den letzten Tagen sind etliche Titel wie Allianz (WKN: 840400), Münchner Rück (WKN: 843002), E.ON (WKN: ENAG99) und RWE (WKN: 703712) massiv gestiegen. Ob das nun die Wende war, kann ich nicht sagen.
Freitag, 19. August 2011
Tradeworks and Getco
Die ultraschnellen Computer haben in den vergangenen Jahren die Macht an den Börsen übernommen, vor allem in den USA. Dort gehen mittlerweile mehr als 60 Prozent der Aktiengeschäfte auf den Hochfrequenzhandel zurück - in Deutschland sind es Schätzungen zufolge rund 40 Prozent. Die Computer werden von Spezialisten mit hochkomplizierten Algorithmen darauf programmiert, den Markt zu durchforsten und selbst kleinste Kursdifferenzen auszunutzen.
Solche Differenzen entstehen zum Beispiel, wenn Kauf- und Verkaufkurse um einige Cent auseinander liegen oder unterschiedliche Börsenbetreiber leicht abweichende Kurse für die gleiche Aktie angeben.
Unter den Hochfrequenzhändlern sind außer klassischen Investmentbanken und Hedgefonds auch kleinere US-Firmen wie Tradeworx oder Getco, die sich auf den schnellen Computerhandel spezialisiert haben. Die großen Börsenplätze in New York, London oder Frankfurt hofieren diese Hochfrequenzhändler mit eigenen Büros direkt neben den Handelssystemen. So geht keine Millisekunde durch zu lange Kabel verloren.
Der Aufstieg der High-Speed-Akteure hat längst auch die Aufsichtsbehörden alarmiert. Sie haben vor allem zwei Bedenken: Zum einen könnten die Akteure durch die enorme Geschwindigkeit einen ungerechtfertigten Vorteil gegenüber normalen Anlegern haben. Zum anderen untersuchen die Behörden, ob die Hochfrequenzhändler einen Börsencrash begünstigen oder gar auslösen könnten.
Wer war schuld am "Flash-Crash"?
Laut "Wall Street Journal" hat die US-Börsenaufsicht SEC zuletzt einige der Hochfrequenzhändler vorgeladen, um ihre Rolle im sogenannten "Flash Crash" zu überprüfen. Am 6. Mai 2010 war der Dow-Jones-Index binnen weniger Minuten ohne ersichtlichen Grund um mehr als 1000 Punkte abgestürzt. Kritiker machen dafür unter anderem Hochfrequenzhändler verantwortlich, die sich plötzlich aus dem Markt zurückgezogen und so den Crash ausgelöst hätten. Anders als regulierte Börsenhändler sind sie nämlich nicht dazu verpflichtet, bei allen Marktbedingungen einen Preis festzulegen.
Wegen der möglichen destabilisierenden Wirkung des Hochfrequenzhandels fordert der Ökonom Nikolaus Hautsch von der Berliner Humboldt-Universität die Einrichtung eines weltweiten elektronischen Überwachungssystems, das in kritischen Marktphasen Alarm schlägt: "Es ist eine technologische Schlacht. Hochfrequenzhändler sind hoch bezahlte, clevere Leute, die ihre technische Power perfekt ausnutzen", sagte Hautsch im Interview mit der "Financial Times Deutschland". "Den Behörden müssten ähnliche technische Mittel zur Verfügung stehen wie diesen Händlern, damit eine effektive Kontrolle möglich wird."
Auch andere Experten warnen. "Der Hochfrequenzhandel hat einen verstärkenden Effekt auf Marktbewegungen", schreiben Harald Malmgren, Chef des Beratungshauses Malmgren Global, und Mark Stys, Leiter Anlagenstrategie bei Bluemont Capital, in einem Aufsatz für das Fachmagazin "International Economy".
Sie werfen den ultraschnellen Computerhändlern vor, die Preise am Aktienmarkt zu verzerren und klassische Bewertungskriterien zu ignorieren. "Investment-Strategien, die sich auf fundamentale Kennzahlen wie die langfristige Entwicklung eines Unternehmens beziehen wurden hinweggefegt von den Algorithmen des Hochfrequenzhandels, die nach Ineffizienzen in der Preisfindung und nach Arbitrage-Möglichkeiten jagen."
So gefährlich und anrüchig das superschnelle Geschäft für die klassischen Börsenprofis auch sein mag. Es ist so erfolgreich, dass es immer mehr Nachahmer anzieht. Laut Schätzungen des Dienstleisters Tabb Group jedenfalls werden in diesem August rund dreimal so viele Aktiengeschäfte im Hochfrequenzhandel getätigt wie im Monat zuvor.
Solche Differenzen entstehen zum Beispiel, wenn Kauf- und Verkaufkurse um einige Cent auseinander liegen oder unterschiedliche Börsenbetreiber leicht abweichende Kurse für die gleiche Aktie angeben.
Unter den Hochfrequenzhändlern sind außer klassischen Investmentbanken und Hedgefonds auch kleinere US-Firmen wie Tradeworx oder Getco, die sich auf den schnellen Computerhandel spezialisiert haben. Die großen Börsenplätze in New York, London oder Frankfurt hofieren diese Hochfrequenzhändler mit eigenen Büros direkt neben den Handelssystemen. So geht keine Millisekunde durch zu lange Kabel verloren.
Der Aufstieg der High-Speed-Akteure hat längst auch die Aufsichtsbehörden alarmiert. Sie haben vor allem zwei Bedenken: Zum einen könnten die Akteure durch die enorme Geschwindigkeit einen ungerechtfertigten Vorteil gegenüber normalen Anlegern haben. Zum anderen untersuchen die Behörden, ob die Hochfrequenzhändler einen Börsencrash begünstigen oder gar auslösen könnten.
Wer war schuld am "Flash-Crash"?
Laut "Wall Street Journal" hat die US-Börsenaufsicht SEC zuletzt einige der Hochfrequenzhändler vorgeladen, um ihre Rolle im sogenannten "Flash Crash" zu überprüfen. Am 6. Mai 2010 war der Dow-Jones-Index binnen weniger Minuten ohne ersichtlichen Grund um mehr als 1000 Punkte abgestürzt. Kritiker machen dafür unter anderem Hochfrequenzhändler verantwortlich, die sich plötzlich aus dem Markt zurückgezogen und so den Crash ausgelöst hätten. Anders als regulierte Börsenhändler sind sie nämlich nicht dazu verpflichtet, bei allen Marktbedingungen einen Preis festzulegen.
Wegen der möglichen destabilisierenden Wirkung des Hochfrequenzhandels fordert der Ökonom Nikolaus Hautsch von der Berliner Humboldt-Universität die Einrichtung eines weltweiten elektronischen Überwachungssystems, das in kritischen Marktphasen Alarm schlägt: "Es ist eine technologische Schlacht. Hochfrequenzhändler sind hoch bezahlte, clevere Leute, die ihre technische Power perfekt ausnutzen", sagte Hautsch im Interview mit der "Financial Times Deutschland". "Den Behörden müssten ähnliche technische Mittel zur Verfügung stehen wie diesen Händlern, damit eine effektive Kontrolle möglich wird."
Auch andere Experten warnen. "Der Hochfrequenzhandel hat einen verstärkenden Effekt auf Marktbewegungen", schreiben Harald Malmgren, Chef des Beratungshauses Malmgren Global, und Mark Stys, Leiter Anlagenstrategie bei Bluemont Capital, in einem Aufsatz für das Fachmagazin "International Economy".
Sie werfen den ultraschnellen Computerhändlern vor, die Preise am Aktienmarkt zu verzerren und klassische Bewertungskriterien zu ignorieren. "Investment-Strategien, die sich auf fundamentale Kennzahlen wie die langfristige Entwicklung eines Unternehmens beziehen wurden hinweggefegt von den Algorithmen des Hochfrequenzhandels, die nach Ineffizienzen in der Preisfindung und nach Arbitrage-Möglichkeiten jagen."
So gefährlich und anrüchig das superschnelle Geschäft für die klassischen Börsenprofis auch sein mag. Es ist so erfolgreich, dass es immer mehr Nachahmer anzieht. Laut Schätzungen des Dienstleisters Tabb Group jedenfalls werden in diesem August rund dreimal so viele Aktiengeschäfte im Hochfrequenzhandel getätigt wie im Monat zuvor.
Freitag, 29. Juli 2011
Ratschlag f. Krisenbewältigung
Dirk Müller: Ich vertraue in diesen Tagen im Wesentlichen auf Realwerte wie Edelmetalle und starke Aktien – gern Unternehmen mit langfristig hoher Dividendenrendite. Wenn der Sturm wieder besonders ungemütlich wird, sichere ich diese Positionen kurzfristig mit Optionsstrategien, also dem Kauf klassischer Verkaufsoptionsscheine, gegen Kurseinbrüche ab. In diesen Zeiten ist das die ideale Strategie. Wenn weiterhin Geld in die Realwerte wie Aktien, Edelmetalle oder Rohstoffe fließt, bin ich voll dabei. Bei einem möglichen Kurseinbruch verliere ich kein Geld. Die „Versicherungsprämie“ von fünf bis acht Prozent pro Jahr bezahle ich gern, wenn ich dann gut schlafen kann.
Sonntag, 10. Juli 2011
Lebensversicherung - ein Beschiss
Während sie bei jungen Frauen kaum ins Gewicht fällt, macht sie etwa bei Männern ab einem Alter von 55 Jahren einen beträchtlichen Anteil aus. Die Versicherungssteuer, die an den Staat abgeführt wird, schlägt mit vier Prozent zu Buche. Dazu kommen Verwaltungskosten von bis zu fünf Prozent, die in den Kanälen der Versicherung versickern, denn der riesige Personalapparat will auch finanziert sein. Auf fünf Prozent und mehr belaufen sich die so genannten Abschlusskosten – auch der Vertriebspartner der Versicherung muss schließlich von etwas leben. Je höher die Versicherungssumme – das ist jener Betrag, zu dessen Bezahlung sich die Assekuranz im Todesfall oder bei Ablauf der Vertragslaufzeit verpflichtet hat – und je länger die Laufzeit ist, desto üppiger fällt die Provision für den Vertrieb aus. Bleibt noch der so genannte Unterjährigkeitszuschlag, der bis zu sechs Prozent betragen kann. Was der Versicherung damit abgegolten werden soll, bleibt unklar. Einheben kann sie ihn dann, wenn die Prämie nicht jährlich, sondern monatlich einbezahlt wird. Klartext: Die genannten Kosten fallen bei jeder Prämieneinzahlung an. Von 100 Euro monatlich einbezahlter Prämie werden nur 75 bis 85 Euro tatsächlich veranlagt.
Und erst diese „Sparrate“ wird mit dem Garantiezins verzinst. Ein Umstand, der den Versicherten meist nicht bekannt ist, und auch in den Assekuranzen dürfte er sich noch nicht bei allen Mitarbeitern herumgesprochen haben. Denn trotz mehrmaliger Nachfrage hat Otto Laimer bei seiner Versicherung keine Auskunft darüber erhalten, wo die Erträge der Garantieverzinsung von – in seinem Fall – 3,25 Prozent geblieben sind. Der Vorteil bei Lebensversicherungen: Die Prämienzahlungen sind steuerlich begrenzt absetzbar, wenn die Auszahlung in Form von Rentenzahlungen vorgesehen ist. Zudem sind die Auszahlungen von der Kapitalertragsteuer und der Einkommensteuer befreit. Lebensversicherungen sind ein gutes Geschäft, nicht umsonst werden in diesem Bereich die größten Vertriebsanstrengungen unternommen. Über 30 Anbieter matchen sich um die Gunst der Anleger, und trotz des gesättigten Markts schaffen die Unternehmen noch immer Steigerungen: So erhöhte sich das verwaltete Prämienvolumen im vergangenen Jahr um knapp zwei Prozent auf 7,5 Milliarden Euro. Ein Verwaltungsaufwand wie bei Lebensversicherungen fällt bei einem klassischen Sparbuch nicht an.
Hätte Laimer die insgesamt 7453 Euro, die er in seine Polizze investiert hat, auf ein mit vier Prozent jährlich verzinstes Sparbuch gelegt, hätte er nach zehn Jahren statt über 8254 Euro über 9029,55 Euro verfügen können (siehe Berechnung S. 43). „Wäre ich damals richtig informiert worden, hätte ich die Polizze niemals abgeschlossen“, meint Laimer rückblickend. Die Verantwortlichen bei den Versicherungen wollen diesen Vergleich freilich nicht gelten lassen. „Hier wird ausschließlich eine Renditerechnung betrieben, doch dass wir von einer Versicherung sprechen, die im Todesfall den Hinterbliebenen die volle Versicherungssumme auszahlt, und zwar egal, wie viel bereits angespart wurde, wird negiert“, ärgert sich Wolfgang Ortner, Leiter der Abteilung Lebensversicherung bei der Generali. Tatsache ist jedoch, dass viele Verträge mit dem Zweck der Kapitalanlage und deren Vermehrung abgeschlossen werden. Und so werden sie auch vonseiten der Versicherungen beworben. Bleibt als Fazit: Die Versicherungsnehmer werden schlecht beraten. Wer das erst während der Laufzeit bemerkt, hat schlechte Karten. Der Ausstieg ist mit hohen Verlusten verbunden. Die Rückkaufwerte liegen deutlich unter den bereits einbezahlten Prämienvolumen. Erst ab etwa der Hälfte der Laufzeit hat man die Kosten für einen Ausstieg hereingespielt. Nur ein Szenario ist wirklich lukrativ: wenn der Versicherte möglichst bald nach Abschluss des Vertrags das Zeitliche segnet. Er hat dann zwar nichts mehr davon, doch die Erben werden sich freuen.
Und erst diese „Sparrate“ wird mit dem Garantiezins verzinst. Ein Umstand, der den Versicherten meist nicht bekannt ist, und auch in den Assekuranzen dürfte er sich noch nicht bei allen Mitarbeitern herumgesprochen haben. Denn trotz mehrmaliger Nachfrage hat Otto Laimer bei seiner Versicherung keine Auskunft darüber erhalten, wo die Erträge der Garantieverzinsung von – in seinem Fall – 3,25 Prozent geblieben sind. Der Vorteil bei Lebensversicherungen: Die Prämienzahlungen sind steuerlich begrenzt absetzbar, wenn die Auszahlung in Form von Rentenzahlungen vorgesehen ist. Zudem sind die Auszahlungen von der Kapitalertragsteuer und der Einkommensteuer befreit. Lebensversicherungen sind ein gutes Geschäft, nicht umsonst werden in diesem Bereich die größten Vertriebsanstrengungen unternommen. Über 30 Anbieter matchen sich um die Gunst der Anleger, und trotz des gesättigten Markts schaffen die Unternehmen noch immer Steigerungen: So erhöhte sich das verwaltete Prämienvolumen im vergangenen Jahr um knapp zwei Prozent auf 7,5 Milliarden Euro. Ein Verwaltungsaufwand wie bei Lebensversicherungen fällt bei einem klassischen Sparbuch nicht an.
Hätte Laimer die insgesamt 7453 Euro, die er in seine Polizze investiert hat, auf ein mit vier Prozent jährlich verzinstes Sparbuch gelegt, hätte er nach zehn Jahren statt über 8254 Euro über 9029,55 Euro verfügen können (siehe Berechnung S. 43). „Wäre ich damals richtig informiert worden, hätte ich die Polizze niemals abgeschlossen“, meint Laimer rückblickend. Die Verantwortlichen bei den Versicherungen wollen diesen Vergleich freilich nicht gelten lassen. „Hier wird ausschließlich eine Renditerechnung betrieben, doch dass wir von einer Versicherung sprechen, die im Todesfall den Hinterbliebenen die volle Versicherungssumme auszahlt, und zwar egal, wie viel bereits angespart wurde, wird negiert“, ärgert sich Wolfgang Ortner, Leiter der Abteilung Lebensversicherung bei der Generali. Tatsache ist jedoch, dass viele Verträge mit dem Zweck der Kapitalanlage und deren Vermehrung abgeschlossen werden. Und so werden sie auch vonseiten der Versicherungen beworben. Bleibt als Fazit: Die Versicherungsnehmer werden schlecht beraten. Wer das erst während der Laufzeit bemerkt, hat schlechte Karten. Der Ausstieg ist mit hohen Verlusten verbunden. Die Rückkaufwerte liegen deutlich unter den bereits einbezahlten Prämienvolumen. Erst ab etwa der Hälfte der Laufzeit hat man die Kosten für einen Ausstieg hereingespielt. Nur ein Szenario ist wirklich lukrativ: wenn der Versicherte möglichst bald nach Abschluss des Vertrags das Zeitliche segnet. Er hat dann zwar nichts mehr davon, doch die Erben werden sich freuen.
