Metalle sollten nicht vor der zweiten Jahreshälfte zulegen. Kurzfristig werden sich Energierohstoffe wie Öl verteuern, ebenso Gold. Das Edelmetall ist wegen des niedrigen Realzinsen unterbewertet, die Opportunitätskosten sind gering. Unsere Jahresprognose für Gold liegt bei 1940 Dolle je Unze.
Der Goldpreis steigt das elfte Jahr in Folge. Gibt es eine Blase?
Wir denken, dass es mit ziemlicher Sicherheit eine Gold-Blase gibt. Die Frage ist wohl eher, wann sie platzen wird. Es ist eine Blase, weil Gold in großem Stil gehortet wird. Die Investoren in den mit Gold hinterlegten börsennotierten Indexfonds (ETF) sind nach den Vereinigten Staaten und Europa inzwischen der drittgrößte Besitzer von Goldreserven auf der Welt. Das Gold in diesen Rohstofffonds kann allerdings leicht auf den Markt zurückkommen. Dann würde die Blase platzen. Solange jedoch die Staatsschuldenproblematik auf beiden Seiten des Atlantiks nicht gelöst ist, werden die Anleger an Gold festhalten. So lange sollte man als Anleger auf steigende Goldpreise setzen.
China ist der größte Energieverbraucher, wie ist Ihr Ausblick bezüglich der Rohstoffpreise?
Viele Anleger vergessen, dass China nicht nur ein großer Verbraucher, sondern auch ein wichtiger Anbieter von Rohstoffen ist. Es ist davon auszugehen, dass China seine Aluminium-Produktion zurückfahren wird, weil der Strom teurer wird. Mit Blick auf Öl und das Industriemetall Kupfer wird China auch weiterhin für eine hohe Nachfrage sorgen, so dass die Preise zulegen.
Das Gespräch führte Tim Höfinghoff.
Quelle: F.A.Z.
Freitag, 24. Februar 2012
Hans-Werner Sinn -SPIEGEL
SPIEGEL ONLINE: Warum beharren die Euro-Staaten dann so darauf?
ANZEIGE
Sinn: Es geht hier gar nicht so sehr um das Land. Die Griechen werden von den Banken und Finanzinstituten von der Wall Street, aus London und Paris als Geisel genommen, damit das Geld aus den Rettungspaketen weiter fließt - nicht nach Griechenland, sondern in ihre eigenen Taschen.
SPIEGEL ONLINE: Was ist mit den Ansteckungseffekten, die eine Pleite oder ein Austritt mit sich bringen würden? Die Finanzmärkte würden womöglich darauf spekulieren, dass es anderen Ländern ähnlich ergeht wie Griechenland.
Sinn: Es würde vielleicht Ansteckungseffekte geben. Aber ich halte das Argument für instrumentalisiert von Leuten, die um ihr eigenes Geld fürchten. Es heißt immer "die Welt geht unter, wenn Ihr Deutschen nicht zahlt". In Wahrheit gehen nur die Vermögensportfolios einiger Investoren unter.
Das Interview führte Stefan Kaiser
Hans-Werner Sinn ist Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Professor für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie Direktor des Center for Economic Studies (CEP).
ANZEIGE
Sinn: Es geht hier gar nicht so sehr um das Land. Die Griechen werden von den Banken und Finanzinstituten von der Wall Street, aus London und Paris als Geisel genommen, damit das Geld aus den Rettungspaketen weiter fließt - nicht nach Griechenland, sondern in ihre eigenen Taschen.
SPIEGEL ONLINE: Was ist mit den Ansteckungseffekten, die eine Pleite oder ein Austritt mit sich bringen würden? Die Finanzmärkte würden womöglich darauf spekulieren, dass es anderen Ländern ähnlich ergeht wie Griechenland.
Sinn: Es würde vielleicht Ansteckungseffekte geben. Aber ich halte das Argument für instrumentalisiert von Leuten, die um ihr eigenes Geld fürchten. Es heißt immer "die Welt geht unter, wenn Ihr Deutschen nicht zahlt". In Wahrheit gehen nur die Vermögensportfolios einiger Investoren unter.
Das Interview führte Stefan Kaiser
Hans-Werner Sinn ist Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Professor für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie Direktor des Center for Economic Studies (CEP).
Donnerstag, 9. Februar 2012
Was tun, wenn Ölpreis steigt ? - FAZ
Auch der europäische Aktienmarkt (Dow Jones Stoxx 600 Index) habe zweistellige prozentuale Verluste erlitten. Die relative Kursentwicklung der europäischen Sektoren weist laut Wallner bei den beiden Golfkriegen eine hohe Übereinstimmung auf. Bei beiden Ölpreisschocks hätten sich die meisten zyklischen Sektoren wie Banken, Industrie, Chemie, Technologie, Media und Automobil schlechter als der Markt entwickelt. Mit der Ausnahme der Ölbranche hätten nur defensive Sektoren wie Nahrung, Gesundheit, Versorger und Telekommunikation während des Ölpreisanstiegs zugelegt.
Abonnieren
Kommentare (Atom)
