Auf dem Weg zu ihren ehrgeizigen Zielen ist die Deutsche Bank zu Jahresbeginn einen großen Schritt vorangekommen. Der Gewinn vor Steuern stieg in den ersten drei Monaten des Jahres dank kräftiger Zuwächse im Privatkundengeschäft um acht Prozent auf 3 Milliarden Euro, wie das Institut am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Unter dem Strich blieben mit 2,1 Milliarden Euro dank einer geringeren Steuerquote fast ein Fünftel mehr als vor einem Jahr übrig. Damit übertraf der deutsche Branchenprimus alle Erwartungen und stellte auch die Ergebnisse der von großen Teilen der internationalen Konkurrenz in den Schatten.
„Die Deutsche Bank ist sehr gut ins Jahr gestartet“, sagte Bankchef Josef Ackermann. Er bekräftigte sein Prognose, in diesem Jahr im operativen Geschäft erstmals in der Geschichte der Bank mehr zehn Milliarden Euro vor Steuern zu verdienen. Seinem umstrittenen Renditeziel einer Vorsteuerrendite auf das eingesetzte Kapital von 25 Prozent kam er mit 22 Prozent bereits sehr nahe. (dpa-AFX)
Donnerstag, 28. April 2011
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5 Kommentare:
Hedge-Fonds mit Bankenanhängsel
Die Deutsche Bank lässt sich als großer Hedge-Fonds mit lästigem Bankenanhängsel bezeichnen. Denn von drei Milliarden Quartalsgewinn vor Steuern stammten 2,6 Milliarden aus dem Investmentbanking, also letztlich aus dem Geschäft mit Kurs- und Preisschwankungen bei Vermögenswerten. Das eigentliche, traditionelle Bankgeschäft, also die Vergabe von Krediten und die Verwaltung von Vermögen, fällt dagegen nur klein aus.
Sollten die Geschäfte „der Volatilitätsmaschine” nicht stärker reguliert werden, dürfte das Unternehmen zumindest in einem Umfeld mit extremen geldpolitischen Strategien auf Sicht weiterhin gute Gewinne dieser Art erzielen können. Gemessen an entsprechenden Gewinnerwartungen sehen die Aktien des Unternehmens mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 7,5 und 6,5 sogar noch unglaublich günstig aus. Allerdings war die Gewinnentwicklung in den vergangenen Jahren bei immer weiter aufgeblähter Bilanz äußerst volatil. Entsprechend riskant ist der Kauf der Aktie.
SAP
... steigert Erlöse und enttäuscht beim Nettogewinn
Die Erholung bei den IT-Ausgaben der Unternehmen hat der SAP AG im ersten Quartal 2011 eine deutliche Steigerung der Produkterlöse beschert. Wie das Walldorfer Unternehmen am Donnerstagmorgen mitteilte, stiegen die Software- und softwarebezogenen Serviceerlöse - also im Wesentlichen Einnahmen aus Lizenzverkäufen und Wartung - in den ersten drei Monaten um 20 Prozent auf 2,33 Milliarden Euro. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten im Schnitt mit 2,37 Milliarden Euro gerechnet. Der Gesamtjahresausblick wurde von SAP bestätigt. Die für Softwarehersteller wichtigen Lizenzerlöse, die für die Zukunft stabile Wartungsumsätze generieren, legten um 26 Prozent auf 583 Millionen Euro zu. Dies liegt nur wenig unter der Prognose der Analysten von 590 Millionen Euro. Während auch der Gesamtumsatz mit 21 Prozent kräftig anzog, blieb der Gewinn nach Steuern jedoch klar zurück: Er kletterte lediglich um 4 Prozent auf 403 Millionen Euro. Analysten hatten hier mit 515 Millionen Euro deutlich mehr erwartet.