Donnerstag, 5. Mai 2011
Renren
Das chinesische Social Network Renren ist fulminant an der US-Börse gestartet. Die Aktie beendete den ersten Handelstag gestern mit einem Plus von 29 Prozent auf 18,01 Dollar (zwölf Euro). Renren erlöste bei dem Börsengang 743,4 Millionen Dollar - deutlich mehr als ursprünglich geplant. Gut 143 Millionen davon gehen an bisherige Aktionäre.
Renren ist als erstes Soziales Netzwerk aus der Volksrepublik an die Börse gegangen. Entsprechend groß ist das Interesse der Investoren, die ein Stück vom „chinesischen Facebook“ haben wollten. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede zum weltgrößten Onlinenetzwerk: So hat Renren mehrere starke Konkurrenten auf seinem Heimatmarkt, während Facebook mit seinen inzwischen rund 600 Millionen Mitgliedern international dominiert.
Renren ist als erstes Soziales Netzwerk aus der Volksrepublik an die Börse gegangen. Entsprechend groß ist das Interesse der Investoren, die ein Stück vom „chinesischen Facebook“ haben wollten. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede zum weltgrößten Onlinenetzwerk: So hat Renren mehrere starke Konkurrenten auf seinem Heimatmarkt, während Facebook mit seinen inzwischen rund 600 Millionen Mitgliedern international dominiert.
Barrick
Anleger sollten bei der Aktie von Barrick Gold angesichts der derzeitigen Gold-Rally unbedingt investiert bleiben, so die Experten von "Der Aktionär". Das Kursziel werde bei 45,00 Euro gesehen. Ein Stopp sollte bei 27,40 Euro gesetzt werden. (Ausgabe 19)
Donnerstag, 28. April 2011
Deutsche Bank - Gewinn auf Rekordniveau
Auf dem Weg zu ihren ehrgeizigen Zielen ist die Deutsche Bank zu Jahresbeginn einen großen Schritt vorangekommen. Der Gewinn vor Steuern stieg in den ersten drei Monaten des Jahres dank kräftiger Zuwächse im Privatkundengeschäft um acht Prozent auf 3 Milliarden Euro, wie das Institut am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Unter dem Strich blieben mit 2,1 Milliarden Euro dank einer geringeren Steuerquote fast ein Fünftel mehr als vor einem Jahr übrig. Damit übertraf der deutsche Branchenprimus alle Erwartungen und stellte auch die Ergebnisse der von großen Teilen der internationalen Konkurrenz in den Schatten.
„Die Deutsche Bank ist sehr gut ins Jahr gestartet“, sagte Bankchef Josef Ackermann. Er bekräftigte sein Prognose, in diesem Jahr im operativen Geschäft erstmals in der Geschichte der Bank mehr zehn Milliarden Euro vor Steuern zu verdienen. Seinem umstrittenen Renditeziel einer Vorsteuerrendite auf das eingesetzte Kapital von 25 Prozent kam er mit 22 Prozent bereits sehr nahe. (dpa-AFX)
„Die Deutsche Bank ist sehr gut ins Jahr gestartet“, sagte Bankchef Josef Ackermann. Er bekräftigte sein Prognose, in diesem Jahr im operativen Geschäft erstmals in der Geschichte der Bank mehr zehn Milliarden Euro vor Steuern zu verdienen. Seinem umstrittenen Renditeziel einer Vorsteuerrendite auf das eingesetzte Kapital von 25 Prozent kam er mit 22 Prozent bereits sehr nahe. (dpa-AFX)
Ampeln auf Grün
Charts generieren prozyklisches Kaufsignal
Gelingt es dem deutschen Leitindex demnächst, diese Hürde zu nehmen, dann wäre das gleichbedeutend mit einem prozyklishen charttechnischen Kaufsignal. Genau das haben die führenden Aktienindizes an der Wall Street bereits am Vortag generiert. Die Kursampeln sind dadurch in Übersee bereits auf Grün gesprungen. Alles andere als zunächst weiter steigende Kurse wären vor diesem Hintergrund eine Überraschung.
Gestört werden kann die Partylaune kurzfristig eigentlich nur durch unerwartete negative Ereignisse oder einer Entscheidung der Fed, von ihrer sehr expansiven Geldpolitik abzurücken. Damit wird derzeit aber mehrheitlich nicht gerechnet, wenn der amerikanische Notenbankchef Ben Bernanke am Mittwoch nach Börsenschluss in Europa die neueste Zinsentscheidung präsentieren wird.
Der vorhandene Liquiditätsüberschuss dürfte mit einer der wichtigsten Gründe gewesen sein, warum die Weltbörsen zuletzt gleich mehrere größere Belastungsfaktoren erstaunlich gut weggesteckt haben. Erinnert sei an dieser Stelle nur an die Erdbeben- und Atomkatastrophe in Japan, die Schuldenprobleme in Europa und Amerika, weiter fallende amerikanische Immobilienpreise oder die Bonitätsrückstufungen für die Staatsanleihen Amerikas und Japans.
Berichtssaison verläuft erneut überzeugend
Doch vertrauend darauf, dass die Notenbanken im Ernstfall schon einspringen werden, haben sich die Anleger von solchen Schwierigkeiten zuletzt nicht mehr stark verunsichern lassen. Sie konzentrieren sich vielmehr auf die Konjunktur- und Unternehmenszahlen. Und da diese zumeist positiv ausfallen, stecken sie weiterhin Geld in die Aktienmärkte.
Wie gut die Berichtssaison läuft, zeigen die bislang vorgelegten Ergebnisse in Amerika. Nachdem dort 37 Prozent der im S&P 500 Index vertretenen Unternehmen ihre Ergebnisse vorgelegt haben, steht im Schnitt ein Gewinnplus von 19,1 Prozent und ein Umsatzanstieg von 8,5 Prozent zu Buche. Das liegt 7,4 Prozent und 2,5 Prozent über den Erwartungen der Analysten und kann sich somit sehen lassen. Damit stehen die Chancen gut, dass die Berichtssaison das neunte Mal in Folge besser ausfallen wird als im Vorfeld prognostiziert worden ist.
Diese gute Ergebnisentwicklung hat auch dazu beigetragen, die Bewertung an der Wall Street trotz der in den vergangenen beiden Jahren deutlich gestiegenen Kurse im Zaum zu halten. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 Index bewegt sich derzeit bei 12,8 und kann folglich als vertretbar bezeichnet werden. Zwar muss dabei berücksichtigt werden, dass die Gewinnspannen der Unternehmen bereits sehr hoch sind und sich vermutlich kaum noch steigern lassen. Aber auch das wird wohl erst dann eine bremsende Rolle spielen, wenn die Notenbank ernsthaft damit beginnt, den Geldhahn zuzudrehen.
Gelingt es dem deutschen Leitindex demnächst, diese Hürde zu nehmen, dann wäre das gleichbedeutend mit einem prozyklishen charttechnischen Kaufsignal. Genau das haben die führenden Aktienindizes an der Wall Street bereits am Vortag generiert. Die Kursampeln sind dadurch in Übersee bereits auf Grün gesprungen. Alles andere als zunächst weiter steigende Kurse wären vor diesem Hintergrund eine Überraschung.
Gestört werden kann die Partylaune kurzfristig eigentlich nur durch unerwartete negative Ereignisse oder einer Entscheidung der Fed, von ihrer sehr expansiven Geldpolitik abzurücken. Damit wird derzeit aber mehrheitlich nicht gerechnet, wenn der amerikanische Notenbankchef Ben Bernanke am Mittwoch nach Börsenschluss in Europa die neueste Zinsentscheidung präsentieren wird.
Der vorhandene Liquiditätsüberschuss dürfte mit einer der wichtigsten Gründe gewesen sein, warum die Weltbörsen zuletzt gleich mehrere größere Belastungsfaktoren erstaunlich gut weggesteckt haben. Erinnert sei an dieser Stelle nur an die Erdbeben- und Atomkatastrophe in Japan, die Schuldenprobleme in Europa und Amerika, weiter fallende amerikanische Immobilienpreise oder die Bonitätsrückstufungen für die Staatsanleihen Amerikas und Japans.
Berichtssaison verläuft erneut überzeugend
Doch vertrauend darauf, dass die Notenbanken im Ernstfall schon einspringen werden, haben sich die Anleger von solchen Schwierigkeiten zuletzt nicht mehr stark verunsichern lassen. Sie konzentrieren sich vielmehr auf die Konjunktur- und Unternehmenszahlen. Und da diese zumeist positiv ausfallen, stecken sie weiterhin Geld in die Aktienmärkte.
Wie gut die Berichtssaison läuft, zeigen die bislang vorgelegten Ergebnisse in Amerika. Nachdem dort 37 Prozent der im S&P 500 Index vertretenen Unternehmen ihre Ergebnisse vorgelegt haben, steht im Schnitt ein Gewinnplus von 19,1 Prozent und ein Umsatzanstieg von 8,5 Prozent zu Buche. Das liegt 7,4 Prozent und 2,5 Prozent über den Erwartungen der Analysten und kann sich somit sehen lassen. Damit stehen die Chancen gut, dass die Berichtssaison das neunte Mal in Folge besser ausfallen wird als im Vorfeld prognostiziert worden ist.
Diese gute Ergebnisentwicklung hat auch dazu beigetragen, die Bewertung an der Wall Street trotz der in den vergangenen beiden Jahren deutlich gestiegenen Kurse im Zaum zu halten. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 Index bewegt sich derzeit bei 12,8 und kann folglich als vertretbar bezeichnet werden. Zwar muss dabei berücksichtigt werden, dass die Gewinnspannen der Unternehmen bereits sehr hoch sind und sich vermutlich kaum noch steigern lassen. Aber auch das wird wohl erst dann eine bremsende Rolle spielen, wenn die Notenbank ernsthaft damit beginnt, den Geldhahn zuzudrehen.
Mittwoch, 27. April 2011
Silver outlook
Rekordhoch in Reichweite
Die Preisrückschläge vom Dienstag werden nach Einschätzung von Analysten nur von kurzer Dauer sein. Sie sagen stattdessen weiter steigende Notierungen voraus. Die starke Nachfrage von Finanzinvestoren spiele dabei zwar auch eine Rolle, entscheidender sei inzwischen aber der stetig zunehmende industrielle Bedarf. Dieser war schon im vergangenen Jahr um 20 Prozent gestiegen. So ist Silber nicht nur ein wichtiges Material in der Schmuckindustrie, sondern es wird auch eingesetzt zur Reinigung von Wasser, in der Medizintechnik, in der Fotografie und auch bei Solarmodulen.
Seit Jahresbeginn ist der Preis um 60 Prozent gestiegen; nach einem Plus von 80 Prozent im vergangenen Jahr. Im Vergleich dazu hat sich Gold - was traditionell die Richtung der Preise am Edelmetallmarkt vorgibt - in diesem Jahr nur um rund acht Prozent verteuert. (APA/Reuters)
Die Preisrückschläge vom Dienstag werden nach Einschätzung von Analysten nur von kurzer Dauer sein. Sie sagen stattdessen weiter steigende Notierungen voraus. Die starke Nachfrage von Finanzinvestoren spiele dabei zwar auch eine Rolle, entscheidender sei inzwischen aber der stetig zunehmende industrielle Bedarf. Dieser war schon im vergangenen Jahr um 20 Prozent gestiegen. So ist Silber nicht nur ein wichtiges Material in der Schmuckindustrie, sondern es wird auch eingesetzt zur Reinigung von Wasser, in der Medizintechnik, in der Fotografie und auch bei Solarmodulen.
Seit Jahresbeginn ist der Preis um 60 Prozent gestiegen; nach einem Plus von 80 Prozent im vergangenen Jahr. Im Vergleich dazu hat sich Gold - was traditionell die Richtung der Preise am Edelmetallmarkt vorgibt - in diesem Jahr nur um rund acht Prozent verteuert. (APA/Reuters)
Sonntag, 24. April 2011
Was hat Chancen in der Krise ?
Kaufenswert sind vor allem die Papiere von Unternehmen, die steigende Preise (und steigende Kosten etwa durch teurere Vorprodukte oder anziehende Löhne) relativ problemlos weitergeben können, weil die Kunden auf ihre Produkte nicht verzichten wollen. Das sind etwa Firmen aus dem Nahrungsmittel-, Energie- und Rohstoffsektor. Auch die Hersteller von Pharmazeutika haben gute Chancen, ohne große reale Umsatzverluste durch eine Inflationskrise zu kommen. Starke Preissetzungsmacht haben dabei in erster Linie die wirklich globalen Marktführer, also Unternehmen, die nicht nur in den alten Industrienationen, sondern auch in den neuen Wirtschaftswunderländern wie China oder Indien gute Geschäfte machen. Letzter Punkt: Eine hohe Dividende hilft auch in Inflationszeiten, den Kurs nach unten abzusichern.
Wer will, kann seinem Depot auch Indexfonds (etwa auf Rohstoffaktien) oder kurz laufende Zertifikate beimischen. Schauen Sie sich etwa mal Bonuspapiere auf den Euro-Stoxx an. Mit ihnen kann man gegenwärtig auf Jahressicht bei sehr überschaubarem Risiko – Verluste entstehen erst, wenn der Index beispielsweise von gegenwärtig rund 3000 auf 1600 Punkte abstürzt – Renditen von immerhin vier bis fünf Prozent erzielen.
Bei alldem gilt: Auch in Inflationszeiten können Terroranschläge, Naturkatastrophen oder politische Erdbeben alle Anlagestrategien über den Haufen werfen. Und auch in Jahren der Geldentwertung hält der Staat die Hand auf. Beträgt die Inflationsrate also jährlich vier Prozent, muss schon eine Rendite von fast sechs Prozent erzielt werden, um am Ende des Jahres bei plus/minus null zu landen. Das ist anspruchsvoll. Manche vermögende Zeitgenossen kaufen denn auch lieber teure Uhren oder Kunst, beidem kann Inflation nichts anhaben. Oder Oldtimer: Alte Autos bringen schon seit Jahren eine bessere Rendite als Dax, Dow Jones und Co. Und schön anzuschauen sind die Preziosen auch noch.
Wer will, kann seinem Depot auch Indexfonds (etwa auf Rohstoffaktien) oder kurz laufende Zertifikate beimischen. Schauen Sie sich etwa mal Bonuspapiere auf den Euro-Stoxx an. Mit ihnen kann man gegenwärtig auf Jahressicht bei sehr überschaubarem Risiko – Verluste entstehen erst, wenn der Index beispielsweise von gegenwärtig rund 3000 auf 1600 Punkte abstürzt – Renditen von immerhin vier bis fünf Prozent erzielen.
Bei alldem gilt: Auch in Inflationszeiten können Terroranschläge, Naturkatastrophen oder politische Erdbeben alle Anlagestrategien über den Haufen werfen. Und auch in Jahren der Geldentwertung hält der Staat die Hand auf. Beträgt die Inflationsrate also jährlich vier Prozent, muss schon eine Rendite von fast sechs Prozent erzielt werden, um am Ende des Jahres bei plus/minus null zu landen. Das ist anspruchsvoll. Manche vermögende Zeitgenossen kaufen denn auch lieber teure Uhren oder Kunst, beidem kann Inflation nichts anhaben. Oder Oldtimer: Alte Autos bringen schon seit Jahren eine bessere Rendite als Dax, Dow Jones und Co. Und schön anzuschauen sind die Preziosen auch noch.
Samstag, 23. April 2011
Inflation und Aktie
die Studie der DB wird durch zahlreiche Angelsächsische Studien gestützt. Entscheidend war die Einteilung, niedrige Inflation d.h. 5% steigend und hohe Inflation d.h. 10-15%. In dem Umfeld 5% steigend, konnten Aktien noch mithalten. In dem Inflationsszenario, 10-15% boten Aktien vielfach keinen Schutz. Aktien von Rohstoffunternehmen profitierten dagegen auch von hohen Inflationsraten. Da der Preis der Aktie immer in einer "Papierwährung" notiert sind die Kurse jedoch nicht wirklich Aussagekräftig. Erst der Vergleich der Aktie zu einem anderen Sachwert zB. Gold zeigt die wahre Entwicklung der Kaufkraft.
