Freitag, 5. Oktober 2012

Bernanke prints dollars - consequences ? - aus NZZ

Zuerst zu den einfacheren Situationen. Gold dürfte in diesem Umfeld weiter zulegen, zumal die Aussagen der Notenbank klar darauf ausgerichtet sind, dass sie mehr Geld drucken wird, falls die Arbeitslosigkeit nicht abnimmt. In Wall-Street-Kreisen erwartet hier niemand einen schnellen Rückgang. Problematisch sei dabei vor allem die Tatsache, dass die Geldpolitik kaum etwas an der strukturellen Langzeitarbeitslosigkeit der USA ändern kann. Das Land ist in vielen Bereichen bereits wieder gesund und am Wachsen. Diejenigen Sektoren, die immer noch hinterherhinken, wie etwa Teile der Industrie oder der Bauwirtschaft, werden sich auch mit weiteren Geschenken aus der Gelddruckerei kaum verbessern. Insofern ist mit einer weiteren, möglicherweise massiven Expansion der Bilanz des Fed zu rechnen, was traditionell zu einem höheren Goldpreis führt. Bremswirkung des Ölpreises Etwas komplizierter ist die Lage bei anderen Rohwaren wie etwa Kupfer, Eisenerz oder Erdöl. Hier fragen sich die Auguren, ob die Gelddruckerei Bernankes wirklich viel Einfluss haben kann. Der Ölpreis ist bereits über 100 $ je Fass, und ein weiterer Anstieg wird laut Beobachtern ohne Zweifel zu einem allgemeinen Nachfragerückgang in den USA führen. Die Konsumenten hierzulande sind bereits am Anschlag, was den Benzinpreis betrifft. Auch die Fliegerei könnte durch höhere Treibstoffzuschläge beeinträchtigt werden. Transportgesellschaften wie UPS, Fedex oder lokale Lastwagentransporteure wie CH Robinson warnen schon länger vor zu hohen Treibstoffpreisen. Den Industrieunternehmen der USA sendet die Geldpolitik der Notenbank ebenfalls kein klares Signal aus. Während der Maschinenhersteller Caterpillar schon länger an Bernanke appelliert hat, mehr Geld zu drucken, geben sich andere Grossindustrielle wie Dupont, 3M oder John Deere skeptischer. Hier wird der Geldsegen kritischer betrachtet, zumal die Unternehmen dadurch mittelfristig auch mehr Konkurrenz erwarten.

Montag, 17. September 2012

Buffet's Portfolio

Coca Cola Anzahl der Aktien: 200 Millionen Anteil am gesamten Unternehmen: 8,73 Prozent Anteil in Buffetts Portfolio: 21,6 Prozent Wells Fargo American Express Procter & Gamble Kraft Foods Wal Mart Wesco Financial Conoco Phillips US Bancorp Johnson & Johnson

Samstag, 1. September 2012

MÄRKTE USA/Bernanke treibt Gold, Öl und Aktien

Fed-Chairman Ben Bernanke hat am Freitag die Aktienkurse an Wall Street nach oben gebracht. Seine mit Spannung erwartete Rede in Jackson Hole wurde als Fingerzeig in Richtung weiterer geldpolitischer Lockerungen gesehen. Neben Aktien stiegen auch US-Anleihen und der Ölpreis. Gold legte um 1,8 Prozent zu, schloss bei 1.687,60 Dollar je Feinunze und erklomm damit ein Fünf-Monatshoch. Das Edelmetall reagiert besonders sensibel auf geldpolitische Lockerungen der US-Notenbank. Im August hat der Preis für Gold damit 4,5 Prozent gewonnen. Der Dow-Jones-Index gewann 0,7 Prozent auf 13.091. Der S&P-500 stieg um 0,5 Prozent auf 1.407 Stellen. Der Nasdaq-Composite legte um 0,6 Prozent zu auf 3.067 Zähler. Das Umsatzvolumen stieg auf 0,75 (Donnerstag: 0,51) Milliarden Stück. Den 2.076 (852) Kursgewinnern standen 879 (2.113) -verlierer gegenüber, während 147 (127) Titel unverändert schlossen. Am Montag bleiben die Börsen wegen des Labor Day geschlossen. Bernanke äußerte sich eigentlich eher zurückhaltend und sagte lediglich, die Notenbank erwäge Schritte zur Hebung der Wirtschaft. Zunächst reagierten die Teilnehmer mit Enttäuschung, später setzte sich dann eine andere Lesart durch. Die Konjunkturdaten des Tages taten ihr Übriges, denn sowohl der Auftragseingang im Juli als auch der Index der Uni Michigan im August fielen besser aus als erwartet. Ein Störfeuer kam hingegen von der Ratingagentur Standard & Poor's, die die spanische Region Katalonien auf Ramschniveau gesenkt hat. aus FAZ

Sonntag, 29. Juli 2012

Raus aus dem Euro-Raum

http://www.welt.de/finanzen/geldanlage/article108406611/So-fluechten-Sie-aus-dem-Euro-Raum.html

