Donnerstag, 2. Mai 2013

Sell in May ? - aus FAZ

Doch auch in anderen Fällen sollte man saisonale Börsenregeln nicht allzu wörtlich nehmen. „Sell in May“ stehe nicht vorrangig für die Gefahr eines Kurseinbruchs im Mai, sondern warne vielmehr vor einer Phase in den Sommermonaten, in der sich das Eingehen von Aktienrisiken typischerweise nicht lohne, sagt Streich. Als besonders schlechter Dax-Monat gilt der September. Nach Berechnungen der Helaba wurde in diesem Monat in den Jahren von 1965 bis 2012 ein durchschnittliches Minus von 1,9 Prozent verzeichnet.
Auch wenn also die Aussichten auf eine Jahresendrally locken, kann eine zu frühe Rückkehr an den Markt nach der Urlaubszeit Rendite kosten. Der richtige Einstiegszeitpunkt ist freilich nicht leicht zu finden. Die Mai-Regel findet denn auch ihre Fortsetzung in zweierlei Varianten. Eine empfiehlt die Rückkehr im September, was angesichts der Empirie möglicherweise zu früh sein könnte. Der sogenannte Halloween-Indikator rät zum Einstieg erst im November.
Zahlen sich saisonale Anlagestrategien aus? Um das festzustellen könnte man eine Strategie, die Aktien im Mai zu verkaufen und das Geld bis Oktober am Geldmarkt anzulegen, mit der Strategie vergleichen, die Papiere einfach liegenzulassen („Buy an Hold“). Die Analysten der Helaba kommen dabei zu dem Ergebnis, dass sich die Wechselstrategie seit dem Jahr 1990 für den Dax insgesamt deutlich gelohnt hätte (siehe Grafik).

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