Freitag, 24. Februar 2012

Hans-Werner Sinn -SPIEGEL

SPIEGEL ONLINE: Warum beharren die Euro-Staaten dann so darauf?







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Sinn: Es geht hier gar nicht so sehr um das Land. Die Griechen werden von den Banken und Finanzinstituten von der Wall Street, aus London und Paris als Geisel genommen, damit das Geld aus den Rettungspaketen weiter fließt - nicht nach Griechenland, sondern in ihre eigenen Taschen.

SPIEGEL ONLINE: Was ist mit den Ansteckungseffekten, die eine Pleite oder ein Austritt mit sich bringen würden? Die Finanzmärkte würden womöglich darauf spekulieren, dass es anderen Ländern ähnlich ergeht wie Griechenland.

Sinn: Es würde vielleicht Ansteckungseffekte geben. Aber ich halte das Argument für instrumentalisiert von Leuten, die um ihr eigenes Geld fürchten. Es heißt immer "die Welt geht unter, wenn Ihr Deutschen nicht zahlt". In Wahrheit gehen nur die Vermögensportfolios einiger Investoren unter.

Das Interview führte Stefan Kaiser

Hans-Werner Sinn ist Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Professor für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie Direktor des Center for Economic Studies (CEP).

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