Solche Nachrichten treffen auf ein Umfeld, in dem die Vorstandssprecher der Deutschen Bank und der Bank of America ins gleiche Horn stoßen. Auf diese Weise versuchen sie von den Schwierigkeiten abzulenken, mit denen sie aufgrund der schwachen Wirtschaft, der schwachen Vermögenswerte und nicht zuletzt auch der Verwässerung der Kapitalbasis und der zu erwartenden Regulierungen konfrontiert worden sind oder werden.
Trotz der stillen, ungedeckten Lasten in ihren Bilanzen und den aufgrund der schwachen Wirtschaftsentwicklung zu erwartenden Belastungen durch notwendig werdende Rückstellungen sehen sie sich unter anderem aufgrund aufgeweichter Bilanzierungsstandards in die Lage versetzt, ihre Ergebnisse optisch zu schönen. Plötzlich ist die Rede davon, Unternehmen wie die Citigroup oder die Bank of America könnten im laufenden Quartal sogar Gewinne ausweisen, währen der Markt an sich weitere Verluste erwartet.
Diese Gesamtkonstellation mag dazu führen, dass diese Werte kurzfristig weiter nach oben laufen und den Gesamtmarkt mitziehen mögen. Sind erst einmal kurze Trends etabliert worden, können sie sich sogar selbst verstärken. Denn alle Index-orientierten Anleger, die nicht von Anfang an dabei sind, müssen früher oder später nachkaufen, um nicht zu stark zurück zu fallen. Mit fundamentalen Überlegungen hat das allerdings wenig zu tun. Denn hier sehen die Perspektiven weiterhin kritisch aus. Allerdings können selbst diese Daten in den kommenden Monaten vorübergehend überraschen, nämlich dann, wenn die die gewaltigen Konjunkturprogramme ihre Wirkung zeigen.
Es fragt sich nur, wie lange sie halten werden. Immerhin hat sich das Umfeld geändert; der kreditfinanzierte Konsumboom der vergangenen 25 Jahre dürfte sich kaum durch die Verschwendung öffentlicher Mittel ersetzen lassen.
Mittwoch, 11. März 2009
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