Donnerstag, 27. Januar 2011

Goldpreis ?

Von entscheidender Bedeutung aus charttechnischer Sicht dürfte nun sein, ob die zentrale Haltezone bei rund 1.330 Dollar verteidigt werden kann. Gelingt dies, könnte sich die übergeordnete Aufwärtsbewegung fortsetzen. Eine Rückkehr über die Zone zwischen 1.380 und 1.390 Dollar könnte einen erneuten Angriff auf die Widerstandszone zwischen 1.425 und 1.430 Dollar nach sich ziehen. Risikobereite Investoren könnten mit dem Wave-Call der Deutschen Bank (WKN DB3VA1) auf weitere Preissteigerungen spekulieren. Der Hebel dieses Papiers liegt derzeit bei 3,67, das Stop-Loss-Niveau bei aktuell 999,75 Dollar.

Sollte der Goldpreis dagegen unter die wichtige Unterstützungszone bei rund 1.330 Dollar zurückfallen, könnte dies eine weitere Korrektur in den Bereich um 1.265 Dollar nach sich ziehen. Spekulative Anleger, die mit fallenden Preisen rechnen, könnten darauf mit dem Wave-Put der Deutschen Bank (WKN DE3TFU) setzen. Der Hebel beläuft sich hier aktuell auf 8,41, das Stop-Loss-Niveau liegtderzeit bei 1.448,00 Dollar.

Dienstag, 25. Januar 2011

Rohstoffe - Die Presse

Wien. Die Preise vieler Rohstoffe kannten monatelang kein Halten. Solange die Schwellenländer wachsen, werde der Aufschwung bei den Rohstoffen auch weiter anhalten, sagen Experten. Am besten, man kaufe alles ein, was China in den nächsten Jahren braucht, wird etwa der US-Starinvestor Jim Rogers nicht müde zu sagen. Sein börsegehandelter Indexfonds Jim Rogers International Commodity Index ETF (ISIN: LU0249326488), mit dem mehrere Rohstoffe abgebildet werden, legten im Vorjahr auch deutlich zu.

Eines ist aber auch klar: Nicht alle, die Rohstoffe kaufen, verarbeiten es. Je mehr Geld von spekulativen Investoren in Rohstoffe fließt, desto größer sind Preisschwankungen und desto größer ist die Gefahr einer Blase. Die Termingeschäfte auf den US-Rohstoffbörsen erreichten zuletzt ein Volumen, das größer als zum Höhepunkt der Rohstoffblase des Jahres 2008 war.

Davon sind auch die Edel- und Industriemetalle betroffen. Das heißt aber nicht, dass Investments in bestimmte Metalle uninteressant sind – obwohl deren Preise seit Jahresanfang etwas zurückgingen.


•PALLADIUM
Ein Geheimtipp unter vielen Experten. Zwar legte der Palladium-Preis bereits seit Anfang 2010 um 100Prozent zu und liegt bei 820 Dollar je Feinunze. Dabei trieben börsegehandelte Indexfonds die Nachfrage ordentlich an. Bei Palladium muss man sich aber keine Sorgen um die industrielle Nachfrage machen. Das Metall wird bei Autokatalysatoren verwendet und ist noch deutlich billiger als das „Konkurrenz“-Metall Platin.

Da der Bedarf nach Autos in den Schwellenländern ungebrochen hoch ist, könnte der Boom der Autoindustrie weiter anhalten – was dem Palladium-Preis nur gut tun würde und wovon auch die privaten Anleger profitieren könnten.
Aktie: Eine der größten Palladium-Minen ist die kanadische North American Palladium. Die Aktie legte im Vorjahr im Gleichschritt mit dem Palladium-Preis stark zu.
Exchange Traded Commodities(ETC): Das börsegehandelte Palladium-Wertpapier der ETF Securities (DE000A0N62E5) konnte den Palladium-Preis zuletzt eins zu eins abdecken.

•GOLD
Das gelbe Edelmetall ist die Krisenwährung schlechthin. Der Preis legt dann zu, wenn Finanzkrisen, Staatspleiten oder hohe Inflationsraten befürchtet werden.

Zuletzt ging der Goldpreis aber auf 1347 Dollar je Unze zurück. Dass der Preis schon in den nächsten Tagen wieder rasant ansteigt, wird von einigen Experten bezweifelt. Das erste Quartal ist immer ein schwächeres für den Goldpreis; die Angst vor einer Zuspitzung der Schuldenkrise hat nachgelassen; bessere Konjunkturdaten treiben die Anleger in riskantere Anlagen. Der Charttechniker Wieland Staud hat erst kürzlich vor einer größeren Korrektur des Goldpreises gewarnt. Sollte der Kurs auf 1319 Dollar abstürzen, könnte der Preis daraufhin weiter auf zumindest 1250 Dollar oder darunter fallen.

