FOCUS-MONEY: Wie schützt sich der Investor gegen eine anziehende Inflation?
Rapp: Im Kern geht es um Anlagen in Sachwerte. Dazu zählen speziell Aktien und Immobilien, also Sachwerte, die auch laufende Erträge bringen – Gold also eher nicht. Bei den von uns beratenen großen Vermögen kommt zudem häufiger Private Equity ins Spiel. Oft über spezielle Fonds, vielfach aber sogar als direkte Beteiligungen am Kapital einer nicht börsennotierten Gesellschaft. Der Investor sagt sich: Das ist ein Sachwert, ich lasse mein Geld in einem soliden Unternehmen arbeiten, ich habe Einblick ins Geschäft, und ich erhalte eine Ausschüttung – und das ist bei allem Risiko einer unternehmerischen Beteiligung im Zweifel sicherer als eine Griechenland-Anleihe.
Rapp: Im Kern geht es um Anlagen in Sachwerte. Dazu zählen speziell Aktien und Immobilien, also Sachwerte, die auch laufende Erträge bringen – Gold also eher nicht. Bei den von uns beratenen großen Vermögen kommt zudem häufiger Private Equity ins Spiel. Oft über spezielle Fonds, vielfach aber sogar als direkte Beteiligungen am Kapital einer nicht börsennotierten Gesellschaft. Der Investor sagt sich: Das ist ein Sachwert, ich lasse mein Geld in einem soliden Unternehmen arbeiten, ich habe Einblick ins Geschäft, und ich erhalte eine Ausschüttung – und das ist bei allem Risiko einer unternehmerischen Beteiligung im Zweifel sicherer als eine Griechenland-Anleihe.
Feri AG
Feri AG
FOCUS-MONEY: Eine schöne Blaupause für den
privaten Anleger. Der zögert ja gerade in Deutschland oft, sich an
börsennotierten Weltmarktführern und deren realer Wertschöpfung zu
beteiligen, investiert in Festgeld und gibt damit letztlich lieber
Kredit. Funktioniert die Aktie aus Ihrer Sicht als Inflationsschutz?
Rapp: Hier muss man differenzieren. Eine leichte Deflation ist schlecht für Aktien, das hat Japan über zwei Jahrzehnte demonstriert. Eine Inflation von etwa ein bis drei Prozent ist positiv für Aktien. Bei drei bis fünf Prozent Inflation trennt sich bei den Aktien meist die Spreu vom Weizen, Raten über sechs Prozent sind in der Regel nicht mehr gut für die Aktienmärkte. Um das Bild zu komplettieren, auch wenn davon derzeit wirklich keine Rede sein kann: In einem Hyperinflationsszenario à la Weimarer Republik war die Aktie eine der wenigen Möglichkeiten für echten Vermögensschutz.
FOCUS-MONEY: Auf welche Märkte würden Sie bei Aktien setzen?
Rapp: Wir hatten die USA und Japan lange Zeit übergewichtet, Europa untergewichtet. In den USA und in Japan setzte die Wirtschaftspolitik einschließlich der Notenbank eindeutig auf Wachstum. Entsprechend stark waren die Aktienmarkttrends. Vor drei Wochen haben wir dieses Bild revidiert. Die USA sind sehr weit gelaufen und leiden sozusagen an der Schwerkraft. Japan braucht eine Verschnaufpause und einen Realitätscheck. Wir erwärmen uns mehr für Europa, weil die meisten schlechten Nachrichten draußen sein dürften. Aber wir sind noch nicht hundertprozentig überzeugt. Bei den Schwellenländern sind wir skeptisch, sie laufen in starken Abwärtstrends.
FOCUS-MONEY: Wie sehen Sie deutsche Aktien innerhalb Europas?
Rapp: Sie sind natürlich nicht die schlechteste Wahl. Allerdings sind gute Nachrichten aus der Bundesrepublik weniger überraschend als weniger schlechte aus den Krisenländern. Und in den Aktienmarkt des Stabilitätsankers Deutschland haben gerade auch internationale Anleger bereits seit Längerem investiert, wie wir auch aus unseren Gesprächen mit Profi-Anlegern in Amerika wissen. Jedem ist bewusst, dass die Bundesrepublik der weiße Rabe in Europa ist.
FOCUS-MONEY: Teilen Sie die neue Begeisterung für zyklische Aktien?