Silber
Silber ist eigentlich reif für eine Korrektur
Auch am Donnerstag setzt sich der rasante Aufschwung beim Silberpreis fort. Die Feinunze kostet inzwischen so viel wie seit 1980 nicht mehr. Doch umso höher die Preise klettern, umso größer wird die kurzfristige Korrekturgefahr.
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21. April 2011 2011-04-21 18:15:40
Konkret kostet die Feinunze am Nachmittag 46,08 Dollar. Im Tagesvergleich bedeutet das ein Plus von 2,2 Prozent. Das ist ansehnlich, richtig dick und fett fallen die Gewinne aber beim Blick zurück aus. So wurde Silber im Oktober 2008 lediglich bei gut 9 Dollar je Feinunze gehandelt. Das entspricht bis heute einem Anstieg von 409 Prozent. Selbst gemessen am Januartief von unter 27 Dollar steht derzeit ein beeindruckendes Plus von 71 Prozent zu Buche.
Investierte Anleger wird diese Entwicklung zwar freuen, bei erfahrenen Marktteilnehmern wittern bei solch starken Kursgewinnen in relativ kurzer Zeit aber auch immer automatisch Korrekturgefahren. Selbst der ausgewiesene Silber-Anhänger Thorsten Schulte, der an dieser Stelle im August unter der Überschrift „Neue Hochs beim Silberpreis sind nur eine Frage der Zeit“, den jüngsten Preisanstieg treffend vorausgesagt hat, hebt derzeit warnend den Zeigefinger. „Die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur ist sehr hoch. Einige technische Indikatoren sind inzwischen sehr heiß gelaufen und es haben sich Divergenzen ausgebildet. Ich rate meinen Lesern deshalb, keine höheren Risiken mehr einzugehen“, erläutert der Herausgeber des Silber-Informationsdienstes Silberjunge auf Anfrage.
1 | 2 | 3 | 4 | 5 VorZum Ende
Edelmetalle: Silber ist eigentlich reif für eine Korrektur
© Bloomberg
Überhitzungssignale mahnen kurzfristig zur Vorsicht
So ist der Relative-StärkeIndex RSI jüngst auf einen Rekordwert gestiegen. Für Charttechniker ist das ein Überhitzungssignal. Zur Vorsicht mahnt auch der Optimismus unter den Gold-Beratern. Dieser wurde zuletzt von Bloomberg auf 77,78 Prozent beziffert. ermittelt. Laut Schulte zeigen hohe Optimistenwerte von über 70 oder 80 Prozent an, dass der Markt in eine Überhitzung eintritt. Nachdenklich stimmt auch der mit rund 70 Prozent mittlerweile sehr hohe Abstand zur 200-Tage-Durchschnittslinie.
Vor diesem Hintergrund reduziert Schulte selbst seine Investitionsquote in riskanten Hebelprodukten antizyklisch weiter von 30 Prozent auf 20 Prozent. Dazu veranlasst ihn unter anderem die aus seiner Sicht deutlich gestiegene Wahrscheinlichkeit einer baldigen Margenerhöhung. Diese Gefahr befürchtet er, weil die für das Halten eines Silber-Futures durch einen Spekulanten notwendige Sicherheitsleistung in Prozent des Marktwertes eines Silber-Futures derzeit nur noch 5,1 Prozent des Marktwertes eines Silber-Kontraktes entspricht.
Blättern
Zum Thema
* Begehrte Geldanlage: Der Goldpreis klettert erstmals über 1500 Dollar
* Edelmetalle: Inflationsfurcht treibt Preise für Gold und Silber
* Riskante Gelegenheit zum Silberkauf
* Rohstoffpreise: Silber ist so teuer wie seit 31 Jahren nicht mehr
* Silber ist langfristig weiter für Preisaufschläge gut
Trotz dieser Warnsignale kann es natürlich sein, dass sich der jüngste Preisanstieg zunächst noch etwas weiter fortsetzt. Ein exaktes Timing ist hier erfahrungsgemäß sehr schwierig. Jetzt noch auf den fahrenden Zug aufzuspringen empfiehlt sich aber in der Tat nicht mehr. Wer den frühzeitigen Einstieg verpasst hat, sollte besser auf die Korrekturbewegung warten. Denn in eine Schwächeperiode hinein sollte es sich langfristig gesehen weiterhin lohnen, im Silberbereich mitzumischen.
Langfristig bleiben die Kaufargumente intakt
Schließlich sind etliche der Gründe, die den Aufschwung am Silbermarkt bewirkt haben, langfristiger Natur. Zu nennen sind hier die Schuldenprobleme in Amerika, Japan und Europa, die Unruhen im Nahen Osten sowie die auch damit verbundenen allgemeinen Sorgen um den Zustand der Weltkonjunktur. Verunsichert sind viele Anleger aber auch wegen der bestehenden Inflationsgefahren und den Zweifeln um den Fortbestand des Papiergeldsystems. Diese Faktoren zusammen werden vermutlich dazu beitragen, dass die starke Investmentnachfrage anhalten wird. Denn das hat auch damit zu tun, dass eine wachsende Zahl an Markteilnehmern Gold, aber auch Silber, zunehmend als einen Währungsersatz sieht.
Auch Schulte lässt sich in seinem grundsätzlichen Optimismus für Silber trotz der kurzfristigen Korrekturgefahren nicht beirren. Das zeigt sich auch an seiner Entscheidung, seine physischen Bestände, die Positionen in den Edelmetall-ETFs der Zürcher Kantonalbank und den Minenaktien nicht zu reduzieren. Er tut das auch deshalb nicht, weil sonst die Gefahr bestünde, die größten Anstiege zu verpassen, die er in den kommenden 12 Monaten erst noch kommen sieht. Denn wohin er die Reise gehen sieht, machte er erst in der letzten Ausgabe des Silberjungen deutlich: „Wir sind davon überzeugt, dass das Silber auf 100 Dollar bis 2012/13 durchstarten wird“, lautete da seine klare Prognose.
Auch am Donnerstag setzt sich der rasante Aufschwung beim Silberpreis fort. Die Feinunze kostet inzwischen so viel wie seit 1980 nicht mehr. Doch umso höher die Preise klettern, umso größer wird die kurzfristige Korrekturgefahr.
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21. April 2011 2011-04-21 18:15:40
Konkret kostet die Feinunze am Nachmittag 46,08 Dollar. Im Tagesvergleich bedeutet das ein Plus von 2,2 Prozent. Das ist ansehnlich, richtig dick und fett fallen die Gewinne aber beim Blick zurück aus. So wurde Silber im Oktober 2008 lediglich bei gut 9 Dollar je Feinunze gehandelt. Das entspricht bis heute einem Anstieg von 409 Prozent. Selbst gemessen am Januartief von unter 27 Dollar steht derzeit ein beeindruckendes Plus von 71 Prozent zu Buche.
Investierte Anleger wird diese Entwicklung zwar freuen, bei erfahrenen Marktteilnehmern wittern bei solch starken Kursgewinnen in relativ kurzer Zeit aber auch immer automatisch Korrekturgefahren. Selbst der ausgewiesene Silber-Anhänger Thorsten Schulte, der an dieser Stelle im August unter der Überschrift „Neue Hochs beim Silberpreis sind nur eine Frage der Zeit“, den jüngsten Preisanstieg treffend vorausgesagt hat, hebt derzeit warnend den Zeigefinger. „Die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur ist sehr hoch. Einige technische Indikatoren sind inzwischen sehr heiß gelaufen und es haben sich Divergenzen ausgebildet. Ich rate meinen Lesern deshalb, keine höheren Risiken mehr einzugehen“, erläutert der Herausgeber des Silber-Informationsdienstes Silberjunge auf Anfrage.
1 | 2 | 3 | 4 | 5 VorZum Ende
Edelmetalle: Silber ist eigentlich reif für eine Korrektur
© Bloomberg
Überhitzungssignale mahnen kurzfristig zur Vorsicht
So ist der Relative-StärkeIndex RSI jüngst auf einen Rekordwert gestiegen. Für Charttechniker ist das ein Überhitzungssignal. Zur Vorsicht mahnt auch der Optimismus unter den Gold-Beratern. Dieser wurde zuletzt von Bloomberg auf 77,78 Prozent beziffert. ermittelt. Laut Schulte zeigen hohe Optimistenwerte von über 70 oder 80 Prozent an, dass der Markt in eine Überhitzung eintritt. Nachdenklich stimmt auch der mit rund 70 Prozent mittlerweile sehr hohe Abstand zur 200-Tage-Durchschnittslinie.
Vor diesem Hintergrund reduziert Schulte selbst seine Investitionsquote in riskanten Hebelprodukten antizyklisch weiter von 30 Prozent auf 20 Prozent. Dazu veranlasst ihn unter anderem die aus seiner Sicht deutlich gestiegene Wahrscheinlichkeit einer baldigen Margenerhöhung. Diese Gefahr befürchtet er, weil die für das Halten eines Silber-Futures durch einen Spekulanten notwendige Sicherheitsleistung in Prozent des Marktwertes eines Silber-Futures derzeit nur noch 5,1 Prozent des Marktwertes eines Silber-Kontraktes entspricht.
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Zum Thema
* Begehrte Geldanlage: Der Goldpreis klettert erstmals über 1500 Dollar
* Edelmetalle: Inflationsfurcht treibt Preise für Gold und Silber
* Riskante Gelegenheit zum Silberkauf
* Rohstoffpreise: Silber ist so teuer wie seit 31 Jahren nicht mehr
* Silber ist langfristig weiter für Preisaufschläge gut
Trotz dieser Warnsignale kann es natürlich sein, dass sich der jüngste Preisanstieg zunächst noch etwas weiter fortsetzt. Ein exaktes Timing ist hier erfahrungsgemäß sehr schwierig. Jetzt noch auf den fahrenden Zug aufzuspringen empfiehlt sich aber in der Tat nicht mehr. Wer den frühzeitigen Einstieg verpasst hat, sollte besser auf die Korrekturbewegung warten. Denn in eine Schwächeperiode hinein sollte es sich langfristig gesehen weiterhin lohnen, im Silberbereich mitzumischen.
Langfristig bleiben die Kaufargumente intakt
Schließlich sind etliche der Gründe, die den Aufschwung am Silbermarkt bewirkt haben, langfristiger Natur. Zu nennen sind hier die Schuldenprobleme in Amerika, Japan und Europa, die Unruhen im Nahen Osten sowie die auch damit verbundenen allgemeinen Sorgen um den Zustand der Weltkonjunktur. Verunsichert sind viele Anleger aber auch wegen der bestehenden Inflationsgefahren und den Zweifeln um den Fortbestand des Papiergeldsystems. Diese Faktoren zusammen werden vermutlich dazu beitragen, dass die starke Investmentnachfrage anhalten wird. Denn das hat auch damit zu tun, dass eine wachsende Zahl an Markteilnehmern Gold, aber auch Silber, zunehmend als einen Währungsersatz sieht.
Auch Schulte lässt sich in seinem grundsätzlichen Optimismus für Silber trotz der kurzfristigen Korrekturgefahren nicht beirren. Das zeigt sich auch an seiner Entscheidung, seine physischen Bestände, die Positionen in den Edelmetall-ETFs der Zürcher Kantonalbank und den Minenaktien nicht zu reduzieren. Er tut das auch deshalb nicht, weil sonst die Gefahr bestünde, die größten Anstiege zu verpassen, die er in den kommenden 12 Monaten erst noch kommen sieht. Denn wohin er die Reise gehen sieht, machte er erst in der letzten Ausgabe des Silberjungen deutlich: „Wir sind davon überzeugt, dass das Silber auf 100 Dollar bis 2012/13 durchstarten wird“, lautete da seine klare Prognose.
Mittwoch, 20. April 2011
Intel
Intel-Zahlen beflügeln den Technologiesektor
Unter den Einzelwerten profitierten insbesondere Technologieaktien von den Intel-Resultaten. Entsprechend zählten die Papiere des Halbleiterherstellers Infineon mit plus 4,29 Prozent auf 7,45 Euro zu den stärksten Dax-Titeln. Im TecDax setzten sich Dialog Semiconductor mit einem Aufschlag von 9,08 Prozent auf 14,84 Euro an die Spitze.
Autowerte schlugen sich ebenfalls überdurchschnittlich. Die Automesse in Schanghai sorge für Fantasie, sagten Börsianer. Dax- Spitzenwert waren die Vorzugsaktien von Volkswagen, die sich um 4,78 Prozent auf 118,40 Euro verteuerten. Der Autobauer will amerikanische Kunden einem Medienbericht zufolge mit Niedrigpreisen für verschiedene Modelle locken, um Marktanteile zu erobern.
Verluste bremsen ADVA-Aktie aus
Nach zwischenzeitlichen Verlusten schlossen die Papiere der Munich Re mit einem Aufschlag von 1,59 Prozent auf 115,20 Euro. Damit zählten sie allerdings zu den schwächsten Dax-Titeln. Die Katastrophen in Japan, Australien und Neuseeland hatten den weltgrößten Rückversicherer zu Jahresbeginn tief in die roten Zahlen gerissen. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand dennoch weiterhin mit einem Gewinn. Börsianer sagten, dass dies alles keine Überraschung sei und sich die Kursreaktion daher in Grenzen halte.
Gegen den Trend verbilligten sich die Aktien von ProSiebenSat.1 um 0,86 Prozent auf 18,54 Euro. Börsianer zeigten sich enttäuscht darüber, dass die Beteiligungen in Nordeuropa nun doch Teil des Unternehmens blieben. Im TecDax brachen die Titel von Adva Optical Networking um 15,60 Prozent auf 5,52 Euro ein. Der Glasfaserkabel-Spezialist war im ersten Quartal wegen eines schwachen operativen Geschäfts und Währungsverlusten in die roten Zahlen gerutscht.
Euro legt deutlich zu gegenüber dem Dollar
Der Eurostoxx 50 legte um 2,23 Prozent auf 2921,43 Punkte zu drives DAX bullish
Unter den Einzelwerten profitierten insbesondere Technologieaktien von den Intel-Resultaten. Entsprechend zählten die Papiere des Halbleiterherstellers Infineon mit plus 4,29 Prozent auf 7,45 Euro zu den stärksten Dax-Titeln. Im TecDax setzten sich Dialog Semiconductor mit einem Aufschlag von 9,08 Prozent auf 14,84 Euro an die Spitze.
Autowerte schlugen sich ebenfalls überdurchschnittlich. Die Automesse in Schanghai sorge für Fantasie, sagten Börsianer. Dax- Spitzenwert waren die Vorzugsaktien von Volkswagen, die sich um 4,78 Prozent auf 118,40 Euro verteuerten. Der Autobauer will amerikanische Kunden einem Medienbericht zufolge mit Niedrigpreisen für verschiedene Modelle locken, um Marktanteile zu erobern.
Verluste bremsen ADVA-Aktie aus
Nach zwischenzeitlichen Verlusten schlossen die Papiere der Munich Re mit einem Aufschlag von 1,59 Prozent auf 115,20 Euro. Damit zählten sie allerdings zu den schwächsten Dax-Titeln. Die Katastrophen in Japan, Australien und Neuseeland hatten den weltgrößten Rückversicherer zu Jahresbeginn tief in die roten Zahlen gerissen. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand dennoch weiterhin mit einem Gewinn. Börsianer sagten, dass dies alles keine Überraschung sei und sich die Kursreaktion daher in Grenzen halte.
Gegen den Trend verbilligten sich die Aktien von ProSiebenSat.1 um 0,86 Prozent auf 18,54 Euro. Börsianer zeigten sich enttäuscht darüber, dass die Beteiligungen in Nordeuropa nun doch Teil des Unternehmens blieben. Im TecDax brachen die Titel von Adva Optical Networking um 15,60 Prozent auf 5,52 Euro ein. Der Glasfaserkabel-Spezialist war im ersten Quartal wegen eines schwachen operativen Geschäfts und Währungsverlusten in die roten Zahlen gerutscht.
Euro legt deutlich zu gegenüber dem Dollar
Der Eurostoxx 50 legte um 2,23 Prozent auf 2921,43 Punkte zu drives DAX bullish
Heineken
http://www.faz.net/s/Rub297138DAAB064B7698E29C8A4821FF75/Doc~E22EEDB93923D4493BD2FD262ED08906C~ATpl~Ecommon~SMed.html
Leoni
Doch die Analysten finden nicht nur warme Worte für den MDax-Vertreter, sondern einige von ihnen haben auch ihre Kursziele angehoben. So erhöhte die Commerzbank ihre Kurszielvorgabe von 41 auf 44 Euro und auch bei Warburg traut man dem Titel einen Anstieg bis auf 44 Euro zu, nachdem die Messlatte bisher nur bei 40 Euro lag.
