Cocca: Das erste Problem ist die Grundarchitektur des Euro. Es gibt keine Koordination der Wirtschafts- und Steuerpolitik. Das ist die einzige Währung, wo dies so ist. Die Folge ist: Es fehlt die Disziplin vor allem der schwachen Volkswirtschaften. Diese wollen sich Rosinen herauspicken, das heißt: vom niedrigen Zinsniveau profitieren. Gleichzeitig missachten sie die Notwendigkeiten einer maßvollen Budgetpolitik.
OÖN: Und es gibt keine probaten Maßnahmen gegen die Sünder.
Cocca: Das ist das zweite wesentliche Problem: Die Maastricht-Kriterien (Verschuldungsgrad, Budgetdefizit, Inflation; Anm.) sind per se zu oberflächlich, und sie wurden auch nicht eingehalten sowie mit Tricks umgangen. Die EU ist, das zeigt sich derzeit, im Fall der Fälle zu langsam. Die Verzögerung verunsichert alle Beteiligten, das Vertrauen schwindet. Vertrauen ist aber der höchste Wert einer Währung.
OÖN: Das der Euro jetzt verliert?
Cocca: Die Märkte stellen derzeit die ultimative Vertrauensfrage. Sie fragen, ob der griechische Staat die Zahlungsfähigkeit erhalten kann und ob die Staatengemeinschaft in der Lage ist, ein Land nach Griechenland auch zu retten. Der EU muss es nun gelingen, klipp und klar zu antworten.
OÖN: Die Deutschen haben lange mit ihrer Antwort gezögert. Sind die Deutschen schuld an einem weiteren Vertrauensverlust oder eher die anderen, die selbst das Aufkommen ihrer Probleme fürchten?
Cocca: Die Haltung der Deutschen war absolut verständlich. Es ist logisch, dass sie harte Sanktionen für Griechenland verlangen. Ihnen würde ich keinen Vorwurf machen. Vielmehr stellt sich die Frage, wo denn die Briten und die Franzosen sind. Auch Österreich deklariert sich nicht richtig. Man zahlt eben mit, wenn die anderen auch zahlen.
OÖN: Ist der Euro in Gefahr?
Cocca: Er war noch nie so sehr in Gefahr wie jetzt. Und schon allein der Umstand, dass das Thema jetzt auf dem Tisch liegt, ist wenig angenehm. Aber ich bin zuversichtlich, dass es am Ende zu einer Lösung kommt.
OÖN: Wie könnte diese Lösung aussehen?
Cocca: Ich hoffe, dass am Ende eine Stärkung der Eurozone das Ergebnis ist. Es wird ein schmerzhafter Weg, aber eine gemeinsame Wirtschafts-, Steuer- und Währungspolitik muss das Ziel für Europa sein.
OÖN: Das hieße, weniger politische Autonomie für die Einzelstaaten.
Cocca: Ja, aber es wäre ein fairer Deal, weil man als Einzelstaat von erhöhter Stabilität und niedrigen Zinsen profitiert. Und das Rosinenpicken, das ohnehin überraschend lange funktioniert hat, ist auf Dauer keine Lösung.
OÖN: Innerhalb Europas würde das aber auch ein Ende des Standortwettbewerbs auf Steuerebene bedeuten.
Cocca: Möglicherweise. Aber die Frage ist, welche Alternativen gäbe es. Die Asiaten, denen es wirtschaftlich gut geht, sähen einen weiteren Stillstand in Europa nicht ungern. Auch die USA erfangen sich. Der alte Kontinent schaut derzeit wirklich alt aus. Es bleibt ihm also gar nichts anderes übrig, als die Währungsunion auf neue Beine zu stellen. Fallen muss das Einstimmigkeitsprinzip.
OÖN: Muss man sich Sorgen um sein Geld machen?
Cocca: Ich würde sagen, es ist derzeit höchste Vorsicht angesagt. Auf alle Fälle müssen wir noch mit einer gewissen Unsicherheit auf den Märkten einige Zeit leben.
Freitag, 30. April 2010
Donnerstag, 29. April 2010
Spekulation auf Volatilität
Privatanleger können nun über eine Exchange Traded Note (ETN) von Barclays an der Indexentwicklung partizipieren. ETNs sind rechtlich gesehen wie Zertifikate Schuldverschreibungen des Emittenten. Wird er zahlungsunfähig, droht dem Anleger ein vollständiger Verlust des eingesetzten Kapitals. Der neue ETN von Barclays (Isin DE000BC2KTT9) entwickelt sich genau wie der neue Stoxx-Volatilitätsindex. Es wird eine jährliche Gebühr von 0,89 Prozent fällig. Die sprunghaft gestiegene Nervosität an den Märkten hat dem ETN zu einem guten Börsenstart verholfen. Das Produkt wurde am Dienstag zu 25 Euro emittiert, am Mittwoch kostete es in Frankfurt auf Xetra bereits mehr als 30 Euro, beschloss diesen allerdings bei 28,98 Euro.
Text: F.A.Z.
Text: F.A.Z.
Mittwoch, 28. April 2010
Griechenland
Es kommt zur Kapitalflucht, die Griechen ziehen das Geld von den Bankkonten ab - aus Angst, dass die schönen Euro morgen ungefragt auf Drachmen umgestellt werden. Die Stimmung heizt sich immer mehr auf - doch die ersehnte Hilfe bleibt aus. Deutschland, das im ersten Schritt 8,4 Milliarden Euro geben soll, sagt: nein. Angela Merkel weiß: Es wird eine zweite Runde geben, doch niemand weiß, wie hoch die Rechnung am Ende sein wird. Merkel will keinen Präzedenzfall schaffen, der sie zwingt, bald weiteren Wackelkandidaten zu helfen.
Ein Analyst glaubt: "Die Märkte wollen Blut sehen." Wenn Hilfe ausbleibt, werden sie es kriegen. Griechenland bekommt kein Kapital mehr. Die Regierung Papandreou hat keine Wahl, stellt die Zahlungen ein und meldet offiziell Staatsbankrott an. Die Auswirkungen auf den Euro und die EU sind fatal. Der Kurs griechischer Staatsanleihen sinkt ins Bodenlose, Anleger aus aller Welt müssen Milliarden Euro abschreiben.
Als Erste brechen die griechischen Banken unter der Last fauler Staatsanleihen zusammen. Sie lösen Schockwellen in ganz Europa aus und Erinnerungen an die Pleite von Lehman Brothers werden wach. Griechenland steht bei seinen Gläubigern mit rund 300 Milliarden Euro in der Kreide. Die größten Geldgeber sind Banken in Frankreich und der Schweiz, aber auch in den Bilanzen deutscher Institute liegen griechische Papiere im Wert von geschätzt 20 Milliarden Euro. Die größten deutschen Gläubiger sind Hypo Real Estate und Commerzbank. Wieder müssen die Staaten ihre Banken retten - mit noch mehr Geld.
Nicht nur die Banken kippen, auch die Staaten. Sobald die Anleger wissen, dass Europa ein Land bankrott gehen lässt, kaufen sie auch keine Anleihen anderer Staaten mehr, deren Zahlungsfähigkeit sie für gefährdet halten. Es kommt zu spekulativen Attacken auf Portugal, Spanien, Irland und Italien. Ihre Zinsen schießen in die Höhe, bis auch sie zusammenbrechen. Als erstes Land gibt Hellas den Euro ab und kramt seine alte Drachme hervor. "Für Griechenland ist es leichter, den Euro aufzugeben und abzuwerten, als massiv Löhne und Preise zu senken und eine Depression zu durchleben, um sein gigantisches Außenhandelsdefizit zu verkleinern", sagt Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.
Ein Schuldenmoratorium ist nun unausweichlich. Denn die Drachme ist viel zu schwach, als dass sich damit die horrenden Euro-Schulden Athens begleichen ließen, die durch eine Abwertung der neuen Währung in die Höhe schnellen. Griechenland bleibt am Kapitalmarkt geächtet - so wie Russland nach seiner Pleite 1998. Mit dem Ausscheren weiterer Länder zerbricht der Euro. Übrig bleibt eine Kernwährungsunion mit Deutschland und Frankreich.
Ein Analyst glaubt: "Die Märkte wollen Blut sehen." Wenn Hilfe ausbleibt, werden sie es kriegen. Griechenland bekommt kein Kapital mehr. Die Regierung Papandreou hat keine Wahl, stellt die Zahlungen ein und meldet offiziell Staatsbankrott an. Die Auswirkungen auf den Euro und die EU sind fatal. Der Kurs griechischer Staatsanleihen sinkt ins Bodenlose, Anleger aus aller Welt müssen Milliarden Euro abschreiben.
Als Erste brechen die griechischen Banken unter der Last fauler Staatsanleihen zusammen. Sie lösen Schockwellen in ganz Europa aus und Erinnerungen an die Pleite von Lehman Brothers werden wach. Griechenland steht bei seinen Gläubigern mit rund 300 Milliarden Euro in der Kreide. Die größten Geldgeber sind Banken in Frankreich und der Schweiz, aber auch in den Bilanzen deutscher Institute liegen griechische Papiere im Wert von geschätzt 20 Milliarden Euro. Die größten deutschen Gläubiger sind Hypo Real Estate und Commerzbank. Wieder müssen die Staaten ihre Banken retten - mit noch mehr Geld.
Nicht nur die Banken kippen, auch die Staaten. Sobald die Anleger wissen, dass Europa ein Land bankrott gehen lässt, kaufen sie auch keine Anleihen anderer Staaten mehr, deren Zahlungsfähigkeit sie für gefährdet halten. Es kommt zu spekulativen Attacken auf Portugal, Spanien, Irland und Italien. Ihre Zinsen schießen in die Höhe, bis auch sie zusammenbrechen. Als erstes Land gibt Hellas den Euro ab und kramt seine alte Drachme hervor. "Für Griechenland ist es leichter, den Euro aufzugeben und abzuwerten, als massiv Löhne und Preise zu senken und eine Depression zu durchleben, um sein gigantisches Außenhandelsdefizit zu verkleinern", sagt Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.
Ein Schuldenmoratorium ist nun unausweichlich. Denn die Drachme ist viel zu schwach, als dass sich damit die horrenden Euro-Schulden Athens begleichen ließen, die durch eine Abwertung der neuen Währung in die Höhe schnellen. Griechenland bleibt am Kapitalmarkt geächtet - so wie Russland nach seiner Pleite 1998. Mit dem Ausscheren weiterer Länder zerbricht der Euro. Übrig bleibt eine Kernwährungsunion mit Deutschland und Frankreich.
Dienstag, 27. April 2010
Tagessituation
Aktien in China tendieren schwach
Belastet vom Ölsektor baut die Börse in Schanghai bis zum Dienstagmittag (Ortszeit) ihre Verlauste aus und präsentiert sich sehr schwach. Nach Ende der ersten Sitzungshälfte verliert der Schanghai-Composite 2,1 Prozent oder 63 Punkte auf 2.906. Der Shenzhen-Composite fällt um 2,6 Prozent auf 1.167 Zähler und in Hongkong geht es für den HSI um 1 Prozent oder 215 Punkte auf 21.372 nach unten. Für die Abschläge - insbesondere im Ölsektor - machen Händler die anhaltende Sorge am Markt vor geldpolitischen Straffungen zur Eindämmung des exorbitanten Wirtschaftswachstums in China verantwortlich. „Die Regierung nimmt eine klare Haltung zur Abkühlung des überhitzten Immobilienmarktes ein. Die jüngsten Maßnahmen beschwören die Ängste herauf, dass diese letztlich zu Lasten der Gesamtkonjunktur gehen“, sagt Analyst Ci Weixiang von Guotai Junan Securities. PetroChina verlieren 1,6 Prozent auf 12,00 Yuan und China Petroleum & Chemical Corp 2,1 Prozent auf 10,03 Yuan. Zu den klaren Verlierern gehören auch Ping An Insurance und Baoshan Iron & Steel mit Abschlägen von jeweils rund 3 Prozent. (Dow Jones Newswires)
Ölpreise sinken
Die Ölpreise sind am Dienstag im asiatischen Handel etwas gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Juni kostete am Morgen 83,85 amerikanische Dollar. Das sind 35 Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent sank um zwei Cent auf 86,81 Dollar. Ein Großteil der jüngsten Schwäche am Ölmarkt ist laut Händlern auf die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem hochverschuldeten Griechenland und einem etwas stärkeren Dollar zurückzuführen. Darüber hinaus sei die Angebotslage in den Vereinigten Staaten für die Ölmärkte alles andere als positiv. So seien die Ölvorräte in Cushing, dem Hauptumschlagsplatz für WTI, in den vergangenen Wochen recht deutlich gestiegen, hieß es.
Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss an der Wall Street
Die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel tendierten am Montag knapp gehalten. Der Nasdaq After Hours Indicator fiel um 1,1 Punkte auf 2049,99 Zähler.
Texas Instruments (TI) haben am Montag im nachbörslichen amerikanische Handel mit der Vorlage der Erstquartalsergebnisse im Fokus gestanden. Das Unternehmen hatte einen Gewinn je Aktie von 0,52 Dollar berichtet nach einem Ergebnis von nur 0,01 Dollar vor Jahresfrist. Analysten hatten 0,52 Dollar erwartet. Der Umsatz lag mit 3,2 Milliarden Dollar ebenfalls knapp über der Markerwartung von 3,13 Milliarden Der Kurs der Aktie legte auf um 0,2 Prozent zu auf 27,24 Dollar, nachdem er im regulären Handel 1,8 Prozent gewonnen hatte. Der Kurs der Papiere von RadioShack verbesserten sich um knapp 2,4 Prozent auf 23,45 Dollar, nachdem das Unternehmen für das erste Quartal einen auf 0,39 von 0,34 Dollar je Aktie gestiegenen Gewinn gemeldet hatte. Der Umsatz stieg binnen Jahresfrist um 4 Prozent auf 1,04 Milliarden Dollar. Analysten hatten beim Gewinn 0,36 Dollar und beim Umsatz 1 Milliarden Dollar erwartet. Um 2,5 Prozent nach unten auf 6,88 Dollar ging es dagegen für die Aktien von Boston Scientific. Der Medizingerätehersteller hatte seine Jahresgewinnprognose auf 0,50 bis 0,60 Dollar gesenkt von 0,62 bis 0,72 Dollar. Hintergrund sei der zwischenzeitliche Stopp des Verkaufs bestimmter Defibrilatoren, nachdem das Unternehmen versäumt hatte, diese bei der FDA korrekt zu beantragen, hieß es. Das Ergebnis für das gleichzeitig berichtete erste Quartal belief sich bereinigt um eine Einmalbelastung auf 0,16 Dollar je Aktie, verglichen mit einer Konsensprognose von 0,09 Dollar. Der Umsatz verfehlte mit 1,96 Milliarden Dollar die Konsensschätzung von 1,99 Milliarden Dollar.
Wall Street schließt am Montag uneinheitlich
Mit einer uneinheitlichen Tendenz haben die Kurse an Wall Street zu Wochenbeginn den Handel beendet. Während das deutliche Plus von Caterpillar stützte, gaben die Finanzwerte nach und belasteten das Sentiment. Im frühen Verlauf legten die Aktienkurse zwar kurzzeitig deutlicher zu und der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) markierte bei 11.258 Punkten ein neues Jahreshoch, doch konnte dieses Niveau nicht verteidigt werden. amerikanische Konjunkturdaten standen am Berichtstag nicht auf der Agenda. Der DJIA stieg um einen Punkt auf 11.205. Dabei notierte der Index in einer Spanne zwischen 11.188 und 11.258 Punkten. Der S&P-500 verlor dagegen 0,4 Prozent oder 5 Punkte auf 1.212. Der Nasdaq-Composite reduzierte sich um 0,3 Prozent oder 7 auf 2.523 Punkte. Umgesetzt wurden 1,22 (Freitag: 1,21) Milliarden Aktien. Den 1.435 Kursgewinnern standen 1.624 -verlierer gegenüber; unverändert schlossen 132 Titel.
