Es ist noch unklar, ob wir Deflation oder Inflation bekommen. In der Inflation sind Immobilien ein gutes Investment. Genauso wie Gold, das ich schon seit dem Jahr 2000 empfehle. Ich glaube auch nicht, dass dort eine Blase entsteht. Blasen entstehen immer, wenn Investoren auf Kredit kaufen, um an der Wertsteigerung teilzuhaben.
Gibt es denn am Anleihemarkt eine Blase?
Jens Ehrhardt: Nein, denn die Menschen suchen hier Sicherheit und nicht Wertsteigerung
Mittwoch, 29. September 2010
Samstag, 25. September 2010
Gold 1600
Die pessimistische Aussagen der US-Notenbank Fed haben den Goldpreis am Mittwoch auf neue Rekordstände knapp unter 1300 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) getrieben. Das Edelmetall erreichte am Spotmarkt laut "Financial Times Deutschland" den neuen Rekordwert von 1296,30 Dollar je Feinunze. Ein Ende der Gold-Rally ist nicht in Sicht, zumal die Fed ein erneutes Anwerfen der Geldpresse in den Raum gestellt hat. Doch auch die Europäische Zentralbank (EZB) gießt laut "Handelsblatt" Öl ins Feuer. "Die Europäische Zentralbank kauft nun auch portugiesische Anleihen", sagt Goldmoney-Gründer James Turk. Sein Schluss aus der Vorgehensweise der Notenbanken: "Das bedeutet Inflation, und damit gibt es keine sichere Währung mehr".
2012: Goldpreis von 1600 Dollar möglich
Am Markt werde zunehmend mit weiteren heftigen Käufen von Staatsanleihen durch die US-Notenbank gerechnet, sagt Rainer Sartoris, Devisenexperte vom Bankhaus HSBC Trinkaus. Die Fed hatte am Dienstagabend betont, sie stehe nötigenfalls für eine zusätzliche Stützung zur Verfügung, um die wirtschaftliche Erholung zu fördern. Eine weitere Lockerung der Geldpolitik würde aber auch heißen, dass die US-Notenbank die Lage der Wirtschaft düster einschätzt.
2012: Goldpreis von 1600 Dollar möglich
Am Markt werde zunehmend mit weiteren heftigen Käufen von Staatsanleihen durch die US-Notenbank gerechnet, sagt Rainer Sartoris, Devisenexperte vom Bankhaus HSBC Trinkaus. Die Fed hatte am Dienstagabend betont, sie stehe nötigenfalls für eine zusätzliche Stützung zur Verfügung, um die wirtschaftliche Erholung zu fördern. Eine weitere Lockerung der Geldpolitik würde aber auch heißen, dass die US-Notenbank die Lage der Wirtschaft düster einschätzt.
Dienstag, 21. September 2010
Gold
Der neue Goldrausch oder warum sich die "ultimative Blase" auflösen wird
Von Barbara Ottawa
Aufzählung Der Goldpreis habe vor dem Wochenende ein neues "Rekordhoch" erreicht mit 1280 US-Dollar pro Feinunze – so stand es in diversen Finanzmagazinen zu lesen. Nicht ganz richtig, sagen historische Analysten, die für 1980 einen inflationsbereinigten Goldpreis von mehr als 2000 US-Dollar berechnet haben.
Mittlerweile gehen die meisten Investoren davon aus, dass der Goldpreis in den kommenden Jahren mit kleineren Rückschlägen tendenziell weiter steigen wird. Die gewagtesten Annahmen reichen hier bis zu 6000 US-Dollar pro Feinunze. Bereits vor dem Sommer hatte die Erste Bank in einer Studie einen Preisanstieg bis zum Juni 2011 auf 1600 US-Dollar vorausgesagt und einen Preis von 2300 US-Dollar am Höhepunkt des Goldzyklus – wann auch immer dieser eintreten wird. Der Hedgefonds-Manager und Milliardär George Soros nannte Gold zuletzt mehrmals "die ultimative Blase". Er selbst hat freilich – wie viele Branchenkollegen – derzeit einen großen Teils seines Portfolios in Gold investiert.