Den Gesamtjahresausblick hat der Dax-Konzern bestätigt. „Wir sind bezüglich unserer Zukunftsperspektiven weiterhin zuversichtlich“, sagte Co-CEO Jim Snabe, der seit Februar 2010 zusammen mit Billionen McDermott Europas größten Softwarehersteller führt. SAP rechnet für 2011 somit für die Software- und softwarebezogenen Serviceerlöse weiter mit einer Steigerung von 10 Prozent bis 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert von 9,87 Milliarden Euro. Die operative Marge soll dabei um 0,5 bis 1 Prozentpunkte steigen, verglichen mit 31,9 Prozent im Vorjahr. Das Betriebsergebnis soll auf 4,45 Milliarden bis 4,65 Milliarden Euro klettern. Die Prognose basiert auf Non-IFRS-Zahlen und ist um Wechselkursschwankungen bereinigt. (Dow Jones Newswires)
Analyse
Vernünftig bewertet
Die Aktie von SAP muss nach deutlichen Kursgewinnen in den vergangenen Monaten zwar kurzfristig Kursverluste hinnehmen, nachdem überzogene Erwartungen enttäuscht wurden. Allerdings entwickelt sich das Unternehmen nach dem Wechsel im Management deutlich dynamischer als in der Vergangenheit und bewegt sich dabei - unter anderem mit der Übernahmen von Sybase - in die richtige Richtung.
Auf dieser Basis hat die Aktie zumindest in einem volkswirtschaftlich dynamischen Umfeld deutlich mehr Kursphantasie als in der Vergangenheit. Investitionen in die Verbesserung der Effizienz lohnten sich jedoch selbst in wirtschaftlich schwierigen Phasen. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 16 und 14 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr können die Papiere als fair bewertet gelten. @cri
Bayer
... profitiert vom Chemieboom
Der anhaltende Chemie-Boom und ein kräftig anziehendes Agrochemiegeschäft haben dem Pharma- und Chemiekonzern Bayer einen überraschend guten Jahresstart beschert. Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sonderposten kletterte um 22,3 Prozent auf 2,232 Milliarden Euro, wie der Konzern am Donnerstag in Leverkusen mitteilte. Der Umsatz legte mit 13,2 Prozent auf 9,415 Milliarden Euro nicht ganz so stark zu. Unter dem Strich verdiente der Konzern im ersten Quartal 684 (Vorjahreszeitraum 631) Millionen Euro.
Das Pharmageschäft bremste angesichts wachsender Konkurrenz durch Nachahmerpräparate und Belastungen durch Gesundheitsreformen. Das Geschäft mit Kunststoffen und Agrochemikalien legte unterdessen kräftig zu. Bayer erhöhte zugleich seine Jahresprognose. Das Ebitda vor Sonderposten dürfte nun auf über 7,5 (Vorjahr: 7,1) Milliarden Euro steigen. Bisher war ein Anstieg „in Richtung“ dieses Wertes angepeilt worden. (dpa-AFX)
Merck
... startet mit Gewinnsprung ins Jahr
Der Darmstädter Traditionskonzern Merck hat im ersten Quartal dank eines starken Chemiegeschäfts einen Gewinnsprung erzielt. Das operative Ergebnis sei um 26,1 Prozent auf 371,6 Millionen Euro gestiegen, teilte der Pharma- und Chemiekonzern am Donnerstag mit. Analysten hatten im Schnitt mit 366 Millionen Euro gerechnet. Im lukrativen Flüssigkristallgeschäft, in dem der Konzern Marktführer ist, wurde eine operative Rendite von 54,5 Prozent erzielt, was deutlich über den Analystenschätzungen lag. Merck setzte im Konzern im Zeitraum Januar bis März 2,56 Milliarden Euro um - ein Plus von 22,1 Prozent. Der Konzernüberschuss schnellte um 76,9 Prozent auf 344,2 Millionen Euro nach oben. Für das Gesamtjahr bekräftigte Konzernchef Karl-Ludwig Kley das Gewinnziel. So soll das operative Ergebnis um 35 bis 45 Prozent zulegen. Die Gesamterlöse sollen um zehn bis 15 Prozent verbessert werden. (Reuters)
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