Die positive Tendenz des DJIA war vor allem auf das Plus bei Caterpillar zurückzuführen, hieß es. Die Aktie gewann 4,2 Prozent auf 71,65 Dollar. Händlern zufolge stand besonders der positive Ausblick, den das Unternehmen für das laufende Geschäftsjahr gegeben hat, im Fokus. „Caterpillar stützt sich vor allem auf die Wachstumsregionen Asien/Pazifik und Lateinamerika. Das passt ins heutige Sentiment, das von Konjunkturhoffnungen geprägt ist“, sagte ein Händler. Das Unternehmen hat die Prognosen für Absatz, Umsatz und Gewinn 2010 erhöht. Die Aktien anderer konjunkturabhängiger Unternehmen konnten ebenfalls vom Caterpillar-Ausblick profitieren. DuPont erhöhten sich um 1,8 Prozent auf 40,95 Dollar, Hewlett Packard gewannen 0,7 Prozent auf 54,26 Dollar und General Electric erhöhten sich um 1,2 Prozent auf 19,30 Dollar. Zudem standen die Finanzwerte im Fokus. Laut Berichten haben demokratische amerikanische Senatoren eine vorläufige Einigung über eine schärfere Regulierung der Finanzmärkte erzielt. Demnach müssen Banken sich vom Derivate-Geschäft trennen, wollen sie in Zukunft finanzielle Unterstützung von der Federal Reserve und Federal Deposit Insurance Corp erhalten. „In den vergangenen zehn Tagen ist die Diskussion um eine schärfere Regulierung immer aggressiver geworden“, merkte ein Analyst an. Sollten sich die Banken von ihren Derivate-Geschäften trennen müssen, hätte dies Auswirkungen auf die Gewinnentwicklung, ergänzte der Marktteilnehmer.
Es gebe derzeit mit der SEC-Anklage gegen Goldman Sachs, der weiteren Entwicklung um die Hilfen für Griechenland und der geplanten Finanzmarktreform viele Belastungsfaktoren für den Finanzsektor, so ein Teilnehmer. American Express gaben um 1,9 Prozent auf 47,14 Dollar nach, J.P. Morgan Chase verloren 2,3 Prozent auf 43,89 Dollar und für Bank of America ging es um 2,1 Prozent nach unten auf 18,05 Dollar. Citigroup verzeichneten mit einem Abschlag von 5,1 Prozent auf 4,61 Dollar ein überdurchschnittliches Minus. Vor Beginn des Handels wurde bekannt, dass die amerikanische Regierung mit dem im März angekündigten Ausstieg bei der Citigroup beginnt. Das amerikanische Finanzministerium hat Morgan Stanley mit dem Verkauf von 1,5 Milliarden Aktien der amerikanische Großbank beauftragt. Insgesamt hält der Staat noch 27 Prozent oder 7,7 Milliarden Anteile an der Citigroup. Die Aktien des Haushaltsgeräteherstellers Whirlpool kletterten um 10 Prozent auf 112,42 Dollar. Das Unternehmen hat am Montag mit einem Ergebnis von 2,13 Dollar je Aktie für das erste Quartal die Analystenschätzungen von 1,33 Dollar deutlich übertroffen. Auch beim Ausblick auf 2010 zeigt sich das Unternehmen positiv, Whirlpool erwartet 8,50 Dollar Gewinn je Aktie. Analysten gehen bislang von 8,00 Dollar je Aktie aus.
Die Papiere des Autovermieters Hertz stiegen um 14,1 Prozent auf 14,69 Dollar. Das Unternehmen wird den Konkurrenten Dollar Thrifty für 1,27 Milliarden Dollar übernehmen. Hertz rechnet mit Einsparungen in Höhe von 180 Millionen Dollar. Analysten erwarten eine Steigerung des Marktanteils auf etwa 26 Prozent. Im Fokus standen auch Texas Instruments. Das Unternehmen legte nach dem Ende des Handels Zahlen für das abgelaufene Quartal vor. Diese übertrafen mit einem Gewinn je Aktie von 0,52 Dollar die Prognose der Analysten um 0,01 Dollar. Texas Instruments gewannen im regulären Handel 1,8 Prozent auf 27,16 Dollar.
Amerikanische Anleihen im späten Handel kaum verändert
Mit einer kaum veränderten Tendenz haben sich die amerikanischen Anleihen am Montag im späten Handel in New York gezeigt. Zu Handelsbeginn war es noch zu Käufen nach den Abgaben der Vorwoche gekommen. Im weiteren Verlauf belastete dann die schwache Nachfrage bei der Auktion fünfjähriger amerikanische Notes im Gesamtvolumen von 11 Milliarden Dollar, deren Nominalwert an die Inflationsentwicklung gekoppelt ist. Dabei fiel die Nachfrage der indirekten Bieter, wozu auch die Zentralbanken gezählt werden, auf ein Rekordtief von 23 Prozent. Der Kurs zehnjähriger Titel mit einem Kupon von 3,625 Prozent legte um 1/32 auf 98-16/32 zu. Sie rentierten mit 3,807 Prozent. Der Kurs der mit 4,625 Prozent verzinsten 30-jährigen Staatsanleihe zeigte sich dagegen unverändert bei 99-11/32. Seine Rendite lag bei 4,666 Prozent. Der Blick sei nun auf die Auktionen des amerikanischen Finanzministeriums im weiteren Laufe der Woche gerichtet, hieß es. Es werden zwei-, fünf- und siebenjährige Titel im Volumen von 118 Milliarden Dollar verkauft. Zudem rücke bereits die Zinsentscheidung der amerikanische Notenbank am Mittwoch in den Blickpunkt des Marktes.
Lateinamerikas Börsen mit Kursverlusten am Montag
Die größeren lateinamerikanischen Börsen sind am Montag mit Verlusten in die Handelswoche gestartet. In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires fiel der Aktien-Index Merval um 10,10 Zähler (0,41 Prozent) auf 2436,93 Punkte. Der Bovespa-Index im brasilianischen Sao Paulo verlor 637,55 Zähler (0,92 Prozent) und schloss bei 68.871,94 Punkten. Der IPC-Index ging um 82,14 Zähler (0,24 Prozent) auf 33.771,55 Punkte zurück.
Belastet vom Ölsektor baut die Börse in Schanghai bis zum Dienstagmittag (Ortszeit) ihre Verlauste aus und präsentiert sich sehr schwach. Nach Ende der ersten Sitzungshälfte verliert der Schanghai-Composite 2,1 Prozent oder 63 Punkte auf 2.906. Der Shenzhen-Composite fällt um 2,6 Prozent auf 1.167 Zähler und in Hongkong geht es für den HSI um 1 Prozent oder 215 Punkte auf 21.372 nach unten. Für die Abschläge - insbesondere im Ölsektor - machen Händler die anhaltende Sorge am Markt vor geldpolitischen Straffungen zur Eindämmung des exorbitanten Wirtschaftswachstums in China verantwortlich. „Die Regierung nimmt eine klare Haltung zur Abkühlung des überhitzten Immobilienmarktes ein. Die jüngsten Maßnahmen beschwören die Ängste herauf, dass diese letztlich zu Lasten der Gesamtkonjunktur gehen“, sagt Analyst Ci Weixiang von Guotai Junan Securities. PetroChina verlieren 1,6 Prozent auf 12,00 Yuan und China Petroleum & Chemical Corp 2,1 Prozent auf 10,03 Yuan. Zu den klaren Verlierern gehören auch Ping An Insurance und Baoshan Iron & Steel mit Abschlägen von jeweils rund 3 Prozent. (Dow Jones Newswires)
Ölpreise sinken
Die Ölpreise sind am Dienstag im asiatischen Handel etwas gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Juni kostete am Morgen 83,85 amerikanische Dollar. Das sind 35 Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent sank um zwei Cent auf 86,81 Dollar. Ein Großteil der jüngsten Schwäche am Ölmarkt ist laut Händlern auf die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem hochverschuldeten Griechenland und einem etwas stärkeren Dollar zurückzuführen. Darüber hinaus sei die Angebotslage in den Vereinigten Staaten für die Ölmärkte alles andere als positiv. So seien die Ölvorräte in Cushing, dem Hauptumschlagsplatz für WTI, in den vergangenen Wochen recht deutlich gestiegen, hieß es.
Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss an der Wall Street
Die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel tendierten am Montag knapp gehalten. Der Nasdaq After Hours Indicator fiel um 1,1 Punkte auf 2049,99 Zähler.
Texas Instruments (TI) haben am Montag im nachbörslichen amerikanische Handel mit der Vorlage der Erstquartalsergebnisse im Fokus gestanden. Das Unternehmen hatte einen Gewinn je Aktie von 0,52 Dollar berichtet nach einem Ergebnis von nur 0,01 Dollar vor Jahresfrist. Analysten hatten 0,52 Dollar erwartet. Der Umsatz lag mit 3,2 Milliarden Dollar ebenfalls knapp über der Markerwartung von 3,13 Milliarden Der Kurs der Aktie legte auf um 0,2 Prozent zu auf 27,24 Dollar, nachdem er im regulären Handel 1,8 Prozent gewonnen hatte. Der Kurs der Papiere von RadioShack verbesserten sich um knapp 2,4 Prozent auf 23,45 Dollar, nachdem das Unternehmen für das erste Quartal einen auf 0,39 von 0,34 Dollar je Aktie gestiegenen Gewinn gemeldet hatte. Der Umsatz stieg binnen Jahresfrist um 4 Prozent auf 1,04 Milliarden Dollar. Analysten hatten beim Gewinn 0,36 Dollar und beim Umsatz 1 Milliarden Dollar erwartet. Um 2,5 Prozent nach unten auf 6,88 Dollar ging es dagegen für die Aktien von Boston Scientific. Der Medizingerätehersteller hatte seine Jahresgewinnprognose auf 0,50 bis 0,60 Dollar gesenkt von 0,62 bis 0,72 Dollar. Hintergrund sei der zwischenzeitliche Stopp des Verkaufs bestimmter Defibrilatoren, nachdem das Unternehmen versäumt hatte, diese bei der FDA korrekt zu beantragen, hieß es. Das Ergebnis für das gleichzeitig berichtete erste Quartal belief sich bereinigt um eine Einmalbelastung auf 0,16 Dollar je Aktie, verglichen mit einer Konsensprognose von 0,09 Dollar. Der Umsatz verfehlte mit 1,96 Milliarden Dollar die Konsensschätzung von 1,99 Milliarden Dollar.
Wall Street schließt am Montag uneinheitlich
Mit einer uneinheitlichen Tendenz haben die Kurse an Wall Street zu Wochenbeginn den Handel beendet. Während das deutliche Plus von Caterpillar stützte, gaben die Finanzwerte nach und belasteten das Sentiment. Im frühen Verlauf legten die Aktienkurse zwar kurzzeitig deutlicher zu und der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) markierte bei 11.258 Punkten ein neues Jahreshoch, doch konnte dieses Niveau nicht verteidigt werden. amerikanische Konjunkturdaten standen am Berichtstag nicht auf der Agenda. Der DJIA stieg um einen Punkt auf 11.205. Dabei notierte der Index in einer Spanne zwischen 11.188 und 11.258 Punkten. Der S&P-500 verlor dagegen 0,4 Prozent oder 5 Punkte auf 1.212. Der Nasdaq-Composite reduzierte sich um 0,3 Prozent oder 7 auf 2.523 Punkte. Umgesetzt wurden 1,22 (Freitag: 1,21) Milliarden Aktien. Den 1.435 Kursgewinnern standen 1.624 -verlierer gegenüber; unverändert schlossen 132 Titel.
Die positive Tendenz des DJIA war vor allem auf das Plus bei Caterpillar zurückzuführen, hieß es. Die Aktie gewann 4,2 Prozent auf 71,65 Dollar. Händlern zufolge stand besonders der positive Ausblick, den das Unternehmen für das laufende Geschäftsjahr gegeben hat, im Fokus. „Caterpillar stützt sich vor allem auf die Wachstumsregionen Asien/Pazifik und Lateinamerika. Das passt ins heutige Sentiment, das von Konjunkturhoffnungen geprägt ist“, sagte ein Händler. Das Unternehmen hat die Prognosen für Absatz, Umsatz und Gewinn 2010 erhöht. Die Aktien anderer konjunkturabhängiger Unternehmen konnten ebenfalls vom Caterpillar-Ausblick profitieren. DuPont erhöhten sich um 1,8 Prozent auf 40,95 Dollar, Hewlett Packard gewannen 0,7 Prozent auf 54,26 Dollar und General Electric erhöhten sich um 1,2 Prozent auf 19,30 Dollar. Zudem standen die Finanzwerte im Fokus. Laut Berichten haben demokratische amerikanische Senatoren eine vorläufige Einigung über eine schärfere Regulierung der Finanzmärkte erzielt. Demnach müssen Banken sich vom Derivate-Geschäft trennen, wollen sie in Zukunft finanzielle Unterstützung von der Federal Reserve und Federal Deposit Insurance Corp erhalten. „In den vergangenen zehn Tagen ist die Diskussion um eine schärfere Regulierung immer aggressiver geworden“, merkte ein Analyst an. Sollten sich die Banken von ihren Derivate-Geschäften trennen müssen, hätte dies Auswirkungen auf die Gewinnentwicklung, ergänzte der Marktteilnehmer.
Es gebe derzeit mit der SEC-Anklage gegen Goldman Sachs, der weiteren Entwicklung um die Hilfen für Griechenland und der geplanten Finanzmarktreform viele Belastungsfaktoren für den Finanzsektor, so ein Teilnehmer. American Express gaben um 1,9 Prozent auf 47,14 Dollar nach, J.P. Morgan Chase verloren 2,3 Prozent auf 43,89 Dollar und für Bank of America ging es um 2,1 Prozent nach unten auf 18,05 Dollar. Citigroup verzeichneten mit einem Abschlag von 5,1 Prozent auf 4,61 Dollar ein überdurchschnittliches Minus. Vor Beginn des Handels wurde bekannt, dass die amerikanische Regierung mit dem im März angekündigten Ausstieg bei der Citigroup beginnt. Das amerikanische Finanzministerium hat Morgan Stanley mit dem Verkauf von 1,5 Milliarden Aktien der amerikanische Großbank beauftragt. Insgesamt hält der Staat noch 27 Prozent oder 7,7 Milliarden Anteile an der Citigroup. Die Aktien des Haushaltsgeräteherstellers Whirlpool kletterten um 10 Prozent auf 112,42 Dollar. Das Unternehmen hat am Montag mit einem Ergebnis von 2,13 Dollar je Aktie für das erste Quartal die Analystenschätzungen von 1,33 Dollar deutlich übertroffen. Auch beim Ausblick auf 2010 zeigt sich das Unternehmen positiv, Whirlpool erwartet 8,50 Dollar Gewinn je Aktie. Analysten gehen bislang von 8,00 Dollar je Aktie aus.
Die Papiere des Autovermieters Hertz stiegen um 14,1 Prozent auf 14,69 Dollar. Das Unternehmen wird den Konkurrenten Dollar Thrifty für 1,27 Milliarden Dollar übernehmen. Hertz rechnet mit Einsparungen in Höhe von 180 Millionen Dollar. Analysten erwarten eine Steigerung des Marktanteils auf etwa 26 Prozent. Im Fokus standen auch Texas Instruments. Das Unternehmen legte nach dem Ende des Handels Zahlen für das abgelaufene Quartal vor. Diese übertrafen mit einem Gewinn je Aktie von 0,52 Dollar die Prognose der Analysten um 0,01 Dollar. Texas Instruments gewannen im regulären Handel 1,8 Prozent auf 27,16 Dollar.
Amerikanische Anleihen im späten Handel kaum verändert
Mit einer kaum veränderten Tendenz haben sich die amerikanischen Anleihen am Montag im späten Handel in New York gezeigt. Zu Handelsbeginn war es noch zu Käufen nach den Abgaben der Vorwoche gekommen. Im weiteren Verlauf belastete dann die schwache Nachfrage bei der Auktion fünfjähriger amerikanische Notes im Gesamtvolumen von 11 Milliarden Dollar, deren Nominalwert an die Inflationsentwicklung gekoppelt ist. Dabei fiel die Nachfrage der indirekten Bieter, wozu auch die Zentralbanken gezählt werden, auf ein Rekordtief von 23 Prozent. Der Kurs zehnjähriger Titel mit einem Kupon von 3,625 Prozent legte um 1/32 auf 98-16/32 zu. Sie rentierten mit 3,807 Prozent. Der Kurs der mit 4,625 Prozent verzinsten 30-jährigen Staatsanleihe zeigte sich dagegen unverändert bei 99-11/32. Seine Rendite lag bei 4,666 Prozent. Der Blick sei nun auf die Auktionen des amerikanischen Finanzministeriums im weiteren Laufe der Woche gerichtet, hieß es. Es werden zwei-, fünf- und siebenjährige Titel im Volumen von 118 Milliarden Dollar verkauft. Zudem rücke bereits die Zinsentscheidung der amerikanische Notenbank am Mittwoch in den Blickpunkt des Marktes.
