Samstag, 3. Juli 2010
Ellwanger
Stuttgart (BoerseGo.de) - Arnim Kogge von der Privatbank Ellwanger & Geiger hält es nach dem gestrigen Einbruch des Dax-Index für wichtig, dass der Bereich um 5800 Punkte durch die Bullen verteidigt wird. Auch der Euro Stoxx 50 sowie der Dow Jones befänden sich unmittelbar vor charttechnischen Unterstützungsmarken, so Kogge. Trotz der gestiegenen Nervosität sorge die nahezu unbegrenzte Liquidität durch die Zentralbanken für eine Linderung des Schocks. Dennoch blieben Edelmetalle die Profiteure der Unsicherheit. Insbesondere Silber ziehe nun stärker an und schließe gegenüber Gold auf. Da die großen Konsumenten USA, China und Indien auch weiterhin auf Silber zu setzen scheinen, spreche alles dafür, dass die Rally an den Edelmetallmärkten noch nicht vorbei sei, so Ellwanger & Geiger in einem Marktkommentar.
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3 Kommentare:
Aktuell notiert der August-Future für eine Feinunze Gold an der Terminbörse NYMEX mit einem Plus von 4,6 Dollar bei 1.211,20 Dollar je Feinunze. Am Vortag war das gelbe Edelmetall massiv unter die Räder gekommen. Dabei machte vor allem der kräftige Anstieg des Euro dem gelben Edelmetall zu schaffen. Am Mittwochabend hatte die Ratingagentur Moody´s noch angekündigt hatte, dass man eine Herabstufung der Bonität des EU-Mitglieds Spanien um bis zu zwei Stellen in Betracht ziehe. Die Nachricht über eine erfolgreiche Anleiheemission Spaniens am Donnerstag beflügelte jedoch den Kurs der Europäischen Leitwährung. Aktuell gibt der Euro leicht um 0,20 Prozent auf 1,2494 Dollar nach. Gold hatte in den vergangenen Monaten vor allem von Befürchtungen über eine weitere Ausweitung der Finanzkrise in der EU profitieren können.
Vorsicht bei Zyklikern:
Was macht man als Anleger aus der aktuellen konjunkturellen Lage?
In wirtschaftlichen Abschwüngen sind Aktien riskanter als gemeinhin angenommen wird. Gerade im Produktionsbereich werden wir einen scharfen Geschäftsrückgang sehen. Aus diesen Grund wäre als Anleger vorsichtig mit Wertpapieren zyklischer Unternehmen.
Wer ist ein Zykliker ?
Eine Reihe von Branchen ist relativ unabhängig von Konjunkturschwankungen. Hierzu gehören unter anderem die Versorgungsunternehmen und die Gesundheitsbranche. Die Aktienkurse dieser Unternehmen werden typischerweise im Aufschwung und Boom nur unterproportionale Kursgewinne aufweisen und im Gegenzug im Abschwung weniger Verluste erwirtschaften, als zyklische Aktien. Die betreffenden Branchen werden aus Sicht der Aktienanleger auch als "defensive Branchen" bezeichnet.
Branchen, die starken zyklischen Schwankungen unterliegen sind vor allem Industrieunternehmen und Rohstofferzeuger. Der Handel ist gespalten. Während einige Bereiche des Handels (wie Luxusgüter) als relativ konjunkturunabhängig gelten, ist insbesondere der Großhandel zyklisch. Auch das Bankgeschäft ist teilweise zyklisch. Während hier das Geschäft mit Privatkunden eher konjunkturunabhängig ist, schwankt das Firmenkundengeschäft und von allem das Investment Banking sehr stark. Der Grund hierfür sind zum einen erhöhte Risikokosten durch Firmenpleiten und zum anderen die niedrigen Wertpapierumsätze in Abschwungphasen.
Ob eine Branche zyklisch ist, läßt sich über Korrelationsanalysen zwischen der Veränderung des BIP und den Branchengewinnen oder -kursen historisch ermitteln. Eine hohe Korrelation belegt das zyklische Verhalten der Branche in der Vergangenheit. Das Verhalten der Branchen kann sich jedoch auch ändern. Während die Telekommunikationsunternehmen bis Ende der 80er Jahre typische Versorger waren und kaum zyklisches Verhalten aufwiesen, wechselte der Charakter der Branche in den 90er Jahren hin zu einer hochzyklischen Branche.
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