Freitag, 29. Juni 2012

Klein schlägt Gross

Ein Blick auf die Liste der größten M-Dax-Gewinner zeigt auch, dass gerade die Kurserholung einzelner Aktien den Index so beflügelt hat. „Die Aktie der Wohnungsgesellschaft Gagfah profitiert nun davon, dass sie einen Prozess gegen die Stadt Dresden gewonnen hat“, sagt Schlienkamp. Das Übernahmeinteresse des Gesundheitskonzerns Fresenius wiederum habe den Kurs des Klinikbetreibers Rhön-Klinikum beflügelt. Fondsmanager empfiehlt EADS und MTU Doch das Jahr ist noch nicht zu Ende. „Da der Aktienmarkt aktuell sehr von den übergreifenden, großen Themen getrieben wird, ist das Umfeld für kleine und größere Gesellschaften gleichermaßen schwierig“, sagt Hackenberg, der den Uni Deutschland XS verwaltet. An der Börse seien beide derzeit ähnlich bewertet. Fraglich sei, inwieweit manche Unternehmen oder Analysten gerade zum Halbjahr die Gewinnprognosen zurücknähmen, denen die Bewertungen zugrundeliegen, da sich die wirtschaftlichen Aussichten verschlechtert hätten. Mittelfristig setzt Hansen weiterhin auf eine bessere Entwicklung der Nebenwerte. Kurzfristig könnten sie aber stärker unter Druck geraten, auch weil sie so deutlich zugelegt hätten. Optimistisch macht ihn, dass die Unternehmen so viel verdienten wie nie zuvor. Die Verschuldung sei zudem historisch tief. Daher seien die Unternehmen gerüstet, um Krisenszenarien gut abwehren zu können. Interessant sind seiner Ansicht nach M-Dax-Werte aus der Luftfahrtindustrie wie EADS und MTU, die über langfristige Orderbücher verfügten. Auch an baunahen Servicegesellschaften wie Bilfinger Berger schätzt Hansen die langfristigen Verträge und das stabile Geschäft: „Und dann gibt es auch immer wieder einzigartige, solide Erfolgsgeschichten wie Hugo Boss, Fuchs Petrolub und Brenntag, die den Appeal des M-Dax ausmachen.“ Laut Schlienkamp kommt es nun mehr denn je auf die sorgfältige Analyse der Einzeltitel an, wie des Exposure der Unternehmen in Südeuropa. Interessant findet er die Bekleidungskonzerne Hugo Boss, Gerry Weber und Tom Tailor. Sie hätten ihre Geschäftsmodelle mit Erfolg verändert, Kosten gesenkt und die Margen erhöht. Die Optikerkette Fielmann gehört ebenfalls zu seinen Empfehlungen, da die Bilanzstruktur des Marktführers solide und der Mittelzufluss stabil sei. Quelle: F.A.Z.

Freitag, 8. Juni 2012

Sichere Häfen

Für Anleger heißt das, sichere Häfen anzusteuern. Hier bieten sich Investments in physisches Gold sowie global agierende Konzerne wie Nestlé, Petrobas, BP oder Siemens an.

Freitag, 11. Mai 2012

Gold fällt - ncht für immer - in 6 Mo 1840 $ lt Goldmann-S.

Für Goldkäufer ist der Preisrückgang ein herber Rückschlag, denn das Metall wirft keine Zinsen ab. Die Anleger setzen nur darauf, dass die Preise zulegen. Die Aussicht auf eine höhere Inflation durch die Geldschwemme der Notenbanken, die Euro-Krise, niedrige Realzinsen sowie eine wachsende Goldnachfrage in Ländern wie China - das sind stets die Argumente der Goldfreunde. Bisher hatten die Investoren gute Geschäfte machen können, zumal der Goldpreis bereits seit elf Jahren in Folge klettert. Auch dieses Jahr hatte sich Gold um 14 Prozent verteuert, bevor die Preise ab März sanken. Nun hat Gold nur noch ein Plus von 0,4 Prozent seit Anfang des Jahres zu bieten. Anleger halten Bargeld Es sind allen voran die Anleger an den Terminmärkten, die Gold verkaufen. Mit den ebenfalls stark sinkenden Ölpreisen nimmt auch die Inflationsfurcht ab, damit ist Gold also weniger gefragt. Hinzu kommt, dass wegen der Unsicherheiten bezüglich Griechenland der Euro gegenüber dem Dollar unter Druck steht. Gewinnt der Dollar, werden Goldkäufe in Dollar für Anleger aus dem Euroraum weniger attraktiv. Überhaupt setzen derzeit viele Anleger darauf, Bargeld zu halten, sie ziehen sich aus riskanten Anlageformen wie den Rohstoffen zurück. Im Verhältnis etwa zum Aktienmarkt schwanken die Rohstoffpreise in der Regel deutlich mehr und sind daher risikoreicher. Auffällig ist, dass die Investoren, die mit Gold hinterlegte börsennotierte Indexprodukte (Exchange Traded Products, ETP) kaufen, ihre Bestände nicht im großen Stil auflösen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg liegen diese ETP-Bestände mit 2383 Tonnen Gold lediglich 1,1 Prozent unter dem Rekordstand vom 13. März. Nicht nur die Analysten der Commerzbank prognostizieren langfristig steigende Goldpreise, „weil wir davon ausgehen, dass die Politik eine höhere Inflation zulassen wird“. Auch laut der amerikanischen Bank Goldman Sachs sollte der Goldpreis innerhalb von sechs Monaten auf 1840 Dollar steigen, weil weitere geldpolitische Lockerungen in den Vereinigten Staaten anstünden. Quelle: F.A.Z.

Sonntag, 29. April 2012

Stieglitz - PROFIL.at

profil: Halten Sie den Euro-Crash für realistisch? Stiglitz: Das ist eine sehr realistische Möglichkeit. Ich hoffe zwar nicht, dass das passiert. Aber ­Europa muss dringend die politischen Rahmenbedingungen für Wachstum schaffen. Es ist schwer vorstellbar, wie Demokratien wie Spanien mit einer Jugendarbeitslosigkeit von rund 50 Prozent und einer Gesamtarbeitslosigkeit von 23 Prozent über Jahre hinweg weitermachen sollen, ohne Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Irgendwann erkennen die Menschen, dass sie vollkommen sinnlos unter diesen Sparprogrammen zu leiden haben. profil: Sie haben mehrfach Ihre Sympathien für Protestbewegungen wie „Occupy Wall Street“ oder die spanischen „Indignados“ bekundet. Werden sich diese in Zukunft radikalisieren? Stiglitz: Das wäre nicht überraschend. Das Erstaunliche an den Indignados ist ja, dass sie in Wahrheit sehr moderat waren. Sie haben kons­truktive Gespräche geführt und überlegt, wie man das System verändern kann. Protestbewegungen reflektieren immer Enttäuschung über das politische System. Trotzdem sind sowohl Occupy Wall Street als auch die Indignados offenbar überzeugt, dass sie die Politik noch motivieren können, ihre Anliegen ernst zu nehmen. profil: Der Finanzmarkt ist in heller Aufregung, weil in Frankreich mit François Hollande ein Sozialist die Präsidentschaftswahlen gewinnen könnte. Wer hat nun den größten Einfluss – sind es Protestbewegungen, die Politik oder doch die so genannten Märkte? Stiglitz: Den Märkten wird manchmal zu viel Aufmerksamkeit geschenkt. Sie sind kein Quell der Weisheit. Tatsächlich ist der Finanzmarkt von Natur aus kurzsichtig. Für den Finanzmarkt sind Quartalsergebnisse schon etwas Langfristiges. Das ist mit den Interessen einer Gesellschaft nicht vereinbar. profil: Aber der Einfluss des Finanzmarkts auf die Politik ist evident. Silvio Berlusconi konnte in Italien von einem Skandal in den nächsten schlittern – zurücktreten musste er erst, als das Kreditrating Italiens unter Druck kam. Stiglitz: Die Ratingagenturen haben zweifellos großen Einfluss. Eigentlich überraschend, wenn man bedenkt, wie schlecht sie sich vor und während der Krise geschlagen haben. Standard & Poor’s hat beispielsweise das Rating der USA abgestuft. Dabei ist der Gedanke, die USA könnten ihre Schulden nicht zahlen, absurd! Wir zahlen unsere Schulden doch in Dollar – und kontrollieren die Gelddruckmaschinen. Wenn sie europäischen Ländern mit hohen Schulden ein Problem attestieren, ist das eine Sache. Aber Griechenland kontrolliert die Gelddruckmaschinen nicht, wir schon. profil: Im Fall Griechenlands haben viele den Kreditausfall gefürchtet. Als das Land zahlungsunfähig war, ist eigentlich nichts passiert. Wie viele Kreditausfälle kann sich Europa noch leisten, ohne dass etwas passiert? Stiglitz: Der Finanzmarkt operiert oft mit Angst. Er sagt: Wenn du nicht tust, was ich will, dann ist es das Ende der Welt. Das stellt sich regelmäßig als unrichtig heraus. Aber im Moment der Krise reagieren die Menschen auf Angst, und der Finanzmarkt weiß das. profil: Also alles nur Panikmache? Stiglitz: Erinnern Sie sich, wie wütend die Märkte über Argentinien waren. Dort haben sie für den Fall des Staatsbankrotts auch das Ende der Welt vorhergesagt. Und was ist passiert – nach der Pleite gab es wieder Wirtschaftswachstum. Und Russland konnte seine Schulden auch nicht mehr bedienen – trotzdem war es zwei Jahre später zurück. Für den Finanzmarkt sind das höchst unangenehme Ereignisse. Deswegen benutzt er diese Abschreckungstaktik. profil: Sie haben zuletzt die Sparpolitik Europas kritisiert. Was ist die Alternative? Griechenland müsste für Konjunkturprogramme weitere Schulden aufnehmen, das würde wieder zu einem schlechteren Rating und zu höheren Refinanzierungskosten führen. Stiglitz: Nur diejenigen Länder, die noch Budgetspielraum haben, sollten mehr Geld ausgeben. Griechenland kann sich kein Geld mehr borgen. Den Griechen sind die Hände gebunden. Sie sind davon abhängig, dass beispielsweise die Europäische Investmentbank dort investiert. Und sie müssen darauf hoffen, dass das Wachstum in Deutschland sich auch auf Griechenland auswirkt. profil: Wie definieren Sie budgetären Spielraum? Wie viel Schulden kann sich ein Staat leisten? Stiglitz: Es gibt keine klare Schuldengrenze. Die USA hatten nach dem Zweiten Weltkrieg einen hohen Verschuldungsgrad, aber das war überhaupt kein Problem. Die entscheidende Frage ist: Was macht man mit dem Geld? Wenn man Geld aufnimmt, um zu investieren, stärkt das die Wirtschaft. Wenn man das Geld dazu benutzt, Kriege zu führen oder um auf Urlaub zu fahren, stärkt das die Wirtschaft nicht. profil: Die von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy forcierte Schuldenbremse ist also der völlig falsche Weg? Stiglitz: Ja, absolut. Was europäische Politiker entwickelt haben, ist ein Rezept dafür, den Euro umzubringen. Mit seinem Sparkurs begeht Europa Selbstmord. Die Reihenfolge ist falsch: Zuerst muss Wachstum kommen und dann Defizitabbau. Austerität wird nicht funktionieren. Es gibt kein einziges Beispiel, wo eine große Volkswirtschaft mit Sparprogrammen Erfolg hatte. Verschuldung an sich bringt Budgets nicht aus dem Gleichgewicht, die Ursache ist das fehlende Wachstum. Das heißt: Das Wichtigste ist, Wachstum zu erzeugen. profil: Würden Sie zustimmen, dass die Rettung der Banken das Einzige war, was beim Krisenmanagement wirklich funktionierte? Stiglitz: Natürlich hätte man die Banken retten sollen, aber nicht auch noch die Aktionäre. Also war auch das nicht besonders gelungen. Das Einzige, was Amerika aus meiner Sicht richtig gemacht hat, war der Stimulus. Der große Fehler dabei war, dass man in Bezug auf die Wirtschaft überoptimistisch war und die Konjunkturprogramme zu früh aussetzte. Immerhin hat man die Arbeitslosigkeit niedriger gehalten, als es sonst der Fall gewesen wäre. profil: Analysten der Ratingagentur Moody’s sind kürzlich zum Schluss gekommen, die Rezession sei vorbei. Teilen Sie diese optimistische Sichtweise? Stiglitz: Es ist doch offensichtlich, dass Europa mitten in einer Double-Dip-Rezession steckt. Wie kann man da sagen, es wäre alles vorbei? Und das Vermächtnis von 2008 ist in Form hoher Verschuldung immer noch da. Daher gibt es wenig Spielraum, um gegenzusteuern, wie das noch 2008 gegangen ist. Die Periode von 1929 bis zum Zweiten Weltkrieg ist erst im Nachhinein von Historikern als die „große Depression“ bezeichnet worden. Aber während der großen Depression selbst gab es auch ein Auf und Ab. Jetzt sind wir in derselben Situation. In 30 Jahren werden die Historiker auch von einer großen Depression ab 2008 sprechen. Und sie werden sagen, dass es immer wieder grüne Triebe gab, die dann aber braun geworden sind. Vielleicht sehen wir jetzt so einen grünen Trieb. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass jetzt schon alles vorbei ist, liegt bei null. profil: Die große Depression endete mit dem Zweiten Weltkrieg. Wann endet die jetzige große Depression? Stiglitz: Das kann niemand seriös sagen. Wir wissen nur, dass wir seit 2008 mitten in einer großen Depression stecken. Deswegen ist es ja so spannend. Wir wissen nicht, ob wir im ersten Viertel stehen oder schon zur Hälfte durch sind. Wenn ich eine Wette abgeben müsste, würde ich sagen: Die Eurokrise wird sich verschlimmern. Und das wird ein neues Kapitel in der jetzigen großen Depression. profil: Dabei sind noch nicht einmal die ersten Kapitel zur Gänze bewältigt. Es gibt noch immer zu viele Banken, die „too big to fail“ sind. Stiglitz: Fraglos. Die Probleme des Finanzsektors und der Finanzmärkte sind nicht gelöst. Das bedeutet ein signifikantes ­Risiko für eine erneute Finanzkrise. Griechenland war zu klein, aber wenn Spanien oder Italien ein Problem haben, könnte das Beben auf den Märkten dramatisch sein. profil: Viele Politiker haben die Regulierung der Finanzmärkte versprochen. Warum ist nichts passiert? Stiglitz: Das ist leicht zu erklären: weil die Banken politisch sehr mächtig sind und viel Geld mit intransparenten Produkten und hohem Risiko verdienen. Daher haben die Banken allen Grund dazu, intensiv gegen die Regulierung zu lobbyieren. Und viele Unternehmen unterstützen sie dabei, weil die Banken Druck auf sie ausüben. profil: Sollen CDS und andere Produkte, die nichts mit der Realwirtschaft zu tun haben und die kaum jemand wirklich versteht, verboten werden? Stiglitz: Es gibt sehr gute Argumente dafür, Leerverkäufe strikt zu limitieren. Sie stellen ein systemisches Risiko dar. Das wissen wir schon sehr lange: Ich weiß nicht, in welchem Jahrhundert das war, aber vor langer Zeit kauften Menschen Versicherungen für Schiffe, hielten aber an den Schiffen selbst keine Anteile. Mysteriöserweise verschwanden diese Schiffe sehr oft – weil die Versicherungsbesitzer daran ein Interesse hatten. Das ist ein klassischer Moral Hazard: Wenn eine Bank mit CDS darauf wettet, dass ein Unternehmen bankrottgeht, ist die moralische Versuchung sehr groß, am Untergang des Unternehmens mitzuwirken. Das macht die Finanzmärkte so zerstörerisch. profil: Wäre es ein Problem, wenn die Finanzwirtschaft auf das Wesentliche wie Aktien, Anleihen und Kredite reduziert würde? Stiglitz: CDS und Co können für das Risikomanagement nützlich sein – aber auch das Risiko steigern. Der Finanzsektor ist aus der Balance geraten, Zocken und Hasardieren dominieren über das Risikomanagement. Diesen Missbrauch müssen wir stoppen. Und der Finanzsektor ist zu aufgebläht: Wenn 40 Prozent der Unternehmensgewinne in den USA aus dem Finanzsektor kommen, dann läuft etwas falsch. Banken sollten sich wieder darauf konzentrieren, Banken zu sein und keine Wettbüros. profil: Eine Ihrer Theorien lautet, dass ­Finanzmärkte sich nicht selbst stabilisieren können. Aber zeigt die Krise auch, dass der Kapitalismus gescheitert ist? Stiglitz: Die Krise lehrt ganz deutlich: Die Märkte haben versagt. Und auch die amerikanische Variante des Kapitalismus hat versagt, weil sie extreme Ungleichheit produziert hat. Das Wachstum in den USA war derart ungleich verteilt, dass es der Mehrheit der Amerikaner – vor der Krise, wohlgemerkt – schlechter ging als in den neunziger Jahren. Die US-Version des Kapitalismus hat also das Leben einer breiten Schicht der Bevölkerung nicht verbessert und die Krise vorangetrieben.

Dienstag, 24. April 2012

US8829052013

Donnerstag, 22. März 2012

PROGNOSE

Der Ölpreis wird bis ende des Jahres massiv weitersteigen. Dies dämpft die Wirtschaft. Portugal wird noch stärker unter Druck geraten, die 60% und die +0,5% vom Bip werden in weite ferne für die Portugiesen rücken. Ende 2013 wird der Fiskalpakt als Test für Portugal schlagend, Pensionskürzungen, Gesundheitswesenkürzungen, Mindeslohnkürzungen uä., nach Vorlage Griechenland.
2014 wird diese Krise auf Spanien "überschwappen", um dies abzuwehren wird der ESM zusätzliche Mrd der EU Länder brauchen. Um diese Gelder aufzutreiben werden automatisch die Fiskalpaket Maßnahmen schlagend, würde ich auf 2015/16 schätzen.
Und wenn dieser Massentest abgeschlossen ist, dann wird es erst richtig losgehen.

Freitag, 24. Februar 2012

Wie lange steigt Gold ? - FAZ

Metalle sollten nicht vor der zweiten Jahreshälfte zulegen. Kurzfristig werden sich Energierohstoffe wie Öl verteuern, ebenso Gold. Das Edelmetall ist wegen des niedrigen Realzinsen unterbewertet, die Opportunitätskosten sind gering. Unsere Jahresprognose für Gold liegt bei 1940 Dolle je Unze.

Der Goldpreis steigt das elfte Jahr in Folge. Gibt es eine Blase?

Wir denken, dass es mit ziemlicher Sicherheit eine Gold-Blase gibt. Die Frage ist wohl eher, wann sie platzen wird. Es ist eine Blase, weil Gold in großem Stil gehortet wird. Die Investoren in den mit Gold hinterlegten börsennotierten Indexfonds (ETF) sind nach den Vereinigten Staaten und Europa inzwischen der drittgrößte Besitzer von Goldreserven auf der Welt. Das Gold in diesen Rohstofffonds kann allerdings leicht auf den Markt zurückkommen. Dann würde die Blase platzen. Solange jedoch die Staatsschuldenproblematik auf beiden Seiten des Atlantiks nicht gelöst ist, werden die Anleger an Gold festhalten. So lange sollte man als Anleger auf steigende Goldpreise setzen.

China ist der größte Energieverbraucher, wie ist Ihr Ausblick bezüglich der Rohstoffpreise?

Viele Anleger vergessen, dass China nicht nur ein großer Verbraucher, sondern auch ein wichtiger Anbieter von Rohstoffen ist. Es ist davon auszugehen, dass China seine Aluminium-Produktion zurückfahren wird, weil der Strom teurer wird. Mit Blick auf Öl und das Industriemetall Kupfer wird China auch weiterhin für eine hohe Nachfrage sorgen, so dass die Preise zulegen.

Das Gespräch führte Tim Höfinghoff.


