Eine zunächst pessimistische Einschätzung der Aktienmärkte haben die Strategen der Unicredit. „Wir halten es für sehr riskant, bereits bei Beginn der Abschwächung zahlreicher Frühindikatoren schon auf einen positiven Ausgang der Sache zu setzen“, sagt Tammo Greetfeld, Aktienstratege der Unicredit. „Wir raten daher zur Vorsicht und zum Untergewichten von Aktien bis die kommenden Wirtschaftsdaten größere Klarheit bringen, wohin die Reise geht.“
Die Unicredit sieht daher an den Anleihemärkten für die Anleger eher Renditepotenzial. „Kurzfristige Anleihen aus Griechenland, sowie länger laufende Titel aus Spanien, Italien und Irland haben aus unserer Sicht ein gutes Chance-Risiko-Profil“, sagt Christian Weber, Anleihestratege der Unicredit. Ebenso böten Anleihen von Unternehmen schlechterer Bonität noch ansehnliche Renditechancen. „Hier sollten Anleger jedoch zur Risikostreuung am besten in Fonds für High-Yield-Anleihen investieren“, sagt Weber.
Von Staatsanleihen wird eher abgeraten
Ausgewählte Unternehmensanleihen hält auch Eberhard Weinberger, Anlagestratege von DJE Kapital für kaufenswert, wenn der Anleger von der Unternehmensführung überzeugt ist und die Zahlungsströme überschaubar sind. Ansonsten rät er wie fast alle Beobachter von Staatsanleihen aus Deutschland und Amerika eher ab. „Die Kurse wurden hier möglicherweise künstlich durch die Notenbankpolitik hochgetrieben. Die Rendite ist dadurch niedrig bei steigenden Risiken“, sagt Weinberger.
Für ihn bieten sich am Aktienmarkt noch am ehesten Chancen. „Die Anleger müssen jedoch streng selektieren: Dividendenstarke Titel aus saturierten Branchen wie Pharma, Versorger und Telekom halten wir für interessant, ebenso wie dividendenstarke chinesische Werte, die von der Binnenkonjunktur in China profitieren.“ Auch sieht Weinberger für Gold ein überdurchschnittliches Chance-Risiko-Verhältnis: „In einer Niedrigzinsphase entgehen dem Anleger hier kaum Zinsen und in den meisten Depots ist Gold als Geldanlage einfach noch völlig unterrepräsentiert.“
Ungelöste Probleme in zahlreichen Volkswirtschaften
Vermögensverwalter Georg Thilenius sieht die Aktienmärkte angesichts der ungelösten Probleme in zahlreichen Volkswirtschaften zwar nicht vor einem rasanten Anstieg, hat jedoch gleichwohl einige aus seiner Sicht attraktive Aktien ausgemacht. So seien die Kurse der RWE- und Eon-Titel zuletzt deutlich gefallen und die Dividendenrendite hoch.
Ebenso hält er Total und Telefonica für attraktiv. „Die Telefonica macht den Großteil ihres Geschäfts in Südamerika und hat daher im Gegensatz zu einer Deutschen Telekom oder France Telecom nicht mit einem schrumpfenden Geschäft und Substanzverlusten zu kämpfen und bietet zudem eine Dividendenrendite von mehr als 9 Prozent“, sagt Thilenius. Für kaufenswert hält er zudem die Aktien von British American Tobacco und dem dänischen Weltmarktführer in der Insulinherstellung Novo Nordisk.
Samstag, 28. August 2010
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