Begründet wird die damit verbundene Kaufempfehlung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis. Denn diese Kennziffer sei mit 7,4 auf Basis der für 2011 erwarteten Gewinne und von 6,3 für 2012 trotz der vielen Risiken für die Automobilindustrie zu niedrig. Auch nach Ansicht der Commerzbank wird die Aktie mit einem zu hohen Abschlag gegenüber der durchschnittlichen Bewertung in der Vergleichsgruppe gehandelt.
Wie schon angedeutet sollten trotz aller Zuversicht auch die Risiken nicht vergessen werden. Zur Erreichung der neuen Prognosen darf es beispielsweise zu keinen Störungen in der Lieferkette durch die Krise in Japan kommen. Zudem bestehe weiter die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung, gibt Aleksej Wunrau zu bedenken. Aber trotz dieser Bedenken hat auch der Analyst der BHF-Bank sein Kursziel erhöht und zwar gleich von 39 auf 48 Euro.
Damit eine Annäherung an die genannten Kursziele erfolgen kann, bedarf es zunächst aber erst noch eines charttechnischen Kaufsignals. Dzu fehlt nach den jüngsten Kursgewinnen aber auch nicht mehr viel. Notierungen auf Schlusskursbasis von mehr als 35,45 Euro wären gleichbedeutend mit einem Mehrjahreshoch und das wiederum würde charttechnisch gesehen den Weg nach oben freischaufeln.
Begründet wird die damit verbundene Kaufempfehlung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis. Denn diese Kennziffer sei mit 7,4 auf Basis der für 2011 erwarteten Gewinne und von 6,3 für 2012 trotz der vielen Risiken für die Automobilindustrie zu niedrig. Auch nach Ansicht der Commerzbank wird die Aktie mit einem zu hohen Abschlag gegenüber der durchschnittlichen Bewertung in der Vergleichsgruppe gehandelt.
Wie schon angedeutet sollten trotz aller Zuversicht auch die Risiken nicht vergessen werden. Zur Erreichung der neuen Prognosen darf es beispielsweise zu keinen Störungen in der Lieferkette durch die Krise in Japan kommen. Zudem bestehe weiter die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung, gibt Aleksej Wunrau zu bedenken. Aber trotz dieser Bedenken hat auch der Analyst der BHF-Bank sein Kursziel erhöht und zwar gleich von 39 auf 48 Euro.
Damit eine Annäherung an die genannten Kursziele erfolgen kann, bedarf es zunächst aber erst noch eines charttechnischen Kaufsignals. Dzu fehlt nach den jüngsten Kursgewinnen aber auch nicht mehr viel. Notierungen auf Schlusskursbasis von mehr als 35,45 Euro wären gleichbedeutend mit einem Mehrjahreshoch und das wiederum würde charttechnisch gesehen den Weg nach oben freischaufeln.
Freitag, 1. April 2011
Siemens , ENEL
Enel war nach dem mittelfristigen technischen Doppeltop (in 2007/2008; oberhalb der Unterstützung um 6,2 Euro) im Sommer 2008 mit Verkaufssignalen massiv unter Druck gekommen. Hierbei hatte die im Mai 2009 vorgenommene Kapitalerhöhung zur Teilfinanzierung der Übernahme des spanischen Versorgers Endesa auf das Kursniveau gedrückt. Der Baisse-Trend (Januar 2008 bis Juni 2009) endete in einem technischen Ausverkauf bei Kursen um 2,84 Euro. Enel konnte im Sommer 2009 zwar eine Kurserholung durchlaufen, je-doch war dies nur der Start in eine langfristige, technische Bodenformation. Diese hat die technische Form eines langfristigen Aufwärtsdreiecks.
Investment-Kaufsignal in den vergangenen Tagen für Enel-Aktien
Bereits nach der Baisse von 2000 bis 2002 steckte Enel von Juni 2002 bis zum März 2004 in einer langfristigen Bodenformation, die ebenfalls die Form eines technischen Aufwärtsdreiecks aufwies. Seit Juli 2010 war Enel innerhalb dieser Bodenformation durch einen mittelfristigen Aufwärtstrend zunächst bis an die Widerstandszone um 4,40 Euro geführt worden. Danach hatte sich unterhalb dieser Zone eine Konsolidierung ergeben. In den vergangenen Handelstagen ist Enel mit einem Investment-Kaufsignal aus der Bodenformation herausgelaufen. Die Aktie bietet sich für ein konservatives, technisches Investment an. Der Sicherungsstopp sollte bei 3,40 Euro liegen.
Für ING startete die Baisse bereits im Oktober 2006. Nachdem bis zum Herbst 2008 eine normale Baisse-Dynamik vorlag, beschleunigte sich die Baisse und endete nach vielen Verkaufssignalen erst im März 2008 mit einem Ausverkauf bei Kursen um 1,80 Euro. Danach war die Notierung von ING nach oben umgeschlagen. Dieser Aufwärtstrend lieferte vom März 2008 bis November 2008 einen Kursanstieg auf 9,80 Euro. Nach dem Abschluss dieser Kurserholung ergab sich eine mittel- bis langfristige Seitwärtspendelbewegung.
Ende Januar ist ING dann mit einem Investment-Kaufsignal aus dieser Seitwärtsbewegung herausgekommen, so dass die Aufarbeitung der Baisse wieder in Gang gekommen ist. Auch wenn das nächste technische Etappenziel im Test der Widerstandszone von 9,80 Euro bis 10 Euro liegen sollte, deutet die langfristige technische Gesamtlage ein deutlich höheres Kurspotential an. Der strategische Sicherungsstopp für eine ING-Position sollte bei 7,50 Euro liegen.
Bilderbuch-Haussetrend der Siemensaktien
Siemens ist nach Streubesitz nicht nur die größte Aktie im Dax, sondern auch die zweitgrößte Aktie im Euro-Raum nach dem französischen Konzern Total. Siemens hat nach dem Verlassen seiner technischen Bodenformation im Sommer 2009 einen technischen Bilderbuch-Haussetrend herausgebildet. Dieser Hausse-Trend, der bisher ein idealtypisches Wechselspiel von Investment-Kaufsignalen, mittelfristigen Aufwärtstrends und mittelfristigen, trendbestätigenden Konsolidierungen darstellt, wird aktuell durch eine Hausse-Trendlinie bei 82,50 Euro begrenzt.
Zuletzt hat die Aktie den mittelfristigen Aufwärtstrend (von September 2010 bis März 2011, Kursanstieg von 70 Euro auf 98,90 Euro) zum Abbau der überkauften Lage in eine Konsolidierung unterhalb der kleinen Widerstandszone (um 98,90 Euro) verlassen. Da es sich hierbei bisher um eine normale technische Konsolidierung mit einem trendbestätigenden Charakter (nach oben) handeln sollte, bleibt Siemens weiterhin ein technischer (Zu-)Kauf. Damit bleibt auch das mittelfristige technische Etappenziel (Test der nächsten mittelfristigen Widerstandszone um 110 Euro; stammt aus 2007) unverändert. Der strategische Sicherungsstopp für eine Siemens-Position sollte jetzt bei 78 Euro liegen.
Investment-Kaufsignal in den vergangenen Tagen für Enel-Aktien
Bereits nach der Baisse von 2000 bis 2002 steckte Enel von Juni 2002 bis zum März 2004 in einer langfristigen Bodenformation, die ebenfalls die Form eines technischen Aufwärtsdreiecks aufwies. Seit Juli 2010 war Enel innerhalb dieser Bodenformation durch einen mittelfristigen Aufwärtstrend zunächst bis an die Widerstandszone um 4,40 Euro geführt worden. Danach hatte sich unterhalb dieser Zone eine Konsolidierung ergeben. In den vergangenen Handelstagen ist Enel mit einem Investment-Kaufsignal aus der Bodenformation herausgelaufen. Die Aktie bietet sich für ein konservatives, technisches Investment an. Der Sicherungsstopp sollte bei 3,40 Euro liegen.
Für ING startete die Baisse bereits im Oktober 2006. Nachdem bis zum Herbst 2008 eine normale Baisse-Dynamik vorlag, beschleunigte sich die Baisse und endete nach vielen Verkaufssignalen erst im März 2008 mit einem Ausverkauf bei Kursen um 1,80 Euro. Danach war die Notierung von ING nach oben umgeschlagen. Dieser Aufwärtstrend lieferte vom März 2008 bis November 2008 einen Kursanstieg auf 9,80 Euro. Nach dem Abschluss dieser Kurserholung ergab sich eine mittel- bis langfristige Seitwärtspendelbewegung.
Ende Januar ist ING dann mit einem Investment-Kaufsignal aus dieser Seitwärtsbewegung herausgekommen, so dass die Aufarbeitung der Baisse wieder in Gang gekommen ist. Auch wenn das nächste technische Etappenziel im Test der Widerstandszone von 9,80 Euro bis 10 Euro liegen sollte, deutet die langfristige technische Gesamtlage ein deutlich höheres Kurspotential an. Der strategische Sicherungsstopp für eine ING-Position sollte bei 7,50 Euro liegen.
Bilderbuch-Haussetrend der Siemensaktien
Siemens ist nach Streubesitz nicht nur die größte Aktie im Dax, sondern auch die zweitgrößte Aktie im Euro-Raum nach dem französischen Konzern Total. Siemens hat nach dem Verlassen seiner technischen Bodenformation im Sommer 2009 einen technischen Bilderbuch-Haussetrend herausgebildet. Dieser Hausse-Trend, der bisher ein idealtypisches Wechselspiel von Investment-Kaufsignalen, mittelfristigen Aufwärtstrends und mittelfristigen, trendbestätigenden Konsolidierungen darstellt, wird aktuell durch eine Hausse-Trendlinie bei 82,50 Euro begrenzt.
Zuletzt hat die Aktie den mittelfristigen Aufwärtstrend (von September 2010 bis März 2011, Kursanstieg von 70 Euro auf 98,90 Euro) zum Abbau der überkauften Lage in eine Konsolidierung unterhalb der kleinen Widerstandszone (um 98,90 Euro) verlassen. Da es sich hierbei bisher um eine normale technische Konsolidierung mit einem trendbestätigenden Charakter (nach oben) handeln sollte, bleibt Siemens weiterhin ein technischer (Zu-)Kauf. Damit bleibt auch das mittelfristige technische Etappenziel (Test der nächsten mittelfristigen Widerstandszone um 110 Euro; stammt aus 2007) unverändert. Der strategische Sicherungsstopp für eine Siemens-Position sollte jetzt bei 78 Euro liegen.
Mongolia Stock xchange
tattliche Kursgewinne (das diesjährige Plus beträgt auch nach der Korrektur noch immer 63 Prozent), wie sie die mongolische Börse bis vor kurzem zu bieten hatte, locken viele Anleger magisch an. Das gilt auch für die Emittenten von Zertifikaten und deshalb war absehbar, dass es nicht lange dauern würde, bis entsprechende Produkte lanciert werden. Die Vorreiterrolle hat dabei jetzt die Royal Bank of Scotland übernommen.
Seit dem 30. März bietet sie das RBS Mongolia Opportunities TR Open End Index Zertifikat (Isin DE000AA3ACK6, Geld-/Briefspanne: 1,5 Prozent (unter normalen Marktbedingungen), Managementgebühr: 1,0 Prozent p.a.) an, das den RBS Mongolia Opportunities TR Index abbildet.
Lokal gelistete Aktien noch zu klein für ein Zertifikat
Wie es der Struktur der mongolischen Wirtschaft entspricht, besteht der von Standard & Poor's berechnete Index, der halbjährlich neu gewichtet wird, derzeit vorwiegend aus Aktien aus dem Rohstoffsektor. Konkret handelt es sich momentan um 9 Aktien aus dem Minensektor, die bei Auflegung auf Grundlage ihrer Marktkapitalisierung gewichtet sind. (siehe Grafiken) Diese Unternehmen erzielen mindestens 50 Prozent ihrer Umsätze in der Mongolei oder üben dort mindestens 50 Prozent ihrer geschäftlichen Tätigkeit dort aus.
Berücksichtigt werden ausschließlich Aktien, die über einen Tagesumsatz von umgerechnet 500.000 Dollar über die letzten drei Monate verfügen. Gleichzeitig muss die betreffende Aktie über eine Marktkapitalisierung von mindestens 100 Millionen Dollar verfügen, um sich für eine Aufnahme in den Index zu qualifizieren.
Beide Bedingungen sollen eine kontinuierliche Handelbarkeit sichern. Für lokal gelistete Unternehmen sind diese Hürden derzeit noch zu hoch. „Die mongolische Börse gehört zu den kleinsten der Welt. An einem guten Tag werden dort 100.000 Dollar gehandelt und das wird keinen Liquiditätsanforderung für ein Zertifikat gerecht“, gibt Kemal Bagci vom Emittenten RBS zu bedenken. „Der Index ist aber so konzipiert, dass er halbjährlich Unternehmen, die die Aufnahmekriterien erfüllen, aufnehmen kann. So können lokal gelistete Unternehmen, die in Zukunft diese Kriterien erreichen, in den Index einziehen. Und weil die Regierung in der Zukunft verstärkt privatisieren will, kann das durchaus passieren.“
Rohstoffreichtum verspricht hohe Wachstumsraten
Viele Anleger werden aber ohnehin gerade durch den Rohstoffreichtum des Landes angelockt. So gesehen passt die Struktur des Zertifikats zu den Vorlieben der Marktteilnehmer. Bei den Kohlevorkommen dürfte das Land beispielsweise mit geschätzten 22,3 Milliarden Tonnen an nachgewiesenen Reserven weltweit auf Rang zehn liegen. Daneben gibt es unter anderem auch reichlich Gold, Silber, Kupfer, Blei, Eisenerz, Molybdän und Uran.
Alleine die Tavan Tolgoi Mine soll mit Kohlereserven von 6,4 Milliarden Tonnen das weltgrößte unerschlossene Kokskohlevorkommen beherbergen. Und auch auf der westlichen Seite des Gebietes schlummert in der Oyu Tolgoi Mine ein Kohleschatz. Mit der Produktionsaufnahme wird hier 2012 gerechnet und die Betreiber prognostizieren, dass ihre Betriebsstätte 2020 rund 30 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausmachen wird.
Das sind Assets von unschätzbarem Wert, besonders wenn man wie die Mongolei an das rohstoffhungrige China angrenzt. Nicht wenige Experten hoffen vor diesem Hintergrund auf ein Wirtschaftswunder. In diesem Jahr hält beispielsweise der IWF eine Zuwachsrate von mehr als 10 Prozent für möglich.
Doch damit nicht genug: Geht es nach den Verantwortlichen ist alles das nur der Auftakt für ein goldenes Jahrzehnt. So hat das Nationale Entwicklungs- und Innovations Komitee eben erst für die Periode von 2013 bis 2021 ein durchschnittliches Plus für das Bruttoinlandsprodukt von 15,8 Prozent prognostiziert. Diesen Optimismus teilt auch Temuulen Munkhbaatar von Eurasia Capital: „In diesem Jahr dürfte ein Jahrzehnt mit zweistelligen prozentualen Wachstumsraten eingeleitet werden. Wir sehen die Mongolei in der nächsten Dekade weltweit unter den drei am stärksten wachsenden Volkswirtschaften.“
Risiken nicht vergessen
Das sind natürlich Perspektiven, die dafür sprechen, das auf dem Radarschirm zu haben. Allerdings sollte bei allen viel versprechenden Wachstumsperspektiven auch nie die Risiken ausgeblendet werden. So bleibt unter anderem abzuwarten, wie es dem armen und mit rund 3 Millionen Einwohnern dünn besiedelten Land gelingen wird, mit dem erwarteten Reichtum umzugehen.
Zudem gibt es mit einer in diesem Jahr vermutlich auf 20 Prozent steigenden Inflation auch volkswirtschaftliche Klippen zu umschiffen. Zudem gilt es zu bedenken, dass viel spekulatives Kapital mit an Bord ist, was wie zuletzt demonstriert volatile Kursausschläge in beiden Richtungen bewirken kann. Einsteigen sollte man außerdem erst dann, sobald sich abzeichnet, dass die jüngst eingeleitete Kurskorrektur tatsächlich ausgestanden ist.
Seit dem 30. März bietet sie das RBS Mongolia Opportunities TR Open End Index Zertifikat (Isin DE000AA3ACK6, Geld-/Briefspanne: 1,5 Prozent (unter normalen Marktbedingungen), Managementgebühr: 1,0 Prozent p.a.) an, das den RBS Mongolia Opportunities TR Index abbildet.