Lateinamerikas Börsen mit Kursverlusten am Montag
Die größeren lateinamerikanischen Börsen sind am Montag mit Verlusten in die Handelswoche gestartet. In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires fiel der Aktien-Index Merval um 10,10 Zähler (0,41 Prozent) auf 2436,93 Punkte. Der Bovespa-Index im brasilianischen Sao Paulo verlor 637,55 Zähler (0,92 Prozent) und schloss bei 68.871,94 Punkten. Der IPC-Index ging um 82,14 Zähler (0,24 Prozent) auf 33.771,55 Punkte zurück.
Montag, 26. April 2010
Handeln in der Krise
http://www.faw-neu-ulm.de/sites/default/files/Globales_Handeln_als_Reaktion_auf_die_Krise.pdf
Zukaufchance
Der ATX-Rückgang von 3,2% in der letzten Woche ist v.a. auf eine Korrektur bei Industriewerten zurückzuführen. voestalpine lag mit 6,6% im Minus, eine RHI mit 4,6%, aber auch Intercell, OMV und Erste Group mussten deutlich Federn lassen. Wirkliche News gab es bei all diesen Werten allerdings nicht. Auf der Gewinnerseite im ATX standen lediglich
Zumtobel (+1,9%) und EVN (+0,6%). Deutlich mehr Gewinner gab es bei den Nebenwerten, wo
sowohl Immoaktien als auch unsere Top Picks wie Kapsch TrafficCom oder BWT weiter zulegen konnten.
Zumtobel (+1,9%) und EVN (+0,6%). Deutlich mehr Gewinner gab es bei den Nebenwerten, wo
sowohl Immoaktien als auch unsere Top Picks wie Kapsch TrafficCom oder BWT weiter zulegen konnten.
Samstag, 24. April 2010
Otte cont.
Otte: Deflation würde bedeuten: Weltwirtschaftskrise. Es wäre eine tödliche Spirale: Banken verleihen kaum noch Geld, weil sie unter hohen Lasten ächzen und erneute Ausfälle fürchten. Das führt zu einer Kreditklemme, die wir in Deutschland schon beobachten können. Verschärft sich der Trend, schrumpft die Wirtschaft kontinuierlich, die Leute scheuen den Konsum, die Preise sinken. Löhne und Gehälter fallen, junge Menschen finden keinen Job, die Arbeitslosigkeit steigt dramatisch. In letzter Konsequenz schlittern Staaten in die Pleite. Es ist sehr schwer, einen solchen Teufelskreis zu sprengen.
FOCUS Online: Die Staaten tun alles dafür, die Wirtschaft mit Geld zu versorgen und das Wachstum anzuschieben. Reicht das nicht, um den Kollaps zu verhindern?
Otte: Die Notenbanken drucken Geld, die Regierungen schnüren Milliardenpakete, die Banken kassieren Eigenkapital vom Staat. All das ist richtig und hat bislang das Schlimmste verhindert. Dennoch knirscht es gewaltig: Die Banken kommen zwar billig an Geld, verleihen es aber kaum an Unternehmen. Die Staatsausgaben wiederum gleichen den Rückgang der privaten Nachfrage nicht aus.
FOCUS Online: Experten streiten längst über die richtige Exit-Strategie: Wann muss der Staat, müssen vor allem die Notenbanken, ihre Hilfen für die Wirtschaft zurückfahren?
Otte: Daran ist noch nicht zu denken. Das Geld, mit dem Notenbanken die Welt baden, kommt doch nicht ausreichend in der Wirtschaft an. Es wäre fatal, jetzt die Geldmengenausweitung zurückzunehmen. Dann ließe sich die Deflation kaum noch abwenden.
FOCUS Online: An den Finanzmärkten geht es schon wieder hoch her: Während die Wirtschaft im Keller dümpelt, schießen Aktienkurse und Rohstoffpreise durch die Decke. Wie gefährlich ist das?
Otte: Das ist ein Alarmsignal. Die nächste Blase ist programmiert – selbst wenn der Kelch einer globalen Wirtschaftskrise an uns vorübergeht. Es kracht immer schneller, das ist ein gefährlicher Trend: 2001 platzte die Aktienblase, schon 2002 nahm die Immobilienblase ihren Anfang. Anno 2009 scheint nur noch unklar, in welchem Bereich die neue Blase entstehen und platzen wird.
FOCUS Online: Was lässt sich dagegen tun?
Otte: Wir brauchen strengere Regeln für die Finanzmärkte. Banken müssen in ihrer Größe beschränkt werden. Gefährliche Finanzprodukte wie Derivate sollten verboten oder stark eingeschränkt werden. US-Superinvestor Warren Buffett hat Finanzderivate als „finanzielle Massenvernichtungswaffen“ bezeichnet. Nicht jeder muss Waffen besitzen. Außerdem: Es muss eine Steuer im Devisenhandel geben, um die Zocker zu bremsen. Der Staat schlägt auf jeden Fernseher 19 Prozent Mehrwertsteuer drauf – da sollte es kein Problem sein, im Handel mit Währungen oder Aktien ein Viertelprozent zu verlangen. Bayer wird trotzdem seine Fabrik in Indien bauen – Hedgefonds aber dürften es sich überlegen, ob sie 15-mal im Monat Yen kaufen und verkaufen müssen.
FOCUS Online: Die Regierungschefs haben weltweit härtere Regeln angekündigt.
Otte: Die Politik ist leider machtlos. Die Finanzlobby ist zu stark – die Banker sitzen bei Frau Merkel auf dem Schoß. Nehmen Sie nur das Beispiel Hypo Real Estate: Aktionäre und Steuerzahler mussten bluten, um das Institut zu retten. Die Banken als Geschäftspartner aber waren fein raus – sie sind zu 100 Prozent ausgelöst worden.
FOCUS Online: Die Staaten tun alles dafür, die Wirtschaft mit Geld zu versorgen und das Wachstum anzuschieben. Reicht das nicht, um den Kollaps zu verhindern?
Otte: Die Notenbanken drucken Geld, die Regierungen schnüren Milliardenpakete, die Banken kassieren Eigenkapital vom Staat. All das ist richtig und hat bislang das Schlimmste verhindert. Dennoch knirscht es gewaltig: Die Banken kommen zwar billig an Geld, verleihen es aber kaum an Unternehmen. Die Staatsausgaben wiederum gleichen den Rückgang der privaten Nachfrage nicht aus.
FOCUS Online: Experten streiten längst über die richtige Exit-Strategie: Wann muss der Staat, müssen vor allem die Notenbanken, ihre Hilfen für die Wirtschaft zurückfahren?
Otte: Daran ist noch nicht zu denken. Das Geld, mit dem Notenbanken die Welt baden, kommt doch nicht ausreichend in der Wirtschaft an. Es wäre fatal, jetzt die Geldmengenausweitung zurückzunehmen. Dann ließe sich die Deflation kaum noch abwenden.
FOCUS Online: An den Finanzmärkten geht es schon wieder hoch her: Während die Wirtschaft im Keller dümpelt, schießen Aktienkurse und Rohstoffpreise durch die Decke. Wie gefährlich ist das?
Otte: Das ist ein Alarmsignal. Die nächste Blase ist programmiert – selbst wenn der Kelch einer globalen Wirtschaftskrise an uns vorübergeht. Es kracht immer schneller, das ist ein gefährlicher Trend: 2001 platzte die Aktienblase, schon 2002 nahm die Immobilienblase ihren Anfang. Anno 2009 scheint nur noch unklar, in welchem Bereich die neue Blase entstehen und platzen wird.
FOCUS Online: Was lässt sich dagegen tun?
Otte: Wir brauchen strengere Regeln für die Finanzmärkte. Banken müssen in ihrer Größe beschränkt werden. Gefährliche Finanzprodukte wie Derivate sollten verboten oder stark eingeschränkt werden. US-Superinvestor Warren Buffett hat Finanzderivate als „finanzielle Massenvernichtungswaffen“ bezeichnet. Nicht jeder muss Waffen besitzen. Außerdem: Es muss eine Steuer im Devisenhandel geben, um die Zocker zu bremsen. Der Staat schlägt auf jeden Fernseher 19 Prozent Mehrwertsteuer drauf – da sollte es kein Problem sein, im Handel mit Währungen oder Aktien ein Viertelprozent zu verlangen. Bayer wird trotzdem seine Fabrik in Indien bauen – Hedgefonds aber dürften es sich überlegen, ob sie 15-mal im Monat Yen kaufen und verkaufen müssen.
FOCUS Online: Die Regierungschefs haben weltweit härtere Regeln angekündigt.
Otte: Die Politik ist leider machtlos. Die Finanzlobby ist zu stark – die Banker sitzen bei Frau Merkel auf dem Schoß. Nehmen Sie nur das Beispiel Hypo Real Estate: Aktionäre und Steuerzahler mussten bluten, um das Institut zu retten. Die Banken als Geschäftspartner aber waren fein raus – sie sind zu 100 Prozent ausgelöst worden.
Otte
OCUS Online: Viele sehen die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers als Auslöser der Katastrophe.
Otte: Die Lehman-Pleite kam erst viel später, im Herbst 2008, und sie war nicht der Scheitelpunkt der Krise. Hätten die USA Lehman gerettet, wäre ohne Zweifel kurz darauf ein anderes Institut kollabiert.
FOCUS Online: Weltwirtschaftskrise klingt nach 1929, nach arbeitslosen Managern, die plötzlich als Bettler um die Häuser streifen. In Wahrheit aber spüren wir Deutschen die Krise kaum. Wie passt das zu Ihrer Vorhersage?
Otte: Wir haben eine Weltfinanzkrise – die globale Kreditblase ist geplatzt in Folge der Exzesse am US-Immobilienmarkt. Es ist keine Weltwirtschaftskrise. Noch nicht.
FOCUS Online: „Der Crash kommt“ ist noch immer Ihre Botschaft?
Otte: In der Tat – die Welt steht kurz vor dem Crash. Wir sind in einer sehr instabilen, dramatischen Situation, es kann nur zwei Szenarien geben: Inflation oder Deflation. Fest steht: Es werden noch gigantische Mengen an Vermögen vernichtet, die Trümmer der zerplatzten Schuldenblase sind längst nicht aufgeräumt. Die Banken werden in hohem Maße Kredite abschreiben müssen, was sie derzeit mit legalen Bilanztricks verschleiern. Indirekt müssen die Menschen dafür zahlen. Ich bin davon überzeugt: Inflation ist das kleinere Übel.
FOCUS Online: Das müssen Sie erklären.
Otte: Inflation heißt, dass Geld an Wert verliert. Sprich: Faule Kredite belasten die Banken von Jahr zu Jahr weniger. Ein Teil der Schulden löst sich in Luft auf, die Institute gewinnen Spielraum, Geld zu verleihen. Für Verbraucher ist im Fall einer Inflation der Anreiz hoch, das Portemonnaie zu öffnen. Der erwünschte Effekt: Der Wachstumsmotor kommt in Gang.
FOCUS Online: Verbunden wäre das Ganze mit einer Enteignung – nicht nur die Schulden der Banken würden sich in Luft auflösen, sondern auch das Vermögen von Privatleuten.
Otte: Die Lehman-Pleite kam erst viel später, im Herbst 2008, und sie war nicht der Scheitelpunkt der Krise. Hätten die USA Lehman gerettet, wäre ohne Zweifel kurz darauf ein anderes Institut kollabiert.
FOCUS Online: Weltwirtschaftskrise klingt nach 1929, nach arbeitslosen Managern, die plötzlich als Bettler um die Häuser streifen. In Wahrheit aber spüren wir Deutschen die Krise kaum. Wie passt das zu Ihrer Vorhersage?
Otte: Wir haben eine Weltfinanzkrise – die globale Kreditblase ist geplatzt in Folge der Exzesse am US-Immobilienmarkt. Es ist keine Weltwirtschaftskrise. Noch nicht.
FOCUS Online: „Der Crash kommt“ ist noch immer Ihre Botschaft?
Otte: In der Tat – die Welt steht kurz vor dem Crash. Wir sind in einer sehr instabilen, dramatischen Situation, es kann nur zwei Szenarien geben: Inflation oder Deflation. Fest steht: Es werden noch gigantische Mengen an Vermögen vernichtet, die Trümmer der zerplatzten Schuldenblase sind längst nicht aufgeräumt. Die Banken werden in hohem Maße Kredite abschreiben müssen, was sie derzeit mit legalen Bilanztricks verschleiern. Indirekt müssen die Menschen dafür zahlen. Ich bin davon überzeugt: Inflation ist das kleinere Übel.
FOCUS Online: Das müssen Sie erklären.
Otte: Inflation heißt, dass Geld an Wert verliert. Sprich: Faule Kredite belasten die Banken von Jahr zu Jahr weniger. Ein Teil der Schulden löst sich in Luft auf, die Institute gewinnen Spielraum, Geld zu verleihen. Für Verbraucher ist im Fall einer Inflation der Anreiz hoch, das Portemonnaie zu öffnen. Der erwünschte Effekt: Der Wachstumsmotor kommt in Gang.
FOCUS Online: Verbunden wäre das Ganze mit einer Enteignung – nicht nur die Schulden der Banken würden sich in Luft auflösen, sondern auch das Vermögen von Privatleuten.
DJ Situation
Gute Nachrichten aus der Pharmabranche und ein steigender Ölpreis haben die Standardwerte an den US-Börsen am Freitag auf den höchsten Stand seit mehr als eineinhalb Jahren getrieben. Das Hilfsgesuch Griechenlands bei den Euro-Ländern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) sorgte indes für Grenzen bei den Kurssprüngen.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte kletterte 0,6 Prozent auf 11.204 Punkte. Im Verlauf pendelte er zwischen 11.105 und 11.205 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,7 Prozent auf 1217 Zähler. Für beide Indizes war dies der höchste Schluss-Stand seit 19 Monaten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq zog um 0,4 Prozent auf 2530 Stellen an. Für die Gesamtwoche ergibt sich damit beim Dow ein Plus von 1,7 Prozent und bei der Nasdaq von zwei Prozent, der S&P gewann 2,1 Prozent. Der DAX in Frankfurt ging mit einem Plus von 1,5 Prozent auf 6259 Stellen aus dem Handel.
Einer der wichtigen Treiber im Dow waren mit einem Gewinn von 5,7 Prozent die Aktien von Merck & Co. Die Kosten durch die US-Gesundheitsreform werden das Pharma-Unternehmen nach eigenen Angaben weniger belasten als die Konkurrenz. An den vergangenen beiden Handelstagen hatten Sorgen über stärkere Auswirkungen auf die Branche infolge der Reform die Stimmung gedrückt.
Der Ölpreis kletterte zum Wochenschluss um 1,6 Prozent auf mehr als 85 Dollar pro Barrel (159 Liter) dank positiver Konjunkturdaten. Das verhalf Ölkonzernen wie Exxon und Chevron zu Kurszuwächsen.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte kletterte 0,6 Prozent auf 11.204 Punkte. Im Verlauf pendelte er zwischen 11.105 und 11.205 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,7 Prozent auf 1217 Zähler. Für beide Indizes war dies der höchste Schluss-Stand seit 19 Monaten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq zog um 0,4 Prozent auf 2530 Stellen an. Für die Gesamtwoche ergibt sich damit beim Dow ein Plus von 1,7 Prozent und bei der Nasdaq von zwei Prozent, der S&P gewann 2,1 Prozent. Der DAX in Frankfurt ging mit einem Plus von 1,5 Prozent auf 6259 Stellen aus dem Handel.
Einer der wichtigen Treiber im Dow waren mit einem Gewinn von 5,7 Prozent die Aktien von Merck & Co. Die Kosten durch die US-Gesundheitsreform werden das Pharma-Unternehmen nach eigenen Angaben weniger belasten als die Konkurrenz. An den vergangenen beiden Handelstagen hatten Sorgen über stärkere Auswirkungen auf die Branche infolge der Reform die Stimmung gedrückt.
Der Ölpreis kletterte zum Wochenschluss um 1,6 Prozent auf mehr als 85 Dollar pro Barrel (159 Liter) dank positiver Konjunkturdaten. Das verhalf Ölkonzernen wie Exxon und Chevron zu Kurszuwächsen.