Quelle: F.A.Z.

Hans-Werner Sinn -SPIEGEL

SPIEGEL ONLINE: Warum beharren die Euro-Staaten dann so darauf?







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Sinn: Es geht hier gar nicht so sehr um das Land. Die Griechen werden von den Banken und Finanzinstituten von der Wall Street, aus London und Paris als Geisel genommen, damit das Geld aus den Rettungspaketen weiter fließt - nicht nach Griechenland, sondern in ihre eigenen Taschen.

SPIEGEL ONLINE: Was ist mit den Ansteckungseffekten, die eine Pleite oder ein Austritt mit sich bringen würden? Die Finanzmärkte würden womöglich darauf spekulieren, dass es anderen Ländern ähnlich ergeht wie Griechenland.

Sinn: Es würde vielleicht Ansteckungseffekte geben. Aber ich halte das Argument für instrumentalisiert von Leuten, die um ihr eigenes Geld fürchten. Es heißt immer "die Welt geht unter, wenn Ihr Deutschen nicht zahlt". In Wahrheit gehen nur die Vermögensportfolios einiger Investoren unter.

Das Interview führte Stefan Kaiser

Hans-Werner Sinn ist Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Professor für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie Direktor des Center for Economic Studies (CEP).

Donnerstag, 9. Februar 2012

Was tun, wenn Ölpreis steigt ? - FAZ

Auch der europäische Aktienmarkt (Dow Jones Stoxx 600 Index) habe zweistellige prozentuale Verluste erlitten. Die relative Kursentwicklung der europäischen Sektoren weist laut Wallner bei den beiden Golfkriegen eine hohe Übereinstimmung auf. Bei beiden Ölpreisschocks hätten sich die meisten zyklischen Sektoren wie Banken, Industrie, Chemie, Technologie, Media und Automobil schlechter als der Markt entwickelt. Mit der Ausnahme der Ölbranche hätten nur defensive Sektoren wie Nahrung, Gesundheit, Versorger und Telekommunikation während des Ölpreisanstiegs zugelegt.

Samstag, 14. Januar 2012

Empfehlungen

Derby Cycle
A1H6HN
25.08.2011
von 15,80 auf 28,89 EUR
+82,8%

Acazis
A1C9YF
06.06.2011
von 3,05 auf 5,70 EUR
+86,9%

Balda
521510
14.07.2010
von 2,88 auf 9,90 EUR
+243,8% DISASTER

Stamps.com
A0BM1V
01.08.2011
von 17 auf 25,24 USD
+48,4%

Lanxess
547040
22.03.2010
von 32,08 auf 62,80 EUR
+95,8%

Basler AG
510200
13.07.2010
von 7,80 auf 15,25 EUR
+95,5%

Bertrandt
523280
03.05.2010
von 29,70 auf 59,94 EUR
+101,8%

Infineon
A0MSN1
17.05.2010
von 5,10 auf 8,30 EUR
+62,7%

Bob Mobile
A0HHJR
25.05.2010
von 14,44 auf 24,30 EUR
+68,3%

Canyon Services
A0N96U
06.01.2011
von 11,07 auf 15,77 CAD
+42,5%

Centrotec
540750
11.01.2010
von 11 auf 24,50 EUR
+122,7%

Delticom
514680
29.03.2010
von 30,01 auf 77,35 EUR
+157,7%

the-dows-10-biggest-bargain

http://www.fool.com/investing/general/2012/01/10/the-dows-10-biggest-bargain-stocks.aspx

Dienstag, 10. Januar 2012

Striking oil (and gas)

Another big dividend raiser has been Williams (NYSE: WMB ) . The company has boosted its dividend twice in the past year, with the payout now double what it was in late 2010. Its $0.25 dividend now represents a 3.7% yield.

The company also made another shareholder-friendly move, spinning off WPX Energy, its exploration and production unit. Now, Williams has focused on the energy midstream, with its pipelines and processing assets. With all the new production throughout the U.S., Williams is in a good position to profit from high demand.

Sonntag, 8. Januar 2012

Investment ideas

Chipotle (NYSE: CMG )


$8.7 billion


I can't name another restaurant concept in Chipotle's space that engenders such broad-reaching fandom.




Tempur-Pedic (NYSE: TPX )


$4.4 billion


An innovative, high-end bedding company whose 50% gross margins make "putting your money under a mattress" a tempting option.




Morningstar (Nasdaq: MORN )


$3.0 billion


This article is about the proliferation of useless financial data. Morningstar provides the opposite.




Buffalo Wild Wings (Nasdaq: BWLD )


$1.1 billion


A debt-free restaurant concept that has achieved 23% sales growth and 32% EPS growth over the last five years.




Whole Foods (Nasdaq: WFM )


$10.7 billion


Supermarket chain that's riding the organic food trend with a focus on "conscious capitalism."




Rosetta Stone (NYSE: RST )


$0.3 billion


As we get more global, Rosetta Stone's learning software seeks to bridge the language barriers.