Lokal gelistete Aktien noch zu klein für ein Zertifikat
Wie es der Struktur der mongolischen Wirtschaft entspricht, besteht der von Standard & Poor's berechnete Index, der halbjährlich neu gewichtet wird, derzeit vorwiegend aus Aktien aus dem Rohstoffsektor. Konkret handelt es sich momentan um 9 Aktien aus dem Minensektor, die bei Auflegung auf Grundlage ihrer Marktkapitalisierung gewichtet sind. (siehe Grafiken) Diese Unternehmen erzielen mindestens 50 Prozent ihrer Umsätze in der Mongolei oder üben dort mindestens 50 Prozent ihrer geschäftlichen Tätigkeit dort aus.
Berücksichtigt werden ausschließlich Aktien, die über einen Tagesumsatz von umgerechnet 500.000 Dollar über die letzten drei Monate verfügen. Gleichzeitig muss die betreffende Aktie über eine Marktkapitalisierung von mindestens 100 Millionen Dollar verfügen, um sich für eine Aufnahme in den Index zu qualifizieren.
Beide Bedingungen sollen eine kontinuierliche Handelbarkeit sichern. Für lokal gelistete Unternehmen sind diese Hürden derzeit noch zu hoch. „Die mongolische Börse gehört zu den kleinsten der Welt. An einem guten Tag werden dort 100.000 Dollar gehandelt und das wird keinen Liquiditätsanforderung für ein Zertifikat gerecht“, gibt Kemal Bagci vom Emittenten RBS zu bedenken. „Der Index ist aber so konzipiert, dass er halbjährlich Unternehmen, die die Aufnahmekriterien erfüllen, aufnehmen kann. So können lokal gelistete Unternehmen, die in Zukunft diese Kriterien erreichen, in den Index einziehen. Und weil die Regierung in der Zukunft verstärkt privatisieren will, kann das durchaus passieren.“
Rohstoffreichtum verspricht hohe Wachstumsraten
Viele Anleger werden aber ohnehin gerade durch den Rohstoffreichtum des Landes angelockt. So gesehen passt die Struktur des Zertifikats zu den Vorlieben der Marktteilnehmer. Bei den Kohlevorkommen dürfte das Land beispielsweise mit geschätzten 22,3 Milliarden Tonnen an nachgewiesenen Reserven weltweit auf Rang zehn liegen. Daneben gibt es unter anderem auch reichlich Gold, Silber, Kupfer, Blei, Eisenerz, Molybdän und Uran.
Alleine die Tavan Tolgoi Mine soll mit Kohlereserven von 6,4 Milliarden Tonnen das weltgrößte unerschlossene Kokskohlevorkommen beherbergen. Und auch auf der westlichen Seite des Gebietes schlummert in der Oyu Tolgoi Mine ein Kohleschatz. Mit der Produktionsaufnahme wird hier 2012 gerechnet und die Betreiber prognostizieren, dass ihre Betriebsstätte 2020 rund 30 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausmachen wird.
Das sind Assets von unschätzbarem Wert, besonders wenn man wie die Mongolei an das rohstoffhungrige China angrenzt. Nicht wenige Experten hoffen vor diesem Hintergrund auf ein Wirtschaftswunder. In diesem Jahr hält beispielsweise der IWF eine Zuwachsrate von mehr als 10 Prozent für möglich.
Doch damit nicht genug: Geht es nach den Verantwortlichen ist alles das nur der Auftakt für ein goldenes Jahrzehnt. So hat das Nationale Entwicklungs- und Innovations Komitee eben erst für die Periode von 2013 bis 2021 ein durchschnittliches Plus für das Bruttoinlandsprodukt von 15,8 Prozent prognostiziert. Diesen Optimismus teilt auch Temuulen Munkhbaatar von Eurasia Capital: „In diesem Jahr dürfte ein Jahrzehnt mit zweistelligen prozentualen Wachstumsraten eingeleitet werden. Wir sehen die Mongolei in der nächsten Dekade weltweit unter den drei am stärksten wachsenden Volkswirtschaften.“
Risiken nicht vergessen
Das sind natürlich Perspektiven, die dafür sprechen, das auf dem Radarschirm zu haben. Allerdings sollte bei allen viel versprechenden Wachstumsperspektiven auch nie die Risiken ausgeblendet werden. So bleibt unter anderem abzuwarten, wie es dem armen und mit rund 3 Millionen Einwohnern dünn besiedelten Land gelingen wird, mit dem erwarteten Reichtum umzugehen.
Zudem gibt es mit einer in diesem Jahr vermutlich auf 20 Prozent steigenden Inflation auch volkswirtschaftliche Klippen zu umschiffen. Zudem gilt es zu bedenken, dass viel spekulatives Kapital mit an Bord ist, was wie zuletzt demonstriert volatile Kursausschläge in beiden Richtungen bewirken kann. Einsteigen sollte man außerdem erst dann, sobald sich abzeichnet, dass die jüngst eingeleitete Kurskorrektur tatsächlich ausgestanden ist.
Mittwoch, 23. März 2011
Aussichten - Saxo Bank
Sollten ausländische Gas- und Ölfirmen profitieren, dann nur für kurze Zeit. Die internationalen Konzerne sind eng mit der Weltwirtschaft verbunden. Folglich wird der globale Wirtschaftsaufschwung auch die treibende Kraft hinter steigenden Ölpreisen oder Konzerngewinnen sein. Japan spielt nur eine untergeordnete Rolle.
derStandard.at: Wie sieht es mit anderen Branchen, wie der Chip-Industrie, Stahl-Unternehmen oder Autoherstellern aus?
Garnry: Auch hier erwarten wir keine längerfristigen Effekte durch die Katastrophe in Japan. Wenn überhaupt, wäre durch den Ausverkauf an der Tokioter Börse ein schneller Einstieg in diese Aktien eine Möglichkeit für Investoren gewesen. Ansonsten gehen wir davon aus, dass die japanischen Unternehmen bald wieder auf demselben hohen Niveau wie vor dem Beben produzieren werden. Entweder sie tun es ohnehin schon, wenn auch mit eingeschränkter Kapazität, oder sie werden Möglichkeiten finden, die Produktion in andere Anlagen umzuschichten.
derStandard.at: Anlageprofis spekulieren bereits über Profite. Welche Aktien sind derzeit besonders interessant?
Garnry: In jedem Fall prozyklische Papiere. Alle Indikatoren zeigen auf Expansion in der globalen Wirtschaft. Sektoren wie Energie, Rohstoffe, Industrie und Technologie werden stark zulegen.
derStandard.at: Japanische Unternehmen könnten ebenfalls interessant sein?
Garnry: Die Branchen sind auch hier dieselben. Achten sollte man allerdings darauf, dass es multi-nationale Unternehmen sind und zumindest 40 Prozent der Einkünfte im Ausland erwirtschaftet werden.
derStandard.at: Wie sieht es mit anderen Branchen, wie der Chip-Industrie, Stahl-Unternehmen oder Autoherstellern aus?
Garnry: Auch hier erwarten wir keine längerfristigen Effekte durch die Katastrophe in Japan. Wenn überhaupt, wäre durch den Ausverkauf an der Tokioter Börse ein schneller Einstieg in diese Aktien eine Möglichkeit für Investoren gewesen. Ansonsten gehen wir davon aus, dass die japanischen Unternehmen bald wieder auf demselben hohen Niveau wie vor dem Beben produzieren werden. Entweder sie tun es ohnehin schon, wenn auch mit eingeschränkter Kapazität, oder sie werden Möglichkeiten finden, die Produktion in andere Anlagen umzuschichten.
derStandard.at: Anlageprofis spekulieren bereits über Profite. Welche Aktien sind derzeit besonders interessant?
Garnry: In jedem Fall prozyklische Papiere. Alle Indikatoren zeigen auf Expansion in der globalen Wirtschaft. Sektoren wie Energie, Rohstoffe, Industrie und Technologie werden stark zulegen.
derStandard.at: Japanische Unternehmen könnten ebenfalls interessant sein?
Garnry: Die Branchen sind auch hier dieselben. Achten sollte man allerdings darauf, dass es multi-nationale Unternehmen sind und zumindest 40 Prozent der Einkünfte im Ausland erwirtschaftet werden.
Samstag, 19. März 2011
Gold wird steigen
Die Zinsen sind schon auf einem Rekordtief. Die Weltwirtschaft befindet sich in einer Situation, die Ökonomen die Liquiditätsfalle nennen: So sehr die Zinsen auch sinken mögen, es wird nicht investiert. Der Weg aus diesem Dilemma führt bekanntermaßen über die Fiskalpolitik, nicht indem man die Märkte weiter mit billigem Geld flutet. Deshalb will die Regierung Obama die Steuern senken, um die Konjunktur zu stützen. Das ist im Prinzip richtig – kollidiert aber mit der hohen Staatsverschuldung, die hierdurch weiter steigen wird. In Euroland wird eher konsolidiert, was das Wachstum eher dämpfen wird.
Ein gesundes Wachstum, das sich selbst trägt, gibt es auf beiden Seiten des Atlantiks nicht. Für die Aktienmärkte bedeutet das nichts Gutes. Solange die drohenden Wolken noch weit entfernt sind und die Anleger weiter auf den Staat hoffen, können die Aktienkurse weiter steigen. Aber wehe, die Zweifel kommen auf. Dann ändert sich die Lage rapide.
Während das vergangene Jahr noch ruhig verlief, dürften die Turbulenzen an der Börse im kommenden Jahr dramatisch zunehmen. Die immer größeren fundamentalen Schwierigkeiten werden immer stärkere Anstrengungen der Geld- und Fiskalpolitik nötig machen. Am Ende werden die fundamentalen Kräfte siegen und die Aktienkurse fallen. Ob bereits im nächsten Jahr, ist die offene Frage.
Die Flucht in die Sicherheit wird auf jeden Fall anhalten. Je stärker die Zweifel werden, dass die Wirtschafts- und Geldpolitiker die Situation in den Griff bekommen, umso mehr werden sich die Anleger Edelmetallen zuwenden. Deshalb wird der Goldpreis weiter steigen. 2010 mag ein relativ leichtes Jahr für die Anleger gewesen sein. Das kommende Jahr wird es nicht.
Ein gesundes Wachstum, das sich selbst trägt, gibt es auf beiden Seiten des Atlantiks nicht. Für die Aktienmärkte bedeutet das nichts Gutes. Solange die drohenden Wolken noch weit entfernt sind und die Anleger weiter auf den Staat hoffen, können die Aktienkurse weiter steigen. Aber wehe, die Zweifel kommen auf. Dann ändert sich die Lage rapide.
Während das vergangene Jahr noch ruhig verlief, dürften die Turbulenzen an der Börse im kommenden Jahr dramatisch zunehmen. Die immer größeren fundamentalen Schwierigkeiten werden immer stärkere Anstrengungen der Geld- und Fiskalpolitik nötig machen. Am Ende werden die fundamentalen Kräfte siegen und die Aktienkurse fallen. Ob bereits im nächsten Jahr, ist die offene Frage.
Die Flucht in die Sicherheit wird auf jeden Fall anhalten. Je stärker die Zweifel werden, dass die Wirtschafts- und Geldpolitiker die Situation in den Griff bekommen, umso mehr werden sich die Anleger Edelmetallen zuwenden. Deshalb wird der Goldpreis weiter steigen. 2010 mag ein relativ leichtes Jahr für die Anleger gewesen sein. Das kommende Jahr wird es nicht.
Sonntag, 13. März 2011
Aktien !
Das scheint auch die Mehrheit an der Börse so zu sehen. Denn trotz der jüngsten Turbulenzen fließt Aktienprodukten viel Geld zu. Seit Anfang 2011 verzeichnete zum Beispiel ein Exchange Traded Fund (ETF) auf den S&P 500, der iShares S&P 500 aus dem Hause Blackrock, Nettomittelzuflüsse von mehr als einer Milliarde Dollar. Damit bündelt der Fonds nun 9,2 Milliarden Dollar und ist größter ETF Europas. Für diese Zuversicht lassen sich gute Gründe finden.
Mehr Aktien aus Europa, weniger aus Schwellenländern
Europäische Aktien zum Beispiel hätten hervorragende Aussichten, sagte William Davies erst im Februar. Er verantwortet die Verwaltung europäischer Aktien bei Threadneedle. Und dabei schaut er nicht nur auf die Aktien deutscher Exportunternehmen, bislang die Standardantwort auf die Frage nach den Profiteuren der Krise. "Wir beabsichtigen, uns zunehmend auf Unternehmen zu konzentrieren, die von einer starken Binnennachfrage in den wachstumsstärkeren Ländern der Eurozone - Deutschland und die nordischen Länder - profitieren werden. So dürfte Metro Chart zeigen aus der wachsenden Inlandsnachfrage Kapital schlagen können, da das zunehmende Konjunkturvertrauen die deutschen Konsumenten spendabler werden lässt."
Gregor Hirt vom Konkurrenten Schroders ergänzt: "Verglichen mit dem Rest der Welt haben wir unseren relativen Anteil deutscher und europäischer Aktien erhöht, besonders im Vergleich zu den Emerging Markets."
Die Risiken sind natürlich da. Auch Davies sieht sie - zum Beispiel die Verschuldung einiger Euro-Länder. "Während der ersten sechs Monate in diesem Jahr dürften sich die Anleger wieder auf die Staatsverschuldung konzentrieren. Sowohl Regierungen als auch Banken der Peripherieländer werden Neuemissionen platzieren. Allerdings könnten die Zweifel über die Eurozone durchaus nachlassen und der Ausblick für die europäischen Volkswirtschaften dürfte sich deutlich verbessern, sollten diese Neuemissionen in der ersten Jahreshälfte 2011 auf ein positives Echo stoßen."
"Giftiger Coctail" für die Märkte
Auch beim Thema Öl schauen Anleger nun genauer hin. "Wir bewegen uns auf einen Kipppunkt zu", schreibt GAM-Mann McNamara. "Es gibt eine weit verbreitete Meinung, dass ab einem Preis von 120 Dollar je Barrel der Punkt erreicht ist, wo Öl eine deflationäre Kraft entfalten kann, weil es das Wachstum belastet. Und historisch ist es so, dass in jenen Fällen, in denen sich ein Ölpreis, der sich in acht Monaten verdoppelt hat - so wie jetzt - dazu neigt, ein Indikator für eine Rezession zu sein."
Einen "giftigen Cocktail" nennt Marktstratege David Buik von BGC Partners die Unruhen in Libyen auf der einen und die europäische Schuldenkrise auf der anderen Seite.
Es klingt alles so gar nicht nach einem Wachstumsszenario für Aktien. Nur - was sind die Alternativen? "Die Dividendenrendite von Aktien liegt immer noch deutlich über der Anleihenrendite", sagt de Jörg de Vries-Hippen, bei RCM für die europäischen Aktien zuständig. Und solange die Aktienmärkte liquide bleiben, dürften sie für viele Anleger derzeit erste Wahl bleiben. Nicht unbedingt aus Überzeugung - aber all das Geld, das Pensionskassen und Fonds eingesammelt haben, muss ja irgendwo angelegt werden. Die Aktie scheint da wie der Einäugige unter den Blinden.
Mehr Aktien aus Europa, weniger aus Schwellenländern
Europäische Aktien zum Beispiel hätten hervorragende Aussichten, sagte William Davies erst im Februar. Er verantwortet die Verwaltung europäischer Aktien bei Threadneedle. Und dabei schaut er nicht nur auf die Aktien deutscher Exportunternehmen, bislang die Standardantwort auf die Frage nach den Profiteuren der Krise. "Wir beabsichtigen, uns zunehmend auf Unternehmen zu konzentrieren, die von einer starken Binnennachfrage in den wachstumsstärkeren Ländern der Eurozone - Deutschland und die nordischen Länder - profitieren werden. So dürfte Metro Chart zeigen aus der wachsenden Inlandsnachfrage Kapital schlagen können, da das zunehmende Konjunkturvertrauen die deutschen Konsumenten spendabler werden lässt."
Gregor Hirt vom Konkurrenten Schroders ergänzt: "Verglichen mit dem Rest der Welt haben wir unseren relativen Anteil deutscher und europäischer Aktien erhöht, besonders im Vergleich zu den Emerging Markets."