Mikrokredite ?
Der Boom bei Mikrofinanzierungen - die Branche wuchs in den vergangenen Jahren weltweit jährlich zwischen 40 und 60 Prozent - bringe aber auch Probleme. In manchen Ländern gebe es mittlerweile konkurrierende Vereine, die mit höheren Kreditsummen um Kunden werben. Folge sei oft eine Überschuldung der Armen, erklärte Ben Simmes, Direktor von Oikocredit International, der vor einer Blase bei Mikrofinanzierungen warnte. In Teilen Osteuropas würden sogar Konsumkredite oft unter "Mikrokredit" laufen, was nicht mehr der Idee "Hilfe zur Selbsthilfe" entspreche. (bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24./25.4.2010
Absicherung
Laut Sarasin-Chefstratege Philipp Bärtschi reicht es aber aus, dass vier von sieben Indikatoren schon ein Verkaufssignal gegeben haben, um von einer deutlichen gestiegenen Gefahr für eine signifikante Korrektur an den Aktienmärkten in den nächsten ein bis drei Monaten zu sprechen. Aufgrund der hohen Zuversicht unter den Anlegern und des überkauften Aktienmarkts schätzt er das kurzfristige Potenzial als sehr gering ein. „Im Gegenteil besteht das Risiko, dass die Anlegerstimmung schon bei kleinen Enttäuschungen rasch drehen könnte. Da wir denken, dass der Zenit in den Frühindikatoren bereits vorbei sein könnte, sind solche Enttäuschen insbesondere von den wirtschaftlichen Daten in den kommenden Wochen nicht auszuschließen.“
Bärtschi rät deshalb dazu, Risikopositionen im Aktienmarkt auf dem aktuellen Niveau abzusichern und bei zyklischen Aktien Gewinne mitzunehmen. Defensive Aktien dürften dagegen nach seiner Ansicht nach einer Durststrecke in den vergangenen zwei Monaten wieder mehr gefragt werden und würden am besten vor einem Rückschlag schützen.
In der Tat ist an Gewinnmitnahmen noch niemand ärmer geworden und nach dem guten Lauf der vergangenen Monate ist es den meisten Aktienindizes schon zuletzt nicht mehr gelungen, entscheidend nachzulegen. Das deutet auf gewisse kurzfristige Ermüdungserscheinungen hin. Langfristig gesehen gibt es nicht zuletzt wegen der intakten charttechnischen Aufwärtstrends aber noch keinen Grund, an der jüngsten Hausse zu zweifeln.
Bärtschi rät deshalb dazu, Risikopositionen im Aktienmarkt auf dem aktuellen Niveau abzusichern und bei zyklischen Aktien Gewinne mitzunehmen. Defensive Aktien dürften dagegen nach seiner Ansicht nach einer Durststrecke in den vergangenen zwei Monaten wieder mehr gefragt werden und würden am besten vor einem Rückschlag schützen.
In der Tat ist an Gewinnmitnahmen noch niemand ärmer geworden und nach dem guten Lauf der vergangenen Monate ist es den meisten Aktienindizes schon zuletzt nicht mehr gelungen, entscheidend nachzulegen. Das deutet auf gewisse kurzfristige Ermüdungserscheinungen hin. Langfristig gesehen gibt es nicht zuletzt wegen der intakten charttechnischen Aufwärtstrends aber noch keinen Grund, an der jüngsten Hausse zu zweifeln.
Freitag, 23. April 2010
DAX auf Messer's Schneide - Widerstände
Fazit: Der DAX steht aktuell auf Messers Schneide. Intraday-Trader können wie bereits gestern auf der Short-Seite tätig werden. Sollte der DAX unter 6.140 Punkte abfallen, wäre eine S-K-S-Topformation aktiviert mit rechnerischem Ziel bei 5.970 Punkten. Somit sollten sich in diesem Fall auch mittelfristige Short-Engagements lohnen. Vorgelagerte Unterstützungen liegen bei rund 6.100 sowie 6.040 Punkten.
Die wichtigen charttechnischen Marken im DAX im Überblick:
Widerstände: 6.200-6.220 Punkte (horizontaler Widerstand), 6.310 Punkte (Jahreshoch), 6.388 Punkte (61,8%-Fibonacci-Retracement der Abwärtsbewegung der Jahre 2007 bis 2009), 6.400-6.650 Punkte (mehrere horizontale Widerstände), 7.200 Punkte (horizontaler Widerstand)
Unterstützungen: 6.200-6.220 Punkte, 6.140 Punkte, 6.105-6.094 Punkte, 6.040 Punkte, 5.890-5.905 Punkte, 5.750 Punkte, 5.600 Punkte (horizontale Unterstützungen), 5.433 Punkte (Jahrestief)
Die wichtigen charttechnischen Marken im DAX im Überblick:
Widerstände: 6.200-6.220 Punkte (horizontaler Widerstand), 6.310 Punkte (Jahreshoch), 6.388 Punkte (61,8%-Fibonacci-Retracement der Abwärtsbewegung der Jahre 2007 bis 2009), 6.400-6.650 Punkte (mehrere horizontale Widerstände), 7.200 Punkte (horizontaler Widerstand)
Unterstützungen: 6.200-6.220 Punkte, 6.140 Punkte, 6.105-6.094 Punkte, 6.040 Punkte, 5.890-5.905 Punkte, 5.750 Punkte, 5.600 Punkte (horizontale Unterstützungen), 5.433 Punkte (Jahrestief)
Donnerstag, 22. April 2010
Derivateschulung
http://schulung.derivateverband.de/htm/a001_level_1_grundlagenwissen_unterschiedliche_markterwartungen.html
Dienstag, 20. April 2010
Harte Woche
Auch aus anderen Gründen erwartet Anleger eine harte Woche. An der Wall Street läuft die Berichtssaison auf vollen Touren: Elf der 30 Dow-Jones-Konzerne und 123 der im S&P 500 gelistete Unternehmen ihre Quartalszahlen veröffentlichen. Unter anderem legen die Technologie-Ikonen Apple, IBM und Microsoft sowie die Großbanken Citigroup, Morgan Stanley und Goldman Sachs ihre Ergebnisse vor.
Womöglich lassen selbst gute Zahlen die Börsianer kalt. Der S&P hat seit seinem Zwölf-Jahres-Tief im März 2009 um 76 Prozent zugelegt, der Dax um 69 Prozent. Nur atemberaubende Zahlen seien in der Lage, noch Kursbewegungen nach oben auszulösen, heißt es auf dem Parkett. Das beste Beispiel für die Übersättigung der Marktakteure lieferte am Freitag Google: Der Internetriese verbuchte im ersten Quartal eine Umsatzsteigerung von 23 Prozent. Die hohen Erwartungen befriedigte der Vorzeige-Konzern damit aber nicht. Die Aktie gab um 7,6 Prozent nach.
Auch von politischer Seite droht einmal mehr Störfeuer: Das Rettungspaket für Griechenland stößt auf immer neue Schwierigkeiten. Nach dem schwierigen Einigungsprozess auf europäischer Ebene formiert sich jetzt in Deutschland Opposition gegen die Milliardenhilfe. Nach ersten Berechnungen muss die Bundesrepublik 8,4 Mrd. Euro beitragen. Dagegen regt sich nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch in der politischen Klasse Widerstand. Ein Scheitern der EU-Kredite würde jedoch eine Pleite des Ägäis-Staats nach sich ziehen – mit verheerenden Folgen für die Banken, die dort investiert sind. Mit Spannung erwarten Investoren zudem einige Hauptversammlungen mit Streitpotenzial, nicht zuletzt die von Volkswagen.
Womöglich lassen selbst gute Zahlen die Börsianer kalt. Der S&P hat seit seinem Zwölf-Jahres-Tief im März 2009 um 76 Prozent zugelegt, der Dax um 69 Prozent. Nur atemberaubende Zahlen seien in der Lage, noch Kursbewegungen nach oben auszulösen, heißt es auf dem Parkett. Das beste Beispiel für die Übersättigung der Marktakteure lieferte am Freitag Google: Der Internetriese verbuchte im ersten Quartal eine Umsatzsteigerung von 23 Prozent. Die hohen Erwartungen befriedigte der Vorzeige-Konzern damit aber nicht. Die Aktie gab um 7,6 Prozent nach.
Auch von politischer Seite droht einmal mehr Störfeuer: Das Rettungspaket für Griechenland stößt auf immer neue Schwierigkeiten. Nach dem schwierigen Einigungsprozess auf europäischer Ebene formiert sich jetzt in Deutschland Opposition gegen die Milliardenhilfe. Nach ersten Berechnungen muss die Bundesrepublik 8,4 Mrd. Euro beitragen. Dagegen regt sich nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch in der politischen Klasse Widerstand. Ein Scheitern der EU-Kredite würde jedoch eine Pleite des Ägäis-Staats nach sich ziehen – mit verheerenden Folgen für die Banken, die dort investiert sind. Mit Spannung erwarten Investoren zudem einige Hauptversammlungen mit Streitpotenzial, nicht zuletzt die von Volkswagen.
Diversifikation
Ich habe mit Aktien viel Geld verloren. Ich warne alle davor. Ich weiß momentan nicht, was ich tun soll, um zumindest die Kaufkraft zu erhalten. Für ein Sparbuch bekommt man derzeit nicht einmal ein Prozent und die Inflation beträgt zwei Prozent. Was empfehlen Sie mir?
Keplinger-Mitterlehner: Die Inflationsrate, die Sie ansprechen, ist ein Monatswert. Die Prognose für das Gesamtjahr liegt derzeit bei 0,6 Prozent. Verfolgt man Sparbuchzinsen und Inflation über einige Jahre, dann zeigt sich, dass wir immer eine Realverzinsung hatten. Das heißt, dass die Nominalzinsen abzüglich Inflation positiv waren. Mit der Inflation steigen auch die kurzfristigen Zinsen. Man sollte sich daher bei Sparbüchern nicht allzu lange binden, vielleicht ein oder zwei Jahre.
Ich habe einen Dachfonds mit einem Aktienanteil von rund 20 Prozent. Soll ich da jetzt etwas unternehmen?
Wögerbauer: Ich würde hier nicht allzu viel ändern. Einen Aktienanteil von 20 Prozent halte ich derzeit für durchaus angemessen. Man darf Aktien durchaus auch als Inflationsschutz sehen, auch wenn in den vergangenen zehn Jahren mit Aktien der Kaufzeitpunkt entscheidend für den Anlageerfolg war. Bei Aktien empfehle ich, Papiere von jenen Unternehmen zu kaufen, deren Produkte man kennt und die man täglich braucht. Da fällt mir etwa der Nahrungsmittel-Konzern Nestlé ein oder Versorger wie OMV oder Verbund.
Soll man jetzt noch physisch Gold kaufen, also keine Gold-Aktien oder Fonds?
Öhler: Der Goldpreis hat derzeit in Euro gerechnet einen Höchststand erreicht. Seit Anfang 2009 hat man mit Gold 30 Prozent Gewinn gemacht. Jetzt denke ich, dass die Luft schon recht dünn wird und man jederzeit mit Rückschlägen rechnen muss. Für mich ist Gold eine teure Beruhigungspille gegen Inflationsangst. Denn Gold hat in den vergangenen Jahren doch etwas enttäuscht. 1980 kostete eine Feinunze Gold 850 Dollar. Berücksichtigt man die Inflation seither, müsste Gold jetzt bei 2300 Dollar stehen.
Man hört jetzt viel von Anleger-Wohnungen. Also Immobilien, die nicht selbst genutzt, sondern als Wertanlage gesehen werden. Was halten Sie davon?
Hirsch: Man muss da sehr genau wissen, was man tut. Es gibt einen alten Spruch: Ein Haus braucht einen Diener und keinen Herren. Den sollte man beherzigen. Denn man darf den Aufwand, den eine Wohnung verursacht, nicht unterschätzen. Und man muss ständig investieren, um ja nicht in einen Investitionsrückstand zu kommen. Auch wenn alles gut läuft, würde ich mir – wenn überhaupt – nicht allzu viel Rendite von einer Anleger-Wohnung erwarten.
Keplinger-Mitterlehner: Die Inflationsrate, die Sie ansprechen, ist ein Monatswert. Die Prognose für das Gesamtjahr liegt derzeit bei 0,6 Prozent. Verfolgt man Sparbuchzinsen und Inflation über einige Jahre, dann zeigt sich, dass wir immer eine Realverzinsung hatten. Das heißt, dass die Nominalzinsen abzüglich Inflation positiv waren. Mit der Inflation steigen auch die kurzfristigen Zinsen. Man sollte sich daher bei Sparbüchern nicht allzu lange binden, vielleicht ein oder zwei Jahre.
Ich habe einen Dachfonds mit einem Aktienanteil von rund 20 Prozent. Soll ich da jetzt etwas unternehmen?
Wögerbauer: Ich würde hier nicht allzu viel ändern. Einen Aktienanteil von 20 Prozent halte ich derzeit für durchaus angemessen. Man darf Aktien durchaus auch als Inflationsschutz sehen, auch wenn in den vergangenen zehn Jahren mit Aktien der Kaufzeitpunkt entscheidend für den Anlageerfolg war. Bei Aktien empfehle ich, Papiere von jenen Unternehmen zu kaufen, deren Produkte man kennt und die man täglich braucht. Da fällt mir etwa der Nahrungsmittel-Konzern Nestlé ein oder Versorger wie OMV oder Verbund.
Soll man jetzt noch physisch Gold kaufen, also keine Gold-Aktien oder Fonds?
Öhler: Der Goldpreis hat derzeit in Euro gerechnet einen Höchststand erreicht. Seit Anfang 2009 hat man mit Gold 30 Prozent Gewinn gemacht. Jetzt denke ich, dass die Luft schon recht dünn wird und man jederzeit mit Rückschlägen rechnen muss. Für mich ist Gold eine teure Beruhigungspille gegen Inflationsangst. Denn Gold hat in den vergangenen Jahren doch etwas enttäuscht. 1980 kostete eine Feinunze Gold 850 Dollar. Berücksichtigt man die Inflation seither, müsste Gold jetzt bei 2300 Dollar stehen.
Man hört jetzt viel von Anleger-Wohnungen. Also Immobilien, die nicht selbst genutzt, sondern als Wertanlage gesehen werden. Was halten Sie davon?
Hirsch: Man muss da sehr genau wissen, was man tut. Es gibt einen alten Spruch: Ein Haus braucht einen Diener und keinen Herren. Den sollte man beherzigen. Denn man darf den Aufwand, den eine Wohnung verursacht, nicht unterschätzen. Und man muss ständig investieren, um ja nicht in einen Investitionsrückstand zu kommen. Auch wenn alles gut läuft, würde ich mir – wenn überhaupt – nicht allzu viel Rendite von einer Anleger-Wohnung erwarten.
Zuckungen des DAX - Wie reagieren ?
Wohin streben die Aktienkurse, nachdem sich die Börsen von der Eskalation der Finanzkrise im Herbst 2008 so gut erholt haben? Um 50 Prozent sind Dax-Werte seit der Lehman-Pleite im Schnitt gestiegen.
DAX
6.185 € +22,16 +0,35%
Ein Teil dieser Kursgewinne steht auf dem Spiel, da die Anleger in diesen Tagen nervös werden. Der erste Grund dafür ist, dass der Fall Goldman womöglich kein Fall Goldman bleibt. Mehr als ein Dutzend Geldhäuser von der UBS bis zur Deutschen Bank konstruierten solche Spekulationsprodukte, die die US-Börsenaufsicht Goldman jetzt verfolgt. Klagen und Geldstrafen könnten die Folge sein.
Sorgen macht den Anlegern auch der Flugausfall durch die Aschewolke, der deutsche Unternehmen nach Schätzungen jeden Tag Geschäfte im Umfang von einer Milliarde Euro kostet. Allerdings gibt es bei Goldman wie bei der Asche ein wertvolles "Aber". Beide Themen müssen die Kurse keineswegs auf Dauer drücken. Wie sehr sie Banken, Fluggesellschaften und Industriekonzerne belasten, lässt sich noch gar nicht sagen.
Wie viel Nervosität in den Finanzmärkten steckt, zeigt ein anderer Aspekt. Die Zitterprämien für griechische Euro-Anleihen stiegen am Montag wieder einmal auf ein Rekordhoch. Und das, obwohl es ausnahmsweise keine neuen Hiobsbotschaften aus Athen gab, sondern nur ein Hilfetreffen wegen der Aschewolke verschoben werden musste.