Ein positives Signal für das Edelmetall gab es jedoch am Freitag. Der weltweit größte Goldfonds, SPDR, erhöhte seinen Goldbestand um 20 Tonnen, weil die Investoren wohl aus Sorgen über eine höhere Inflation Geld in den Fonds steckten. Im vierten Quartal hatten zahlreiche Anleger Kapital abgezogen, woraufhin SPDR die Goldbestände reduzieren musste. Die meisten Investoren sind beim Gold noch immer optimistisch eingestellt, wie Daten von Bloomberg zeigen. Die meisten Futures-Kontrakte für Dezember werden zu einem Ausübungspreis von 1500 Dollar gehandelt.

Für jene, die in Folge des gefallenen Goldpreises antizyklisch investieren wollen, bieten sich einige Möglichkeiten:
Aktie: Der Kurs des großen US-Goldproduzenten Newmont Mining hat die Goldrallye im Vorjahr nicht ganz mitgemacht. Das könnte die Aktie für Investoren attraktiver machen.
Zertifikat: Das Goldzertifikat der Barclays Capital (DE000BC0GLD2) bildet den Preis des Edelmetalls ab. Dementsprechend nahm auch der Wert des Zertifikats zuletzt ab.

•SILBER
Anders als Gold hat Silber auch eine industrielle Verwendung. Das Edelmetall profitiert daher nicht nur von Unsicherheiten auf den Finanzmärkten. Zieht die Konjunktur an, nimmt die Nachfrage aus der Industrie zu.

Früher war der Silbermarkt noch von zwei Banken – JP Morgan Chase und HSBC – dominiert. Die beiden Geldhäuser müssen sich mittlerweile vor Gericht verantworten, weil sie regelmäßig den Preis manipulativ gedrückt haben sollen. Damit soll es aber bald vorbei sein. Ein Indiz dafür ist, dass die Banken ihre Short-Positionen bereits abbauen. Das wirkt sich tendenziell positiv auf den Preis aus.

Trotz des rasanten Preisanstieges auf mittlerweile 27 Dollar je Unze sind die meisten Analysten von einem weiteren Höhenflug überzeugt – so auch der US-Assetmanager Astor, der ein Volumen von 570 Mio. Dollar verwaltet. Zehn Prozent dieses Geldes wurden früher im Goldfonds SPDR veranlagt. Nun setzen die Astro-Strategen lieber auf Silber und Kupfer.

Worauf die Anleger beim Silber aber aufpassen sollten: Viele Hedgefonds haben das Potenzial für das „kleine“ Edelmetall bereits erkannt, die spekulativen Investments haben in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen.
ETC: Auf einen steigenden Silberpreis kann man etwa mit dem Silber-ETC von ETF Securities (DE000A0N62F2) setzen.
Silbermünze: Ein Silber-Philharmoniker der Münze Österreich kostet derzeit rund 28Euro. Steigt der Silberpreis, gewinnt auch die Münze an Wert.

•BREITER GESTREUTE
ROHSTOFF-INVESTMENTS
Wem es zu riskant ist, in einzelne Rohstoffe zu investieren, der kann das Geld auch in Zertifikate stecken, die etwa mehrere Metalle abdecken. In Österreich bietet die Raiffeisen Centrobank einen Edelmetall-Korb (Indexzertifikat, AT0000489406) an, der sich aus Gold, Silber, Platin und Palladium zusammensetzt (wobei die Bestände für Silber und Palladium zuletzt aufgestockt wurden). Derzeit kann man ein Zertifikat um knapp 26 Euro kaufen. Für den Anleger fällt nur der Spread als Kosten an, der aktuell 0,5Prozent ausmacht. Aufpassen sollte man aber auf mögliche Rollverluste (siehe Tipps oben, Anm.).

Es gibt auch aktiv gemanagte Fonds, die in Anteile von Rohstoffunternehmen investieren. Diese Fonds sind teurer, die Fondsmanager können die Anleger aber vor großen Einbrüchen oft auch nicht schützen. Das verdeutlicht etwa der Aktienfonds Carmignac Commodities, der während der Finanzkrise um 60Prozent einbrach.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.01

Montag, 24. Januar 2011

2011

Die mittelfristige technische Verbesserung im europäischen Versicherungsbereich wird von der nach Streubesitz größten Aktie im Sektor, Allianz (Sektorgewicht 14,5 Prozent, Position 1), angeführt. Die Allianz war im Zuge der Gesamtmarktbaisse ausgehend von einem Kurshoch um 180,30 Euro (Juli 2007), unter Druck gekommen.
Aktien der Versicherungsbrache setzen zumindest technisch zur Erholung an

Die beschleunigte Baisse endete im November 2008 mit einem technischen Ausverkauf ("Sell-Off") bei Kursen um 45,20 Euro. Zum Jahreswechsel mündete diese Baisse in eine technische Bodenformation unterhalb der Widerstandszone um 78,20 Euro. Diese Bodenformation hatte den technischen Charakter eines "Doppelbodens mit Plattform" (eine technische Variante der "W-Formation").