Die Risiken sind natürlich da. Auch Davies sieht sie - zum Beispiel die Verschuldung einiger Euro-Länder. "Während der ersten sechs Monate in diesem Jahr dürften sich die Anleger wieder auf die Staatsverschuldung konzentrieren. Sowohl Regierungen als auch Banken der Peripherieländer werden Neuemissionen platzieren. Allerdings könnten die Zweifel über die Eurozone durchaus nachlassen und der Ausblick für die europäischen Volkswirtschaften dürfte sich deutlich verbessern, sollten diese Neuemissionen in der ersten Jahreshälfte 2011 auf ein positives Echo stoßen."
"Giftiger Coctail" für die Märkte
Auch beim Thema Öl schauen Anleger nun genauer hin. "Wir bewegen uns auf einen Kipppunkt zu", schreibt GAM-Mann McNamara. "Es gibt eine weit verbreitete Meinung, dass ab einem Preis von 120 Dollar je Barrel der Punkt erreicht ist, wo Öl eine deflationäre Kraft entfalten kann, weil es das Wachstum belastet. Und historisch ist es so, dass in jenen Fällen, in denen sich ein Ölpreis, der sich in acht Monaten verdoppelt hat - so wie jetzt - dazu neigt, ein Indikator für eine Rezession zu sein."
Einen "giftigen Cocktail" nennt Marktstratege David Buik von BGC Partners die Unruhen in Libyen auf der einen und die europäische Schuldenkrise auf der anderen Seite.
Es klingt alles so gar nicht nach einem Wachstumsszenario für Aktien. Nur - was sind die Alternativen? "Die Dividendenrendite von Aktien liegt immer noch deutlich über der Anleihenrendite", sagt de Jörg de Vries-Hippen, bei RCM für die europäischen Aktien zuständig. Und solange die Aktienmärkte liquide bleiben, dürften sie für viele Anleger derzeit erste Wahl bleiben. Nicht unbedingt aus Überzeugung - aber all das Geld, das Pensionskassen und Fonds eingesammelt haben, muss ja irgendwo angelegt werden. Die Aktie scheint da wie der Einäugige unter den Blinden.
Freitag, 11. März 2011
Vom Ölpreis profitieren
Wie können Anleger nun vom steigenden Ölpreis profitieren und wie können sie sich an den Zapfsäulen vor ihm schützen?
• Es gibt die Möglichkeit, in Indexzertifikate, die bestimmte Rohstoffpreise abbilden, zu investieren. Diese Produkte ähneln einer Anleihe, die Rendite erfolgt allerdings nicht über die gezahlten Zinsen, entscheidend ist die Wertentwicklung einer Aktie oder eines Rohstoffwerts. Diese Zertifikate werden von fast allen Geldhäusern angeboten. Anleger sollten jedoch wissen: Nur weil der Ölpreis beispielsweise um 20Prozent steigt, bedeutet dies nicht automatisch, dass auch der Wert des Zertifikats im gleichen Ausmaß zulegt. Teilweise ist der Anstieg geringer. Der Grund dafür ist im sogenannten Rollverlust zu suchen. Das sind Verluste, die beim Umschichten von alten in neue Kontrakte realisiert werden.
• Anleger haben auch die Möglichkeit, in Fonds zu investieren, die wiederum Aktien von Rohstofffirmen halten. Zudem gibt es die Möglichkeit, auf Einzelunternehmen, wie Ölkonzerne und Bohrfirmen, zu setzen.
Stöferle würde in diesem Zusammenhang eher auf Servicefirmen wie Schlumberger, Halliburton oder auch SBO setzen: „Die Firmen haben volle Auftragsbücher, hohe Margen und sind langfristig weniger volatil.“ Für Zulieferfirmen wie SBO ist der hohe Ölpreis ein Vorteil, „da auch teurere und aufwendigere Bohrungen möglich werden“, sagte Firmenchef Gerald Grohmann bei der Präsentation der Jahreszahlen.
Auf Einzelaktien zu setzen berge aber auch immer eine Gefahr, sagt Thomas Bichler, Fondsmanager bei der Raiffeisen KAG. Als Beispiel nennt er etwa den Ölkonzern BP. Auch die OMV wurde kürzlich für ihr Engagement in Libyen abgestraft.
• Der hohe Ölpreis treibt zudem die Preise an den Zapfsäulen. Der Autofahrerklub ÖAMTC rät Autofahrern daher, nicht an Autobahntankstellen zu tanken, da diese wesentlich teurer sind als Tankstellen abseits. „Wer eine Reise unternimmt und die Möglichkeit hat, im Osten zu tanken, sollte das auch tun“, sagt Elisabeth Brandau vom ÖAMTC. Im Westen sei der Sprit tendenziell nämlich teurer.
An den Tankstellen dürfen die Preise laut Verordnung nur mehr einmal pro Tag, und das um zwölf Uhr zu Mittag erhöht werden. In den 24 Stunden danach dürfen sie nur sinken. Der ÖAMTC empfiehlt daher, am späten Vormittag oder in den Abendstunden zu tanken. Da am Wochenende mehr Leute mit dem Auto unterwegs sind, rät Brandau, am Wochenbeginn zu tanken.
Außerdem veröffentlichen die Autofahrerklubs laufend Listen mit den niedrigen Spritpreisen
• Rund 20Prozent der Österreicher heizen mit Heizöl. Ein Liter davon kostete am Montag 94 Cent, zu Jahresbeginn waren es noch 84 Cent gewesen. „Wie sich der Heizölpreis weiter entwickeln wird, wissen wir nicht“, sagt Martin Reichard vom Institut für wirtschaftliche Ölheizungen. Es sei daher schwierig zu sagen, wann sich die Kunden am besten mit Heizöl eindecken sollten. Traditionell sei der Sommer dafür eher eine gute Möglichkeit. „Wer Heizöl jetzt braucht, dem bleibt ohnehin nichts anderes übrig, als es jetzt einzukaufen“, sagt Reichard.
• Es gibt die Möglichkeit, in Indexzertifikate, die bestimmte Rohstoffpreise abbilden, zu investieren. Diese Produkte ähneln einer Anleihe, die Rendite erfolgt allerdings nicht über die gezahlten Zinsen, entscheidend ist die Wertentwicklung einer Aktie oder eines Rohstoffwerts. Diese Zertifikate werden von fast allen Geldhäusern angeboten. Anleger sollten jedoch wissen: Nur weil der Ölpreis beispielsweise um 20Prozent steigt, bedeutet dies nicht automatisch, dass auch der Wert des Zertifikats im gleichen Ausmaß zulegt. Teilweise ist der Anstieg geringer. Der Grund dafür ist im sogenannten Rollverlust zu suchen. Das sind Verluste, die beim Umschichten von alten in neue Kontrakte realisiert werden.
• Anleger haben auch die Möglichkeit, in Fonds zu investieren, die wiederum Aktien von Rohstofffirmen halten. Zudem gibt es die Möglichkeit, auf Einzelunternehmen, wie Ölkonzerne und Bohrfirmen, zu setzen.
Stöferle würde in diesem Zusammenhang eher auf Servicefirmen wie Schlumberger, Halliburton oder auch SBO setzen: „Die Firmen haben volle Auftragsbücher, hohe Margen und sind langfristig weniger volatil.“ Für Zulieferfirmen wie SBO ist der hohe Ölpreis ein Vorteil, „da auch teurere und aufwendigere Bohrungen möglich werden“, sagte Firmenchef Gerald Grohmann bei der Präsentation der Jahreszahlen.
Auf Einzelaktien zu setzen berge aber auch immer eine Gefahr, sagt Thomas Bichler, Fondsmanager bei der Raiffeisen KAG. Als Beispiel nennt er etwa den Ölkonzern BP. Auch die OMV wurde kürzlich für ihr Engagement in Libyen abgestraft.
• Der hohe Ölpreis treibt zudem die Preise an den Zapfsäulen. Der Autofahrerklub ÖAMTC rät Autofahrern daher, nicht an Autobahntankstellen zu tanken, da diese wesentlich teurer sind als Tankstellen abseits. „Wer eine Reise unternimmt und die Möglichkeit hat, im Osten zu tanken, sollte das auch tun“, sagt Elisabeth Brandau vom ÖAMTC. Im Westen sei der Sprit tendenziell nämlich teurer.
An den Tankstellen dürfen die Preise laut Verordnung nur mehr einmal pro Tag, und das um zwölf Uhr zu Mittag erhöht werden. In den 24 Stunden danach dürfen sie nur sinken. Der ÖAMTC empfiehlt daher, am späten Vormittag oder in den Abendstunden zu tanken. Da am Wochenende mehr Leute mit dem Auto unterwegs sind, rät Brandau, am Wochenbeginn zu tanken.
Außerdem veröffentlichen die Autofahrerklubs laufend Listen mit den niedrigen Spritpreisen
• Rund 20Prozent der Österreicher heizen mit Heizöl. Ein Liter davon kostete am Montag 94 Cent, zu Jahresbeginn waren es noch 84 Cent gewesen. „Wie sich der Heizölpreis weiter entwickeln wird, wissen wir nicht“, sagt Martin Reichard vom Institut für wirtschaftliche Ölheizungen. Es sei daher schwierig zu sagen, wann sich die Kunden am besten mit Heizöl eindecken sollten. Traditionell sei der Sommer dafür eher eine gute Möglichkeit. „Wer Heizöl jetzt braucht, dem bleibt ohnehin nichts anderes übrig, als es jetzt einzukaufen“, sagt Reichard.
Dienstag, 8. März 2011
Prof. Otte's Forecast
Derzeit favorisiere ich vor allem ganz normale Blue Chips wie Pharmatitel, Ölaktien, Versorger, Telekom sowie Aktien aus den europäischen Randstaaten und Sondersituationen. Viele dieser Aktien haben KGVs unter 10, zum Teil unter 9 sowie Dividenden von 5, 6, 7 Prozent oder mehr. Beispiele sind Sanofi-Aventis, Novartis, Statoil, Total, BP, Eon, RWE, Telefonica, ENI, ENEL, Gas Natural und speziellere Titel aus Italien, Spanien, Irland, Portugal und Griechenland. Interessant sind derzeit auch die US-Technologiegiganten Intel, Microsoft und Cisco, die KGVs um die 10 und Dividendenrenditen bis zu 3 Prozent aufweisen.
Bitte schätzen Sie folgende Aktien mit einem Satz ein…
Aktien von Versorgern: Habe ich im Depot, wobei keine allzu schnelle Aufwärtsbewegung erwartet werden sollte.
Aktien von Banken: Mache ich nicht, da ich nicht glaube, dass man als Außenstehender Banken richtig bewerten kann.
Rohstoff-Aktien: Eine riskante Sache. Ich bleibe bei Ölaktien.
Emerging Markets: Nur bei etablierten Schwergewichten wie Petrobras oder China Mobile zugreifen. Ich würde aber generell die Finger davon lassen. Die beste Emerging-Markets-Aktie ist für mich immer noch Nestlé, die ich jedem Privatanleger auch jetzt noch ans Herz lege: Das Unternehmen profitiert durch seine globale Präsenz automatisch von der steigenden Kaufkraft dieser Märkte und ist in der Schweiz domiziliert. Mit 3,5 Prozent Dividende und einem KGV unter 14 ist der Titel immer noch günstig. Und zudem sehr krisensicher.
Bitte schätzen Sie folgende Aktien mit einem Satz ein…
Aktien von Versorgern: Habe ich im Depot, wobei keine allzu schnelle Aufwärtsbewegung erwartet werden sollte.
Aktien von Banken: Mache ich nicht, da ich nicht glaube, dass man als Außenstehender Banken richtig bewerten kann.
Rohstoff-Aktien: Eine riskante Sache. Ich bleibe bei Ölaktien.
Emerging Markets: Nur bei etablierten Schwergewichten wie Petrobras oder China Mobile zugreifen. Ich würde aber generell die Finger davon lassen. Die beste Emerging-Markets-Aktie ist für mich immer noch Nestlé, die ich jedem Privatanleger auch jetzt noch ans Herz lege: Das Unternehmen profitiert durch seine globale Präsenz automatisch von der steigenden Kaufkraft dieser Märkte und ist in der Schweiz domiziliert. Mit 3,5 Prozent Dividende und einem KGV unter 14 ist der Titel immer noch günstig. Und zudem sehr krisensicher.
Mittwoch, 2. Februar 2011
Otte
FOCUS Online: Der Dax hat 2010 um 16 Prozent zugelegt, Ihr Fonds um 30 Prozent. Was erwarten Sie für dieses Jahr?
Otte: Dax und MDax sind weitgehend fair bewertet. Aber der Dax kann gut auf 8000, 9000 oder 10 000 Punkte steigen, wenn er in eine Übertreibungsphase kommt.
FOCUS Online: Kaufen Sie denn jetzt Aktien?
Otte: Ja, abgesehen von meinem Häuschen, dem Ackerland und Gold bin ich komplett in Aktien investiert.
FOCUS Online: Wo investieren Sie derzeit?
Otte: In den vergangenen Monaten habe ich etliche Mittel in Unternehmen der Euro-Randstaaten investiert: Spanien, Griechenland, Italien, Irland, das finde ich alles wunderbar billig. Dazu habe ich meine Standardpositionen.
FOCUS Online: Wenn die Randländer mitgeschleppt werden, müssten Sie doch eigentlich dort Anleihen kaufen?
Otte: Das wäre eine mögliche Spekulation. Ich bin in meinem Fonds frei in der Anlagepolitik, aber eher Aktieninvestor. Wenn ich Parmalat zum Buchwert finde, dann schlafe ich damit ruhiger als mit griechischen Anleihen – und ich weiß, dass die Aktie 50 Prozent Potenzial hat.
FOCUS Online: Als Value-Investor suchen Sie unterbewertete Konzerne und orientieren sich dabei zuallererst am Kurs-Buchwert-Verhältnis oder am nachhaltigen Ertragswert. Interessiert Sie ein schlechtes wirtschaftliches Umfeld für Firmen in Griechenland oder Portugal denn gar nicht?
Otte: Die Bewertungen müssen so sein, dass eine große Schwankungsbreite an Prognosen eingepreist ist. Warren Buffett nennt das die „Sicherheitsmarge“. Bei Parmalat ist es so, dass die Aktie günstig ist und ich daran glaube, dass die Leute weiter Milch trinken und Käse essen.
FOCUS Online: Ist Gold jetzt schon zu teuer?
Otte: Nein. Es ist satt bewertet, aber wenn man jetzt Gold kauft, kann man keine großen Enttäuschungen erleben. Gold ist für mich persönlich die Absicherung für den Ernstfall, gegen das Restrisiko, das ja nach wie vor da ist. Wenn es dazu kommt, dann wird jeder froh sein, der Gold hat. Natürlich mag sich da irgendwann auch eine Blase bilden, aber das ist wie mit meinen zehn Hektar Ackerland: Es bleibt eine sichere Anlage.
FOCUS Online: Wie viele Aktien haben Sie denn im Depot?
Otte: Sie werden lachen: 80 Titel, darunter 25 deutsche Mittelständler. Zwei Drittel sind disponibel, ein Drittel ist permanent – meine Standardpositionen. Aber es kann irgendwann auch wieder nur eine Aktie sein.
FOCUS Online: Warum halten Sie keine Anleihen?
Otte: Anleihen würde ich nur kaufen, wenn ich keine günstig bewerteten Aktien mehr finde und Anleihen extrem attraktiv wären. Beides ist nicht der Fall.
FOCUS Online: Staatsanleihen mögen Sie überhaupt nicht?
Otte: Das will ich so nicht sagen. 1982 brachten US-Staatsanleihen 14 Prozent, die hätte ich vielleicht schon gekauft. Aber Aktien sind mein Metier. Ich mag sie, weil es sich dabei um Produktivvermögen handelt und sie auf Dauer die besseren Renditen bringen. Außerdem glaube ich, dass langfristig die Zinsen steigen müssen und es wohl Inflation geben wird. Beides ist schlecht für Staatsanleihen.
FOCUS Online: Sie glauben, dass wir Inflation bekommen?
Otte: Ich weiß es nicht. Eine leichte bis mittlere Inflation ist mein optimistisches Szenario. Das Aktienvermögen würde dadurch erhalten bleiben. Mein Depot ist darauf eingestellt, aber ein deflationärer Schock würde es nicht aus der Bahn werfen.
FOCUS Online: Wie sollten sich Anleger jetzt positionieren?
Otte: Sie sollten die für sie richtige Immobilie und Gold haben und ansonsten billige ordentliche Aktien kaufen.
FOCUS Online: Sie orientieren sich an Value-Legenden wie Buffett. Wollen Sie der deutsche Warren Buffett werden?
