Anleger, die an der Preisentwicklung von Platin und Palladium teilhaben möchten, können nicht nur in solche börsengehandelte Indexfonds investieren. Auch Münzen und Barren für Platin und Palladium gibt es, sie spielen aber eine geringere Rolle, zumal bei einem Kauf 19 Prozent Mehrwertsteuer in Deutschland anfallen. Es gibt zudem Zertifikate, die sich am Preis für Platin und Palladium orientieren. Auch der Kauf von börsennotierten Minenunternehmen ist möglich, doch dabei erwirbt der Anleger nicht direkt den Rohstoff, sondern einen Anteil an dem Förderunternehmen - wie dem Anbieter Anglo Platinum.
Spekulationen um Südafrikas Produktion während der WM
Der Einfluss der ETF-Branche im Rohstoffgeschäft steigt. In einem Commerzbank-Bericht heißt es, dass der Platin-ETF des Anbieters ETF Securities in den Vereinigten Staaten mittlerweile für 6 Prozent der globalen Platin-Jahresnachfrage verantwortlich ist. Während die spekulativ orientierten Finanzanleger sich von ihren Anlagen jüngst getrennt haben, sind die ETF-Anleger nach Einschätzung von LBBW-Analyst Proettel nicht Auslöser des Preisrückgangs: „Die Zuflüsse in die Fonds wurden nur kurzfristig unterbrochen.“
Rund die Hälfte der Nachfrage für Palladium kommt aus der Automobilindustrie für den Bau von Katalysatoren. Eine Erholung der Weltwirtschaft und die steigende Nachfrage der Automobilindustrie dürfte nach Einschätzung des britischen Rohstoff-Analyseunternehmens GFMS dieses Jahr dazu führen, dass das bestehende Angebotsdefizit bei Palladium sich vergrößert und daher die Preise wieder anziehen. So rechnet die Commerzbank mit einem Preis von durchschnittlich 625 Dollar je Feinunze im dritten Quartal.
Allerdings sei auch ein Rückgang bis Jahresende auf 550 Dollar möglich. Bei Platin drohten Angebotsprobleme, weil der weltweit führende Platinverarbeiter in Südafrika wegen der Fußball-Weltmeisterschaft nicht ausreichend Strom für seine Produktion erhalten könnte. LBBW-Analyst Proettel rechnet damit, dass der Preis für Platin in den kommenden drei Monaten auf 1600 Dollar steigt. Viele Unternehmen, die Platin für ihre Produktion benötigen, dürften das aktuelle Preisniveau zur Ergänzung ihrer Lagerbestände nutzen.
Dienstag, 1. Juni 2010
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