Charts generieren prozyklisches Kaufsignal
Gelingt es dem deutschen Leitindex demnächst, diese Hürde zu nehmen, dann wäre das gleichbedeutend mit einem prozyklishen charttechnischen Kaufsignal. Genau das haben die führenden Aktienindizes an der Wall Street bereits am Vortag generiert. Die Kursampeln sind dadurch in Übersee bereits auf Grün gesprungen. Alles andere als zunächst weiter steigende Kurse wären vor diesem Hintergrund eine Überraschung.
Gestört werden kann die Partylaune kurzfristig eigentlich nur durch unerwartete negative Ereignisse oder einer Entscheidung der Fed, von ihrer sehr expansiven Geldpolitik abzurücken. Damit wird derzeit aber mehrheitlich nicht gerechnet, wenn der amerikanische Notenbankchef Ben Bernanke am Mittwoch nach Börsenschluss in Europa die neueste Zinsentscheidung präsentieren wird.
Der vorhandene Liquiditätsüberschuss dürfte mit einer der wichtigsten Gründe gewesen sein, warum die Weltbörsen zuletzt gleich mehrere größere Belastungsfaktoren erstaunlich gut weggesteckt haben. Erinnert sei an dieser Stelle nur an die Erdbeben- und Atomkatastrophe in Japan, die Schuldenprobleme in Europa und Amerika, weiter fallende amerikanische Immobilienpreise oder die Bonitätsrückstufungen für die Staatsanleihen Amerikas und Japans.
Berichtssaison verläuft erneut überzeugend
Doch vertrauend darauf, dass die Notenbanken im Ernstfall schon einspringen werden, haben sich die Anleger von solchen Schwierigkeiten zuletzt nicht mehr stark verunsichern lassen. Sie konzentrieren sich vielmehr auf die Konjunktur- und Unternehmenszahlen. Und da diese zumeist positiv ausfallen, stecken sie weiterhin Geld in die Aktienmärkte.
Wie gut die Berichtssaison läuft, zeigen die bislang vorgelegten Ergebnisse in Amerika. Nachdem dort 37 Prozent der im S&P 500 Index vertretenen Unternehmen ihre Ergebnisse vorgelegt haben, steht im Schnitt ein Gewinnplus von 19,1 Prozent und ein Umsatzanstieg von 8,5 Prozent zu Buche. Das liegt 7,4 Prozent und 2,5 Prozent über den Erwartungen der Analysten und kann sich somit sehen lassen. Damit stehen die Chancen gut, dass die Berichtssaison das neunte Mal in Folge besser ausfallen wird als im Vorfeld prognostiziert worden ist.
Diese gute Ergebnisentwicklung hat auch dazu beigetragen, die Bewertung an der Wall Street trotz der in den vergangenen beiden Jahren deutlich gestiegenen Kurse im Zaum zu halten. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 Index bewegt sich derzeit bei 12,8 und kann folglich als vertretbar bezeichnet werden. Zwar muss dabei berücksichtigt werden, dass die Gewinnspannen der Unternehmen bereits sehr hoch sind und sich vermutlich kaum noch steigern lassen. Aber auch das wird wohl erst dann eine bremsende Rolle spielen, wenn die Notenbank ernsthaft damit beginnt, den Geldhahn zuzudrehen.
Donnerstag, 28. April 2011
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