Auch wenn es sich alle wünschen: Es ist klar, dass die Krise nicht an der Weltkonjunktur vorübergeht. Auch nicht an der deutschen. Der fallende Ölpreis ist das erste Zeichen, dass die Wirtschaft bereits lahmt. In der Folge werden auch die Unternehmensgewinne schrumpfen. Zudem glauben viele, dass der Rückgang bei den Rohstoffpreisen nur eine kurze Korrektur ist. Auf Dauer werden Öl und Energie immer teurer. Das belastet die Wirtschaft dann weiter. Kai Carstensen, Leiter der Konjunkturabteilung des Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo, drückt es bewusst nicht mit der Greenspan-Dramatik aus, prognostiziert aber: „Deutschland steht ein größerer Abschwung bevor.“ Die Auslandsaufträge brechen bereits weg.
Dass die Börsen trotzdem so ruhig bleiben, macht Experten daher eher nachdenklich: „Wenn das, was die Leute machen, und die Fundamentaldaten nicht zusammenpassen, dann läuft da etwas schief“, befürchtet Kapitalmarktanalyst Goldberg, „an der These der Jahrhundertkrise ist schon was dran. Aber noch überlagert die Psychologie viele Fakten.“ Fundamentalanalyst Mattern kann das sogar in Zahlen ausdrücken: Er hat aus vielen Indikatoren einen „Panikindex“ errechnet und ermittelt: Immer wenn an der Börse die Gelassenheit groß war, folgte bald ein heftiger Kurssturz. Was heute schon billig ist, könnte also morgen noch viel billiger sein.
Dienstag, 12. August 2008
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