Von Barbara Ottawa
Aufzählung Der Goldpreis habe vor dem Wochenende ein neues "Rekordhoch" erreicht mit 1280 US-Dollar pro Feinunze – so stand es in diversen Finanzmagazinen zu lesen. Nicht ganz richtig, sagen historische Analysten, die für 1980 einen inflationsbereinigten Goldpreis von mehr als 2000 US-Dollar berechnet haben.
Mittlerweile gehen die meisten Investoren davon aus, dass der Goldpreis in den kommenden Jahren mit kleineren Rückschlägen tendenziell weiter steigen wird. Die gewagtesten Annahmen reichen hier bis zu 6000 US-Dollar pro Feinunze. Bereits vor dem Sommer hatte die Erste Bank in einer Studie einen Preisanstieg bis zum Juni 2011 auf 1600 US-Dollar vorausgesagt und einen Preis von 2300 US-Dollar am Höhepunkt des Goldzyklus – wann auch immer dieser eintreten wird. Der Hedgefonds-Manager und Milliardär George Soros nannte Gold zuletzt mehrmals "die ultimative Blase". Er selbst hat freilich – wie viele Branchenkollegen – derzeit einen großen Teils seines Portfolios in Gold investiert.
Montag, 20. September 2010
Silber
Täglich ein neues Jahreshoch Der Silberpreis strebt aktuell von einem Hoch zum nächsten. Dabei hat sich der Sprung über die Barrieren aus den alten Hochpunkten zwischen 19,43 USD und 19,79 USD – hier kamen in den letzten zwei Jahren zuvor jeweils vier Mal Kursschübe zum Erliegen – als der erwartete Kurstreiber erwiesen (siehe „Daily Trading“ vom 2. September). Die nächste Hürde lauert nun in Form des Mehrjahreshochs vom März 2008 bei 21,24 USD. Nach dem Überwinden des angeführten „Deckels“ dürfte diese Marke aber nur eine Zwischenstation auf dem Weg nach Norden darstellen. Als weitere Anlaufmarke ist bei rund 25 USD ein Hoch aus dem Jahr 1980 anzuführen. Rückenwind kommt von Seiten der trendfolgenden Indikatoren MACD und Aroon, die in allen von uns betrachteten Zeitebenen (Tag, Woche, Monat) positiv zu interpretieren sind. Sowohl unter chart- als auch unter markttechnischen Gesichtspunkten sollten Anleger weiter am Ball bleiben. Aufgrund des Bruchs eines Aufwärtstrends im Verlauf des Gold-Silber-Ratios macht das Edelmetall sogar auch relativ im Vergleich zum Gold eine gute Figur. Zur Absicherung bisher aufgelaufener Buchgewinne sollte der Stopp für bestehende Positionen aber auf die o. g. Hochs bei rund 19,50 EUR angehoben werden.
Astra Zeneca
So haben beispielsweise die britischen Pharmakonzerne Astra Zeneca und Glaxo Smithkline bereits im vergangenen Jahr mit Sparprogrammen auf die wachsende Konkurrenz durch Generika reagiert. Bei Glaxo sollen über drei Jahre jedes Jahr 1,7 Mrd. Pfund (rund zwei Mrd. Euro) eingespart werden. Branchenbeobachter sehen bis zu 10 000 Stellen, also zehn Prozent der Belegschaft, gefährdet. Bei Astra Zeneca summieren sich verschiedene Sparprogramme auf mittlerweile 15 000 Jobs, die bis 2013 wegfallen sollen. Astra Zeneca beschäftigt aktuell rund 65 000 Mitarbeiter weltweit.
Samstag, 18. September 2010
Pax Bank
Aufgrund früherer Umweltverstöße in den USA, Russland oder Südafrika sei das Rating von BP bei Oekom Research bereits vor dem aktuellen Geschehen im Golf von Mexiko massiv abgewertet worden: "Wer Umweltverstöße ausschließt, sollte unseren Ergebnissen zufolge nicht in BP investieren." Dennoch hielt der als nachhaltig angepriesene Kirchenfonds laut letztem Halbjahresbericht BP-Aktien.
Den gleichen Fonds legt auch die Paderborner Bank für Kirche und Caritas (BKC) ihren Kunden nahe. Auch sie verspricht die Auswahl der Werte "mittels ausdifferenzierter Nachhaltigkeitsanalysen". Man habe die Anlagekriterien entwickelt, heißt es, "auf der Hintergrundfolie eines spezifisch christlichen Wertgefüges". Bei Beratungsgesprächen reist neben einem Banker meist auch ein Theologe mit zu den Großkunden, um zu erläutern, wie das Geld angelegt wird.
Nur: Zum Angebot der katholischen Bank zählt der Investmentsparplan Uniprofirente, dessen Gelder bei Uniglobal investiert werden. Zu dessen Werten gehörten in diesem Jahr neben Tabakkonzernen die Rüstungsfirma BAE Systems, die von Atom-U-Booten bis zu Jagdbombern weltweit ein komplettes Waffenarsenal anbietet, und bis vor kurzem der langjährige Streumunitionshersteller Lockheed Martin. Peinlich auch das Bild des aktuellen BKC Treuhand Portfolio: Dessen jüngster Halbjahresbericht weist Alkoholwerte wie Carlsberg und Unternehmen wie Walmart aus, die wegen ihrer Arbeitsbedingungen massiver Kritik ausgesetzt sind.
Den gleichen Fonds legt auch die Paderborner Bank für Kirche und Caritas (BKC) ihren Kunden nahe. Auch sie verspricht die Auswahl der Werte "mittels ausdifferenzierter Nachhaltigkeitsanalysen". Man habe die Anlagekriterien entwickelt, heißt es, "auf der Hintergrundfolie eines spezifisch christlichen Wertgefüges". Bei Beratungsgesprächen reist neben einem Banker meist auch ein Theologe mit zu den Großkunden, um zu erläutern, wie das Geld angelegt wird.
Nur: Zum Angebot der katholischen Bank zählt der Investmentsparplan Uniprofirente, dessen Gelder bei Uniglobal investiert werden. Zu dessen Werten gehörten in diesem Jahr neben Tabakkonzernen die Rüstungsfirma BAE Systems, die von Atom-U-Booten bis zu Jagdbombern weltweit ein komplettes Waffenarsenal anbietet, und bis vor kurzem der langjährige Streumunitionshersteller Lockheed Martin. Peinlich auch das Bild des aktuellen BKC Treuhand Portfolio: Dessen jüngster Halbjahresbericht weist Alkoholwerte wie Carlsberg und Unternehmen wie Walmart aus, die wegen ihrer Arbeitsbedingungen massiver Kritik ausgesetzt sind.
Freitag, 17. September 2010
Palladium
Platin – die meisten Menschen kennen es, denn während sich die Damen an dem edlen Metall in Form von kostbaren Schmuckstücken erfreuen, fördern die Herren der Schöpfung die Nachfrage eher indirekt durch ihre Liebe zu Autos. Die Automobilbranche steht nämlich für nahezu die Hälfte der gesamten Nachfrage nach dem edlen Metall, dass aufgrund seiner Beschaffenheit äußerst geeignet für die Herstellung von Autokatalysatoren ist. Doch mit aktuell um die 1570 US-Dollar je Feinunze ist Platin aufgrund knapper Vorkommen und relativ aufwendiger Methoden zur Förderung das mit Abstand teuerste der vier Edelmetalle. Gut also, dass es eine "kleine Schwester" hat – das Edelmetall Palladium. Chemische Ähnlichkeiten und ein wesentlich günstigerer Preis ermöglichen die Substitution des einen Metalls durch das andere und führen dazu, dass Palladium dem Schwesternmetall mittlerweile mächtig Konkurrenz zu machen scheint. Das silbrig glänzende Metall wurde erstmalig 1803 von dem englischen Arzt und Chemiker William Hyde Wollaston entdeckt. In Anlehnung an den Planetoiden Pallas, der im vorangehenden Jahr entdeckt und nach der griechischen Göttin Pallas Athene benannt wurde, erhielt das Edelmetall seinen Namen Palladium. Auch wenn es häufiger als Gold und Platin vorkommt, ist Palladium stets ein sehr seltenes Metall. Es wird vorwiegend als Nebenprodukt der Platin-, Nickel- und Kupferproduktion gewonnen, wobei Russland, als das weltgrößte Förderungsgebiet, für ungefähr 50 Prozent der globalen Produktion verantwortlich ist und die internationale Angebotsseite somit erheblich dominiert. Topthema Da Edelmetallanleger während der Rezession der letzten Jahre vor allem das traditionsreiche Gold oder das relativ erschwingliche Silber präferierten, erlitt Palladium Ende 2008 starke Kurseinbrüche. Insbesondere die Krise der Automobilindustrie wirkte sich außerdem negativ auf den Preis von Palladium aus, denn ähnlich wie die "große Schwester" finden auch bei Palladium ungefähr 60 Prozent der Gesamtproduktion in der Automobilbranche ihre Verarbeitung. Ende 2008 fiel der Preis pro Feinunze unter anderem vor diesem Hintergrund auf unter 170 US-Dollar. Seit 2009 verfolgt die Platinschwester jedoch vorwiegend einen Aufwärtstrend, so dass Palladium aktuell wieder bei knapp über 550 US-Dollar notiert. Ob sich der Preisanstieg weiter fortsetzt und Palladium es vielleicht sogar irgendwann schafft, seiner "großen Schwester" die Position streitig zu machen, gilt es abzuwarten. Auszuschließen ist es nicht, denn bereits 2001 war das Edelmetall das teuerste unter den vieren, als es erstmalig innerhalb der Gruppe die 1000 US-Dollar Marke durchbrechen konnte.
Donnerstag, 9. September 2010
Mittwoch, 1. September 2010
Dollar oder Franken
* Unternehmen
* Konjunktur
* Geld
* Karriere
* Börse
* Vorbörse
* Weiterbildung
* Never Mind The Markets
* Bildstrecken
«Der Dollar wird weiter an Wert verlieren»
Von Markus Diem Meier. Aktualisiert um 15:28 Uhr 13 Kommentare
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Nicht nur gegenüber dem Euro, auch gegenüber dem Dollar legt die Schweizer Währung immer mehr zu. Vieles spricht dafür, dass der Dollar bald weniger als einen Franken kostet.
Kein sicherer Hafen: Auch der US-Dollar stürzt gegenüber dem Schweizer Franken ab.
Kein sicherer Hafen: Auch der US-Dollar stürzt gegenüber dem Schweizer Franken ab.
Bild: Eric Allie, Caglecartoons.com
Dossiers
* Schweizer Franken im Höhenflug
o Der Wert der unabhängigen Währung
o Das Rätsel der teureren Schweiz
o Franken massiv überbewertet
* Angst vor der neuen Rezession
o Das Rätsel der rekordtiefen Zinsen
o Der Fluch des deutschen Sommermärchens
o Nassim Talebs drastischer Anlagetipp
Artikel zum Thema
* Kleininvestoren in der Algo-Falle
* Euro erstmals unter 1.29 Franken - Dollar nimmt Kurs auf Parität
* Wohin mit dem Geld?
* Angst drückt den Franken hoch
* Der Franken ist wieder gefährlich stark
Stichworte
* Dollar
* Franken
Der Kurs des Schweizer Frankens zum Euro macht erneut Schlagzeilen. Der Franken erreicht gegenüber der Gemeinschaftswährung praktisch täglich historische Höchstwerte. Im Windschatten dieser Entwicklung ist das Verhältnis zur anderen für die Schweiz besonders wichtigen Währung fast etwas in den Hintergrund getreten: Jenes zum US-Dollar. Auch hier zeigt sich ein scheinbar unaufhaltsamer Wertanstieg des Frankens. Momentan kostet ein Dollar noch leicht mehr als 1.01 Franken. Im November vor einem Jahr war er sogar schon leicht billiger als 1 Franken. Bis zum Juni ist die US-Währung dann allerdings wieder auf einen Preis von beinahe 1.17 Franken angestiegen.
