Dienstag, 23. Juli 2013

Aussichten - aus FAZ

Uwe Streich, Aktienstratege der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), rechnet vom Herbst an mit einer Belebung des hiesigen Aktienmarktes. „Das Jahr 2014 dürfte von einer wirtschaftlichen Belebung gekennzeichnet sein, und darauf richten sich die Blicke gegen Jahresende“, sagt Streich. Er setzt auf eine Übergewichtung des deutschen Aktienmarktes. „Deutschland hat eine gute Binnenkonjunktur und profitiert von Exporten in Wachstumsregionen.“ Für das Jahr 2014 erwarten die Experten der LBBW Rekordgewinne der Dax-Unternehmen. Schon jetzt liegen die Gewinne deutscher Unternehmen 53 Prozent höher als nach dem Finanzkrisentief im Frühjahr 2009.

Stärkste Rückgänge für Energieversorger

Die Gewinne der im Euro Stoxx 50 enthaltenen Unternehmen aus Frankreich und den Benelux-Ländern seien seither nur um rund 20 Prozent gestiegen, italienische und spanische Unternehmen hätten sogar einen Gewinnrückgang um ein Viertel hinnehmen müssen. „Die Abwärtsdynamik im Mittelmeerraum hat sich zuletzt jedoch verlangsamt. Im kommenden Jahr scheint deshalb sogar wieder ein geringfügiges Wachstum möglich“, sagt Streich.
Unter den europäischen Branchen werden für die Energieversorger und die Rohstoff- und Ölkonzerne die stärksten Gewinnrückgänge erwartet. Mit einem Minus rechnen die Analysten aber auch in den Bereichen Konsum, Nahrungsmittel, Pharma und Telekommunikation. Eine leichte Erholung von einem niedrigen Niveau aus wird hingegen den Bankenwerten zugetraut. Eine auch nur annähernd so positive Entwicklung wie in der amerikanischen Finanzbranche erwartet in Europa hingegen niemand. Dafür fehlt es an einem dynamisch wachsenden Binnenmarkt, und auch die Immobilienwirtschaft ist in Europa längst nicht wieder auf einem Wachstumspfad wie in den Vereinigten Staaten.

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