Schwer zu erkennen sind jedoch derartige Vorteile im Hinblick auf die massive Fehlallokation von Ressourcen im Immobilienbereich. Millionen von US-Familien hat die Hypothekenkrise dazu gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. Mancherorts ist die Regierung eingesprungen, anderswo greift die Plage weiter um sich. Natürlich nutzte die Immobilienblase kurzfristig manchen Amerikanern, die für eine Weile das Leben in einem größeren Heim genossen, als sie es sich sonst hätten leisten können. Aber zu welchem Preis. Millionen verlieren mit ihren Häusern zugleich ihre Lebensersparnisse. Und die Zwangsversteigerungen haben zu einer weltweiten Abschwung geführt. Über die weiteren Aussichten herrscht zunehmend Einigkeit: Dieser Abschwung wird anhalten und er wird weite Kreise ziehen.
Ebenso wenig haben uns die Märkte auf rasant steigende Öl- und Lebensmittelpreise vorbereitet. Natürlich ist keiner dieser Sektoren ein Beispiel für freie Marktwirtschaft, aber genau das ist Teil des Problems: Die Rhetorik vom freien Markt wird selektiv angewandt - hervorgehoben, wenn sie speziellen Interessen dient, und verworfen, wenn dies nicht der Fall ist.
Die Mischung aus rhetorischem Einsatz für freie Märkte bei gleichzeitigen staatlichen Interventionen hat sich besonders für die Entwicklungsländer negativ ausgewirkt. Ihnen legte man nahe, Interventionen im Bereich Landwirtschaft zu unterlassen. Dadurch wurden die Bauern dieser Länder der verheerenden Konkurrenz der USA und Europas ausgesetzt. Sie wären in der Lage gewesen, im Wettbewerb mit amerikanischen und europäischen Landwirten zu bestehen - aber nicht im Wettbewerb mit den Subventionen in den USA und der EU. So verwundert es nicht, dass die Agrarinvestitionen in den Entwicklungsländern zurückgingen und sich die Nahrungsmittellücke vergrößerte.
Freitag, 8. August 2008
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