Sonntag, 5. Mai 2013

ETFs - gk. aus dieWelt.de

Starterkit für die Berater

In die gleiche Richtung steuert die Nummer eins Blackrock. In einem "ETF-Starterkit" hält die Gesellschaft nach eigenen Angaben alle Informationen bereit, die in einem Beratungsgespräch mit einem Privatanleger wichtig sind. Dies wird allen Finanzberatern zur Verfügung gestellt. Das Interesse habe gerade bei der Gruppe der unabhängigen Vermögensverwaltern deutlich zugenommen, sagt Sven Württemberger, Leiter des Privatkundenvertriebs von iShares.
Teilweise säßen auf Informationsveranstaltungen doppelt so viele Vermögensverwalter im Publikum wie vor zwei, drei Jahren. Dabei habe er festgestellt, dass es bei der Aufklärung nicht nur um Wissensvermittlung an die Endkunden gehen darf. Auch viele Vermögensverwalter hätten bei dem Thema Indexfonds Defizite. "Wir merken auf den Veranstaltungen, dass die Fragen teilweise Basiswissen betreffen", so Württemberger.
Mit der Aufklärung verbindet sich eine weitere Hoffnung: Wenn die Kunden sich mit ETFs besser auskennen, werden sie auch ihren Berater bei der klassischen Filialbank auf die Produkte ansprechen. "Vereinzelt sehen wir bereits Hausbanken, die aktiv auf uns zukommen und über eine Erweiterung ihres Leistungsangebotes nachdenken", sagt Wüttemberger.
Spruchreif sei noch nichts. So liegt bei Banken das Hauptaugenmerk weiterhin auf Onlinebrokern, deren Kunden – in der Regel Selbstentscheider – schon in der Vergangenheit mit dem Wegfall von Ordergebühren beim ETF-Kauf geködert wurden.
Ungeachtet aller gut gemeinter Bemühungen der Anbieter kommt die entscheidende Rolle bei der künftigen Verbreitung von Indexfonds wohl dem Regulator zu. "Eingriffe beim Provisionsvertrieb werden dem Geschäft mit Privatanleger einen Schub geben", so Kealy von Ernst & Young. In Großbritannien und den Niederlanden gibt es seit diesem Jahr bereits ein weitgehendes Provisionsverbot. Dies würde ETFs auf Augenhöhe mit aktiv gemanagten Fonds und andere Anlageprodukte bringen.
Für den Fall sind sich alle sicher: Werden Provisionen auch im Rest Europas eingeschränkt, ist die Branche auf bestem Weg zu 25 Prozent Privatanlegeranteil.

Keine Kommentare: