Dienstag, 25. Mai 2010

Profittieren von schwachen Euro

Die einfachste Art, um von der Aufwertung von Dollar, Lira oder Real und der Abwertung des Euro zu profitieren, sind Währungskonten sowie Zinszertifikate und nicht zuletzt Staatsanleihen in Fremdwährung. Allen Anlagen gemeinsam ist, dass sich neben dem Zins auch der Wechselkurs auf die Rendite auswirkt. Wird der Euro weiter billiger, steigt sie. Verteuert sich die Gemeinschaftswährung, frisst der Wechselkurs erst den Zinsertrag und kann sogar am investierten Kapital nagen.

Währungskonto als Einstieg

Ein Währungskonto ist nichts anderes als ein Tagesgeldkonto in Fremdwährung, das jederzeit wieder aufgelöst werden kann. Angenommen, ein Anleger investierte Anfang Dezember 100 Euro, so bekam er dafür 229 türkische Lira. Anfang Mai erhielt er beim Rücktausch seiner 229 Lira bereits 116 Euro plus die in diesem Zeitraum angefallenen Zinsen. Da lassen sich auch die Kosten von jeweils einem Prozent bei Kauf und Verkauf verschmerzen. Einziger Wermutstropfen: Für viele Banken und Sparkassen sind Währungskonten ein Fremdwort. Einige Direktbanken bieten sie allerdings an.

Wie beim Währungskonto beeinflussen auch bei einem Zinszertifikat Zins und Wechselkurs zwischen Euro und der Fremdwährung den Ertrag. Im günstigsten Fall addieren sich bei dieser Konstruktion Zins und Wechselkurs. Die Kosten für Zinszertifikate sind mit deutlich unter einem Prozent akzeptabel. Eines sollte der Käufer indes immer im Hinterkopf haben: Zertifikate sind Inhaberschuldverschreibungen – bei einer Pleite des Emittenten ist auch das Papier nichts mehr wert. Vorteil: Mit Zinszertifikaten können Anleger fast jede Währungspaarung durchspielen – zum Beispiel Euro/Lira, Euro/Rubel und Euro/Real. Und diese Papiere werden täglich an der Börse gehandelt.

Zehn Prozent Rendite sind drin

„Im Grunde kann man fast alles kaufen, was in Fremdwährung abgerechnet wird – das gilt für Rohstoffe ebenso wie für Anleihen“, fasst RBS-Finanzprofi Bagci zusammen. Mit Fremdwährungsanleihen sind deutlich höhere Renditen drin als mit Papieren von Bund oder Ländern in Euro. So rentiert sich beispielsweise eine Anleihe in Real der European Investment Bank mit Aaa-Rating (Moody’s), die in zweieinhalb Jahren fällig wird, mit annähernd zehn Prozent. Wenn der brasilianische Real gegenüber dem Euro weiter an Wert gewinnt, sind es sogar mehr als diese zehn Prozent.

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