Da sichern die Euro-Nachbarn Griechenland Notkredite von bis zu 45 Milliarden Euro zu, doch den Investoren reicht das immer noch nicht. Das zeigt, wie wacklig die Börsen momentan sind. Wer in den vergangenen Monaten schöne Kursgewinne erzielt hat, denkt jetzt wohl an ein paar Verkäufe.
DAX
6.185 € +22,16 +0,35%
Ein Teil dieser Kursgewinne steht auf dem Spiel, da die Anleger in diesen Tagen nervös werden. Der erste Grund dafür ist, dass der Fall Goldman womöglich kein Fall Goldman bleibt. Mehr als ein Dutzend Geldhäuser von der UBS bis zur Deutschen Bank konstruierten solche Spekulationsprodukte, die die US-Börsenaufsicht Goldman jetzt verfolgt. Klagen und Geldstrafen könnten die Folge sein.
Sorgen macht den Anlegern auch der Flugausfall durch die Aschewolke, der deutsche Unternehmen nach Schätzungen jeden Tag Geschäfte im Umfang von einer Milliarde Euro kostet. Allerdings gibt es bei Goldman wie bei der Asche ein wertvolles "Aber". Beide Themen müssen die Kurse keineswegs auf Dauer drücken. Wie sehr sie Banken, Fluggesellschaften und Industriekonzerne belasten, lässt sich noch gar nicht sagen.
Wie viel Nervosität in den Finanzmärkten steckt, zeigt ein anderer Aspekt. Die Zitterprämien für griechische Euro-Anleihen stiegen am Montag wieder einmal auf ein Rekordhoch. Und das, obwohl es ausnahmsweise keine neuen Hiobsbotschaften aus Athen gab, sondern nur ein Hilfetreffen wegen der Aschewolke verschoben werden musste.
Da sichern die Euro-Nachbarn Griechenland Notkredite von bis zu 45 Milliarden Euro zu, doch den Investoren reicht das immer noch nicht. Das zeigt, wie wacklig die Börsen momentan sind. Wer in den vergangenen Monaten schöne Kursgewinne erzielt hat, denkt jetzt wohl an ein paar Verkäufe.
Montag, 19. April 2010
Gehebelte Absicherung gegen DAX Absturz
Diese Absicherung ist derzeit recht günstig zu haben, da die Kursschwankungen (Volatilitäten) am Aktienmarkt momentan vergleichsweise niedrig sind. Dies wirkt sich positiv auf Optionsscheine aus, da es ihre Preise in der Tendenz drückt. Zusammen mit Knock-out-Produkten sind diese Scheine geeignete Investments, wenn es darum geht, Depots gegen Börsenturbulenzen zu schützen. Die derivativen Wertpapiere beziehen sich auf Basiswerte wie Aktien, Indizes oder Rohstoffe. Als „Put“ profitieren sie von fallenden Kursen, ihr Preis nimmt dann in der Regel zu. Auch Bezeichnungen wie „Bear“ oder „Short“ sind hierfür zu finden. Für Anleger, die auf höhere Kurse setzen wollen, sind „Calls“ geeignet - auch „Long“-Papiere genannt.
Sowohl Optionsscheine als auch Knock-out-Produkte sind jedoch riskante Hebelpapiere, das heißt, ihre Preise bewegen sich stärker als die Kurse der Basiswerte. Deswegen können Anleger hier mit einem vergleichsweise geringen Einsatz überdurchschnittlich gewinnen, aber auch verlieren. Schlimmstenfalls ist das Geld ganz weg. Besonders risikobehaftet sind die Knock-outs - ebenfalls als Turbos oder Waves bekannt -, da diese augenblicklich verfallen, falls der Basiswert eine festgelegte Kursschwelle berührt. Die Besonderheit von Optionsscheinen wiederum ist es, dass ihre Preise unter anderem auch von den Volatilitäten beeinflusst werden. Schwanken die Aktienkurse stark, dann erhöht sich diese Preiskomponente. Da jedoch höhere Aktienkurse in der Regel mit niedrigeren Volatilitäten einhergehen und umgekehrt, sind Optionsscheine derzeit relativ günstig.
Zum Börsenkurs
Ein Maß für die Volatilität am deutschen Aktienmarkt ist der V-Dax-New. Er misst die von den Marktteilnehmern in den kommenden 30 Tagen erwartete Schwankungsbreite des Dax. Am Montag waren es gut 18 Prozent, ein historisch eher niedriger Wert. Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre ergibt sich für das Volatilitätsmaß ein Wert von 26 Prozent. Sein höchstes Niveau in dieser Zeit erreichte der Index nach dem Zusammenbruch der amerikanischen Lehman-Bank Mitte Oktober 2008 mit rund 80 Prozent.
Sollten die Kurse fallen, stiege auch die Volatilität
Sollten die Aktienkurse in der Tat zurückgehen, dann dürften die Volatilitäten wieder zunehmen und die Preise der Optionsscheine schon allein deshalb steigen. Das macht diese Hebelpapiere nach Ansicht von Dirk Heß, Derivateexperte der Citigroup, zum Mittel der ersten Wahl für die Absicherung von Depots. Ein vollständiger Schutz sei allerdings wenig sinnvoll. Der finanzielle Aufwand wäre viel zu hoch. „Anleger können mit dem Kauf von Scheinen oder Knock-out-Produkten ihre Depots gegen Verluste lediglich abfedern. Sie sollten den Kaufpreis als eine Art Versicherungsprämie für diesen Teilschutz sehen, die auch verlorengehen kann, wenn die Kurse doch nicht fallen.“
Fachleute raten, die Laufzeit der Scheine lieber ein bisschen länger zu wählen, um einen größeren Sicherheitspuffer zu haben. Kürzer laufende Wertpapiere sind zwar reagibler, aber auch riskanter. Und falls die Kursverluste doch später einsetzen oder länger andauern als zunächst erwartet, könnte ihre Laufzeit dann schon zu Ende sein. Bei der Wahl des Basiswerts sollten Anleger die Zusammensetzung ihres Depots beachten. Sind darin viele deutsche Aktien enthalten, dürfte ein Dax-Produkt sinnvoll sein, bei einer großen Einzelposition auch ein Derivat auf genau diese Aktie. Ein Optionsschein auf einen Rückgang des Dax mit Laufzeit bis September 2010 (Isin DE000CG4WDD3) gewinnt zum Beispiel 134 Prozent, wenn der Dax binnen eines Monats um 10 Prozent nachgibt. Ein Papier auf die Aktie der Deutschen Bank mit Laufzeit bis Oktober 2010 (Isin DE000CG7YZQ7) legt um 49 Prozent zu, wenn die Aktie der Deutschen Bank binnen eines Monats 10 Prozent an Wert verliert. Die Papiere gibt es mit einer Vielzahl verschieden großer Hebel.
Gehebelte Derivate sind wegen ihrer Eigenheiten vor allem für erfahrene Anleger geeignet. Auch unter den konservativeren Zertifikaten finden sich Produkte, deren Preis steigt, wenn Aktienkurse sinken. Zum einen gibt es Zertifikate auf den Short-Dax. Dies ist ein Index, dessen Niveau sich erhöht, falls der Dax verliert und umgekehrt. Eine andere Möglichkeit bieten Reversezertifikate, die die eigentliche Funktionalität von Zertifikaten umkehren und von fallenden Notierungen profitieren.
Text: F.A.Z.
Sowohl Optionsscheine als auch Knock-out-Produkte sind jedoch riskante Hebelpapiere, das heißt, ihre Preise bewegen sich stärker als die Kurse der Basiswerte. Deswegen können Anleger hier mit einem vergleichsweise geringen Einsatz überdurchschnittlich gewinnen, aber auch verlieren. Schlimmstenfalls ist das Geld ganz weg. Besonders risikobehaftet sind die Knock-outs - ebenfalls als Turbos oder Waves bekannt -, da diese augenblicklich verfallen, falls der Basiswert eine festgelegte Kursschwelle berührt. Die Besonderheit von Optionsscheinen wiederum ist es, dass ihre Preise unter anderem auch von den Volatilitäten beeinflusst werden. Schwanken die Aktienkurse stark, dann erhöht sich diese Preiskomponente. Da jedoch höhere Aktienkurse in der Regel mit niedrigeren Volatilitäten einhergehen und umgekehrt, sind Optionsscheine derzeit relativ günstig.
Zum Börsenkurs
Ein Maß für die Volatilität am deutschen Aktienmarkt ist der V-Dax-New. Er misst die von den Marktteilnehmern in den kommenden 30 Tagen erwartete Schwankungsbreite des Dax. Am Montag waren es gut 18 Prozent, ein historisch eher niedriger Wert. Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre ergibt sich für das Volatilitätsmaß ein Wert von 26 Prozent. Sein höchstes Niveau in dieser Zeit erreichte der Index nach dem Zusammenbruch der amerikanischen Lehman-Bank Mitte Oktober 2008 mit rund 80 Prozent.
Sollten die Kurse fallen, stiege auch die Volatilität
Sollten die Aktienkurse in der Tat zurückgehen, dann dürften die Volatilitäten wieder zunehmen und die Preise der Optionsscheine schon allein deshalb steigen. Das macht diese Hebelpapiere nach Ansicht von Dirk Heß, Derivateexperte der Citigroup, zum Mittel der ersten Wahl für die Absicherung von Depots. Ein vollständiger Schutz sei allerdings wenig sinnvoll. Der finanzielle Aufwand wäre viel zu hoch. „Anleger können mit dem Kauf von Scheinen oder Knock-out-Produkten ihre Depots gegen Verluste lediglich abfedern. Sie sollten den Kaufpreis als eine Art Versicherungsprämie für diesen Teilschutz sehen, die auch verlorengehen kann, wenn die Kurse doch nicht fallen.“
Fachleute raten, die Laufzeit der Scheine lieber ein bisschen länger zu wählen, um einen größeren Sicherheitspuffer zu haben. Kürzer laufende Wertpapiere sind zwar reagibler, aber auch riskanter. Und falls die Kursverluste doch später einsetzen oder länger andauern als zunächst erwartet, könnte ihre Laufzeit dann schon zu Ende sein. Bei der Wahl des Basiswerts sollten Anleger die Zusammensetzung ihres Depots beachten. Sind darin viele deutsche Aktien enthalten, dürfte ein Dax-Produkt sinnvoll sein, bei einer großen Einzelposition auch ein Derivat auf genau diese Aktie. Ein Optionsschein auf einen Rückgang des Dax mit Laufzeit bis September 2010 (Isin DE000CG4WDD3) gewinnt zum Beispiel 134 Prozent, wenn der Dax binnen eines Monats um 10 Prozent nachgibt. Ein Papier auf die Aktie der Deutschen Bank mit Laufzeit bis Oktober 2010 (Isin DE000CG7YZQ7) legt um 49 Prozent zu, wenn die Aktie der Deutschen Bank binnen eines Monats 10 Prozent an Wert verliert. Die Papiere gibt es mit einer Vielzahl verschieden großer Hebel.
Gehebelte Derivate sind wegen ihrer Eigenheiten vor allem für erfahrene Anleger geeignet. Auch unter den konservativeren Zertifikaten finden sich Produkte, deren Preis steigt, wenn Aktienkurse sinken. Zum einen gibt es Zertifikate auf den Short-Dax. Dies ist ein Index, dessen Niveau sich erhöht, falls der Dax verliert und umgekehrt. Eine andere Möglichkeit bieten Reversezertifikate, die die eigentliche Funktionalität von Zertifikaten umkehren und von fallenden Notierungen profitieren.
Text: F.A.Z.
Samstag, 17. April 2010
Outlook 2010
http://blog.zeit.de/herdentrieb/files/2010/04/Wermuths_Investment_Outlook_April_2010.pdf
ATX Empfehlungen
Sparkassen Immo
S Immo verfügt über ein breit gestreutes und konservativ finanziertes Immobilien-Portfolio mit Fokus auf Ö, D und CEE-Länder. Laufende Entwicklungsprojekte sollten massive Cash Flow Verbesserung bringen, v.a. ab 2010/11. Die Bewertung der Aktie liegt über der Peer Group auf Basis 2009, ist aber aufgrund der erwarteten Ergebnissprünge in den nächsten Jahren deutlich günstiger auf Basis 2011. Käufe von Schnäppchen am Markt sind zusätzlich mögliche Kurstreiber. Kursziel: EUR 6,3.
Raiffeisen International
Die Raiffeisen International (RI) fungiert als Holding für 16 Netzwerkbanken und 17 Leasinggesellschaften, welche in der CEE-Region (inkl. Ukraine und Russland) aktiv sind. Die RI notiert <1x BW10e, was durch die jüngsten Ereignisse rund um eine angestrebte Fusion mit der RZB ausgelöst wurde. Das wirtschaftliche Umfeld in CEE heitert sich zunehmend auf, womit negative Überraschungen bei den Ergebnisen selbst weniger wahrscheinlich sind. Kursziel: EUR 50.
ecco Business-Immo
ECO ist ein hauptsächlich (1) regional auf Österreich und Deutschland und (2) segmentweise auf "Business" Immobilien (Handel, Büro) fokussiertes Immobilienunternehmen. Im Peer Group Vergleich stellt sich die Aktie nach wie vor attraktiv dar und bietet einiges an Aufholpotenzial. Die Verschuldung konnte bereits deutlich abgebaut werden. Abwarten müsse man derzeit, was die Strategie der Conwert betreffend ECO bringen wird. Das externe Management durch Conwert sei sicherlich ein
Nachteil. Kursziel: 6,4.
Vienna Insurance Group
Österreichs größter Versicherungskonzern setzt auf die Expansion in CEE. Rund die Hälfte des Prämienvolumens wird bereits in dieser Region verdient. In Rumänien, Bulgarien und Slowakei ist das Unternehmen die Nummer 1, in Tschechien belegt man den 2. Marktrang. Insgesamt nennt das Unternehmen rund. 20 Mio. Kunden in 24 Ländern sein eigen. Der CEE-Raum bietet neben dem im Vergleich zu Westeuropa geringeren BIP auch noch im Bereich der Versicherungsdichte hohes Wachstumspotenzial, trotz kurzfristig dämpfender Effekte aus der schwachen Wirtschaftslage. Kursziel: EUR 44,5.
Intercell
Intercell ist das erste Biotech-Unternehmen, das an der Wiener Börse gelistet ist, und ist auf die Entwicklung von therapeutischen und profilaktischen Impfstoffen spezialisiert. Der Impfstoffmarkt ausgezeichnete Wachstumsperspektiven. Der erste erfolgreich zugelassene Impfstoff gegen Japanische Enzephalitis verzeichnet steigende Umsätze. Zahlreiche weitere Projekte sind in der Pipeline oder über Kooperationspartner (v.a. Novartis/ Merck/Glaxo) schon in klinischen Tests. Kursziel: EUR 27.
Voestalpine
voestalpine ist ein vergleichsweise defensiver Stahlkonzern mit einem hohen Anteil an Stahl verarbeitenden Bereichen und einem Fokus auf hochqualitative Nischenpositionen. Langfristverträge tragen ebenfalls zu einer stabileren Ergebnislage bei. voestalpine ist in einer hervorragenden Position, um die Zentral- und Osteuropäischen Märkte mit Qualitätsstahl- Produkten zu versorgen. Trotz des sehr hohen Verschuldungsgrades stehen unmittelbar keine größeren Refinanzierungen an. Kursziel: EUR 31.
RHI
RHI ist ein global tätiges Unternehmen und Weltmarktführer bei Feuerfeststoffen. Die wichtigsten Kunden Industrien sind Eisen & Stahl, Zement & Kalk, NEMetalle und Glas. Die Situation bei RHI's Kundensektoren Stahl und Industrie verbessert sich gerade. Der Ausblick für 2010 ist weiterhin sehr gut, die Restrukturierungen waren überaus erfolgreich. Kursziel: in Überarbeitung.
BWT
BWT ist Europas führendes Unternehmen für Wassertechnologie mit Sitz in Mondsee. Regionaler Schwerpunkt liegt auf Europa. Kürzlich hat BWT mit neuen Produkten für Tischwasserfilter sowie Filtern zur Wasseroptimierung für Kaffeemaschinen, Backöfen und Dampfgarern ein völlig neues Marktsegment erschlossen. Die Analysten sehen BWT als gute Kombination aus stabilen Geschäftsmodell in Verbindung mit sehr guten Wachstumsaussichten. Kursziel: EUR 25.
