Mittwoch, 23. März 2011

Aussichten - Saxo Bank

Sollten ausländische Gas- und Ölfirmen profitieren, dann nur für kurze Zeit. Die internationalen Konzerne sind eng mit der Weltwirtschaft verbunden. Folglich wird der globale Wirtschaftsaufschwung auch die treibende Kraft hinter steigenden Ölpreisen oder Konzerngewinnen sein. Japan spielt nur eine untergeordnete Rolle.

derStandard.at: Wie sieht es mit anderen Branchen, wie der Chip-Industrie, Stahl-Unternehmen oder Autoherstellern aus?

Garnry: Auch hier erwarten wir keine längerfristigen Effekte durch die Katastrophe in Japan. Wenn überhaupt, wäre durch den Ausverkauf an der Tokioter Börse ein schneller Einstieg in diese Aktien eine Möglichkeit für Investoren gewesen. Ansonsten gehen wir davon aus, dass die japanischen Unternehmen bald wieder auf demselben hohen Niveau wie vor dem Beben produzieren werden. Entweder sie tun es ohnehin schon, wenn auch mit eingeschränkter Kapazität, oder sie werden Möglichkeiten finden, die Produktion in andere Anlagen umzuschichten.

derStandard.at: Anlageprofis spekulieren bereits über Profite. Welche Aktien sind derzeit besonders interessant?

Garnry: In jedem Fall prozyklische Papiere. Alle Indikatoren zeigen auf Expansion in der globalen Wirtschaft. Sektoren wie Energie, Rohstoffe, Industrie und Technologie werden stark zulegen.

derStandard.at: Japanische Unternehmen könnten ebenfalls interessant sein?

Garnry: Die Branchen sind auch hier dieselben. Achten sollte man allerdings darauf, dass es multi-nationale Unternehmen sind und zumindest 40 Prozent der Einkünfte im Ausland erwirtschaftet werden.

Samstag, 19. März 2011

Gold wird steigen

Die Zinsen sind schon auf einem Rekordtief. Die Weltwirtschaft befindet sich in einer Situation, die Ökonomen die Liquiditätsfalle nennen: So sehr die Zinsen auch sinken mögen, es wird nicht investiert. Der Weg aus diesem Dilemma führt bekanntermaßen über die Fiskalpolitik, nicht indem man die Märkte weiter mit billigem Geld flutet. Deshalb will die Regierung Obama die Steuern senken, um die Konjunktur zu stützen. Das ist im Prinzip richtig – kollidiert aber mit der hohen Staatsverschuldung, die hierdurch weiter steigen wird. In Euroland wird eher konsolidiert, was das Wachstum eher dämpfen wird.

Ein gesundes Wachstum, das sich selbst trägt, gibt es auf beiden Seiten des Atlantiks nicht. Für die Aktienmärkte bedeutet das nichts Gutes. Solange die drohenden Wolken noch weit entfernt sind und die Anleger weiter auf den Staat hoffen, können die Aktienkurse weiter steigen. Aber wehe, die Zweifel kommen auf. Dann ändert sich die Lage rapide.

Während das vergangene Jahr noch ruhig verlief, dürften die Turbulenzen an der Börse im kommenden Jahr dramatisch zunehmen. Die immer größeren fundamentalen Schwierigkeiten werden immer stärkere Anstrengungen der Geld- und Fiskalpolitik nötig machen. Am Ende werden die fundamentalen Kräfte siegen und die Aktienkurse fallen. Ob bereits im nächsten Jahr, ist die offene Frage.

Die Flucht in die Sicherheit wird auf jeden Fall anhalten. Je stärker die Zweifel werden, dass die Wirtschafts- und Geldpolitiker die Situation in den Griff bekommen, umso mehr werden sich die Anleger Edelmetallen zuwenden. Deshalb wird der Goldpreis weiter steigen. 2010 mag ein relativ leichtes Jahr für die Anleger gewesen sein. Das kommende Jahr wird es nicht.

Sonntag, 13. März 2011

Aktien !

Das scheint auch die Mehrheit an der Börse so zu sehen. Denn trotz der jüngsten Turbulenzen fließt Aktienprodukten viel Geld zu. Seit Anfang 2011 verzeichnete zum Beispiel ein Exchange Traded Fund (ETF) auf den S&P 500, der iShares S&P 500 aus dem Hause Blackrock, Nettomittelzuflüsse von mehr als einer Milliarde Dollar. Damit bündelt der Fonds nun 9,2 Milliarden Dollar und ist größter ETF Europas. Für diese Zuversicht lassen sich gute Gründe finden.

