Freitag, 23. Juli 2010

Risiken für den Aufschwung

Die größten Risiken für den deutschen Aufschwung sind nach Meinung der Experten:

* Die Konjunktur in den USA und Asien entwickelt sich nicht so gut wie zuletzt. US-Notenbankchef Ben Bernanke bezeichnete die Aussichten für die weltgrößte Volkswirtschaft als "außergewöhnlich unsicher". Pessimisten schließen sogar einen Rückfall in die Rezession nicht aus angesichts einer hohen Arbeitslosigkeit und anhaltender Probleme am Immobilienmarkt. In China schwächte sich das Wachstum im zweiten Quartal von 11,9 auf 10,3 Prozent ab. Die Regierung erwartet eine "stetige Abschwächung".
* Das Sparpaket der Bundesregierung: Auch beim privaten Konsum spricht wenig für ein kräftiges Wachstum. Zwar fällt die Zahl der Arbeitslosen weiter in Richtung drei Millionen, allerdings steigen die Löhne kaum. Gleichzeitig droht weniger Netto vom Brutto. Ab 2011 steigen zudem die Krankenkassenbeiträge für gesetzlich Versicherte von 14,9 auf 15,5 Prozent.
* Die deutschen Unternehmen investieren trotz des Aufschwungs kaum. Ihre Investitionen in Maschinen, Fahrzeuge und andere Ausrüstungen werden 2010 um nicht einmal ein Prozent steigen, erwartet das Ifo-Institut. "Die Investitionstätigkeit ist damit noch weit davon entfernt, die Rolle als Konjunkturlokomotive zu übernehmen", sagt Ifo-Experte Arno Städtler.
* Die Gefahr einer Kreditklemme ist noch vollständig nicht gebannt. "Das ist jetzt die Ruhe vor dem Sturm", warnt der von der Regierung eingesetzte Kreditmediator Hans-Joachim Metternich. Die Geldhäuser dürften angesichts der zu erwartenden strengeren Eigenkapitalvorschriften und der drohenden Bankenabgabe deutlich zurückhaltender bei der Kreditvergabe werden. Hinzu komme, dass viele Landesbanken derzeit mitten in der Restrukturierung steckten. "Das ist alles nicht gut für die Versorgung der mittelständischen Wirtschaft", sagte Metternich.

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