Intuitive Surgical (Nasdaq: ISRG )


$13.7 billion


As health care strives to get both cheaper and better while our population ages, robotic surgery has a tantalizing opportunity.
Aber was heißt das für Gold & Silber?
Durch eine Inflation steigen die Preise für Rohstoffe, ohne Frage!
Die offizielle Inflation beträgt in Deutschland knapp 3%, wobei sich die Leitzinsen bei 1% befinden. Das bedeutet, dass jeder Sparer, der 1% von seiner bekommt, 2% an realer Kaufkraft verliert.
In China werden alle Menschen angehalten einen Teil ihres Geldes in Gold & Silber anzulegen, um bei einem möglichen Ausfall des Buchgeld-Systems immerhin noch etwas Vermögen zu haben.
Inzwischen sagt die chinesische Regierung, dass Buchgeld nicht mehr sicher ist, und man seinen gesamtes Vermögen in harten Assets halten soll - Gold und Silber sind harte Assets.


Kurz gesagt: Inflation frißt das Geld auf und Gold & Silber sind der perfekte Schutz vor einer Inflation, auch wenn immer wieder gesagt wird, dass Gold & Silber während einer Inflation nicht so gut abschneiden würden und keine Zinsen zahlen.
Fakt ist jedenfalls, dass man eine Unze Silber im Notfall immer gegen Lebensmittel eintauschen kann. Bei anderen Assets sieht das deutlich schlechter aus.
(Natürlich weiß ich, dass dieser Vergleich in einer modernen Gesellschaft, wie unserer, hinkt, aber die letzte Hyperinflation ist gar nicht mal so lange her!)

Freitag, 6. Januar 2012

Gold ? - FAZ

Investoren klammern sich ans Gold

Dies spornt die Notenbanken vor allem der Schwellenländer an, einen größeren Teil ihrer Reserven von Staatsanleihen in Gold umzuschichten, ihre Goldreserven also aufzustocken. Die Krise in der Währungsunion und die Unfähigkeit der amerikanischen Administration, die Fiskalpolitik der Vereinigten Staaten zu konsolidieren, beschleunigen diesen Prozess. Und solange Investoren fürchten, dass es ein - wenn auch geringes - Restrisiko gibt, dass die Währungsunion durch eine Welle von unkontrollierten Zahlungsausfällen von Staaten, Banken und Unternehmen auseinanderbrechen könnte, klammern sich Investoren erst recht an Gold.

Russland, Bolivien, Kasachstan, Thailand, Südkorea, Weißrussland, die Türkei, Tadschikistan, Makedonien, Mauritius und Marokko haben ihre Goldreserven im vergangenen Jahr erhöht oder signalisiert, dass sie ihre Goldreserven weiter aufstocken könnten. Im vergangenen Jahr haben Notenbanken 349 Tonnen Gold gekauft, mehr als vom Markt erwartet.

Goldpreis könnte weiter steigen

„Angesichts der expansiven Geldpolitik könnte der Goldpreis in den kommenden zwölf Monaten sogar kurzfristig auf ein Niveau von 2000 bis 2500 Dollar je Feinunze steigen“, meinten Analysten von Bank of America Merrill Lynch. Der Silberpreis indessen werde nicht entsprechend zulegen. Der Rekordpreis von fast 50 Euro im vergangenen Jahr sei die Folge unbändiger Spekulationen gewesen, ein Preis von etwa 30 Dollar jedoch fundamental gerechtfertigt, heißt es bei der amerikanischen Investmentbank.

Die Prognose könnte bedeuten, dass das Gold-Silber-Verhältnis von derzeit Faktor 56 weiter steigt (siehe Grafik). Das Verhältnis liegt indessen noch weit unter Faktor 83 von Ende 2008, als der Goldpreis wegen der Finanzkrise bereits rasant zulegte, dem Silber seine Aufholjagd jedoch noch bevorstand. Der Preisanstieg von Silber ließ das Preisverhältnis beider Edelmetalle dann bis Mai 2011 auf ein vorläufiges Tief von 32 fallen.




Angesichts der Nervosität am Markt und der für die Märkte gewichtigen politischen Entscheidungen ist es für Anleger schwer einzuschätzen, wann die glänzende Zeit für Gold vorbei sein könnte. Manche Investoren schwören, sich auf Jahre nicht von ihren Beständen trennen zu wollen. Aber wenn die Regierungen mehr tun, um das Wachstum ihrer Volkswirtschaften anzukurbeln, und wenn sich mittelfristig die Inflation tatsächlich beschleunigen sollte, könnte Gold an Attraktivität verlieren. Mit steigenden Zinsen gewinnen andere Anlageklassen an Attraktivität, und der Investor muss höhere Opportunitätskosten mit seinen Gold-Investments schultern.

„Gold ist wahrscheinlich eines der besten Investments in Zeiten des Vertrauensverlustes in Staaten und Finanzinstitute sowie bei zunehmender Besorgnis angesichts der expansiven Geldpolitik rund um den Globus“, heißt es bei dem Vermögensverwalter MAN Group. Wenn es aber erst zu Inflation komme, seien andere Vermögens- und Rohstoffpositionen interessanter. JP Morgan erwartet, dass der Goldpreis ab dem zweiten Quartal nicht weiter steigt.

