Doch auch in anderen Fällen sollte man saisonale Börsenregeln nicht
allzu wörtlich nehmen. „Sell in May“ stehe nicht vorrangig für die
Gefahr eines Kurseinbruchs im Mai, sondern warne vielmehr vor einer
Phase in den Sommermonaten, in der sich das Eingehen von Aktienrisiken
typischerweise nicht lohne, sagt Streich. Als besonders schlechter
Dax-Monat gilt der September. Nach Berechnungen der Helaba wurde in
diesem Monat in den Jahren von 1965 bis 2012 ein durchschnittliches
Minus von 1,9 Prozent verzeichnet.
Auch wenn also die Aussichten auf eine
Jahresendrally locken, kann eine zu frühe Rückkehr an den Markt nach der
Urlaubszeit Rendite kosten. Der richtige Einstiegszeitpunkt ist
freilich nicht leicht zu finden. Die Mai-Regel findet denn auch ihre
Fortsetzung in zweierlei Varianten. Eine empfiehlt die Rückkehr im
September, was angesichts der Empirie möglicherweise zu früh sein
könnte. Der sogenannte Halloween-Indikator rät zum Einstieg erst im
November.
Zahlen sich saisonale Anlagestrategien aus? Um das
festzustellen könnte man eine Strategie, die Aktien im Mai zu verkaufen
und das Geld bis Oktober am Geldmarkt anzulegen, mit der Strategie
vergleichen, die Papiere einfach liegenzulassen („Buy an Hold“). Die
Analysten der Helaba kommen dabei zu dem Ergebnis, dass sich die
Wechselstrategie seit dem Jahr 1990 für den Dax insgesamt deutlich
gelohnt hätte (siehe Grafik).
Donnerstag, 2. Mai 2013
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