Starterkit für die Berater
In die gleiche
Richtung steuert die Nummer eins Blackrock. In einem "ETF-Starterkit"
hält die Gesellschaft nach eigenen Angaben alle Informationen bereit,
die in einem Beratungsgespräch mit einem Privatanleger wichtig sind.
Dies wird allen Finanzberatern zur Verfügung gestellt. Das Interesse
habe gerade bei der Gruppe der unabhängigen Vermögensverwaltern deutlich
zugenommen, sagt Sven Württemberger, Leiter des Privatkundenvertriebs
von iShares.
Teilweise säßen
auf Informationsveranstaltungen doppelt so viele Vermögensverwalter im
Publikum wie vor zwei, drei Jahren. Dabei habe er festgestellt, dass es
bei der Aufklärung nicht nur um Wissensvermittlung an die Endkunden
gehen darf. Auch viele Vermögensverwalter hätten bei dem Thema
Indexfonds Defizite. "Wir merken auf den Veranstaltungen, dass die
Fragen teilweise Basiswissen betreffen", so Württemberger.
Mit der
Aufklärung verbindet sich eine weitere Hoffnung: Wenn die Kunden sich
mit ETFs besser auskennen, werden sie auch ihren Berater bei der
klassischen Filialbank auf die Produkte ansprechen. "Vereinzelt sehen
wir bereits Hausbanken, die aktiv auf uns zukommen und über eine
Erweiterung ihres Leistungsangebotes nachdenken", sagt Wüttemberger.
Spruchreif sei
noch nichts. So liegt bei Banken das Hauptaugenmerk weiterhin auf
Onlinebrokern, deren Kunden – in der Regel Selbstentscheider – schon in
der Vergangenheit mit dem Wegfall von Ordergebühren beim ETF-Kauf
geködert wurden.
Ungeachtet
aller gut gemeinter Bemühungen der Anbieter kommt die entscheidende
Rolle bei der künftigen Verbreitung von Indexfonds wohl dem Regulator
zu. "Eingriffe beim Provisionsvertrieb werden dem Geschäft mit
Privatanleger einen Schub geben", so Kealy von Ernst & Young. In
Großbritannien und den Niederlanden gibt es seit diesem Jahr bereits ein
weitgehendes Provisionsverbot. Dies würde ETFs auf Augenhöhe mit aktiv
gemanagten Fonds und andere Anlageprodukte bringen.
Für den Fall
sind sich alle sicher: Werden Provisionen auch im Rest Europas
eingeschränkt, ist die Branche auf bestem Weg zu 25 Prozent
Privatanlegeranteil.

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