Montag, 24. Januar 2011

2011

Die mittelfristige technische Verbesserung im europäischen Versicherungsbereich wird von der nach Streubesitz größten Aktie im Sektor, Allianz (Sektorgewicht 14,5 Prozent, Position 1), angeführt. Die Allianz war im Zuge der Gesamtmarktbaisse ausgehend von einem Kurshoch um 180,30 Euro (Juli 2007), unter Druck gekommen.
Aktien der Versicherungsbrache setzen zumindest technisch zur Erholung an

Die beschleunigte Baisse endete im November 2008 mit einem technischen Ausverkauf ("Sell-Off") bei Kursen um 45,20 Euro. Zum Jahreswechsel mündete diese Baisse in eine technische Bodenformation unterhalb der Widerstandszone um 78,20 Euro. Diese Bodenformation hatte den technischen Charakter eines "Doppelbodens mit Plattform" (eine technische Variante der "W-Formation").

Das Investment-Kaufsignal (August 2009, Sprung über die Widerstandszone um 78,20 Euro) hat nicht nur für einen Abschluss der Bodenformation gesorgt, sondern die Allianz auch aus dem zentralen Baisse-Trend herausgeführt. Der neue mittelfristige Aufwärtstrend führte die Allianz-Aktie nur bis in die gestaffelte Widerstandszone von 90 Euro bis 93,50 Euro. In der Folgezeit ergab sich eine Seitwärtspendelbewegung mit positivem Grundton im Umfeld der leicht steigenden 200-Tage-Linie. In den zurückliegenden 17 Monaten wies die Allianz damit gegenüber dem Dax, der seine Hausse fortsetzen konnte, eine ausgeprägte mittelfristige relative Schwäche auf. Zum Jahresanfang ist die Allianz, die eine attraktive Dividendenrendite von mehr als 4 Prozent aufweist, mit einem Investment-Kaufsignal aus der Seitwärtspendelbewegung der letzten Quartale herausgelaufen. Die Allianz-Aktie, die aus technischer Sicht jetzt an der Etablierung eines neuen mittelfristigen Aufwärtstrends arbeitet und für die sich als erstes technisches Etappenziel ein Test der nächsten mittelfristigen Widerstandszone ab 109 Euro andeutet, sollte daher im Aktienkorb für die konservative Strategie 2011 nicht fehlen.

Der europäische Versorgersektor konnte 2010 der Entwicklung in den führenden Aktienindizes nicht folgen und war mit einer mittelfristigen relativen Schwäche ausgestattet. Zum Jahreswechsel 2010/2011 hat sich aber auch in diesem Sektor die mittelfristige technische Lage verbessert. Dies gilt besonders für den größten Sektortitel, Eon. Diese Aktie war im Zuge der Baisse - begleitet von mehreren Verkaufssignalen und mittelfristigen Abwärtstrends - von 51,40 Euro (Januar 2008) bis auf 17,80 Euro (März 2009) gefallen. Zwar konnte Eon danach einen mittelfristigen Aufwärtstrend etablieren, jedoch führte dieser die Aktie nur bis auf 30,50 Euro (September 2009), so dass die Aufarbeitung der Baisse nicht grundlegend in Gang kam. Zunächst steckte die Aktie in einer mittelfristigen Seitwärtspendelbewegung oberhalb der Unterstützungszone um 25,50 Euro.
Mittelfristig relative Schwäche der Versorgerwerte

Begleitet von der Schwäche anderer europäischer Versorger, aber auch der politischen Diskussion in Deutschland, kam Eon im Mai 2010 mit einem Verkaufssignal (Rutsch durch die Unterstützung) unter Druck und etablierte einen neuen Abwärtstrend. Seit August 2010 lief Eon aber in eine Trading-Bodenformation (unterhalb der neuen Widerstandszone von 23 Euro bis 23,80 Euro) hinein. Zu Beginn 2011 ist Eon mit einem Investment-Kaufsignal aus der Trading-Bodenformation herausgelaufen, wobei der Sprung über die leicht fallende 200-Tage-Linie die technische Qualität der Verbesserung unterstreicht. Da sich bei Eon, die eine attraktive Dividendenrendite von 6 Prozent aufweist, ein Test der massiven mittelfristigen Widerstandszone ab 29 Euro andeutet, wird Eon ebenfalls in den konservativen Aktienbasket 2011 aufgenommen.

Im Telekom-Bereich weist zurzeit die französische France Télécom von den Telekommunikationsaktien im Euro Stoxx 50 eine gute Kombination aus ansprechender technischer Gesamtlage und attraktiver Dividendenrendite auf. Diese Aktie befindet sich seit dem Jahr 2003 in einer langfristigen Seitwärtspendelbewegung mit der zentralen Unterstützungszone um 14 Euro und der gestaffelten Widerstandszone von 25,50 Euro bis 27 Euro. Innerhalb dieser Spanne haben sich immer wieder kleine Hausse- und Baisse-Bewegungen ergeben. France Télécom, die eine in zwei Teilen gezahlte Gesamtdividende von 1,40 Euro und damit eine weit über dem Durchschnitt im Euro Stoxx 50 liegende Dividendenrendite von 8 Prozent aufweist, war im Zuge der Baisse von 27,30 Euro (November 2007) bis auf 14 Euro (Juli 2010) gefallen.

In den vergangenen Monaten deutet sich eine langfristige Stabilisierung an der vorliegenden Unterstützungszone von 14 Euro bis 15,50 Euro sowie mit Blick auf 2011 eine moderate mittelfristige technische Erholung an. Da France Télécom in den vergangenen Monaten zusätzlich eine moderate relative Stärke gegenüber einigen anderen Titeln im Sektor aufgebaut hat, rundet dieser Titel den konservativen Aktienbasket für 2011 ab.

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