Auch aus anderen Gründen erwartet Anleger eine harte Woche. An der Wall Street läuft die Berichtssaison auf vollen Touren: Elf der 30 Dow-Jones-Konzerne und 123 der im S&P 500 gelistete Unternehmen ihre Quartalszahlen veröffentlichen. Unter anderem legen die Technologie-Ikonen Apple, IBM und Microsoft sowie die Großbanken Citigroup, Morgan Stanley und Goldman Sachs ihre Ergebnisse vor.
Womöglich lassen selbst gute Zahlen die Börsianer kalt. Der S&P hat seit seinem Zwölf-Jahres-Tief im März 2009 um 76 Prozent zugelegt, der Dax um 69 Prozent. Nur atemberaubende Zahlen seien in der Lage, noch Kursbewegungen nach oben auszulösen, heißt es auf dem Parkett. Das beste Beispiel für die Übersättigung der Marktakteure lieferte am Freitag Google: Der Internetriese verbuchte im ersten Quartal eine Umsatzsteigerung von 23 Prozent. Die hohen Erwartungen befriedigte der Vorzeige-Konzern damit aber nicht. Die Aktie gab um 7,6 Prozent nach.
Auch von politischer Seite droht einmal mehr Störfeuer: Das Rettungspaket für Griechenland stößt auf immer neue Schwierigkeiten. Nach dem schwierigen Einigungsprozess auf europäischer Ebene formiert sich jetzt in Deutschland Opposition gegen die Milliardenhilfe. Nach ersten Berechnungen muss die Bundesrepublik 8,4 Mrd. Euro beitragen. Dagegen regt sich nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch in der politischen Klasse Widerstand. Ein Scheitern der EU-Kredite würde jedoch eine Pleite des Ägäis-Staats nach sich ziehen – mit verheerenden Folgen für die Banken, die dort investiert sind. Mit Spannung erwarten Investoren zudem einige Hauptversammlungen mit Streitpotenzial, nicht zuletzt die von Volkswagen.
Dienstag, 20. April 2010
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