Semperit
Obwohl die Semperit gerne als zyklische Aktie gesehen wird, entfallen bereits mehr als 40% des Umsatzes auf die Division Sempermed, die Untersuchungs- und Operationshandschuhe herstellt und in den lezten Quartalen mit starken Umsatz zuwächsen bewiesen hat, auch im Abschwung äußerst starke Zahlen zu liefern. Die sehr solide Bilanz mit einer Netto-Cash Position sollte dem Unternehmen helfen, gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Selektive Akquisitionen sind durchaus zu erwarten. Kursziel: EUR 38.
OMV
OMV leidet unter den schwachen Raffineriemargen, der aktuelle Ölpreis ist aber durchaus günstig. Die Aktie eignet sich als lfr. Depotabsicherung gegen mögliche Preisausschläge beim Ölpreis bzw. einfach auch zur Diversifikation im Rohstoffsektor. Die Bewertung der Aktie ist aus Sicht der Analysten lfr. günstig und berücksichtigt nicht die starke Substanz des Unternehmens. Kursziel: EUR 39.
Kapsch Trafficcom
KTC profitiert langfristig von Budgetnöten der Regierungen und vom immer weiter steigenden Verkehrsvolumen. Die Analysten sehen langfristig global gesehen viele interessante Projekte. Die Bewertung der Aktie basiert nur auf den bestehenden Projekten. Zuletzt gab es sehr gute News von der Ausschreibung in Südafrika und weiteren kleinen Projekten. Kursziel: EUR 36.
Immoeast
Immoeast ist eines der größten Immobilienunternehmen in Zentral- und Osteuropa und wurde nach den finanziellen Schwierigkeiten vom neuen Vorstand rund um CEO Zehetner erfolgreich saniert. Die Analysten sehen durch die erfolgreiche Ergebnisentwicklung und durch den nach wie vor vorhandenen deutlichen NAV-Abschlag weiteres Aufholpotenzial für den Kurs. Kursziel: EUR 5,3.
S Immo verfügt über ein breit gestreutes und konservativ finanziertes Immobilien-Portfolio mit Fokus auf Ö, D und CEE-Länder. Laufende Entwicklungsprojekte sollten massive Cash Flow Verbesserung bringen, v.a. ab 2010/11. Die Bewertung der Aktie liegt über der Peer Group auf Basis 2009, ist aber aufgrund der erwarteten Ergebnissprünge in den nächsten Jahren deutlich günstiger auf Basis 2011. Käufe von Schnäppchen am Markt sind zusätzlich mögliche Kurstreiber. Kursziel: EUR 6,3.
Raiffeisen International
Die Raiffeisen International (RI) fungiert als Holding für 16 Netzwerkbanken und 17 Leasinggesellschaften, welche in der CEE-Region (inkl. Ukraine und Russland) aktiv sind. Die RI notiert <1x BW10e, was durch die jüngsten Ereignisse rund um eine angestrebte Fusion mit der RZB ausgelöst wurde. Das wirtschaftliche Umfeld in CEE heitert sich zunehmend auf, womit negative Überraschungen bei den Ergebnisen selbst weniger wahrscheinlich sind. Kursziel: EUR 50.
ecco Business-Immo
ECO ist ein hauptsächlich (1) regional auf Österreich und Deutschland und (2) segmentweise auf "Business" Immobilien (Handel, Büro) fokussiertes Immobilienunternehmen. Im Peer Group Vergleich stellt sich die Aktie nach wie vor attraktiv dar und bietet einiges an Aufholpotenzial. Die Verschuldung konnte bereits deutlich abgebaut werden. Abwarten müsse man derzeit, was die Strategie der Conwert betreffend ECO bringen wird. Das externe Management durch Conwert sei sicherlich ein
Nachteil. Kursziel: 6,4.
Vienna Insurance Group
Österreichs größter Versicherungskonzern setzt auf die Expansion in CEE. Rund die Hälfte des Prämienvolumens wird bereits in dieser Region verdient. In Rumänien, Bulgarien und Slowakei ist das Unternehmen die Nummer 1, in Tschechien belegt man den 2. Marktrang. Insgesamt nennt das Unternehmen rund. 20 Mio. Kunden in 24 Ländern sein eigen. Der CEE-Raum bietet neben dem im Vergleich zu Westeuropa geringeren BIP auch noch im Bereich der Versicherungsdichte hohes Wachstumspotenzial, trotz kurzfristig dämpfender Effekte aus der schwachen Wirtschaftslage. Kursziel: EUR 44,5.
Intercell
Intercell ist das erste Biotech-Unternehmen, das an der Wiener Börse gelistet ist, und ist auf die Entwicklung von therapeutischen und profilaktischen Impfstoffen spezialisiert. Der Impfstoffmarkt ausgezeichnete Wachstumsperspektiven. Der erste erfolgreich zugelassene Impfstoff gegen Japanische Enzephalitis verzeichnet steigende Umsätze. Zahlreiche weitere Projekte sind in der Pipeline oder über Kooperationspartner (v.a. Novartis/ Merck/Glaxo) schon in klinischen Tests. Kursziel: EUR 27.
Voestalpine
voestalpine ist ein vergleichsweise defensiver Stahlkonzern mit einem hohen Anteil an Stahl verarbeitenden Bereichen und einem Fokus auf hochqualitative Nischenpositionen. Langfristverträge tragen ebenfalls zu einer stabileren Ergebnislage bei. voestalpine ist in einer hervorragenden Position, um die Zentral- und Osteuropäischen Märkte mit Qualitätsstahl- Produkten zu versorgen. Trotz des sehr hohen Verschuldungsgrades stehen unmittelbar keine größeren Refinanzierungen an. Kursziel: EUR 31.
RHI
RHI ist ein global tätiges Unternehmen und Weltmarktführer bei Feuerfeststoffen. Die wichtigsten Kunden Industrien sind Eisen & Stahl, Zement & Kalk, NEMetalle und Glas. Die Situation bei RHI's Kundensektoren Stahl und Industrie verbessert sich gerade. Der Ausblick für 2010 ist weiterhin sehr gut, die Restrukturierungen waren überaus erfolgreich. Kursziel: in Überarbeitung.
BWT
BWT ist Europas führendes Unternehmen für Wassertechnologie mit Sitz in Mondsee. Regionaler Schwerpunkt liegt auf Europa. Kürzlich hat BWT mit neuen Produkten für Tischwasserfilter sowie Filtern zur Wasseroptimierung für Kaffeemaschinen, Backöfen und Dampfgarern ein völlig neues Marktsegment erschlossen. Die Analysten sehen BWT als gute Kombination aus stabilen Geschäftsmodell in Verbindung mit sehr guten Wachstumsaussichten. Kursziel: EUR 25.
Semperit
Obwohl die Semperit gerne als zyklische Aktie gesehen wird, entfallen bereits mehr als 40% des Umsatzes auf die Division Sempermed, die Untersuchungs- und Operationshandschuhe herstellt und in den lezten Quartalen mit starken Umsatz zuwächsen bewiesen hat, auch im Abschwung äußerst starke Zahlen zu liefern. Die sehr solide Bilanz mit einer Netto-Cash Position sollte dem Unternehmen helfen, gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Selektive Akquisitionen sind durchaus zu erwarten. Kursziel: EUR 38.
OMV
OMV leidet unter den schwachen Raffineriemargen, der aktuelle Ölpreis ist aber durchaus günstig. Die Aktie eignet sich als lfr. Depotabsicherung gegen mögliche Preisausschläge beim Ölpreis bzw. einfach auch zur Diversifikation im Rohstoffsektor. Die Bewertung der Aktie ist aus Sicht der Analysten lfr. günstig und berücksichtigt nicht die starke Substanz des Unternehmens. Kursziel: EUR 39.
Kapsch Trafficcom
KTC profitiert langfristig von Budgetnöten der Regierungen und vom immer weiter steigenden Verkehrsvolumen. Die Analysten sehen langfristig global gesehen viele interessante Projekte. Die Bewertung der Aktie basiert nur auf den bestehenden Projekten. Zuletzt gab es sehr gute News von der Ausschreibung in Südafrika und weiteren kleinen Projekten. Kursziel: EUR 36.
Immoeast
Immoeast ist eines der größten Immobilienunternehmen in Zentral- und Osteuropa und wurde nach den finanziellen Schwierigkeiten vom neuen Vorstand rund um CEO Zehetner erfolgreich saniert. Die Analysten sehen durch die erfolgreiche Ergebnisentwicklung und durch den nach wie vor vorhandenen deutlichen NAV-Abschlag weiteres Aufholpotenzial für den Kurs. Kursziel: EUR 5,3.
100 best money moves - CNN
http://money.cnn.com/galleries/2010/moneymag/1004/gallery.Money_100.moneymag/6.html
Goethe's Faust
Heute wird von unten nach oben verteilt."
Binswanger: Aber nicht lebenswichtig. Die Wirtschaft produziert Luxusgüter. Gleichzeitig wird ein Teil der Bevölkerung immer ärmer. Früher wurde von oben nach unten verteilt, heute immer mehr von unten nach oben. Dazu kommt die Spekulation. Die Menschen halten sich für reicher als sie es sind, wenn sie Aktien haben und die Kurse steigen. Doch dieser Reichtum steht nur auf dem Papier. Es kann jederzeit wieder schwinden.
SZ: Und das lesen Sie alles aus Goethes Faust heraus?
Binswanger: Das Werk, gerade der zweite Teil, ist nicht leicht zu lesen. Goethe selbst wollte, dass Faust II erst nach seinem Tode veröffentlicht wird. Aber diese alte Geschichte schlägt den Bogen in dieses Jahrtausend. Und Goethe war ja auch Wirtschaftsminister am Weimarer Hof.
SZ: Wir haben zu viel Geld und gleichzeitig zu hohe Schulden, wie passt das zusammen?
Binswanger: Die Geldwirkung beruht auf einer doppelten Verschuldung. Die Banken schaffen Geld, indem sie Kredite vergeben. Das Geld wird den Unternehmen auf einem Girokonto gutgeschrieben. Diese Gutschrift ist das Bank- oder Buchgeld. Gleichzeitig ist aber der Kredit auch eine Bankschuld, denn die Unternehmen könnten ja die Barauszahlung des Bank- oder Buchgeldes in Papiergeld verlangen. Sie tun es aber nur in beschränktem Maße, weil man ja mit Überweisungen oder Kreditkarten bequemer zahlen kann als mit dem Papiergeld. Heute macht das Buchgeld mindestens 90 Prozent der gesamten Geldmenge aus.
SZ: Welche Konsequenzen hat das?
Binswanger: Auf diese Weise steigt die Geldmenge mit den Schulden der Unternehmen und der Banken. Diese Monetarisierung von Schulden ist die Magie, auf der das wirtschaftliche Wachstum beruht.
SZ: Aber wir haben doch alle vom Wachstum profitiert?
"Wir sind süchtig nach Wachstum."
Binswanger: Wir sind süchtig danach geworden. Schopenhauer sagte: Geld gleicht dem Meerwasser. Je mehr man davon trinkt, desto durstiger wird man.
SZ: Wie ausgeprägt ist der Durst?
Binswanger: Die Ökonomen sprechen heute von einem Minuswachstum. Sie können das Wort Schrumpfen nicht einmal aussprechen. Das ist doch eigenartig und zeigt, dass Wirtschaft zunächst wenig mit der Realität zu tun hat. Sie ist einfach Ausfluss der Magie, aus weniger mehr zu machen. Aber die Begrenztheit des Platzes und der Naturreserven auf der Welt zeigen, dass es so nicht weitergehen kann.
SZ: Josef Ackermann, Ihr ehemaliger Student und jetzige Chef der Deutschen Bank, geht davon aus, dass er immer 25 Prozent Rendite machen kann.
Binswanger: Wenn Sie das Eigenkapital minimieren, erzielen Sie bei ordentlichem Gewinn eine hohe Eigenkapitalrendite. Das lässt sich zu einem gewissen Grad manipulieren, nennen wir es Bilanzmagie. Das würde ich deshalb nicht überbewerten.
SZ: Zu welchem Thema hat er bei Ihnen promoviert?
Binswanger: Er hat sich ausgezeichnet mit den realen Auswirkungen des Geldes befasst, insbesondere auch dem Zugang zu Geld in der Krise, wenn die Märkte nichts mehr geben. Damit haben sich wenige Banker beschäftigt, es dürfte ihm genutzt haben in der Finanzkrise. Die Deutsche Bank ist ja einigermaßen ungeschoren davongekommen.
Binswanger: Aber nicht lebenswichtig. Die Wirtschaft produziert Luxusgüter. Gleichzeitig wird ein Teil der Bevölkerung immer ärmer. Früher wurde von oben nach unten verteilt, heute immer mehr von unten nach oben. Dazu kommt die Spekulation. Die Menschen halten sich für reicher als sie es sind, wenn sie Aktien haben und die Kurse steigen. Doch dieser Reichtum steht nur auf dem Papier. Es kann jederzeit wieder schwinden.
SZ: Und das lesen Sie alles aus Goethes Faust heraus?
Binswanger: Das Werk, gerade der zweite Teil, ist nicht leicht zu lesen. Goethe selbst wollte, dass Faust II erst nach seinem Tode veröffentlicht wird. Aber diese alte Geschichte schlägt den Bogen in dieses Jahrtausend. Und Goethe war ja auch Wirtschaftsminister am Weimarer Hof.
SZ: Wir haben zu viel Geld und gleichzeitig zu hohe Schulden, wie passt das zusammen?
Binswanger: Die Geldwirkung beruht auf einer doppelten Verschuldung. Die Banken schaffen Geld, indem sie Kredite vergeben. Das Geld wird den Unternehmen auf einem Girokonto gutgeschrieben. Diese Gutschrift ist das Bank- oder Buchgeld. Gleichzeitig ist aber der Kredit auch eine Bankschuld, denn die Unternehmen könnten ja die Barauszahlung des Bank- oder Buchgeldes in Papiergeld verlangen. Sie tun es aber nur in beschränktem Maße, weil man ja mit Überweisungen oder Kreditkarten bequemer zahlen kann als mit dem Papiergeld. Heute macht das Buchgeld mindestens 90 Prozent der gesamten Geldmenge aus.
SZ: Welche Konsequenzen hat das?
Binswanger: Auf diese Weise steigt die Geldmenge mit den Schulden der Unternehmen und der Banken. Diese Monetarisierung von Schulden ist die Magie, auf der das wirtschaftliche Wachstum beruht.
SZ: Aber wir haben doch alle vom Wachstum profitiert?
"Wir sind süchtig nach Wachstum."
Binswanger: Wir sind süchtig danach geworden. Schopenhauer sagte: Geld gleicht dem Meerwasser. Je mehr man davon trinkt, desto durstiger wird man.
SZ: Wie ausgeprägt ist der Durst?
Binswanger: Die Ökonomen sprechen heute von einem Minuswachstum. Sie können das Wort Schrumpfen nicht einmal aussprechen. Das ist doch eigenartig und zeigt, dass Wirtschaft zunächst wenig mit der Realität zu tun hat. Sie ist einfach Ausfluss der Magie, aus weniger mehr zu machen. Aber die Begrenztheit des Platzes und der Naturreserven auf der Welt zeigen, dass es so nicht weitergehen kann.
SZ: Josef Ackermann, Ihr ehemaliger Student und jetzige Chef der Deutschen Bank, geht davon aus, dass er immer 25 Prozent Rendite machen kann.
Binswanger: Wenn Sie das Eigenkapital minimieren, erzielen Sie bei ordentlichem Gewinn eine hohe Eigenkapitalrendite. Das lässt sich zu einem gewissen Grad manipulieren, nennen wir es Bilanzmagie. Das würde ich deshalb nicht überbewerten.
SZ: Zu welchem Thema hat er bei Ihnen promoviert?
Binswanger: Er hat sich ausgezeichnet mit den realen Auswirkungen des Geldes befasst, insbesondere auch dem Zugang zu Geld in der Krise, wenn die Märkte nichts mehr geben. Damit haben sich wenige Banker beschäftigt, es dürfte ihm genutzt haben in der Finanzkrise. Die Deutsche Bank ist ja einigermaßen ungeschoren davongekommen.
Inflationsschutz
Nach einem Jahrzehnt niedriger Inflationsraten sollten sich Anleger darauf einstellen, dass künftig die Inflationsraten wieder höher ausfallen werden. Das heißt, dass Sachwerte wieder in den Blickpunkt rücken sollten.
