Walter Murphy, ein weithin beachteter unabhängiger Techniker, vertritt grundsätzlich die gleiche Ansicht. Er sieht den S&P 500 inzwischen jedoch in einem Bereich, in dem die Wahrscheinlichkeit eines impulsiven starken Einbruchs schwinden könnte. Andererseits weist der Techniker auf eine wachsende Zahl negativer Divergenzen zwischen Indizes und technischen Indikatoren sowie auf die mangelnde aufstrebende Dynamik hin. Murphy vermutet nach einer Gesamtbetrachtung der gegenwärtigen technischen Bedingungen, dass der Markt vor einer bedeutenden Tendenzwende nach unten hin stehen könnte.
Diese Aussage würde er revidieren, falls der Index den Bereich von 1053 bis 1058 Zählern überschritte. Dann wäre seiner Ansicht nach der Weg frei für einen Anstieg auf 1120 bis 1160 Punkte. Sollte er jedoch die Zone von 870 bis 980 Punkten unterschreiten, geriete der Bestand der seit März dauernden Aufwärtsbewegung in Gefahr, erklärt der Techniker.
Massive Aktienverkäufe
Einige Techniker befassen sich mit dem Verhalten der Insider, also der Direktoren amerikanischer Unternehmen. Die jüngsten Daten zeigen, dass dieser Personenkreis in letzter Zeit massiv Aktien verkauft hat. Diese Verkäufe könnten viele Ursachen haben, die mit dem eigentlichen Geschäftsverlauf wenig zu tun hätten, erläutern die Techniker einhellig. Das wahre Bild des Insider-Verhaltens offenbarten die Aktienkäufe, denn diese würden in der Regel nur getätigt, wenn Aussicht auf steigende Kurse bestehe.
Die Kaufbereitschaft aber bewege sich seit Mai auf einem für die jüngere Vergangenheit beispiellos niedrigen Niveau, wenn man die einschlägigen Werte in einem gleitenden Durchschnitt von dreißig Tagen betrachte. Die Techniker schließen daraus, dass unter den Insidern kein Vertrauen in steigende Aktienkurse herrsche. Ihre Verkäufe könnten daher nur so gedeutet werden, dass sie Kasse machen wollten, bevor der nächste Kurseinbruch einsetze.
Samstag, 12. September 2009
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