Otte: Nein. Geldverdienen ist mein Handwerk. Und es hat lange gedauert, bis ich es beherrschte, glauben Sie mir! Ich habe Buffett dazu genau studiert. Er ist Investor mit Leib und Seele. Für mich dagegen ist das Geldverdienen allein auf Dauer nicht interessant genug. Dazu habe ich zu viele andere Interessen.
FOCUS Online: Mit Ihrem Fonds waren Sie nach der Auflage 2008 auch schon mal 35 Prozent im Minus. Risikofreude müssen Ihre Geldgeber schon mitbringen, oder?
Otte: Nein. Was hat das mit Risiko zu tun? Risiko ist dauerhafter Wertverlust. Ich folge da dem Value-Investor Benjamin Graham: Volatilität ist Volatilität und hat mit Risiko nicht das Geringste zu tun. Das gehört zum Handwerk. Wenn ich eine Aktie für 80 Prozent des fairen Wertes bekomme und sie fällt auf 50 Prozent, dann verfalle ich nicht in Panik, sondern ich kaufe nach.
Otte: Dax und MDax sind weitgehend fair bewertet. Aber der Dax kann gut auf 8000, 9000 oder 10 000 Punkte steigen, wenn er in eine Übertreibungsphase kommt.
FOCUS Online: Kaufen Sie denn jetzt Aktien?
Otte: Ja, abgesehen von meinem Häuschen, dem Ackerland und Gold bin ich komplett in Aktien investiert.
FOCUS Online: Wo investieren Sie derzeit?
Otte: In den vergangenen Monaten habe ich etliche Mittel in Unternehmen der Euro-Randstaaten investiert: Spanien, Griechenland, Italien, Irland, das finde ich alles wunderbar billig. Dazu habe ich meine Standardpositionen.
FOCUS Online: Wenn die Randländer mitgeschleppt werden, müssten Sie doch eigentlich dort Anleihen kaufen?
Otte: Das wäre eine mögliche Spekulation. Ich bin in meinem Fonds frei in der Anlagepolitik, aber eher Aktieninvestor. Wenn ich Parmalat zum Buchwert finde, dann schlafe ich damit ruhiger als mit griechischen Anleihen – und ich weiß, dass die Aktie 50 Prozent Potenzial hat.
FOCUS Online: Als Value-Investor suchen Sie unterbewertete Konzerne und orientieren sich dabei zuallererst am Kurs-Buchwert-Verhältnis oder am nachhaltigen Ertragswert. Interessiert Sie ein schlechtes wirtschaftliches Umfeld für Firmen in Griechenland oder Portugal denn gar nicht?
Otte: Die Bewertungen müssen so sein, dass eine große Schwankungsbreite an Prognosen eingepreist ist. Warren Buffett nennt das die „Sicherheitsmarge“. Bei Parmalat ist es so, dass die Aktie günstig ist und ich daran glaube, dass die Leute weiter Milch trinken und Käse essen.
FOCUS Online: Ist Gold jetzt schon zu teuer?
Otte: Nein. Es ist satt bewertet, aber wenn man jetzt Gold kauft, kann man keine großen Enttäuschungen erleben. Gold ist für mich persönlich die Absicherung für den Ernstfall, gegen das Restrisiko, das ja nach wie vor da ist. Wenn es dazu kommt, dann wird jeder froh sein, der Gold hat. Natürlich mag sich da irgendwann auch eine Blase bilden, aber das ist wie mit meinen zehn Hektar Ackerland: Es bleibt eine sichere Anlage.
FOCUS Online: Wie viele Aktien haben Sie denn im Depot?
Otte: Sie werden lachen: 80 Titel, darunter 25 deutsche Mittelständler. Zwei Drittel sind disponibel, ein Drittel ist permanent – meine Standardpositionen. Aber es kann irgendwann auch wieder nur eine Aktie sein.
FOCUS Online: Warum halten Sie keine Anleihen?
Otte: Anleihen würde ich nur kaufen, wenn ich keine günstig bewerteten Aktien mehr finde und Anleihen extrem attraktiv wären. Beides ist nicht der Fall.
FOCUS Online: Staatsanleihen mögen Sie überhaupt nicht?
Otte: Das will ich so nicht sagen. 1982 brachten US-Staatsanleihen 14 Prozent, die hätte ich vielleicht schon gekauft. Aber Aktien sind mein Metier. Ich mag sie, weil es sich dabei um Produktivvermögen handelt und sie auf Dauer die besseren Renditen bringen. Außerdem glaube ich, dass langfristig die Zinsen steigen müssen und es wohl Inflation geben wird. Beides ist schlecht für Staatsanleihen.
FOCUS Online: Sie glauben, dass wir Inflation bekommen?
Otte: Ich weiß es nicht. Eine leichte bis mittlere Inflation ist mein optimistisches Szenario. Das Aktienvermögen würde dadurch erhalten bleiben. Mein Depot ist darauf eingestellt, aber ein deflationärer Schock würde es nicht aus der Bahn werfen.
FOCUS Online: Wie sollten sich Anleger jetzt positionieren?
Otte: Sie sollten die für sie richtige Immobilie und Gold haben und ansonsten billige ordentliche Aktien kaufen.
FOCUS Online: Sie orientieren sich an Value-Legenden wie Buffett. Wollen Sie der deutsche Warren Buffett werden?
Otte: Nein. Geldverdienen ist mein Handwerk. Und es hat lange gedauert, bis ich es beherrschte, glauben Sie mir! Ich habe Buffett dazu genau studiert. Er ist Investor mit Leib und Seele. Für mich dagegen ist das Geldverdienen allein auf Dauer nicht interessant genug. Dazu habe ich zu viele andere Interessen.
FOCUS Online: Mit Ihrem Fonds waren Sie nach der Auflage 2008 auch schon mal 35 Prozent im Minus. Risikofreude müssen Ihre Geldgeber schon mitbringen, oder?
Otte: Nein. Was hat das mit Risiko zu tun? Risiko ist dauerhafter Wertverlust. Ich folge da dem Value-Investor Benjamin Graham: Volatilität ist Volatilität und hat mit Risiko nicht das Geringste zu tun. Das gehört zum Handwerk. Wenn ich eine Aktie für 80 Prozent des fairen Wertes bekomme und sie fällt auf 50 Prozent, dann verfalle ich nicht in Panik, sondern ich kaufe nach.
Donnerstag, 27. Januar 2011
Goldpreis ?
Von entscheidender Bedeutung aus charttechnischer Sicht dürfte nun sein, ob die zentrale Haltezone bei rund 1.330 Dollar verteidigt werden kann. Gelingt dies, könnte sich die übergeordnete Aufwärtsbewegung fortsetzen. Eine Rückkehr über die Zone zwischen 1.380 und 1.390 Dollar könnte einen erneuten Angriff auf die Widerstandszone zwischen 1.425 und 1.430 Dollar nach sich ziehen. Risikobereite Investoren könnten mit dem Wave-Call der Deutschen Bank (WKN DB3VA1) auf weitere Preissteigerungen spekulieren. Der Hebel dieses Papiers liegt derzeit bei 3,67, das Stop-Loss-Niveau bei aktuell 999,75 Dollar.
Sollte der Goldpreis dagegen unter die wichtige Unterstützungszone bei rund 1.330 Dollar zurückfallen, könnte dies eine weitere Korrektur in den Bereich um 1.265 Dollar nach sich ziehen. Spekulative Anleger, die mit fallenden Preisen rechnen, könnten darauf mit dem Wave-Put der Deutschen Bank (WKN DE3TFU) setzen. Der Hebel beläuft sich hier aktuell auf 8,41, das Stop-Loss-Niveau liegtderzeit bei 1.448,00 Dollar.
Sollte der Goldpreis dagegen unter die wichtige Unterstützungszone bei rund 1.330 Dollar zurückfallen, könnte dies eine weitere Korrektur in den Bereich um 1.265 Dollar nach sich ziehen. Spekulative Anleger, die mit fallenden Preisen rechnen, könnten darauf mit dem Wave-Put der Deutschen Bank (WKN DE3TFU) setzen. Der Hebel beläuft sich hier aktuell auf 8,41, das Stop-Loss-Niveau liegtderzeit bei 1.448,00 Dollar.
Dienstag, 25. Januar 2011
Rohstoffe - Die Presse
Wien. Die Preise vieler Rohstoffe kannten monatelang kein Halten. Solange die Schwellenländer wachsen, werde der Aufschwung bei den Rohstoffen auch weiter anhalten, sagen Experten. Am besten, man kaufe alles ein, was China in den nächsten Jahren braucht, wird etwa der US-Starinvestor Jim Rogers nicht müde zu sagen. Sein börsegehandelter Indexfonds Jim Rogers International Commodity Index ETF (ISIN: LU0249326488), mit dem mehrere Rohstoffe abgebildet werden, legten im Vorjahr auch deutlich zu.
Eines ist aber auch klar: Nicht alle, die Rohstoffe kaufen, verarbeiten es. Je mehr Geld von spekulativen Investoren in Rohstoffe fließt, desto größer sind Preisschwankungen und desto größer ist die Gefahr einer Blase. Die Termingeschäfte auf den US-Rohstoffbörsen erreichten zuletzt ein Volumen, das größer als zum Höhepunkt der Rohstoffblase des Jahres 2008 war.
Davon sind auch die Edel- und Industriemetalle betroffen. Das heißt aber nicht, dass Investments in bestimmte Metalle uninteressant sind – obwohl deren Preise seit Jahresanfang etwas zurückgingen.
•PALLADIUM
Ein Geheimtipp unter vielen Experten. Zwar legte der Palladium-Preis bereits seit Anfang 2010 um 100Prozent zu und liegt bei 820 Dollar je Feinunze. Dabei trieben börsegehandelte Indexfonds die Nachfrage ordentlich an. Bei Palladium muss man sich aber keine Sorgen um die industrielle Nachfrage machen. Das Metall wird bei Autokatalysatoren verwendet und ist noch deutlich billiger als das „Konkurrenz“-Metall Platin.
Da der Bedarf nach Autos in den Schwellenländern ungebrochen hoch ist, könnte der Boom der Autoindustrie weiter anhalten – was dem Palladium-Preis nur gut tun würde und wovon auch die privaten Anleger profitieren könnten.
Aktie: Eine der größten Palladium-Minen ist die kanadische North American Palladium. Die Aktie legte im Vorjahr im Gleichschritt mit dem Palladium-Preis stark zu.
Exchange Traded Commodities(ETC): Das börsegehandelte Palladium-Wertpapier der ETF Securities (DE000A0N62E5) konnte den Palladium-Preis zuletzt eins zu eins abdecken.
•GOLD
Das gelbe Edelmetall ist die Krisenwährung schlechthin. Der Preis legt dann zu, wenn Finanzkrisen, Staatspleiten oder hohe Inflationsraten befürchtet werden.
Zuletzt ging der Goldpreis aber auf 1347 Dollar je Unze zurück. Dass der Preis schon in den nächsten Tagen wieder rasant ansteigt, wird von einigen Experten bezweifelt. Das erste Quartal ist immer ein schwächeres für den Goldpreis; die Angst vor einer Zuspitzung der Schuldenkrise hat nachgelassen; bessere Konjunkturdaten treiben die Anleger in riskantere Anlagen. Der Charttechniker Wieland Staud hat erst kürzlich vor einer größeren Korrektur des Goldpreises gewarnt. Sollte der Kurs auf 1319 Dollar abstürzen, könnte der Preis daraufhin weiter auf zumindest 1250 Dollar oder darunter fallen.
Ein positives Signal für das Edelmetall gab es jedoch am Freitag. Der weltweit größte Goldfonds, SPDR, erhöhte seinen Goldbestand um 20 Tonnen, weil die Investoren wohl aus Sorgen über eine höhere Inflation Geld in den Fonds steckten. Im vierten Quartal hatten zahlreiche Anleger Kapital abgezogen, woraufhin SPDR die Goldbestände reduzieren musste. Die meisten Investoren sind beim Gold noch immer optimistisch eingestellt, wie Daten von Bloomberg zeigen. Die meisten Futures-Kontrakte für Dezember werden zu einem Ausübungspreis von 1500 Dollar gehandelt.
Für jene, die in Folge des gefallenen Goldpreises antizyklisch investieren wollen, bieten sich einige Möglichkeiten:
Aktie: Der Kurs des großen US-Goldproduzenten Newmont Mining hat die Goldrallye im Vorjahr nicht ganz mitgemacht. Das könnte die Aktie für Investoren attraktiver machen.
Zertifikat: Das Goldzertifikat der Barclays Capital (DE000BC0GLD2) bildet den Preis des Edelmetalls ab. Dementsprechend nahm auch der Wert des Zertifikats zuletzt ab.
•SILBER
Anders als Gold hat Silber auch eine industrielle Verwendung. Das Edelmetall profitiert daher nicht nur von Unsicherheiten auf den Finanzmärkten. Zieht die Konjunktur an, nimmt die Nachfrage aus der Industrie zu.
Früher war der Silbermarkt noch von zwei Banken – JP Morgan Chase und HSBC – dominiert. Die beiden Geldhäuser müssen sich mittlerweile vor Gericht verantworten, weil sie regelmäßig den Preis manipulativ gedrückt haben sollen. Damit soll es aber bald vorbei sein. Ein Indiz dafür ist, dass die Banken ihre Short-Positionen bereits abbauen. Das wirkt sich tendenziell positiv auf den Preis aus.
Trotz des rasanten Preisanstieges auf mittlerweile 27 Dollar je Unze sind die meisten Analysten von einem weiteren Höhenflug überzeugt – so auch der US-Assetmanager Astor, der ein Volumen von 570 Mio. Dollar verwaltet. Zehn Prozent dieses Geldes wurden früher im Goldfonds SPDR veranlagt. Nun setzen die Astro-Strategen lieber auf Silber und Kupfer.
Worauf die Anleger beim Silber aber aufpassen sollten: Viele Hedgefonds haben das Potenzial für das „kleine“ Edelmetall bereits erkannt, die spekulativen Investments haben in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen.
ETC: Auf einen steigenden Silberpreis kann man etwa mit dem Silber-ETC von ETF Securities (DE000A0N62F2) setzen.
Silbermünze: Ein Silber-Philharmoniker der Münze Österreich kostet derzeit rund 28Euro. Steigt der Silberpreis, gewinnt auch die Münze an Wert.
•BREITER GESTREUTE
ROHSTOFF-INVESTMENTS
Wem es zu riskant ist, in einzelne Rohstoffe zu investieren, der kann das Geld auch in Zertifikate stecken, die etwa mehrere Metalle abdecken. In Österreich bietet die Raiffeisen Centrobank einen Edelmetall-Korb (Indexzertifikat, AT0000489406) an, der sich aus Gold, Silber, Platin und Palladium zusammensetzt (wobei die Bestände für Silber und Palladium zuletzt aufgestockt wurden). Derzeit kann man ein Zertifikat um knapp 26 Euro kaufen. Für den Anleger fällt nur der Spread als Kosten an, der aktuell 0,5Prozent ausmacht. Aufpassen sollte man aber auf mögliche Rollverluste (siehe Tipps oben, Anm.).
Es gibt auch aktiv gemanagte Fonds, die in Anteile von Rohstoffunternehmen investieren. Diese Fonds sind teurer, die Fondsmanager können die Anleger aber vor großen Einbrüchen oft auch nicht schützen. Das verdeutlicht etwa der Aktienfonds Carmignac Commodities, der während der Finanzkrise um 60Prozent einbrach.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.01
Eines ist aber auch klar: Nicht alle, die Rohstoffe kaufen, verarbeiten es. Je mehr Geld von spekulativen Investoren in Rohstoffe fließt, desto größer sind Preisschwankungen und desto größer ist die Gefahr einer Blase. Die Termingeschäfte auf den US-Rohstoffbörsen erreichten zuletzt ein Volumen, das größer als zum Höhepunkt der Rohstoffblase des Jahres 2008 war.
Davon sind auch die Edel- und Industriemetalle betroffen. Das heißt aber nicht, dass Investments in bestimmte Metalle uninteressant sind – obwohl deren Preise seit Jahresanfang etwas zurückgingen.
•PALLADIUM
Ein Geheimtipp unter vielen Experten. Zwar legte der Palladium-Preis bereits seit Anfang 2010 um 100Prozent zu und liegt bei 820 Dollar je Feinunze. Dabei trieben börsegehandelte Indexfonds die Nachfrage ordentlich an. Bei Palladium muss man sich aber keine Sorgen um die industrielle Nachfrage machen. Das Metall wird bei Autokatalysatoren verwendet und ist noch deutlich billiger als das „Konkurrenz“-Metall Platin.
