Kaufenswert sind vor allem die Papiere von Unternehmen, die steigende Preise (und steigende Kosten etwa durch teurere Vorprodukte oder anziehende Löhne) relativ problemlos weitergeben können, weil die Kunden auf ihre Produkte nicht verzichten wollen. Das sind etwa Firmen aus dem Nahrungsmittel-, Energie- und Rohstoffsektor. Auch die Hersteller von Pharmazeutika haben gute Chancen, ohne große reale Umsatzverluste durch eine Inflationskrise zu kommen. Starke Preissetzungsmacht haben dabei in erster Linie die wirklich globalen Marktführer, also Unternehmen, die nicht nur in den alten Industrienationen, sondern auch in den neuen Wirtschaftswunderländern wie China oder Indien gute Geschäfte machen. Letzter Punkt: Eine hohe Dividende hilft auch in Inflationszeiten, den Kurs nach unten abzusichern.
Wer will, kann seinem Depot auch Indexfonds (etwa auf Rohstoffaktien) oder kurz laufende Zertifikate beimischen. Schauen Sie sich etwa mal Bonuspapiere auf den Euro-Stoxx an. Mit ihnen kann man gegenwärtig auf Jahressicht bei sehr überschaubarem Risiko – Verluste entstehen erst, wenn der Index beispielsweise von gegenwärtig rund 3000 auf 1600 Punkte abstürzt – Renditen von immerhin vier bis fünf Prozent erzielen.
Bei alldem gilt: Auch in Inflationszeiten können Terroranschläge, Naturkatastrophen oder politische Erdbeben alle Anlagestrategien über den Haufen werfen. Und auch in Jahren der Geldentwertung hält der Staat die Hand auf. Beträgt die Inflationsrate also jährlich vier Prozent, muss schon eine Rendite von fast sechs Prozent erzielt werden, um am Ende des Jahres bei plus/minus null zu landen. Das ist anspruchsvoll. Manche vermögende Zeitgenossen kaufen denn auch lieber teure Uhren oder Kunst, beidem kann Inflation nichts anhaben. Oder Oldtimer: Alte Autos bringen schon seit Jahren eine bessere Rendite als Dax, Dow Jones und Co. Und schön anzuschauen sind die Preziosen auch noch.
Sonntag, 24. April 2011
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