Vor allem ein Sektor boomt derzeit - die Technologiebranche. Ein Unternehmen nach dem anderen legt hervorragende Zahlen vor. Nur scheint das die Anleger nicht zu interessieren, die US-Technologiebörse Nasdaq liegt seit Jahresbeginn mit drei Prozent im Minus. Einige der großen Player hat es besonders stark erwischt: Intel Chart zeigen minus sechs Prozent, Dell Chart zeigen minus 15 Prozent, Microsoft Chart zeigen minus 20 Prozent.
Experten sehen darin schon eine große Chance: Denn mittlerweile ist so manche Tech- Aktie aus den USA extrem günstig bewertet - "auch im historischen Vergleich", sagt Knut Woller, Technologie- und Software-Analyst bei Unicredit in München.
Dies belegt ein Blick auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Es beschreibt die Attraktivität einer Aktie: Je größer das KGV, desto teurer ist eine Aktie, je niedriger, desto preiswerter ist sie zu haben. Im langjährigen Schnitt liegt das KGV der großen US-Technologiekonzerne bei einem Wert von 15, gegenwärtig beläuft es sich auf rund 13. Bei den hoch kapitalisierten Flaggschiffen der Branche ist der Wert zum Teil noch geringer.
Mit anderen Worten: Amerikanische Technologieaktien sind zurzeit extrem billig zu haben.
"Größere Gewinne als vor der Krise"
Beispiel Oracle: "Das Unternehmen notierte im Januar bei einem KGV von rund 15, bei Microsoft waren es sogar rund 16. Die aktuellen Werte liegen deutlich darunter", rechnet Woller vor - nämlich zwischen 11 und 12. Hewlett-Packard, Intel oder Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) werden in diesen Tagen gar mit einem Schnäppchen-KGV von 10 taxiert, obwohl alle drei Nasdaq-Schwergewichte gerade erst Quartalszahlen vorgelegt haben, die über den Markterwartungen lagen. Außerdem haben die Unternehmen ihre Prognose für das laufende Jahr angehoben.
Warum also goutiert die Börse dies nicht? Nicht nur Woller wundert sich über das Paradoxon. "Das aktuelle Kursniveau reflektiert die Gewinnentwicklung nicht", erklärt etwa Branchenkollege Markus Golinksi. "Vor allem wenn man bedenkt, dass Technologiewerte als frühzyklischer Indikator eine wirtschaftliche Erholung vorwegnehmen." Hinzu komme, dass die Unternehmen in der Krise ihre Hausaufgaben gemacht und die Kosten massiv gesenkt hätten, nun würden sie Rekordmargen einfahren. "Die heutigen Gewinne sind zum Großteil höher als vor der Krise", rechnet Golinski vor, der Leiter des European Technology Research bei Allianz Global Investors ist.
Mittwoch, 18. August 2010
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