Da der Bedarf nach Autos in den Schwellenländern ungebrochen hoch ist, könnte der Boom der Autoindustrie weiter anhalten – was dem Palladium-Preis nur gut tun würde und wovon auch die privaten Anleger profitieren könnten.
Aktie: Eine der größten Palladium-Minen ist die kanadische North American Palladium. Die Aktie legte im Vorjahr im Gleichschritt mit dem Palladium-Preis stark zu.
Exchange Traded Commodities(ETC): Das börsegehandelte Palladium-Wertpapier der ETF Securities (DE000A0N62E5) konnte den Palladium-Preis zuletzt eins zu eins abdecken.
•GOLD
Das gelbe Edelmetall ist die Krisenwährung schlechthin. Der Preis legt dann zu, wenn Finanzkrisen, Staatspleiten oder hohe Inflationsraten befürchtet werden.
Zuletzt ging der Goldpreis aber auf 1347 Dollar je Unze zurück. Dass der Preis schon in den nächsten Tagen wieder rasant ansteigt, wird von einigen Experten bezweifelt. Das erste Quartal ist immer ein schwächeres für den Goldpreis; die Angst vor einer Zuspitzung der Schuldenkrise hat nachgelassen; bessere Konjunkturdaten treiben die Anleger in riskantere Anlagen. Der Charttechniker Wieland Staud hat erst kürzlich vor einer größeren Korrektur des Goldpreises gewarnt. Sollte der Kurs auf 1319 Dollar abstürzen, könnte der Preis daraufhin weiter auf zumindest 1250 Dollar oder darunter fallen.
Ein positives Signal für das Edelmetall gab es jedoch am Freitag. Der weltweit größte Goldfonds, SPDR, erhöhte seinen Goldbestand um 20 Tonnen, weil die Investoren wohl aus Sorgen über eine höhere Inflation Geld in den Fonds steckten. Im vierten Quartal hatten zahlreiche Anleger Kapital abgezogen, woraufhin SPDR die Goldbestände reduzieren musste. Die meisten Investoren sind beim Gold noch immer optimistisch eingestellt, wie Daten von Bloomberg zeigen. Die meisten Futures-Kontrakte für Dezember werden zu einem Ausübungspreis von 1500 Dollar gehandelt.
Für jene, die in Folge des gefallenen Goldpreises antizyklisch investieren wollen, bieten sich einige Möglichkeiten:
Aktie: Der Kurs des großen US-Goldproduzenten Newmont Mining hat die Goldrallye im Vorjahr nicht ganz mitgemacht. Das könnte die Aktie für Investoren attraktiver machen.
Zertifikat: Das Goldzertifikat der Barclays Capital (DE000BC0GLD2) bildet den Preis des Edelmetalls ab. Dementsprechend nahm auch der Wert des Zertifikats zuletzt ab.
•SILBER
Anders als Gold hat Silber auch eine industrielle Verwendung. Das Edelmetall profitiert daher nicht nur von Unsicherheiten auf den Finanzmärkten. Zieht die Konjunktur an, nimmt die Nachfrage aus der Industrie zu.
Früher war der Silbermarkt noch von zwei Banken – JP Morgan Chase und HSBC – dominiert. Die beiden Geldhäuser müssen sich mittlerweile vor Gericht verantworten, weil sie regelmäßig den Preis manipulativ gedrückt haben sollen. Damit soll es aber bald vorbei sein. Ein Indiz dafür ist, dass die Banken ihre Short-Positionen bereits abbauen. Das wirkt sich tendenziell positiv auf den Preis aus.
Trotz des rasanten Preisanstieges auf mittlerweile 27 Dollar je Unze sind die meisten Analysten von einem weiteren Höhenflug überzeugt – so auch der US-Assetmanager Astor, der ein Volumen von 570 Mio. Dollar verwaltet. Zehn Prozent dieses Geldes wurden früher im Goldfonds SPDR veranlagt. Nun setzen die Astro-Strategen lieber auf Silber und Kupfer.
Worauf die Anleger beim Silber aber aufpassen sollten: Viele Hedgefonds haben das Potenzial für das „kleine“ Edelmetall bereits erkannt, die spekulativen Investments haben in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen.
ETC: Auf einen steigenden Silberpreis kann man etwa mit dem Silber-ETC von ETF Securities (DE000A0N62F2) setzen.
Silbermünze: Ein Silber-Philharmoniker der Münze Österreich kostet derzeit rund 28Euro. Steigt der Silberpreis, gewinnt auch die Münze an Wert.
•BREITER GESTREUTE
ROHSTOFF-INVESTMENTS
Wem es zu riskant ist, in einzelne Rohstoffe zu investieren, der kann das Geld auch in Zertifikate stecken, die etwa mehrere Metalle abdecken. In Österreich bietet die Raiffeisen Centrobank einen Edelmetall-Korb (Indexzertifikat, AT0000489406) an, der sich aus Gold, Silber, Platin und Palladium zusammensetzt (wobei die Bestände für Silber und Palladium zuletzt aufgestockt wurden). Derzeit kann man ein Zertifikat um knapp 26 Euro kaufen. Für den Anleger fällt nur der Spread als Kosten an, der aktuell 0,5Prozent ausmacht. Aufpassen sollte man aber auf mögliche Rollverluste (siehe Tipps oben, Anm.).
Es gibt auch aktiv gemanagte Fonds, die in Anteile von Rohstoffunternehmen investieren. Diese Fonds sind teurer, die Fondsmanager können die Anleger aber vor großen Einbrüchen oft auch nicht schützen. Das verdeutlicht etwa der Aktienfonds Carmignac Commodities, der während der Finanzkrise um 60Prozent einbrach.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.01
Montag, 24. Januar 2011
2011
Die mittelfristige technische Verbesserung im europäischen Versicherungsbereich wird von der nach Streubesitz größten Aktie im Sektor, Allianz (Sektorgewicht 14,5 Prozent, Position 1), angeführt. Die Allianz war im Zuge der Gesamtmarktbaisse ausgehend von einem Kurshoch um 180,30 Euro (Juli 2007), unter Druck gekommen.
Aktien der Versicherungsbrache setzen zumindest technisch zur Erholung an
Die beschleunigte Baisse endete im November 2008 mit einem technischen Ausverkauf ("Sell-Off") bei Kursen um 45,20 Euro. Zum Jahreswechsel mündete diese Baisse in eine technische Bodenformation unterhalb der Widerstandszone um 78,20 Euro. Diese Bodenformation hatte den technischen Charakter eines "Doppelbodens mit Plattform" (eine technische Variante der "W-Formation").
Das Investment-Kaufsignal (August 2009, Sprung über die Widerstandszone um 78,20 Euro) hat nicht nur für einen Abschluss der Bodenformation gesorgt, sondern die Allianz auch aus dem zentralen Baisse-Trend herausgeführt. Der neue mittelfristige Aufwärtstrend führte die Allianz-Aktie nur bis in die gestaffelte Widerstandszone von 90 Euro bis 93,50 Euro. In der Folgezeit ergab sich eine Seitwärtspendelbewegung mit positivem Grundton im Umfeld der leicht steigenden 200-Tage-Linie. In den zurückliegenden 17 Monaten wies die Allianz damit gegenüber dem Dax, der seine Hausse fortsetzen konnte, eine ausgeprägte mittelfristige relative Schwäche auf. Zum Jahresanfang ist die Allianz, die eine attraktive Dividendenrendite von mehr als 4 Prozent aufweist, mit einem Investment-Kaufsignal aus der Seitwärtspendelbewegung der letzten Quartale herausgelaufen. Die Allianz-Aktie, die aus technischer Sicht jetzt an der Etablierung eines neuen mittelfristigen Aufwärtstrends arbeitet und für die sich als erstes technisches Etappenziel ein Test der nächsten mittelfristigen Widerstandszone ab 109 Euro andeutet, sollte daher im Aktienkorb für die konservative Strategie 2011 nicht fehlen.
Der europäische Versorgersektor konnte 2010 der Entwicklung in den führenden Aktienindizes nicht folgen und war mit einer mittelfristigen relativen Schwäche ausgestattet. Zum Jahreswechsel 2010/2011 hat sich aber auch in diesem Sektor die mittelfristige technische Lage verbessert. Dies gilt besonders für den größten Sektortitel, Eon. Diese Aktie war im Zuge der Baisse - begleitet von mehreren Verkaufssignalen und mittelfristigen Abwärtstrends - von 51,40 Euro (Januar 2008) bis auf 17,80 Euro (März 2009) gefallen. Zwar konnte Eon danach einen mittelfristigen Aufwärtstrend etablieren, jedoch führte dieser die Aktie nur bis auf 30,50 Euro (September 2009), so dass die Aufarbeitung der Baisse nicht grundlegend in Gang kam. Zunächst steckte die Aktie in einer mittelfristigen Seitwärtspendelbewegung oberhalb der Unterstützungszone um 25,50 Euro.
Mittelfristig relative Schwäche der Versorgerwerte
Begleitet von der Schwäche anderer europäischer Versorger, aber auch der politischen Diskussion in Deutschland, kam Eon im Mai 2010 mit einem Verkaufssignal (Rutsch durch die Unterstützung) unter Druck und etablierte einen neuen Abwärtstrend. Seit August 2010 lief Eon aber in eine Trading-Bodenformation (unterhalb der neuen Widerstandszone von 23 Euro bis 23,80 Euro) hinein. Zu Beginn 2011 ist Eon mit einem Investment-Kaufsignal aus der Trading-Bodenformation herausgelaufen, wobei der Sprung über die leicht fallende 200-Tage-Linie die technische Qualität der Verbesserung unterstreicht. Da sich bei Eon, die eine attraktive Dividendenrendite von 6 Prozent aufweist, ein Test der massiven mittelfristigen Widerstandszone ab 29 Euro andeutet, wird Eon ebenfalls in den konservativen Aktienbasket 2011 aufgenommen.
Im Telekom-Bereich weist zurzeit die französische France Télécom von den Telekommunikationsaktien im Euro Stoxx 50 eine gute Kombination aus ansprechender technischer Gesamtlage und attraktiver Dividendenrendite auf. Diese Aktie befindet sich seit dem Jahr 2003 in einer langfristigen Seitwärtspendelbewegung mit der zentralen Unterstützungszone um 14 Euro und der gestaffelten Widerstandszone von 25,50 Euro bis 27 Euro. Innerhalb dieser Spanne haben sich immer wieder kleine Hausse- und Baisse-Bewegungen ergeben. France Télécom, die eine in zwei Teilen gezahlte Gesamtdividende von 1,40 Euro und damit eine weit über dem Durchschnitt im Euro Stoxx 50 liegende Dividendenrendite von 8 Prozent aufweist, war im Zuge der Baisse von 27,30 Euro (November 2007) bis auf 14 Euro (Juli 2010) gefallen.
In den vergangenen Monaten deutet sich eine langfristige Stabilisierung an der vorliegenden Unterstützungszone von 14 Euro bis 15,50 Euro sowie mit Blick auf 2011 eine moderate mittelfristige technische Erholung an. Da France Télécom in den vergangenen Monaten zusätzlich eine moderate relative Stärke gegenüber einigen anderen Titeln im Sektor aufgebaut hat, rundet dieser Titel den konservativen Aktienbasket für 2011 ab.
Aktien der Versicherungsbrache setzen zumindest technisch zur Erholung an
Die beschleunigte Baisse endete im November 2008 mit einem technischen Ausverkauf ("Sell-Off") bei Kursen um 45,20 Euro. Zum Jahreswechsel mündete diese Baisse in eine technische Bodenformation unterhalb der Widerstandszone um 78,20 Euro. Diese Bodenformation hatte den technischen Charakter eines "Doppelbodens mit Plattform" (eine technische Variante der "W-Formation").
Das Investment-Kaufsignal (August 2009, Sprung über die Widerstandszone um 78,20 Euro) hat nicht nur für einen Abschluss der Bodenformation gesorgt, sondern die Allianz auch aus dem zentralen Baisse-Trend herausgeführt. Der neue mittelfristige Aufwärtstrend führte die Allianz-Aktie nur bis in die gestaffelte Widerstandszone von 90 Euro bis 93,50 Euro. In der Folgezeit ergab sich eine Seitwärtspendelbewegung mit positivem Grundton im Umfeld der leicht steigenden 200-Tage-Linie. In den zurückliegenden 17 Monaten wies die Allianz damit gegenüber dem Dax, der seine Hausse fortsetzen konnte, eine ausgeprägte mittelfristige relative Schwäche auf. Zum Jahresanfang ist die Allianz, die eine attraktive Dividendenrendite von mehr als 4 Prozent aufweist, mit einem Investment-Kaufsignal aus der Seitwärtspendelbewegung der letzten Quartale herausgelaufen. Die Allianz-Aktie, die aus technischer Sicht jetzt an der Etablierung eines neuen mittelfristigen Aufwärtstrends arbeitet und für die sich als erstes technisches Etappenziel ein Test der nächsten mittelfristigen Widerstandszone ab 109 Euro andeutet, sollte daher im Aktienkorb für die konservative Strategie 2011 nicht fehlen.
Der europäische Versorgersektor konnte 2010 der Entwicklung in den führenden Aktienindizes nicht folgen und war mit einer mittelfristigen relativen Schwäche ausgestattet. Zum Jahreswechsel 2010/2011 hat sich aber auch in diesem Sektor die mittelfristige technische Lage verbessert. Dies gilt besonders für den größten Sektortitel, Eon. Diese Aktie war im Zuge der Baisse - begleitet von mehreren Verkaufssignalen und mittelfristigen Abwärtstrends - von 51,40 Euro (Januar 2008) bis auf 17,80 Euro (März 2009) gefallen. Zwar konnte Eon danach einen mittelfristigen Aufwärtstrend etablieren, jedoch führte dieser die Aktie nur bis auf 30,50 Euro (September 2009), so dass die Aufarbeitung der Baisse nicht grundlegend in Gang kam. Zunächst steckte die Aktie in einer mittelfristigen Seitwärtspendelbewegung oberhalb der Unterstützungszone um 25,50 Euro.
Mittelfristig relative Schwäche der Versorgerwerte
Begleitet von der Schwäche anderer europäischer Versorger, aber auch der politischen Diskussion in Deutschland, kam Eon im Mai 2010 mit einem Verkaufssignal (Rutsch durch die Unterstützung) unter Druck und etablierte einen neuen Abwärtstrend. Seit August 2010 lief Eon aber in eine Trading-Bodenformation (unterhalb der neuen Widerstandszone von 23 Euro bis 23,80 Euro) hinein. Zu Beginn 2011 ist Eon mit einem Investment-Kaufsignal aus der Trading-Bodenformation herausgelaufen, wobei der Sprung über die leicht fallende 200-Tage-Linie die technische Qualität der Verbesserung unterstreicht. Da sich bei Eon, die eine attraktive Dividendenrendite von 6 Prozent aufweist, ein Test der massiven mittelfristigen Widerstandszone ab 29 Euro andeutet, wird Eon ebenfalls in den konservativen Aktienbasket 2011 aufgenommen.
Im Telekom-Bereich weist zurzeit die französische France Télécom von den Telekommunikationsaktien im Euro Stoxx 50 eine gute Kombination aus ansprechender technischer Gesamtlage und attraktiver Dividendenrendite auf. Diese Aktie befindet sich seit dem Jahr 2003 in einer langfristigen Seitwärtspendelbewegung mit der zentralen Unterstützungszone um 14 Euro und der gestaffelten Widerstandszone von 25,50 Euro bis 27 Euro. Innerhalb dieser Spanne haben sich immer wieder kleine Hausse- und Baisse-Bewegungen ergeben. France Télécom, die eine in zwei Teilen gezahlte Gesamtdividende von 1,40 Euro und damit eine weit über dem Durchschnitt im Euro Stoxx 50 liegende Dividendenrendite von 8 Prozent aufweist, war im Zuge der Baisse von 27,30 Euro (November 2007) bis auf 14 Euro (Juli 2010) gefallen.
In den vergangenen Monaten deutet sich eine langfristige Stabilisierung an der vorliegenden Unterstützungszone von 14 Euro bis 15,50 Euro sowie mit Blick auf 2011 eine moderate mittelfristige technische Erholung an. Da France Télécom in den vergangenen Monaten zusätzlich eine moderate relative Stärke gegenüber einigen anderen Titeln im Sektor aufgebaut hat, rundet dieser Titel den konservativen Aktienbasket für 2011 ab.
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