So werden die Fliehkräfte, die den Euro zu zerreißen drohen, schon bald wieder größer werden. Nicht umsonst warnte der prominente japanische Devisenexperte Eisuke Sakakibara erst davor, dass sich die Europäische Union und ihre Gemeinschaftswährung Euro in einem Zustand der Auflösung befinde. Laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg sieht er den Euro zum Jahresende bis zum Jahresende um zehn Prozent nachgeben. Sakakibara war von 1997 bis 1999 im japanischen Finanzministerium für die Währungspolitik zuständig und wurde in dieser Funktion durch seine zahlreichen Interventionen am Devisenmarkt international unter dem Namen „Mr. Yen“ bekannt.
Auch die Währungsstrategen der US-Bank Morgan Stanley halten die jetzige Erholung des Euro für eine kurzlebige Scheinblüte. Der Bankenstresstest werde anders als derzeit weithin erwartet eher zu Enttäuschungen führen. Und wer jetzt die Wachstumsrisiken jenseits des Atlantiks sehe, werde erkennen müssen: Alles, was Amerika an Konjunkturschwäche drohe, werde Europa noch viel schlimmer treffen. Der Grund sind die Sparprogramme vieler europäischer Regierungen. Die US-Regierung hat dagegen noch die Spendierhosen an. Die Wall-Street-Banker raten ihren Kunden, noch offensivere Verkaufspositionen zum Europa-Geld einzugehen. Ihr Kursziel lautet 1,18 Dollar zum Jahresende, rund zehn Prozent weniger als aktuell.
Noch aggressiver positioniert sich Devisenexperte Hans-Günter Redeker von der BNP Paribas: Er sieht den Euro bis Frühjahr 2011 auf 0,97 Dollar zurückfallen und hält den jetzigen Kursaufschwung für die letzte gute Gelegenheit, sich zu guten Preisen von der Gemeinschaftswährung zu trennen.
Samstag, 17. Juli 2010
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