Der Zerfall des Dollarkurses gegenüber dem Franken seither ist vor allem deshalb dramatisch, weil er die Probleme der Schweizer Exporteure massiv verschärft. Der Dollarkurs hat nicht bloss Bedeutung für die Exporte in die USA, sondern auch für jene nach Asien und den nahen Osten. Grund: Die dortigen Länder haben ihre Währungen mehr oder weniger stark an den Dollar gebunden. Die Dollarschwäche gegenüber dem Franken verteuert Schweizer Produkte daher zum Beispiel auch in China.
Alles spricht gegen den Dollar
Der Chef-Währungsanalyst der UBS, Thomas Flury, rechnet mit einer noch schwächeren US-Währung gegenüber dem Franken: «Alles spricht dafür, dass der Dollar weiter an Wert verlieren wird», sagt Flury. Der Analyst erwartet ab Jahresbeginn 2011, dass der Dollar einen Wert von weniger als einem Franken aufweisen wird. Nur kurzfristig könnte sich die US-Währung gegenüber dem Euro zwischenzeitlich leicht erholen: wegen zu erwartenden Streiks in Südeuropa infolge der harten Sparmassnahmen. Im Schlepptau würde sich der Dollar auch gegenüber dem Franken leicht aufwerten.
Für einen künftig wieder stärkeren Dollar werden von einigen Analysten dagegen Ängste vor einem erneuten Absturz in die Rezession angeführt. Sie verweisen darauf, dass der Dollar, ähnlich wie der Schweizer Franken, die Funktion eines sicheren Hafens einnimmt. Thomas Flury hält davon nicht viel. Dass der Dollar bei aufsteigender Unsicherheit gegenüber dem Euro jeweils zugelegt hat, liegt laut dem Währungschef der UBS mehr am Euro als am Dollar. Wegen der grundsätzlichen Exportstärke der Europäer profitiere deren Gemeinschaftswährung besonders stark von Aufhellungen der Weltkonjunktur und umgekehrt.
Die Chinesen wenden sich immer mehr von der US-Währung ab
Bei bisherigen Kursstürzen des Dollars haben vor allem die Chinesen und die Japaner alles getan, um die US-Währung wieder zu stützen. Denn auch ihre Konjunktur hängt noch immer zu einem grossen Teil von den Exporten ab. Ein fallender Dollar macht diese Exporte in die USA teurer. Doch die Zeichen mehren sich, dass diese Stütze des Dollars auslaufen wird. Laut einer Reuters-Meldung von gestern investieren die Chinesen bereits jetzt immer weniger in Dollars und damit letztlich in Staatsanleihen der USA, dafür immer mehr in die Staatspapiere Japans. Dies obwohl die Langfristzinsen in Japan mit rund 1 Prozent weit tiefer liegen als in den USA mit rund 2,5 Prozent.
Die Chinesen halten gemäss der Meldung, die sich auf einen Think-Tank der Regierung bezieht, die Staatsfinanzen Japans für weniger gefährdet, als jene der USA. Dies obwohl die japanische Staatsschuld gemessen am Bruttoinlandprodukt mehr als doppelt so hoch ist wie jene der USA und zu den höchsten weltweit zählt. Doch die Schuld des japanischen Staates besteht zu 95 Prozent gegenüber den Japanern. Bei den USA liegt ein Drittel der Schulden in ausländischen Händen. Die Chinesen werden dem Dollar und den Amerikanern nicht den Rücken zukehren, dennoch mischen sie ihre Karten allmählich neu. Das genügt, um den Dollar weiter unter Druck zu setzen.
Der Franken bleibt das Gold der Währungsmärkte
Druck auf den Dollar üben auch die erwarteten Zinsentwicklungen aus. So hat die US-Zentralbank deutlich gemacht, dass sie angesichts einer Arbeitslosigkeit von fast 10 Prozent die Leitzinsen noch länger nicht anheben wird. Anders sieht es in Europa aus. Dort wird zwar ebenfalls eine Wachstumsabschwächung erwartet, dennoch glauben die meisten Marktbeobachter, dass die europäische Zentralbank (EZB) und die Schweizer Nationalbank (SNB) die Zinsen früher als die Amerikaner erhöhen werden.