Montag, 2. Januar 2012

Aktien ?? (DEr Spiegel)

Tatsächlich gibt es einige gute Gründe, derzeit auf Aktien zu setzen.


■Es gibt kaum lohnende Alternativen. Weltweit liegen die Zinsen auf einem historisch extrem niedrigen Niveau. Zinsabhängige und zugleich als sicher wahrgenommene Anlagen wie Bundesanleihen, US-Staatsanleihen, Festgeld oder Tagesgeldkonten werfen deshalb nur mickrige Renditen ab, die oft unter der Inflationsrate liegen. Anleihen anderer Länder wie Italien oder Spanien bieten zwar höhere Zinsen, allerdings gilt die Rückzahlung des Geldes zunehmend als unsicher.
■Aktien sind Sachwerte - und die sind in unsicheren Zeiten besonders gefragt. Anders als Staatsanleihen oder andere Schuldverschreibungen haben Aktien einen reellen Gegenwert, der Aktionär ist Teilhaber des jeweiligen Unternehmens. Solange das Unternehmen besteht, wird die Aktie also nie ganz wertlos. Viele Experten raten deshalb, auf große, international tätige Konzerne zu setzen, die auch größere Krisen überstehen können.
■Aktien sind vergleichsweise billig. Als wichtigste Kennzahl an der Börse gilt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Es setzt den aktuellen Aktienkurs in Verhältnis zum erwarteten Jahresgewinn. Historisch betrachtet weisen die meisten Dax-Aktien derzeit sehr günstige Werte auf. Die Autobauer BMW , Daimler und Volkswagen etwa kommen alle auf ein KGV von unter sieben, auch der Energiekonzern RWE und die Deutsche Bank erscheinen demnach sehr günstig bewertet. Dieser Eindruck bestätigt sich, wenn man auf das Verhältnis des Aktienkurses zum sogenannten Buchwert schaut, also dem Wert aller Vermögensgegenstände des jeweiligen Unternehmens: Abgesehen von BMW haben alle genannten Unternehmen ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von weniger als eins. Das heißt: Würde man das gesamte Firmenvermögen verkaufen, bekäme man mehr Geld dafür, als der gesamte Konzern derzeit an der Börse wert ist.
■Aktien werfen auch bei stagnierenden Kursen Gewinne ab. Einige Papiere können sich sogar bei leicht sinkenden Preisen rentieren. Grund ist die Dividende, also die jährliche Gewinnausschüttung an die Aktionäre. Einige Konzerne geben derzeit extrem große Teile an die Anteilseigner weiter. In Deutschland etwa kann man so mit Aktien von RWE 7,6 Prozent pro Jahr verdienen. Auch E.on, die Deutsche Telekom und der Rückversicherer Munich Re liefern Dividendenrenditen von mehr als fünf Prozent - vorausgesetzt die Ausschüttung bleibt so hoch wie sie ist.
■Krisenjahre sind gute Jahre für Aktien. Das klingt zwar paradox, stimmt aber meistens. Aktienkurse sind Frühindikatoren, sie eilen der Konjunkturentwicklung voraus. Zwischen Anfang Januar und Mitte September 2011 ist der Dax um mehr als ein Viertel eingebrochen. Das kann als Vorbote einer leichten Rezession gesehen werden, die einige Ökonomen für Anfang 2012 erwarten. Im Rezessionsjahr selbst könnte es dagegen wieder nach oben gehen. So war es jedenfalls in der Vergangenheit häufig: 2009 etwa schrumpfte die deutsche Wirtschaft um fünf Prozent. Der Dax legte im gleichen Zeitraum um knapp 24 Prozent zu. 2003 betrug das Minus beim Bruttoinlandsprodukt 0,4 Prozent, der Dax stieg um mehr als 30 Prozent. Ähnlich verlief es in den Jahren 1993, 1982 und 1975.


All diese Gründe sprechen dafür, dass 2012 ein gutes Jahr für Aktien wird. Doch es gibt natürlich auch viele Risiken: Was, wenn aus der milden Rezession eine schwere Depression wird? Was, wenn die Euro-Zone auseinanderbricht oder die chinesische Immobilienblase mit einem lauten Knall platzt? Dann fallen die Gewinnerwartungen der Unternehmen schneller als das Laub im Herbst - und aus günstigen Schnäppchen werden überteuerte Aktien, die keiner mehr haben will.

Sicherheitshalber haben viele Analysten solche Szenarien dieses Mal in ihre Prognosen aufgenommen. Die Landesbank Hessen-Thüringen etwa sieht eine Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent, dass der Dax unter die Marke von 4000 Punkten fällt. Auch Folker Hellmeyer möchte auf den schlimmsten Fall vorbereitet sein. Festlegen will er sich allerdings lieber nicht: Wenn die Euro-Zone zerfällt, weiß der Experte, drohe ein "nicht quantifizierbares Abwärtsrisiko".

Sonntag, 1. Januar 2012

Dividenden

http://www.fool.com/newsletters/18/sfr/34/02.htm?source=isasiteml0870054&u=1563536746