Rapp: Das konjunkturelle Umfeld, das sich 2014 wirklich deutlich aufzuhellen scheint, würde normalerweise einen Swing hin zu zyklischen Aktien erlauben. Wir haben dafür aber noch kein klar bestätigtes Bild. Früher war das einfach: Erst gab es eine Rezession, dann eine Konjunkturerholung, und die haben zyklische Sektoren wie Auto, Stahl, Chemie noch vor dem Ende der Rezession vorweggenommen und sind angesprungen.
FOCUS-MONEY: Und heute?
Rapp: Heute ist das Bild ein anderes. Es gibt strukturelle Probleme, nicht nur als Folge der Finanzkrise, sie waren teilweise auch schon durch Chinas Aufstieg angelegt. Wir sehen Überkapazitäten in vielen Bereichen. Deswegen geht heute die einfache Gleichung Konjunkturbelebung gleich Zykliker springen an nicht mehr auf. Das Bild ist viel diffuser, der Anleger muss selektiver vorgehen.
Rapp: Hier muss man differenzieren. Eine leichte Deflation ist schlecht für Aktien, das hat Japan über zwei Jahrzehnte demonstriert. Eine Inflation von etwa ein bis drei Prozent ist positiv für Aktien. Bei drei bis fünf Prozent Inflation trennt sich bei den Aktien meist die Spreu vom Weizen, Raten über sechs Prozent sind in der Regel nicht mehr gut für die Aktienmärkte. Um das Bild zu komplettieren, auch wenn davon derzeit wirklich keine Rede sein kann: In einem Hyperinflationsszenario à la Weimarer Republik war die Aktie eine der wenigen Möglichkeiten für echten Vermögensschutz.
FOCUS-MONEY: Auf welche Märkte würden Sie bei Aktien setzen?
Rapp: Wir hatten die USA und Japan lange Zeit übergewichtet, Europa untergewichtet. In den USA und in Japan setzte die Wirtschaftspolitik einschließlich der Notenbank eindeutig auf Wachstum. Entsprechend stark waren die Aktienmarkttrends. Vor drei Wochen haben wir dieses Bild revidiert. Die USA sind sehr weit gelaufen und leiden sozusagen an der Schwerkraft. Japan braucht eine Verschnaufpause und einen Realitätscheck. Wir erwärmen uns mehr für Europa, weil die meisten schlechten Nachrichten draußen sein dürften. Aber wir sind noch nicht hundertprozentig überzeugt. Bei den Schwellenländern sind wir skeptisch, sie laufen in starken Abwärtstrends.
FOCUS-MONEY: Wie sehen Sie deutsche Aktien innerhalb Europas?
Rapp: Sie sind natürlich nicht die schlechteste Wahl. Allerdings sind gute Nachrichten aus der Bundesrepublik weniger überraschend als weniger schlechte aus den Krisenländern. Und in den Aktienmarkt des Stabilitätsankers Deutschland haben gerade auch internationale Anleger bereits seit Längerem investiert, wie wir auch aus unseren Gesprächen mit Profi-Anlegern in Amerika wissen. Jedem ist bewusst, dass die Bundesrepublik der weiße Rabe in Europa ist.
FOCUS-MONEY: Teilen Sie die neue Begeisterung für zyklische Aktien?
Rapp: Das konjunkturelle Umfeld, das sich 2014 wirklich deutlich aufzuhellen scheint, würde normalerweise einen Swing hin zu zyklischen Aktien erlauben. Wir haben dafür aber noch kein klar bestätigtes Bild. Früher war das einfach: Erst gab es eine Rezession, dann eine Konjunkturerholung, und die haben zyklische Sektoren wie Auto, Stahl, Chemie noch vor dem Ende der Rezession vorweggenommen und sind angesprungen.
FOCUS-MONEY: Und heute?
Rapp: Heute ist das Bild ein anderes. Es gibt strukturelle Probleme, nicht nur als Folge der Finanzkrise, sie waren teilweise auch schon durch Chinas Aufstieg angelegt. Wir sehen Überkapazitäten in vielen Bereichen. Deswegen geht heute die einfache Gleichung Konjunkturbelebung gleich Zykliker springen an nicht mehr auf. Das Bild ist viel diffuser, der Anleger muss selektiver vorgehen.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen