Donnerstag, 14. Oktober 2010

Seltene Erden

Weltweit würden 95 Prozent der Seltenen Erden in China gefördert. Nahezu 50 Prozent der weltweit gewonnenen Seltenen Erden würden aus einer einzigen Mine in der Inneren Mongolei in China kommen. Zudem verfüge China über weitere Vorkommen und Minen, in denen die Seltenen Erden zu geringen Kosten gewonnen würden. Über viele Jahre habe China mit günstigen Exportpreisen eine marktbeherrschende Stellung aufgebaut. Jetzt wolle China diese Rohstoffe selber zum Aufbau von Hochtechnologie-Industrien nutzen.

Dazu habe die chinesische Regierung illegale Minen geschlossen, bestehende Minen zu größeren Einheiten zusammengefasst und Exportzölle eingeführt. Vor allem aber seien die Exportquoten massiv gedrosselt worden. In der Folge habe sich beispielsweise der Preis von Neodym innerhalb der letzten zwölf Monate verdoppelt.

Für Anleger würden die Exportbeschränkungen Chinas gute Gelegenheit bieten, mit den Seltenen Erden zu verdienen. Einige der Produzenten seien börsennotiert, wie etwa die China Rare Earth (ISIN KYG210891001/ WKN 590363). Daneben locke der Preisanstieg aber neue Unternehmen auch in den Industriestaaten: Wo wegen der Billigimporte aus China in den vergangenen Jahren Minen geschlossen oder in der Kapazität zurückgefahren worden seien, werde jetzt wieder investiert. Die australische Lynas Corp (ISIN AU000000LYC6/ WKN 871899) etwa setze verstärkt auf seltene Erden, genau wie die AMR Technologies aus Kanada. Arafura Resources (ISIN AU000000ARU5/ WKN 787896) oder Avalon Ventures seien weitere Investmentmöglichkeiten bei diesem Thema.

Eine gute Möglichkeit, in das Trendthema Seltene Erden zu investieren, biete auch das Zertifikat der RBS auf den RBS Seltene Metalle TR Index. Dabei sei bei allen Investments entscheidend, dass der Preisanstieg nachhaltig sei, die Seltenen Erden also teuer bleiben würden. Da es sich hier zunächst um eine politische Entscheidung Chinas handle, sei dies mit Unsicherheit behaftet. Allerdings nehme die Nachfrage nach den Metallen so stark zu, dass eine Stabilisierung der Preise auf hohem Niveau oder sogar ein weiterer Anstieg wahrscheinlich sei. Für Investoren also eine auch langfristig interessante Anlageidee.

Der Ölpreis habe nach einem zunächst lauen September in den letzten Tagen deutlich zugelegt. Und auch wenn ein Aufwärtstrend sichtbar sei, sollte Öl doch abgesehen von jahreszeitlichen Schwankungen nicht stark nach oben ausbrechen.

Ein interessantes Thema sei auch noch Japan: Die Stimmung in Japans Wirtschaft sei so gut wie seit März 2008 nicht mehr. Das jedenfalls zeige der jüngste Tankan-Bericht. In den drei Monaten bis September habe er ein Plus von acht Punkten geschafft - sechs seien erwartet worden. Der Nikkei 225 (ISIN XC0009692440/ WKN 969244) habe von seinem Jahrestief im August rund sechs Prozent zulegen können. Belastend wirke sich auf die Export-Nation jedoch weiter der starke Yen aus. Seit Wochen hätten Marktteilnehmer bereits mit einem Eingreifen der Bank of Japan gerechnet. Als die Notenbank dann aktiv geworden sei, habe sie den Höhenflug des Yen aber zunächst nur dämpfen können.

Derzeit gebe es wenig gute Gründe, die Aktienquote zu erhöhen. Als Vermögensverwalter sind die Experten der MERIDIO Vermögensverwaltung AG auf Kapitalerhalt und eine risikoadäquate Rendite aus - diese erreichen sie mit der derzeitigen Mischung. Da viel hektisches und nervöses Geld im Markt sei, würden sich die Experten mit größeren Engagements erst einmal zurückhalten. (Ausgabe Oktober 2010) (05.10.2010/ac/a/m)

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