Die Rede ist nicht von Hyperinflation wie in den 20er-Jahren des vorigen Jahrhunderts. Es ist vielmehr eine schleichende Geldentwertung, vor der viele Experten warnen. Welche Wirkung „ein bisschen Inflation“ auf ein Portfolio hat, zeigt ein einfaches Beispiel: Bei 3,5 Prozent Inflation muss sich das Anlagekapital in 20 Jahren verdoppeln, nur um die Kaufkraft zu erhalten.
„Pointiert könnte man formulieren: Es geht jetzt nicht darum, reich zu werden, sondern reich zu bleiben“, sagt Alois Wögerbauer, Geschäftsführer der 3 Banken Generali Investment-Gesellschaft. Anleger, die Inflation fürchten, sollten sich verstärkt Sachwerte ins Portfolio nehmen.
Dazu zählt Wögerbauer Wohnimmobilien, Gold, Rohstoffe und „Aktien mit viel Substanz“. Darunter versteht er die Beteiligung an Unternehmen, die Produkte des täglichen Bedarfs herstellen und Firmen, denen wegen ihrer Marktstellung zugetraut werden kann, dass sie Preiserhöhungen weitergeben können.
Konkret nennt Wögerbauer Firmen wie etwa den Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé. Versorger wie den deutschen Energiekonzern RWE, aber auch österreichische Unternehmen wie die OMV.
Gift für Fixzins-Anleihen
Steigende Inflation und damit steigende Zinsen seien auf jeden Fall Gift für Anleihen mit langen Laufzeiten und fixen Zinsen, sagt Markus Hinterberger, Leiter der Wertpapierabteilung der VKB-Bank. Weil Anleihen meist ein Hauptbestandteil eines ausgewogenen Portfolios sind, rät er hier zu inflationsgeschützten oder variabel verzinsten Anleihen. Dazu zählt er auch die Papiere, die von Unternehmen begeben wurden. „Die beste Zeit hochverzinster Unternehmensanleihen ist zwar vorbei, aber es gibt noch attraktive Angebote“, sagt Hinterberger.
Auch das Thema Rohstoffe müsse bei Angst vor Inflation eine Rolle spielen. Hinterberger rät aber dazu, nicht mehr als zehn Prozent vom Gesamtinvestment in Rohstoffe zu investieren.
Beim Gold, das als klassischer Inflationsschutz gilt, scheiden sich schnell die Geister der Anlage-Experten. Für die einen ist es schlicht ein Rohstoff, für die anderen ist es „das einzig wirkliche Geld“. Während Hinterberger Gold „nur bei starker Inflation“ als interessant bezeichnet, hält Wögerbauer derzeit viel von einem Investment in das Edelmetall: „Gold ist und bleibt ein wichtiger Depotbaustein.“
Dies auch deshalb, weil die Notenbanken, die in den vergangenen 20 Jahren Goldbestände abgebaut haben, im Vorjahr plötzlich wieder als Nettokäufer aufgetreten sind. In den weltweiten Finanzvermögen hatte Gold Ende der 60er-Jahre einen Anteil von knapp fünf Prozent. Derzeit liegt dieser Anteil bei rund 0,5 Prozent. „Von einer Blase kann man da wohl nicht sprechen“, sagt Wögerbauer.
Für alle Strategien zum Schutz des Portfolios vor Inflation gilt: Es ist ein Verzicht auf Rendite zugunsten der Werterhaltung. Das gilt für Gold ganz besonders, aber auch etwa für inflationsgeschützte Anleihen. Aggressive Anleger mit hohen Rendite-Erwartungen gehen anders vor.
Die Rede ist nicht von Hyperinflation wie in den 20er-Jahren des vorigen Jahrhunderts. Es ist vielmehr eine schleichende Geldentwertung, vor der viele Experten warnen. Welche Wirkung „ein bisschen Inflation“ auf ein Portfolio hat, zeigt ein einfaches Beispiel: Bei 3,5 Prozent Inflation muss sich das Anlagekapital in 20 Jahren verdoppeln, nur um die Kaufkraft zu erhalten.
„Pointiert könnte man formulieren: Es geht jetzt nicht darum, reich zu werden, sondern reich zu bleiben“, sagt Alois Wögerbauer, Geschäftsführer der 3 Banken Generali Investment-Gesellschaft. Anleger, die Inflation fürchten, sollten sich verstärkt Sachwerte ins Portfolio nehmen.
Dazu zählt Wögerbauer Wohnimmobilien, Gold, Rohstoffe und „Aktien mit viel Substanz“. Darunter versteht er die Beteiligung an Unternehmen, die Produkte des täglichen Bedarfs herstellen und Firmen, denen wegen ihrer Marktstellung zugetraut werden kann, dass sie Preiserhöhungen weitergeben können.
Konkret nennt Wögerbauer Firmen wie etwa den Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé. Versorger wie den deutschen Energiekonzern RWE, aber auch österreichische Unternehmen wie die OMV.
Gift für Fixzins-Anleihen
Steigende Inflation und damit steigende Zinsen seien auf jeden Fall Gift für Anleihen mit langen Laufzeiten und fixen Zinsen, sagt Markus Hinterberger, Leiter der Wertpapierabteilung der VKB-Bank. Weil Anleihen meist ein Hauptbestandteil eines ausgewogenen Portfolios sind, rät er hier zu inflationsgeschützten oder variabel verzinsten Anleihen. Dazu zählt er auch die Papiere, die von Unternehmen begeben wurden. „Die beste Zeit hochverzinster Unternehmensanleihen ist zwar vorbei, aber es gibt noch attraktive Angebote“, sagt Hinterberger.
Auch das Thema Rohstoffe müsse bei Angst vor Inflation eine Rolle spielen. Hinterberger rät aber dazu, nicht mehr als zehn Prozent vom Gesamtinvestment in Rohstoffe zu investieren.
Beim Gold, das als klassischer Inflationsschutz gilt, scheiden sich schnell die Geister der Anlage-Experten. Für die einen ist es schlicht ein Rohstoff, für die anderen ist es „das einzig wirkliche Geld“. Während Hinterberger Gold „nur bei starker Inflation“ als interessant bezeichnet, hält Wögerbauer derzeit viel von einem Investment in das Edelmetall: „Gold ist und bleibt ein wichtiger Depotbaustein.“
Dies auch deshalb, weil die Notenbanken, die in den vergangenen 20 Jahren Goldbestände abgebaut haben, im Vorjahr plötzlich wieder als Nettokäufer aufgetreten sind. In den weltweiten Finanzvermögen hatte Gold Ende der 60er-Jahre einen Anteil von knapp fünf Prozent. Derzeit liegt dieser Anteil bei rund 0,5 Prozent. „Von einer Blase kann man da wohl nicht sprechen“, sagt Wögerbauer.
Für alle Strategien zum Schutz des Portfolios vor Inflation gilt: Es ist ein Verzicht auf Rendite zugunsten der Werterhaltung. Das gilt für Gold ganz besonders, aber auch etwa für inflationsgeschützte Anleihen. Aggressive Anleger mit hohen Rendite-Erwartungen gehen anders vor.
Fallen Angels
Gefallene Engel haben wieder Flügel
Von Achim Matzke
16. April 2010
Vor einem Jahr war kurz nach dem Umschlagen der Aktienmärkte zum Wiedereinstieg sowohl in die europäischen Standardwerte als auch in die mittelgroßen deutschen Aktien die Strategie der "gefallenen Engel" vorgestellt worden (siehe: Die Stunde der "Gefallenen Engel").
Aus technischer Sicht handelt es sich bei Aktien dann um "gefallene Engel", wenn diese Titel, die Sektorschwergewichte sein sollen, in der zurückliegenden Baisse mindestens 50 Prozent Kursverlust hinnehmen mussten und danach aber eine qualitativ hochwertige, technische Bodenformation mit einem Investment-Kaufsignal verlassen haben. Im Regelfall führen diese Titel die anschließende Kurserholung beziehungsweise die Hausse in den Aktienindizes an. Diese technische Strategie ist auch diesmal wieder ansprechend aufgegangen. Der gleichgewichtete Aktienkorb aus Standardwerten des Euro-Raums hat den Referenzindex - Euro Stoxx 50 - ebenso geschlagen wie der gleichgewichtete Aktienkorb aus mittelgroßen, deutschen Aktien seinen Referenzindex - den M-Dax.
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Die Wertentwickung kann sich sehen lassen
Der vorgestellte, gleichgewichtete Aktienkorb mit Blick auf die Standardwerte aus dem Euro-Raum besteht aus Allianz, BASF, SAP, Total und Vinci. Dieser Aktienkorb hat seit Mitte April 2009 eine Gesamtentwicklung von 41,1 Prozent erzielt, wobei die zwischenzeitlichen Dividenden als Kasse-Position gehalten wurden. Der Euro-Stoxx-50-Performance-Index, bei dem Dividendenzahlungen in Index-Kursgewinne umgerechnet werden, hat im gleichen Zeitraum einen Kursanstieg von 33 Prozent aufgewiesen. Der gleichgewichtete Aktienkorb aus mittelgroßen deutschen Aktien besteht aus Gea, Hochtief und Lanxess. Dieser Aktienkorb hat bei gleicher Behandlung der Dividenden einen Kursgewinn von 78,6 Prozent erzielt. Der M-Dax (als Performance-Index) hat in der gleichen Zeitperiode "nur" 46,6 Prozent hinzugewonnen. Während aus technischer Sicht aus dem "Euro-Raum-Aktienkorb" Allianz, SAP, Total und Vinci auch auf dem aktuellen Kursniveau weiterhin technische (Zu-)Käufe darstellen, sollte die Lage bei den mittelgroßen deutschen Titeln aufgrund der sehr ausgeprägten Kursgewinne in den vergangenen zwölf Monaten im Detail analysiert werden.
Der Maschinenbauer Gea ist aktuell der drittgrößte Titel im M-Dax mit einem Index-Anteil von 4,3 Prozent. Die Aktie hatte nach der Hausse (von September 2001 bis Oktober 2007, Kursanstieg von 4,30 auf 28,30 Euro) zum Jahreswechsel 2007/08 eine langfristige technische Top-Formation ("technischer Diamant") mit der gestaffelten Unterstützungszone von 18,30 bis 19 Euro herausgebildet. Im Juli/August 2008 war die Aktie mit sehr ausgeprägten Verkaufssignalen aus der Top-Formation herausgefallen und war in einen sehr steilen Baisse-Trend hineingelaufen, der im März 2009 bei Kursen um 7,30 Euro in einem mittelfristigen technischen Keil (eine positive technische Bodenformation) endete. Deshalb überrascht es nicht, dass es nach den Investment-Kaufsignalen (im April und Juli 2009) in Gea zu einem sehr steilen Hausse-Trend gekommen ist. In den letzten Wochen ist die Aktie bis an die alte Zone von 18,30 bis 19,00 Euro, die jetzt als Widerstandszone arbeiten sollte, herangelaufen. Da die Investment-Kaufsignale abgearbeitet sein sollten, aufgrund der schnellen Kursgewinne in den letzten Wochen eine mittelfristig überkaufte Lage entstanden ist und die Aktie jetzt die gesamte Zone der Top-Formation als Widerstandszone vor sich hat, ist die Aktie aktuell nur noch eine gute technische Halteposition mit einem strategischen Sicherungsstopp bei 14,50 Euro.
Lage bei den mittelgroßen deutschen Titeln sollte näher betrachtet werden
Der Baukonzern Hochtief hat mit einem M-Dax-Anteil von 4,2 Prozent aktuell die Position vier im Index inne. Die Aktie musste in der letzten Baisse einen sehr ausgeprägten Kursrückgang (November 2008 bis Oktober 2009; von 98,30 auf 19,80 Euro) hinnehmen. Diese Baisse mündete in einer idealtypischen Bodenformation (technischer Doppelboden oder "W-Formation") unterhalb der Widerstandszone um 36,80 Euro. Nach den Investment-Kaufsignalen (Verlassen des Baisse-Trends, Abschluss der Bodenformation) kam es bei Hochtief zu einer sehr ausgeprägten Kurserholung, die im Oktober 2009 bei Kursen um 60,70 Euro ihr Zwischenhoch herausbildete. Insgesamt hatte sich in den letzten Monaten eine mittelfristige Konsolidierung in Form einer Seitwärtspendelbewegung (Unterstützung um 49,30 Euro; Widerstand um 60,70 Euro) herausgebildet. Der trendbestätigende Charakter (nach oben) zeigte sich in den letzten Handelstagen durch das neue Investment-Kaufsignal (Sprung über die Widerstandszone um 60,70 Euro). Da die technische Gesamtlage ein weiteres Kurspotential bis deutlich oberhalb von 70 Euro andeutet, bleibt Hochtief ein technischer (Zu-)Kauf. Der strategische Sicherungsstopp für eine Hochtief-Position sollte bei 49,50 Euro liegen.
Der Chemiewert Lanxess, der aktuell an Position fünf im M-Dax mit einem Index-Anteil von 4,1 Prozent steht, war in der Baisse, begleitet von mehreren Verkaufssignalen von 43,80 Euro (März 2007) auf 10,30 Euro (November 2009) zurückgefallen. Die klassische, technische Bodenformation (Trading-Box mit der Unterstützung um 10,30 Euro; Widerstandszone um 15 Euro) zum Jahreswechsel 2008/2009 hatte Lanxess im April 2009 mit einem Investment-Kaufsignal verlassen. Seitdem befindet sich die Aktie - getragen von mehreren (Investment-)Kaufsignalen - in einem steilen Hausse-Trend (Hausse-Trendlinie bei etwa 28 Euro). Nach den sehr ausgeprägten Kursgewinnen in den letzten zwölf Monaten ist zuletzt eine mittelfristig überkaufte Lage entstanden, so dass weitere (Zu-)Käufe aus technischer Sicht jetzt einen stark prozyklischen Charakter aufweisen. Als technische Konsequenz ist Lanxess nur noch eine "gute" technische Halteposition, wobei der strategische Sicherungsstopp bei 29 Euro liegen sollte.
Der Autor leitet das europäische Index Research von Commerzbank Corporates & Markets.
Von Achim Matzke
16. April 2010
Vor einem Jahr war kurz nach dem Umschlagen der Aktienmärkte zum Wiedereinstieg sowohl in die europäischen Standardwerte als auch in die mittelgroßen deutschen Aktien die Strategie der "gefallenen Engel" vorgestellt worden (siehe: Die Stunde der "Gefallenen Engel").
Aus technischer Sicht handelt es sich bei Aktien dann um "gefallene Engel", wenn diese Titel, die Sektorschwergewichte sein sollen, in der zurückliegenden Baisse mindestens 50 Prozent Kursverlust hinnehmen mussten und danach aber eine qualitativ hochwertige, technische Bodenformation mit einem Investment-Kaufsignal verlassen haben. Im Regelfall führen diese Titel die anschließende Kurserholung beziehungsweise die Hausse in den Aktienindizes an. Diese technische Strategie ist auch diesmal wieder ansprechend aufgegangen. Der gleichgewichtete Aktienkorb aus Standardwerten des Euro-Raums hat den Referenzindex - Euro Stoxx 50 - ebenso geschlagen wie der gleichgewichtete Aktienkorb aus mittelgroßen, deutschen Aktien seinen Referenzindex - den M-Dax.
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Die Wertentwickung kann sich sehen lassen
Der vorgestellte, gleichgewichtete Aktienkorb mit Blick auf die Standardwerte aus dem Euro-Raum besteht aus Allianz, BASF, SAP, Total und Vinci. Dieser Aktienkorb hat seit Mitte April 2009 eine Gesamtentwicklung von 41,1 Prozent erzielt, wobei die zwischenzeitlichen Dividenden als Kasse-Position gehalten wurden. Der Euro-Stoxx-50-Performance-Index, bei dem Dividendenzahlungen in Index-Kursgewinne umgerechnet werden, hat im gleichen Zeitraum einen Kursanstieg von 33 Prozent aufgewiesen. Der gleichgewichtete Aktienkorb aus mittelgroßen deutschen Aktien besteht aus Gea, Hochtief und Lanxess. Dieser Aktienkorb hat bei gleicher Behandlung der Dividenden einen Kursgewinn von 78,6 Prozent erzielt. Der M-Dax (als Performance-Index) hat in der gleichen Zeitperiode "nur" 46,6 Prozent hinzugewonnen. Während aus technischer Sicht aus dem "Euro-Raum-Aktienkorb" Allianz, SAP, Total und Vinci auch auf dem aktuellen Kursniveau weiterhin technische (Zu-)Käufe darstellen, sollte die Lage bei den mittelgroßen deutschen Titeln aufgrund der sehr ausgeprägten Kursgewinne in den vergangenen zwölf Monaten im Detail analysiert werden.