* Konjunktur
* Geld
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«Der Dollar wird weiter an Wert verlieren»
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Bild: Eric Allie, Caglecartoons.com
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* Franken
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Der Zerfall des Dollarkurses gegenüber dem Franken seither ist vor allem deshalb dramatisch, weil er die Probleme der Schweizer Exporteure massiv verschärft. Der Dollarkurs hat nicht bloss Bedeutung für die Exporte in die USA, sondern auch für jene nach Asien und den nahen Osten. Grund: Die dortigen Länder haben ihre Währungen mehr oder weniger stark an den Dollar gebunden. Die Dollarschwäche gegenüber dem Franken verteuert Schweizer Produkte daher zum Beispiel auch in China.
Alles spricht gegen den Dollar
Der Chef-Währungsanalyst der UBS, Thomas Flury, rechnet mit einer noch schwächeren US-Währung gegenüber dem Franken: «Alles spricht dafür, dass der Dollar weiter an Wert verlieren wird», sagt Flury. Der Analyst erwartet ab Jahresbeginn 2011, dass der Dollar einen Wert von weniger als einem Franken aufweisen wird. Nur kurzfristig könnte sich die US-Währung gegenüber dem Euro zwischenzeitlich leicht erholen: wegen zu erwartenden Streiks in Südeuropa infolge der harten Sparmassnahmen. Im Schlepptau würde sich der Dollar auch gegenüber dem Franken leicht aufwerten.
Für einen künftig wieder stärkeren Dollar werden von einigen Analysten dagegen Ängste vor einem erneuten Absturz in die Rezession angeführt. Sie verweisen darauf, dass der Dollar, ähnlich wie der Schweizer Franken, die Funktion eines sicheren Hafens einnimmt. Thomas Flury hält davon nicht viel. Dass der Dollar bei aufsteigender Unsicherheit gegenüber dem Euro jeweils zugelegt hat, liegt laut dem Währungschef der UBS mehr am Euro als am Dollar. Wegen der grundsätzlichen Exportstärke der Europäer profitiere deren Gemeinschaftswährung besonders stark von Aufhellungen der Weltkonjunktur und umgekehrt.
Die Chinesen wenden sich immer mehr von der US-Währung ab
Bei bisherigen Kursstürzen des Dollars haben vor allem die Chinesen und die Japaner alles getan, um die US-Währung wieder zu stützen. Denn auch ihre Konjunktur hängt noch immer zu einem grossen Teil von den Exporten ab. Ein fallender Dollar macht diese Exporte in die USA teurer. Doch die Zeichen mehren sich, dass diese Stütze des Dollars auslaufen wird. Laut einer Reuters-Meldung von gestern investieren die Chinesen bereits jetzt immer weniger in Dollars und damit letztlich in Staatsanleihen der USA, dafür immer mehr in die Staatspapiere Japans. Dies obwohl die Langfristzinsen in Japan mit rund 1 Prozent weit tiefer liegen als in den USA mit rund 2,5 Prozent.
Die Chinesen halten gemäss der Meldung, die sich auf einen Think-Tank der Regierung bezieht, die Staatsfinanzen Japans für weniger gefährdet, als jene der USA. Dies obwohl die japanische Staatsschuld gemessen am Bruttoinlandprodukt mehr als doppelt so hoch ist wie jene der USA und zu den höchsten weltweit zählt. Doch die Schuld des japanischen Staates besteht zu 95 Prozent gegenüber den Japanern. Bei den USA liegt ein Drittel der Schulden in ausländischen Händen. Die Chinesen werden dem Dollar und den Amerikanern nicht den Rücken zukehren, dennoch mischen sie ihre Karten allmählich neu. Das genügt, um den Dollar weiter unter Druck zu setzen.
Der Franken bleibt das Gold der Währungsmärkte
Druck auf den Dollar üben auch die erwarteten Zinsentwicklungen aus. So hat die US-Zentralbank deutlich gemacht, dass sie angesichts einer Arbeitslosigkeit von fast 10 Prozent die Leitzinsen noch länger nicht anheben wird. Anders sieht es in Europa aus. Dort wird zwar ebenfalls eine Wachstumsabschwächung erwartet, dennoch glauben die meisten Marktbeobachter, dass die europäische Zentralbank (EZB) und die Schweizer Nationalbank (SNB) die Zinsen früher als die Amerikaner erhöhen werden.
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