Mehr Aktien aus Europa, weniger aus Schwellenländern

Europäische Aktien zum Beispiel hätten hervorragende Aussichten, sagte William Davies erst im Februar. Er verantwortet die Verwaltung europäischer Aktien bei Threadneedle. Und dabei schaut er nicht nur auf die Aktien deutscher Exportunternehmen, bislang die Standardantwort auf die Frage nach den Profiteuren der Krise. "Wir beabsichtigen, uns zunehmend auf Unternehmen zu konzentrieren, die von einer starken Binnennachfrage in den wachstumsstärkeren Ländern der Eurozone - Deutschland und die nordischen Länder - profitieren werden. So dürfte Metro Chart zeigen aus der wachsenden Inlandsnachfrage Kapital schlagen können, da das zunehmende Konjunkturvertrauen die deutschen Konsumenten spendabler werden lässt."

Gregor Hirt vom Konkurrenten Schroders ergänzt: "Verglichen mit dem Rest der Welt haben wir unseren relativen Anteil deutscher und europäischer Aktien erhöht, besonders im Vergleich zu den Emerging Markets."

Die Risiken sind natürlich da. Auch Davies sieht sie - zum Beispiel die Verschuldung einiger Euro-Länder. "Während der ersten sechs Monate in diesem Jahr dürften sich die Anleger wieder auf die Staatsverschuldung konzentrieren. Sowohl Regierungen als auch Banken der Peripherieländer werden Neuemissionen platzieren. Allerdings könnten die Zweifel über die Eurozone durchaus nachlassen und der Ausblick für die europäischen Volkswirtschaften dürfte sich deutlich verbessern, sollten diese Neuemissionen in der ersten Jahreshälfte 2011 auf ein positives Echo stoßen."

"Giftiger Coctail" für die Märkte

Auch beim Thema Öl schauen Anleger nun genauer hin. "Wir bewegen uns auf einen Kipppunkt zu", schreibt GAM-Mann McNamara. "Es gibt eine weit verbreitete Meinung, dass ab einem Preis von 120 Dollar je Barrel der Punkt erreicht ist, wo Öl eine deflationäre Kraft entfalten kann, weil es das Wachstum belastet. Und historisch ist es so, dass in jenen Fällen, in denen sich ein Ölpreis, der sich in acht Monaten verdoppelt hat - so wie jetzt - dazu neigt, ein Indikator für eine Rezession zu sein."

Einen "giftigen Cocktail" nennt Marktstratege David Buik von BGC Partners die Unruhen in Libyen auf der einen und die europäische Schuldenkrise auf der anderen Seite.

Es klingt alles so gar nicht nach einem Wachstumsszenario für Aktien. Nur - was sind die Alternativen? "Die Dividendenrendite von Aktien liegt immer noch deutlich über der Anleihenrendite", sagt de Jörg de Vries-Hippen, bei RCM für die europäischen Aktien zuständig. Und solange die Aktienmärkte liquide bleiben, dürften sie für viele Anleger derzeit erste Wahl bleiben. Nicht unbedingt aus Überzeugung - aber all das Geld, das Pensionskassen und Fonds eingesammelt haben, muss ja irgendwo angelegt werden. Die Aktie scheint da wie der Einäugige unter den Blinden.

Freitag, 11. März 2011

Vom Ölpreis profitieren

Wie können Anleger nun vom steigenden Ölpreis profitieren und wie können sie sich an den Zapfsäulen vor ihm schützen?

• Es gibt die Möglichkeit, in Indexzertifikate, die bestimmte Rohstoffpreise abbilden, zu investieren. Diese Produkte ähneln einer Anleihe, die Rendite erfolgt allerdings nicht über die gezahlten Zinsen, entscheidend ist die Wertentwicklung einer Aktie oder eines Rohstoffwerts. Diese Zertifikate werden von fast allen Geldhäusern angeboten. Anleger sollten jedoch wissen: Nur weil der Ölpreis beispielsweise um 20Prozent steigt, bedeutet dies nicht automatisch, dass auch der Wert des Zertifikats im gleichen Ausmaß zulegt. Teilweise ist der Anstieg geringer. Der Grund dafür ist im sogenannten Rollverlust zu suchen. Das sind Verluste, die beim Umschichten von alten in neue Kontrakte realisiert werden.

• Anleger haben auch die Möglichkeit, in Fonds zu investieren, die wiederum Aktien von Rohstofffirmen halten. Zudem gibt es die Möglichkeit, auf Einzelunternehmen, wie Ölkonzerne und Bohrfirmen, zu setzen.

