Länder aus Asien.
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Aus dem Archiv:
* Investieren ins Wohnen: Trend zum Soliden (30.09.2010)
* Nur Börse von Shanghai hat Lehman verdaut (07.09.2010)
* Manager: „Börsen sind in absoluter Wachstumsphase“ (25.06.2010)
* Langfristig gedacht: Sichere Schritte statt großer Sprünge (11.12.2009)
„Die Presse“: Sie treffen Ihre Investitionsentscheidungen nicht nach Prognosen, sondern erst nachdem Sie einen Trend erkannt haben. Derzeit gibt es aber keinen Trend, die Aktienmärkte bewegen sich stattdessen seitwärts.
Peter Iwanoff: Für Trendfolger sind solche Situationen nicht lustig, man hat natürlich lieber einen Trend nach oben oder nach unten. Wir erleben gerade eine Phase, die man mit der Situation in Japan vergleichen kann. Dort gibt es einen Seitwärtsmarkt aus Tradition. Die Gefahr in solchen Situationen ist, dass man manchmal einen Trend sieht, wo schlussendlich gar keiner ist. Man kann aber auch als Trendfolger in einem Seitwärtsmarkt verdienen.
Inwiefern?
Iwanoff: Man kann auch kurze Aufwärtstrends ausnutzen und ein bisschen an Rendite mitnehmen, indem man in dieser Phase ganz einfach die stärksten Märkte findet.
Viele Investoren halten sich derzeit vom Aktienmarkt fern, scheuen das Risiko wegen der bereits lang anhaltenden Seitwärtsbewegung.
Iwanoff: Wir dagegen sind im Aktienmarkt voll investiert, also mit 80 Prozent des Fondsvermögens. Wir bilden aber keine Aktienindizes ab, sondern investieren hauptsächlich in länder- und branchenspezifische Aktienfonds, bei denen wir einen positiven Trend erkennen können.
Welche Länder und Branchen betrifft das?
Iwanoff: Hauptsächlich Australien und die Türkei sowie Länder aus Asien, also Emerging Markets. Von den Branchen sehen wir derzeit einen guten Aufwärtstrend bei Luxusgütern und Gold.
Die meisten anderen Investoren flüchten derzeit in sichere Anlagen. Wie begründen Sie das hohe Aktieninvestment – nicht aus technischer, sondern aus fundamentaler Sicht?
Iwanoff: Wir befinden uns in einer spannenden Phase – ein Ausbruch nach oben ist wahrscheinlich. Aber meine eigene Meinung zu den Märkten ist in unseren Investmententscheidungen nicht relevant, weil wir unser Engagement in den Märkten nur durch technische Indikatoren ableiten. Emotionen und Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) spielen dabei keine Rolle. Bei unseren technischen Indikatoren deuten die Zeichen derzeit daraufhin, dass es eine Herbstrallye gibt.
Eine beliebte Trendfolgestrategie sind Managed Futures. Sie erzielen die meisten Gewinne, wenn die Börsen einbrechen. Hoffen auch Sie auf starke Abwärtstrends, wie man sie bei einem Börseneinbruch erlebt?
Iwanoff: Managed Futures verdienen dabei deswegen sehr gut, weil sie auch „short“ investiert sind (das heißt sie wetten auf einen Kursverfall, Anm.). Wir sind nur „long“ investiert (dabei wird auf steigende Märkte gesetzt, Anm.). Wenn wir einen Abwärtstrend sehen, gehen wir aus Aktienfonds raus und setzen auf Renten und/oder Cash. Kurzum: Wir versuchen die Krise zu vermeiden. Das ist uns im Jahr 2008 gelungen, wo wir den Absturz nicht mitgemacht haben und im Juli 2009 wieder eingestiegen sind.
Der Aufwärtstrend begann aber bereits im März 2009. Sie sind relativ spät eingestiegen.
Iwanoff: Das kommt darauf an, wie man das System anlegt. Wir haben ein vorsichtiges System, wir steigen lieber einmal zu spät ein als zu spät aus. Wir haben eine Phase erreicht, wo es immer öfter Krisen geben wird. Das verdeutlicht allein schon, dass es in den vergangenen zehn Jahren zwei größere Krisen gab. An erster Stelle steht daher für den Anleger, Verluste zu vermeiden. Brechen die Kurse um 50 Prozent ein, muss man danach wieder 100 Prozent dazugewinnen, um auf das gleiche Niveau wie vorher zu kommen. Das ist eine halbe Katastrophe.
In der Krise haben sich vor allem „technische Investoren“ wie Trendfolge-Spezialisten bewiesen. Trotzdem vertrauen die meisten Anleger noch immer den „fundamental orientierten Fondsmanagern“ ihr Geld an. Obwohl deren Prognosen in der Finanzkrise ziemlich falsch waren. Warum?
Iwanoff: Menschen suchen Gurus, die sagen, was morgen passiert. An den Börsen dominieren aber Gier und Angst. Diese Phänomene kann man nicht vorhersehen, daher liegen die fundamentalen Manager mit ihren Prognosen, die auf Kennzahlen und Schätzungen beruhen, des Öfteren falsch. Die Techniker beziehen sich dagegen auf statistische Grundlagen, berechnen Wahrscheinlichkeiten von Gewinnen und Verlusten, wobei Emotionen keine große Rolle spielen. Für die Menschen wirken die Techniker aber nicht so sexy, da sie im Gegensatz zu den Gurus nicht vorhersagen, was in der Zukunft passieren wird.
Samstag, 2. Oktober 2010
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