Der Maschinenbauer Gea ist aktuell der drittgrößte Titel im M-Dax mit einem Index-Anteil von 4,3 Prozent. Die Aktie hatte nach der Hausse (von September 2001 bis Oktober 2007, Kursanstieg von 4,30 auf 28,30 Euro) zum Jahreswechsel 2007/08 eine langfristige technische Top-Formation ("technischer Diamant") mit der gestaffelten Unterstützungszone von 18,30 bis 19 Euro herausgebildet. Im Juli/August 2008 war die Aktie mit sehr ausgeprägten Verkaufssignalen aus der Top-Formation herausgefallen und war in einen sehr steilen Baisse-Trend hineingelaufen, der im März 2009 bei Kursen um 7,30 Euro in einem mittelfristigen technischen Keil (eine positive technische Bodenformation) endete. Deshalb überrascht es nicht, dass es nach den Investment-Kaufsignalen (im April und Juli 2009) in Gea zu einem sehr steilen Hausse-Trend gekommen ist. In den letzten Wochen ist die Aktie bis an die alte Zone von 18,30 bis 19,00 Euro, die jetzt als Widerstandszone arbeiten sollte, herangelaufen. Da die Investment-Kaufsignale abgearbeitet sein sollten, aufgrund der schnellen Kursgewinne in den letzten Wochen eine mittelfristig überkaufte Lage entstanden ist und die Aktie jetzt die gesamte Zone der Top-Formation als Widerstandszone vor sich hat, ist die Aktie aktuell nur noch eine gute technische Halteposition mit einem strategischen Sicherungsstopp bei 14,50 Euro.
Lage bei den mittelgroßen deutschen Titeln sollte näher betrachtet werden
Der Baukonzern Hochtief hat mit einem M-Dax-Anteil von 4,2 Prozent aktuell die Position vier im Index inne. Die Aktie musste in der letzten Baisse einen sehr ausgeprägten Kursrückgang (November 2008 bis Oktober 2009; von 98,30 auf 19,80 Euro) hinnehmen. Diese Baisse mündete in einer idealtypischen Bodenformation (technischer Doppelboden oder "W-Formation") unterhalb der Widerstandszone um 36,80 Euro. Nach den Investment-Kaufsignalen (Verlassen des Baisse-Trends, Abschluss der Bodenformation) kam es bei Hochtief zu einer sehr ausgeprägten Kurserholung, die im Oktober 2009 bei Kursen um 60,70 Euro ihr Zwischenhoch herausbildete. Insgesamt hatte sich in den letzten Monaten eine mittelfristige Konsolidierung in Form einer Seitwärtspendelbewegung (Unterstützung um 49,30 Euro; Widerstand um 60,70 Euro) herausgebildet. Der trendbestätigende Charakter (nach oben) zeigte sich in den letzten Handelstagen durch das neue Investment-Kaufsignal (Sprung über die Widerstandszone um 60,70 Euro). Da die technische Gesamtlage ein weiteres Kurspotential bis deutlich oberhalb von 70 Euro andeutet, bleibt Hochtief ein technischer (Zu-)Kauf. Der strategische Sicherungsstopp für eine Hochtief-Position sollte bei 49,50 Euro liegen.
Der Chemiewert Lanxess, der aktuell an Position fünf im M-Dax mit einem Index-Anteil von 4,1 Prozent steht, war in der Baisse, begleitet von mehreren Verkaufssignalen von 43,80 Euro (März 2007) auf 10,30 Euro (November 2009) zurückgefallen. Die klassische, technische Bodenformation (Trading-Box mit der Unterstützung um 10,30 Euro; Widerstandszone um 15 Euro) zum Jahreswechsel 2008/2009 hatte Lanxess im April 2009 mit einem Investment-Kaufsignal verlassen. Seitdem befindet sich die Aktie - getragen von mehreren (Investment-)Kaufsignalen - in einem steilen Hausse-Trend (Hausse-Trendlinie bei etwa 28 Euro). Nach den sehr ausgeprägten Kursgewinnen in den letzten zwölf Monaten ist zuletzt eine mittelfristig überkaufte Lage entstanden, so dass weitere (Zu-)Käufe aus technischer Sicht jetzt einen stark prozyklischen Charakter aufweisen. Als technische Konsequenz ist Lanxess nur noch eine "gute" technische Halteposition, wobei der strategische Sicherungsstopp bei 29 Euro liegen sollte.
Der Autor leitet das europäische Index Research von Commerzbank Corporates & Markets.
Gold und Silber
Gold und Silber mit technischen Kaufsignalen
09. April 2010
Relativ orientierungslos zeigten sich in den vergangenen Wochen und Monaten die Preise von Silber und Gold. Doch die dabei auch im Vergleich mit anderen Edelmetallen wie Platin und Palladium gezeigte Schwäche könnte nun langsam auslaufen.
Zumindest deuten darauf charttechnische Signale hin. So ist es dem Goldpreis beim Vormittagsfixing in London mit einem Stand von 1.156 Dollar gelungen, ein neues Jahreshoch zu markieren. Und im Tageshandel mit Gold für die sofortige Lieferung stieg die Notierung in der Spitze auf 1.162,32 Dollar. In Euro gerechnet wurde mit knapp 863 Euro je Feinunze sogar erneut ein neues Allzeithoch erreicht.
Im Zuge der Kursgewinne beim Gold hat sich zum Wochenausklang auch Silber verteuert. Das Edelmetall kostete mit 18,33 Dollar je Feinunze zeitweise so viel wie seit dem 20. Januar nicht mehr. In Euro gerechnet erreichte es mit 13,69 Euro den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren.
Wegen der Griechenland-Krise griffen Anleger verstärkt zu den als sicher geltenden Edelmetallen, hieß es allgemein zur Erklärung. Außerdem habe nicht nur der Euro Probleme, sondern auch der Dollar und der Yen würden wegen der hohen Verschuldung in Amerika und Japan zusehends kritisch beäugt.
Unabhängig davon, was der Grund für die jüngsten Kursgewinne ist, haben sich dadurch in beiden Fällen die Chartbilder aufgehellt. Endgültig frei nach oben wäre der Weg jeweils zwar erst bei neuen Rekordhochs in Dollar. Aber auch jetzt sind schon kurz- und mittelfristige Abwärtstrend überwunden worden. Und dadurch haben sich die Chancen darauf, dass demnächst ein erfolgreicher Angriff auf die Jahreshochs anstehen wird, deutlich verbessert. Schon vor dem Anstieg am Freitag bezeichnete Werner Ullmann, Rohstoffexperte von ERA Resources, die charttechnische Ausgangslage als ermutigend. „Rein technisch betrachtet sehen wir für Gold bereits in Euro, Schweizer Franken und britischem Pfund deutliche Kaufsignale.“
Diese Entwicklung lässt kurzfristig orientierte Anleger natürlich nicht unberührt. Der bereits im kleinen Stil vollzogene Ausbruch aus der seit Mitte Dezember gültigen Handelsspanne zieht vielmehr scheinbar in großem Maße Investoren in den Goldmarkt, wie die Analysten der Commerzbank vermuten. Als Beleg für diese These verweisen sie darauf, dass der größte börsennotierte Goldfonds, der SPDR Gold Trust, alleine gestern einen Zufluss von fast 10 Tonnen auf ein neues Rekordniveau von über 1400 Tonnen verzeichnete und den bisherigen Höchststand von Anfang Juni 2009 um 6 Tonnen übertroffen hat.
Silber wird noch mehr als Gold zugetraut
Die Preisanstiege spiegeln den Mittelabfluss aus den Papierwährungen wieder. Das ist derzeit die treibende Kraft“, so Stephen Platt, Analyst bei Archer Financial Services. Das sehen auch die Analysten der Commerzbank ähnlich, schreiben sie in einem Tagesbericht doch folgendes: „Die anhaltende Sorgen über die finanzielle Lage in Griechenland, gepaart mit wenigen attraktiven Anlagealternativen aufgrund anhaltend niedriger Zinsen in Amerika und im Euroraum, dürfte das Interesse an Gold weiter hoch halten und den Preis unterstützen.“
Noch optimistischer als man allerdings für Silber gestimmt. Dem Gold des kleinen Mannes, wie Silber auch betitelt wird, trauen die Commerzbank-Analysten mittel- bis langfristig eines bessere Entwicklung als dem Gold. Dafür sprechen die relative Knappheit und eine starke industrielle Nachfrage. Zwar sollte der konjunkturelle Optimismus auch Gold auf die Beine helfen, weil dies den Schmuckabsatz fördert. Jedoch sinkt dadurch die Angst vor den Finanzmarkt-, geopolitischen und anderen Risiken, die vor einem Jahr der wichtigste Treibfaktor am Goldmarkt war. So hat die britische Münze für das erste Quartal eine Halbierung ihrer Goldmünzenproduktion im Jahresvergleich bekannt gegeben. Auch die anderen Prägeanstalten haben zuletzt einen starken Rückgang der Nachfrage nach Goldmünzen berichtet.
Auch Ullmann von ERA Resources sieht kurzfristig das größte Potenzial für Silber. „Der Silberpreis hat sich in den vergangenen Monaten deutlich fester behauptet als Gold und sollte in den nächsten Wochen sein Novemberhoch von 19,21 Dollar je Feinunze testen“, so Ullmann.
Koppelung an die Dollarentwicklung nicht mehr so hoch wie früher
Fundamentale Faktoren stützen dabei die technischen Signale: Angesichts wachsender Staatsverschuldung verlieren Anleihen laut Ullmann zunehmend ihren Status als sichere und nachhaltige Anlageform. „Über die vergangenen Jahre hat sich bei Staatsanleihen eine enorme Blase gebildet, die sich mit wachsenden Unsicherheiten sukzessive abzubauen beginnt“, so Ullmann. „Um weitere Kursverluste zu vermeiden, schichten Investoren zunehmend in Aktien und Rohstoffe um.“
Dieser Umstand könnte auch mit als eine Erklärung dafür dienen, warum es den Preisen für Gold und Silber zuletzt gelungen ist, sich etwas vom Dollar abzukoppeln. Denn während Edelmetalle sich traditionell normalerweise entgegengesetzt zum Dollar entwickeln, konnte die jüngste Dollarerholung den Preisen zuletzt nur bedingt etwas anhaben.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
09. April 2010
Relativ orientierungslos zeigten sich in den vergangenen Wochen und Monaten die Preise von Silber und Gold. Doch die dabei auch im Vergleich mit anderen Edelmetallen wie Platin und Palladium gezeigte Schwäche könnte nun langsam auslaufen.
Zumindest deuten darauf charttechnische Signale hin. So ist es dem Goldpreis beim Vormittagsfixing in London mit einem Stand von 1.156 Dollar gelungen, ein neues Jahreshoch zu markieren. Und im Tageshandel mit Gold für die sofortige Lieferung stieg die Notierung in der Spitze auf 1.162,32 Dollar. In Euro gerechnet wurde mit knapp 863 Euro je Feinunze sogar erneut ein neues Allzeithoch erreicht.
Im Zuge der Kursgewinne beim Gold hat sich zum Wochenausklang auch Silber verteuert. Das Edelmetall kostete mit 18,33 Dollar je Feinunze zeitweise so viel wie seit dem 20. Januar nicht mehr. In Euro gerechnet erreichte es mit 13,69 Euro den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren.
Wegen der Griechenland-Krise griffen Anleger verstärkt zu den als sicher geltenden Edelmetallen, hieß es allgemein zur Erklärung. Außerdem habe nicht nur der Euro Probleme, sondern auch der Dollar und der Yen würden wegen der hohen Verschuldung in Amerika und Japan zusehends kritisch beäugt.
Unabhängig davon, was der Grund für die jüngsten Kursgewinne ist, haben sich dadurch in beiden Fällen die Chartbilder aufgehellt. Endgültig frei nach oben wäre der Weg jeweils zwar erst bei neuen Rekordhochs in Dollar. Aber auch jetzt sind schon kurz- und mittelfristige Abwärtstrend überwunden worden. Und dadurch haben sich die Chancen darauf, dass demnächst ein erfolgreicher Angriff auf die Jahreshochs anstehen wird, deutlich verbessert. Schon vor dem Anstieg am Freitag bezeichnete Werner Ullmann, Rohstoffexperte von ERA Resources, die charttechnische Ausgangslage als ermutigend. „Rein technisch betrachtet sehen wir für Gold bereits in Euro, Schweizer Franken und britischem Pfund deutliche Kaufsignale.“
Diese Entwicklung lässt kurzfristig orientierte Anleger natürlich nicht unberührt. Der bereits im kleinen Stil vollzogene Ausbruch aus der seit Mitte Dezember gültigen Handelsspanne zieht vielmehr scheinbar in großem Maße Investoren in den Goldmarkt, wie die Analysten der Commerzbank vermuten. Als Beleg für diese These verweisen sie darauf, dass der größte börsennotierte Goldfonds, der SPDR Gold Trust, alleine gestern einen Zufluss von fast 10 Tonnen auf ein neues Rekordniveau von über 1400 Tonnen verzeichnete und den bisherigen Höchststand von Anfang Juni 2009 um 6 Tonnen übertroffen hat.
Silber wird noch mehr als Gold zugetraut
Die Preisanstiege spiegeln den Mittelabfluss aus den Papierwährungen wieder. Das ist derzeit die treibende Kraft“, so Stephen Platt, Analyst bei Archer Financial Services. Das sehen auch die Analysten der Commerzbank ähnlich, schreiben sie in einem Tagesbericht doch folgendes: „Die anhaltende Sorgen über die finanzielle Lage in Griechenland, gepaart mit wenigen attraktiven Anlagealternativen aufgrund anhaltend niedriger Zinsen in Amerika und im Euroraum, dürfte das Interesse an Gold weiter hoch halten und den Preis unterstützen.“
Noch optimistischer als man allerdings für Silber gestimmt. Dem Gold des kleinen Mannes, wie Silber auch betitelt wird, trauen die Commerzbank-Analysten mittel- bis langfristig eines bessere Entwicklung als dem Gold. Dafür sprechen die relative Knappheit und eine starke industrielle Nachfrage. Zwar sollte der konjunkturelle Optimismus auch Gold auf die Beine helfen, weil dies den Schmuckabsatz fördert. Jedoch sinkt dadurch die Angst vor den Finanzmarkt-, geopolitischen und anderen Risiken, die vor einem Jahr der wichtigste Treibfaktor am Goldmarkt war. So hat die britische Münze für das erste Quartal eine Halbierung ihrer Goldmünzenproduktion im Jahresvergleich bekannt gegeben. Auch die anderen Prägeanstalten haben zuletzt einen starken Rückgang der Nachfrage nach Goldmünzen berichtet.
Auch Ullmann von ERA Resources sieht kurzfristig das größte Potenzial für Silber. „Der Silberpreis hat sich in den vergangenen Monaten deutlich fester behauptet als Gold und sollte in den nächsten Wochen sein Novemberhoch von 19,21 Dollar je Feinunze testen“, so Ullmann.
Koppelung an die Dollarentwicklung nicht mehr so hoch wie früher
Fundamentale Faktoren stützen dabei die technischen Signale: Angesichts wachsender Staatsverschuldung verlieren Anleihen laut Ullmann zunehmend ihren Status als sichere und nachhaltige Anlageform. „Über die vergangenen Jahre hat sich bei Staatsanleihen eine enorme Blase gebildet, die sich mit wachsenden Unsicherheiten sukzessive abzubauen beginnt“, so Ullmann. „Um weitere Kursverluste zu vermeiden, schichten Investoren zunehmend in Aktien und Rohstoffe um.“
Dieser Umstand könnte auch mit als eine Erklärung dafür dienen, warum es den Preisen für Gold und Silber zuletzt gelungen ist, sich etwas vom Dollar abzukoppeln. Denn während Edelmetalle sich traditionell normalerweise entgegengesetzt zum Dollar entwickeln, konnte die jüngste Dollarerholung den Preisen zuletzt nur bedingt etwas anhaben.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
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