Montag, 10. Mai 2010

Streuung

Doch was, wenn am Ende gar nichts passiert? Dann steht der Anleger mit einer großen Wohnung da. „Man ist dann erst mal immobil, und dann ist wichtig, dass nicht zu viel von meinem Vermögen darin steckt“, sagt Vermögensverwalter Albrech. Deshalb empfiehlt er, höchstens ein Drittel des Gesamtvermögens in Immobilien zu stecken. Für offene Immobilienfonds setzt er die Grenze noch niedriger an, nämlich bei zehn Prozent, weil denen demnächst eine Gesetzesänderung droht und Anleger danach ihr Geld möglicherweise jahrelang in den Fonds lassen müssen. Auch Gold gehört für Albrech ins Portfolio, ergänzt allerdings um andere Edelmetalle. „Man sollte auch Silber und Platin kaufen. Die stehen in engerer Beziehung zu ihrem eigenen Wert“, sagt Albrech. Insgesamt sieht er für die Edelmetalle 10 bis 20 Prozent des Vermögens vor, dazu kommen 10 Prozent an anderen Rohstoffen.

Zusätzliche Stabilität bringen „Absolute Return“-Fonds, also Hedge-Fonds oder ähnliche Fonds. Zwar haben Hedge-Fonds nach wie vor keinen guten Ruf, viele haben sie als Mitverursacher der Finanzkrise im Kopf. Tatsächlich hatte die Finanzkrise aber mit Hedge-Fonds wenig zu tun, sie haben sie nicht verursacht, sondern höchstens die Trends verstärkt. Und für ihre Anleger lieferten sie bessere Ergebnisse als die meisten anderen Fonds. Hedge-Fonds-Kenner sind sich einig: Wer investiert, tut das am besten über einen Dachfonds, um nicht den Schwankungen einzelner Fonds ausgeliefert zu sein.

Übrig bleibt rund ein Drittel des Geldes, das Albrech gleichmäßig zwischen Aktien und Anleihen aufteilen würde. Aktien gewinnen in Zeiten einer Inflation, Anleihen sind dagegen gut für Zeiten der Wirtschaftskrise. Für den Fall, dass der Euro schwächelt, sollten die Aktien und Anleihen allerdings zum Teil aus anderen Ländern stammen - dann profitieren Anleger auch von Kursschwankungen. Als solide gilt derzeit Norwegen, das viel Öl und wenig Schulden hat.

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