Stöferle würde in diesem Zusammenhang eher auf Servicefirmen wie Schlumberger, Halliburton oder auch SBO setzen: „Die Firmen haben volle Auftragsbücher, hohe Margen und sind langfristig weniger volatil.“ Für Zulieferfirmen wie SBO ist der hohe Ölpreis ein Vorteil, „da auch teurere und aufwendigere Bohrungen möglich werden“, sagte Firmenchef Gerald Grohmann bei der Präsentation der Jahreszahlen.

Auf Einzelaktien zu setzen berge aber auch immer eine Gefahr, sagt Thomas Bichler, Fondsmanager bei der Raiffeisen KAG. Als Beispiel nennt er etwa den Ölkonzern BP. Auch die OMV wurde kürzlich für ihr Engagement in Libyen abgestraft.

• Der hohe Ölpreis treibt zudem die Preise an den Zapfsäulen. Der Autofahrerklub ÖAMTC rät Autofahrern daher, nicht an Autobahntankstellen zu tanken, da diese wesentlich teurer sind als Tankstellen abseits. „Wer eine Reise unternimmt und die Möglichkeit hat, im Osten zu tanken, sollte das auch tun“, sagt Elisabeth Brandau vom ÖAMTC. Im Westen sei der Sprit tendenziell nämlich teurer.

An den Tankstellen dürfen die Preise laut Verordnung nur mehr einmal pro Tag, und das um zwölf Uhr zu Mittag erhöht werden. In den 24 Stunden danach dürfen sie nur sinken. Der ÖAMTC empfiehlt daher, am späten Vormittag oder in den Abendstunden zu tanken. Da am Wochenende mehr Leute mit dem Auto unterwegs sind, rät Brandau, am Wochenbeginn zu tanken.

Außerdem veröffentlichen die Autofahrerklubs laufend Listen mit den niedrigen Spritpreisen

• Rund 20Prozent der Österreicher heizen mit Heizöl. Ein Liter davon kostete am Montag 94 Cent, zu Jahresbeginn waren es noch 84 Cent gewesen. „Wie sich der Heizölpreis weiter entwickeln wird, wissen wir nicht“, sagt Martin Reichard vom Institut für wirtschaftliche Ölheizungen. Es sei daher schwierig zu sagen, wann sich die Kunden am besten mit Heizöl eindecken sollten. Traditionell sei der Sommer dafür eher eine gute Möglichkeit. „Wer Heizöl jetzt braucht, dem bleibt ohnehin nichts anderes übrig, als es jetzt einzukaufen“, sagt Reichard.

Dienstag, 8. März 2011

Prof. Otte's Forecast

Derzeit favorisiere ich vor allem ganz normale Blue Chips wie Pharmatitel, Ölaktien, Versorger, Telekom sowie Aktien aus den europäischen Randstaaten und Sondersituationen. Viele dieser Aktien haben KGVs unter 10, zum Teil unter 9 sowie Dividenden von 5, 6, 7 Prozent oder mehr. Beispiele sind Sanofi-Aventis, Novartis, Statoil, Total, BP, Eon, RWE, Telefonica, ENI, ENEL, Gas Natural und speziellere Titel aus Italien, Spanien, Irland, Portugal und Griechenland. Interessant sind derzeit auch die US-Technologiegiganten Intel, Microsoft und Cisco, die KGVs um die 10 und Dividendenrenditen bis zu 3 Prozent aufweisen.

Bitte schätzen Sie folgende Aktien mit einem Satz ein…

Aktien von Versorgern: Habe ich im Depot, wobei keine allzu schnelle Aufwärtsbewegung erwartet werden sollte.

Aktien von Banken: Mache ich nicht, da ich nicht glaube, dass man als Außenstehender Banken richtig bewerten kann.

Rohstoff-Aktien: Eine riskante Sache. Ich bleibe bei Ölaktien.

Emerging Markets: Nur bei etablierten Schwergewichten wie Petrobras oder China Mobile zugreifen. Ich würde aber generell die Finger davon lassen. Die beste Emerging-Markets-Aktie ist für mich immer noch Nestlé, die ich jedem Privatanleger auch jetzt noch ans Herz lege: Das Unternehmen profitiert durch seine globale Präsenz automatisch von der steigenden Kaufkraft dieser Märkte und ist in der Schweiz domiziliert. Mit 3,5 Prozent Dividende und einem KGV unter 14 ist der Titel immer noch günstig. Und zudem sehr krisensicher.