Das Investment-Kaufsignal (August 2009, Sprung über die Widerstandszone um 78,20 Euro) hat nicht nur für einen Abschluss der Bodenformation gesorgt, sondern die Allianz auch aus dem zentralen Baisse-Trend herausgeführt. Der neue mittelfristige Aufwärtstrend führte die Allianz-Aktie nur bis in die gestaffelte Widerstandszone von 90 Euro bis 93,50 Euro. In der Folgezeit ergab sich eine Seitwärtspendelbewegung mit positivem Grundton im Umfeld der leicht steigenden 200-Tage-Linie. In den zurückliegenden 17 Monaten wies die Allianz damit gegenüber dem Dax, der seine Hausse fortsetzen konnte, eine ausgeprägte mittelfristige relative Schwäche auf. Zum Jahresanfang ist die Allianz, die eine attraktive Dividendenrendite von mehr als 4 Prozent aufweist, mit einem Investment-Kaufsignal aus der Seitwärtspendelbewegung der letzten Quartale herausgelaufen. Die Allianz-Aktie, die aus technischer Sicht jetzt an der Etablierung eines neuen mittelfristigen Aufwärtstrends arbeitet und für die sich als erstes technisches Etappenziel ein Test der nächsten mittelfristigen Widerstandszone ab 109 Euro andeutet, sollte daher im Aktienkorb für die konservative Strategie 2011 nicht fehlen.

Der europäische Versorgersektor konnte 2010 der Entwicklung in den führenden Aktienindizes nicht folgen und war mit einer mittelfristigen relativen Schwäche ausgestattet. Zum Jahreswechsel 2010/2011 hat sich aber auch in diesem Sektor die mittelfristige technische Lage verbessert. Dies gilt besonders für den größten Sektortitel, Eon. Diese Aktie war im Zuge der Baisse - begleitet von mehreren Verkaufssignalen und mittelfristigen Abwärtstrends - von 51,40 Euro (Januar 2008) bis auf 17,80 Euro (März 2009) gefallen. Zwar konnte Eon danach einen mittelfristigen Aufwärtstrend etablieren, jedoch führte dieser die Aktie nur bis auf 30,50 Euro (September 2009), so dass die Aufarbeitung der Baisse nicht grundlegend in Gang kam. Zunächst steckte die Aktie in einer mittelfristigen Seitwärtspendelbewegung oberhalb der Unterstützungszone um 25,50 Euro.
Mittelfristig relative Schwäche der Versorgerwerte

Begleitet von der Schwäche anderer europäischer Versorger, aber auch der politischen Diskussion in Deutschland, kam Eon im Mai 2010 mit einem Verkaufssignal (Rutsch durch die Unterstützung) unter Druck und etablierte einen neuen Abwärtstrend. Seit August 2010 lief Eon aber in eine Trading-Bodenformation (unterhalb der neuen Widerstandszone von 23 Euro bis 23,80 Euro) hinein. Zu Beginn 2011 ist Eon mit einem Investment-Kaufsignal aus der Trading-Bodenformation herausgelaufen, wobei der Sprung über die leicht fallende 200-Tage-Linie die technische Qualität der Verbesserung unterstreicht. Da sich bei Eon, die eine attraktive Dividendenrendite von 6 Prozent aufweist, ein Test der massiven mittelfristigen Widerstandszone ab 29 Euro andeutet, wird Eon ebenfalls in den konservativen Aktienbasket 2011 aufgenommen.

Im Telekom-Bereich weist zurzeit die französische France Télécom von den Telekommunikationsaktien im Euro Stoxx 50 eine gute Kombination aus ansprechender technischer Gesamtlage und attraktiver Dividendenrendite auf. Diese Aktie befindet sich seit dem Jahr 2003 in einer langfristigen Seitwärtspendelbewegung mit der zentralen Unterstützungszone um 14 Euro und der gestaffelten Widerstandszone von 25,50 Euro bis 27 Euro. Innerhalb dieser Spanne haben sich immer wieder kleine Hausse- und Baisse-Bewegungen ergeben. France Télécom, die eine in zwei Teilen gezahlte Gesamtdividende von 1,40 Euro und damit eine weit über dem Durchschnitt im Euro Stoxx 50 liegende Dividendenrendite von 8 Prozent aufweist, war im Zuge der Baisse von 27,30 Euro (November 2007) bis auf 14 Euro (Juli 2010) gefallen.

In den vergangenen Monaten deutet sich eine langfristige Stabilisierung an der vorliegenden Unterstützungszone von 14 Euro bis 15,50 Euro sowie mit Blick auf 2011 eine moderate mittelfristige technische Erholung an. Da France Télécom in den vergangenen Monaten zusätzlich eine moderate relative Stärke gegenüber einigen anderen Titeln im Sektor aufgebaut hat, rundet dieser Titel den konservativen Aktienbasket für 2011 ab.