Dienstag, 20. April 2010

Diversifikation

Ich habe mit Aktien viel Geld verloren. Ich warne alle davor. Ich weiß momentan nicht, was ich tun soll, um zumindest die Kaufkraft zu erhalten. Für ein Sparbuch bekommt man derzeit nicht einmal ein Prozent und die Inflation beträgt zwei Prozent. Was empfehlen Sie mir?

Keplinger-Mitterlehner: Die Inflationsrate, die Sie ansprechen, ist ein Monatswert. Die Prognose für das Gesamtjahr liegt derzeit bei 0,6 Prozent. Verfolgt man Sparbuchzinsen und Inflation über einige Jahre, dann zeigt sich, dass wir immer eine Realverzinsung hatten. Das heißt, dass die Nominalzinsen abzüglich Inflation positiv waren. Mit der Inflation steigen auch die kurzfristigen Zinsen. Man sollte sich daher bei Sparbüchern nicht allzu lange binden, vielleicht ein oder zwei Jahre.

Ich habe einen Dachfonds mit einem Aktienanteil von rund 20 Prozent. Soll ich da jetzt etwas unternehmen?

Wögerbauer: Ich würde hier nicht allzu viel ändern. Einen Aktienanteil von 20 Prozent halte ich derzeit für durchaus angemessen. Man darf Aktien durchaus auch als Inflationsschutz sehen, auch wenn in den vergangenen zehn Jahren mit Aktien der Kaufzeitpunkt entscheidend für den Anlageerfolg war. Bei Aktien empfehle ich, Papiere von jenen Unternehmen zu kaufen, deren Produkte man kennt und die man täglich braucht. Da fällt mir etwa der Nahrungsmittel-Konzern Nestlé ein oder Versorger wie OMV oder Verbund.

Soll man jetzt noch physisch Gold kaufen, also keine Gold-Aktien oder Fonds?

Öhler: Der Goldpreis hat derzeit in Euro gerechnet einen Höchststand erreicht. Seit Anfang 2009 hat man mit Gold 30 Prozent Gewinn gemacht. Jetzt denke ich, dass die Luft schon recht dünn wird und man jederzeit mit Rückschlägen rechnen muss. Für mich ist Gold eine teure Beruhigungspille gegen Inflationsangst. Denn Gold hat in den vergangenen Jahren doch etwas enttäuscht. 1980 kostete eine Feinunze Gold 850 Dollar. Berücksichtigt man die Inflation seither, müsste Gold jetzt bei 2300 Dollar stehen.

Man hört jetzt viel von Anleger-Wohnungen. Also Immobilien, die nicht selbst genutzt, sondern als Wertanlage gesehen werden. Was halten Sie davon?

Hirsch: Man muss da sehr genau wissen, was man tut. Es gibt einen alten Spruch: Ein Haus braucht einen Diener und keinen Herren. Den sollte man beherzigen. Denn man darf den Aufwand, den eine Wohnung verursacht, nicht unterschätzen. Und man muss ständig investieren, um ja nicht in einen Investitionsrückstand zu kommen. Auch wenn alles gut läuft, würde ich mir – wenn überhaupt – nicht allzu viel Rendite von einer Anleger-Wohnung erwarten.

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