Samstag, 26. September 2009

Nebenwerte !

Da der ISM-Index im August auf über 50 Punkte stieg, befinden sich die Märkte seit Anfang September in der Phase 2. In dieser Phase haben die Schweizer Nebenwerte in der Vergangenheit die beste relative Performance erzielt. Gut läuft es in dieser Phase auch für britische Nebenwerte, während deutsche Small Caps unterdurchschnittlich abschneiden.

Da es sich in unserer Analyse um Durchschnittswerte der einzelnen Perioden handelt, haben wir zusätzlich die Konsistenz der Outperformance von Schweizer Nebenwerten gemessen. Die Konsistenz ergibt sich aus der Anzahl der Beobachtungen, welche in die gleiche Richtung gehen. Die größte Konsistenz mit 80% ist in der Phase 4 zu finden. Aber auch in der Phase 2 ist die Konsistenz immer noch gut mit 60%, so dass in 6 von 10 Beobachtungen die Nebenwerte besser abschnitten. Wir denken, dass dies auch in den nächsten Monaten der Fall sein dürfte, da es für das statistische Ergebnis fundamentale Gründe gibt.

Steigende Gewinnschätzungen und steigende Risikobereitschaft sprechen für Nebenwerte

Beim Versuch, das ermittelte Kursverhalten zu erklären, verweisen die Sarasin-Analysten darauf, dass die Nebenwerte den Blue Chips bei der Entwicklung der Gewinnschätzungen meist hinterher hinken. Oft werden sie nur von wenigen Analysten regelmäßig abgedeckt und berichten zeitlich später in der Berichtssaison. Dies bedeutet, dass es auch länger dauert, bis die Gewinnschätzungen angepasst werden. Bei den Schweizer Small Caps wurden die Schätzungen seit September, das heißt nach Bekanntgabe der Ergebnisse zum 1. Halbjahr in der Mehrheit nach oben revidiert wurden. Bei Sarasin geht man davon aus, dass diese Entwicklung noch weitergehen wird, weil die wirtschaftliche Erholung erst am Anfang stehe.

Im zweiten Teil der Aktienmarktrallye, welche im Juli begonnen hat und auf einer Verbesserung der Fundamentaldaten basiert, steigt zudem das Engagement der Anleger. Während mehr und mehr Anleger Geld in Aktien umschichten, fließt auch mehr Geld in Nebenwerte. Die Anleger werden einerseits selektiver, sind andererseits aber auch bereit, größere Risiken einzugehen. Viele Anleger welche sich im Abschwung aufgrund der hohen Risiken und Volatilität von Nebenwerten verabschiedet haben, zeigen nun wieder vermehrtes Interesse.

Wie es weiter heißt, dürften außerdem die durch das Angebot von Kraft Foods an Cadburry neu entfachten M&A-Phantasien ebenfalls besonders die Aktien von kleineren Firmen beflügeln. Denn diese werden meist als Übernahmekandidaten gehandelt. Aufgrund des starken Rückgangs des allgemeinen Zinsniveaus sowie der Kreditrisikoprämien für gute Schuldner dürfte es vor allem große Standardwerte leicht fallen, Geld aufzunehmen um kleinere Transaktionen durchzuführen. Viele Small Caps sind auf der Basis ihres Buchwertes immer noch sehr attraktiv bewertet und könnten als Übernahmeziele in Frage kommen.

Sarasin sieht Schweizer Nebenwerte weiter outperformen

Laut Sarasin dürften die Nebenwerte in der Schweiz in den nächsten Monaten überdurchschnittlich abschneiden. Dabei sollten sich Anleger bei der Titel-Auswahl vor allem auf Aktien fokussieren, welche erstens attraktiv bewertet sind und zweitens einen großen operativen Hebel besitzen. Unter den Small & Mid Caps lauten die Sarasin-Favoriten Georg Fischer und Sulzer.

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